
Bitcoin Group SE – seit längerem handelt die Aktie unter dem „Wert“ ihrer Bitcoin und Etherum-Bestände. Das operative Geschäft als Malus? Mit einer Domain bitcoin.de müsste doch mehr möglich sein. Und jetzt gab es gestern von der BaFin noch einen „oben drauf“. MICAR-Zulassung verweigert, ruhendes Geschäft muss umgestellt werden.
Die Bitcoin Group SE und ihre Tochtergesellschaft futurum bank AG stehen vor einer massiven regulatorischen Hürde, nachdem die BaFin gestern, am 6. Oktober 2026, den MiCAR-Zulassungsantrag offiziell verweigert und die bisherige Duldung damit mit sofortiger Wirkung beendet hat. Die Behörde begründet diesen Schritt damit, dass der Stand der Umsetzung und Operationalisierung der geforderten Maßnahmen unzureichend sei – eine Einschätzung, die das Unternehmen nicht teilt und rechtliche Schritte sowie einen möglichen Widerspruch innerhalb der nächsten Wochen prüft.
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Bitcoin Group geht den Smartbroker-Weg – gibt Schlimmeres…
Da das operative Handelsgeschäft auf der traditionsreichen Plattform bitcoin.de ohnehin bereits seit dem 12. Juni 2026 weitgehend ruht, trifft dieser Bescheid das im Kerngeschäft ausgebremste Unternehmen hart. Um den Betrieb über die technisch erneuerte bitcoin.de-App in Kürze wiederzubeleben, plant die futurum bank AG nun den Weg über ein alternatives Betriebsmodell: Eine Kooperation mit einem in Deutschland ansässigen, bereits regulierten Institut soll als Handelspartner fungieren, während ein weiterer regulierter Partner die sichere Verwahrung der Kundenvermögenswerte übernimmt. Das Unternehmen betont, dass sämtliche Kundenvermögen bis zu diesem Übergang sicher verwahrt sind und uneingeschränkt bestehen bleiben. Geht natürlich zu Lasten der Marge, aber immerhin liegt so die bitcoin.de nicht brach. Musste übrigens Smartbroker nach dem Scheitern bei der BaFin mit der beantragten Bank-Lizenz ebenfalls machen – und mit Bader fanden die Berliner wohl einen „guten“ Partner.
Fast kein Umsatz, Verluste – Bitcoin Group MUSS was ändern.
Die operativen und finanziellen Belastungen dieser monatelangen Hängepartie spiegeln sich deutlich in den Halbjahreszahlen 2026 wider. Die Umsatzerlöse sanken im ersten Halbjahr auf 1,59 Millionen Euro (nach ohnehin enttäuschenden 3,78 Millionen Euro im Vorjahr), und das EBITDA weitete sich auf -3,25 Millionen Euro aus (Vorjahr: -1,00 Millionen Euro), was zu einem Ergebnis je Aktie von -1,02 Euro führte. Die liquiden Mittel beliefen sich zum Stichtag 30. Juni 2026 auf 3,9 Millionen Euro (nach 12,6 Millionen Euro zum Jahresende 2025).
3.605 Bitcoin…
Das man hier von einer „Delle“ sprechen kann liegt am eigentlichen „Wert“ des Unternehmens. Die Bitcoin Group SE verfügt über ein starkes bilanzielles Fundament, das durch den beträchtlichen Krypto-Eigenbestand gestützt wird. Zum Halbjahr beläuft sich der Netto-Krypto-Eigenbestand zu Marktwerten auf 199 Millionen Euro (nach 293 Millionen Euro zum Jahresende 2025 – bedingt durch Marktkorrekturen im Krypto-Sektor). Marktbeobachter und Plattformen wie BitcoinTreasuries schätzen, dass in diesem Portfolio etwa 3.605 reine Bitcoins liegen, während der Rest auf Ethereum und andere Krypto-Assets entfällt. Zusammen mit einer soliden Eigenkapitalquote von rund 71,8 Prozent federt dieses digitale Treasury-Polster die Verluste des ruhenden Brokerage-Geschäfts ab.
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Bitcoin Group SE – wenn der Malus mal zum Bonus würde…
An der Börse prallt diese Gemengelage direkt auf die fundamentale Bewertung der Aktie (ISIN DE000A1TNV91, Xetra-Kurs ca. 27,36 Euro, 09:46 Uhr, 7.10.26). Bei einer Marktkapitalisierung von rund 142 Millionen Euro offenbart sich eine grosse Differenz: Allein der Netto-Krypto-Eigenbestand von rund 199 Millionen Euro (bei einem Bitcoin-Kurs von seinerzeit rund 60.000,00 USD) übersteigt den aktuellen Börsenwert des gesamten Unternehmens deutlich. Sollte es der Bitcoin Group gelingen, das alternative Betriebsmodell für bitcoin.de zeitnah erfolgreich an den Start zu bringen, die Kooperationen mit regulierten Partnern zu besiegeln und das Handelsvolumen zu reaktivieren, bietet die Kombination aus hohem Krypto-Eigenbestand, starker Bilanz und der aktuellen Unterbewertung an der Börse erheblichen Nachholbedarf.















