Biofrontera Aktie – Wende möglich? Unsicherheit macht’s schwer, aber wenigstens Ameluz läuft. Neuer Absatzmarkt

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Biofrontera vor Break Even.
Biofrontera Aktie –  in diesem Jahr ein kurstechnisches Trauerspiel. Auch die Aussichten mindestens auf eine kräftige Reduktion des EBIT-Verlustes „auf negativen einstelligen Mio-Bereich“  2022 brachten die Biofrontera AG (ISIN: DE0006046113)-Aktie nicht wirklich „Schwung“. Und die Erwartung in 2023 erstmals „schwarze Zahlen“ zu schreiben, wie der bisherige CFO Ludwig Lutter im Gespräch mit dem nwm  noch im Mai in Aussicht stellen konnte, führte vielleicht zu dem bis zum 12.08.2022 befristeten Übernahmeangebot einer Gruppe „um die Deutsche Balaton“ zu einem Übernahmepreis-Angebot von 1,18 EUR je Aktie, aber nicht zu steigenden Kursen. Und seitdem ist noch einiges passsiert – Kapitalerhöhung um nominal und real rund 7 Mio EUR (November), Ausbau Vertriebsteam, Entkonsolidierung der ehemaligen US-Tochter Biofrontera Inc. und insgesamt postiv stimmende Zahlen für die ersten neun Monate des Jahres:

Biofrontera Aktie Trümmerhaufen – noch? Personalquerelen und Auseinandersetzungen zwischen den Stakeholdern waren Gift für die Aktie …

… dabei gab es operativ durchaus positive Entwicklungen, aber offensichtlich gab es trotz zwischenzeitlich gemeldeten „Versöhnungen“ oder Einigungen innerhalb der Stakeholder fortgesetzt – freundlich gesagt – unterschiedliche Ansichten. So kann auch die harsche Ablehnung des als „finanziell unangemessenen“ – laut Aufsichtsrat und Vorstand in der gesetzlichen Stellungnahme – Übernahmeangebots einer Gruppe um die Deutsche Balaton als „Fortsetzung“ dieser unnötig Kräfte bindenden Auseinandersetzungen gesehen werden.

Und der am 03.08.2022 veröffentlichte „Appell der Mitarbeitenden“ zeigte die Verhärtung der Fronten: „(…)Darin appellieren 88 Arbeitnehmer (das sind 100% der aktiven Mitarbeiter in Deutschland) an die Aktionärinnen und Aktionären der Biofrontera AG, das am 15. Juli 2022 veröffentlichte Übernahmeangebot der Deutsche Balaton AG NICHT anzunehmen und…“ (Unternehmensmeldung Biofrontera, 03.08.2022)

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Nach 9 Monaten sah es „akzeptabel“ bei Biofrontera aus.

Die Biofrontera-Gruppe erzielte im Zeitraum 1. Januar bis 30. September 2022 einen Gesamtumsatz von 21,9 Mio EUR gegenüber 18.47 Mio EUR in 2021, ein Plus von rund 19%. Im Quartalvergleich ergab sich eine Umsatzsteigerung von 27% auf 6,83 Mio EUR (Vorjahr: 5,38 Mio EUR).

„Aufgrund einer deutlichen Geschäftsbelebung in den ersten Quartalen 2022 blicken wir auf einen erfreulichen Neunmonatszeitraum zurück. Unsere Absatzmärkte haben sich nach der Hochphase der Covid-19 Pandemie deutlich erholt und wir sind weiterstgehend wieder auf dem Wachstumspfad, wie vor der Pandemie. Die sehr positive Entwicklung im europäischen Geschäft, aber auch die in den USA durch die Biofrontera Inc. enorm forcierten Vertriebsaktivitäten hatten maßgeblichen Einfluss auf diese positive Entwicklung,“ resümierte Ende November Frau de la Huerta, Finanzvorstand der Biofrontera.

Skandinavien im Fokus – Deutschland schwächelt…

„Durch die Rücknahme des Preisdekrets in Spanien, die Markteinführung in den skandinavischen Ländern und die positive Entwicklung des Geschäfts in Großbritannien in den ersten neun Monaten 2022 konnten wir unsere Präsenz in PDT weiter ausbauen. Das Deutschlandgeschäft leidet derzeit noch an dem Abverkauf der Reimportware und verzeichnete in den letzten neun Monaten einen Umsatzrückgang um 22%. Hier erwarten wir jedoch im vierten Quartal eine deutlichere Erholung, da alle reimportierten verbilligten Tuben nun abverkauft sind. Die Biofrontera-Gruppe weist für den Neunmonatszeitraum ein positives EBITDA von 5 Mio. EUR aus, welches aufgrund der deutlichen Umsatzsteigerung sowie der Neustrukturierung der Biofrontera Gruppe und der damit verbundenen kostenseitigen Entlastung der Biofrontera AG entstanden ist.“

In den USA wurden im Berichtszeitraum 1. Januar bis 30. September 2022 Lizenzerlöse in Höhe von 15.246 TEUR erzielt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres betrug der Umsatzbeitrag aus den USA 12.334 TEUR und wirkte sich damit mit einem Anstieg von 24% auf den Gesamtumsatz aus.

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… schwächelnder Heimatmarkt.

Die Umsätze der ersten neun Monate in Deutschland hingegen bewegten sich mit 3.083 TEUR unterhalb des Vorjahresniveaus von 3.931 TEUR. Auch die Umsatzentwicklung im dritten Quartal fiel im Jahresvergleich mit 1.001TEUR gegenüber 1.213 TEUR 2021 verhaltener aus. Die Reimportproblematik, die durch ein Preisdekret im spanischen Markt entstanden war, hatte im dritten Quartal noch Einfluss auf die deutschen Umsätze. Im europäischen Ausland stiegen die Umsätze erneut um 27% von 2.208 TEUR in 2021 auf 2.804 TEUR in 2022. Biofrontera’s eigene Vertriebsorganisationen in Spanien und Großbritannien, aber auch Biofrontera’s übrige europäischen Lizenzpartner zeigten eine deutliche Umsatzsteigerung. Und Grund für die am 11. November platzierte Kapitalerhöhung von rund 7 Mio EUR: Die Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalente im Konzern betrugen zum 30. September 2022 nur noch dürftige 1.177 TEUR verglichen mit 6908 TEUR zum 31. Dezember 2021.

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Prognose sieht positives EBITDA für 2023 voraus – zwei Schritte im Dezembe r könnten für 2023 wichtig werden – Grossbritannien und Finnland

Die Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten 2021 verlief in Übereinstimmung mit den Erwartungen des Vorstands. Er hält daher weiterhin an seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2022 fest. So erwartet der Konzern für 2022 einen Umsatz von 24 bis 27 Mio. EUR und ein positives EBITDA, sofern sich die erfreuliche Geschäftsentwicklung der ersten neun Monate fortsetzt.“ – so der Vorstand zu den Aussichten für 2023.

Am 8.12.2022 setzte man ein Zeichen in Grossbritannien: Eine eu gegründete Biofrontera UK Ltd. bekam ihren Sitz in Cambridge, UK und steht unter der Leitung von Frau Pilar de la Huerta und Frau Dr. Montserrat Foguet als Geschäftsführerinnen. Die Gesellschaft soll zukünftig den Vertrieb von Ameluz® und der Rotlicht-Lampe BF-RhodoLED® in Großbritannien übernehmen.

„Die Gründung unterstreicht unser langfristiges strategisches Interesse am britischen Pharmamarkt und auch dessen wichtige Stellung innerhalb Europas. Wir möchten zukünftig unsere Vertriebsanstrengungen in Großbritannien deutlich ausweiten und legen nun den Grundstein dafür“, kommentiert Frau de la Huerta, Vorstand der Biofrontera AG.

Und dann Vertriebsstart von Ameluz in Finnland. Perspektiven.

Biofronteras skandinavischer Vertriebspartner Galenica AB, Malmö, Schweden,begann im Dezmeber mit der Vermarktung von Ameluz® und BF-RhodoLED® nun auch in Finnland. Nachdem im Rahmen einer Ende 2020 abgeschlossenen Lizenzvereinbarung die Vermarkung der Ameluz®-PDT durch die Galenica bereits seit Mitte 2021 in Schweden, Norwegen und Dänemark erfolgreich gestartet war, wird Ameluz® nun auch aktiv in Finnland beworben.

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Frau de la Huerta, CFO der Biofrontera AG, kommentierte: „Unser Ziel ist es, eine wirksame Behandlung der aktinischen Keratose für alle Menschen in Europa zu entwickeln und anzubieten, und die Einführung in Finnland ist ein weiterer Meilenstein auf diesem Weg. Wir freuen uns sehr, mit Galenica einen Lizenzpartner an unserer Seite zu haben, der den Ausbau der Vermarktung in dieser Region aktiv und erfolgreich vorantreibt und damit Ameluz® als hervorragendes Medikament zur Behandlung von aktinischen Keratosen etabliert. Es ist zu erwarten, dass die von uns und unseren Partnern in Europa erzielten Umsätze an Bedeutung gewinnen werden und somit ist die regionale Expansion ein weiteres Puzzlestück in Biofronteras Vermarktungsstrategie.“

Weißer Hautkrebs ist auch auf dem finnischen Markt auf dem Vormarsch….

Er ist einer der Hauptgründe für Besuche beim Dermatologen und gehört damit zu den fünf kostenintensivsten Krebsarten und somit zu den Hauptkostentreibern im Gesundheitswesen. Aktinische Keratosen (AK) sind darunter mit einem Anteil von etwa 25 % stark vertreten. [ Soini EJ et al. Adv. Ther. 2015;32:455-476 ] Da derzeit nur eine begrenzte Anzahl von Patienten mit aktinischer Keratose eine photodynamische Therapie erhalten, birgt die Region langfristig ein großes Wachstumspotenzial. Schätzungen nach werden derzeit etwa 15.000 AK Patienten therapiert, nur ca. die Hälfte der in Europa sonst üblichen Anzahl.

In Norwegen, Schweden und Dänemark hat Galencia bereits ein bedeutendes Marktwachstum bei PDT-Behandlungen erzielt. In den letzten 12 Monaten erhielten etwa 2.500 Patienten eine Ameluz®-PDT, ein Anstieg um das Fünffache in Vergleich zu 2021. „Galenica konnte in den skandinavischen Ländern bereits ein signifikantes PDT-Marktwachstum realisieren, was uns in der Annahme bestärkt, dass wir das Potenzial von Ameluz® in Europa noch lange nicht ausgeschöpft haben. Bereits in diesem Jahr hat sich der Umsatzanteil des europäischen Geschäfts deutlich erhöht, und mittelfristig werden wir unsere europäischen Marketingaktivitäten in dieser Region noch stärker ausbauen“, erklärt Frau de la Huerta weiter.

Biofrontera Aktie mit einem Berg an Unsicherheit. Trotzdem oder gerade deswegen ein KAUF? Die aktuelle Marktkapitalisierung der Biofrontera AG entspricht weniger als dem Zweifachen des für 2022 erwarteten Umsatzes. Gegenüber Peers aus der biopharmazeutischen Industrie entspricht das einem deutlichen Bewertungsabschlag. Unsicherheitsfaktoren wie unter den Erwartungen liegende Quartalsumsätze scheinen in dieser Bewertung eingepreist. Und nach einer Klärung der Mehrheitsverhältnisse, der Unsicherheiten über die Ausrichtung, bleibt ein Unternehmen mit „geistigem Eigentum“, das in 2023 erstmals den Konzern in die „schwarzen Zahlen“ bringen soll, was dann ganz andere Bewertungen ermöglichen sollte. Natürlich muss bis dahin die Liquidität gesichert werden – was durch die 7 Mio EUR Kapitalerhöhung am 11.11.2022 erfolgreich gelang. Chancen für Mutige? Vielleicht ….

Chart: Biiofrontera AG | Powered by GOYAX.de
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