VARTA Aktie auf einem Niveau, wo man wieder hinsehen kann? Zahlen mit Licht und Schatten. Leerverkäufer sagen Nein, aber…

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VARTA AG: VARTA AG steigert Umsatz und Profitabilität erneut - Globale Herausforderungen erschweren Ausblick
VARTA Aktie – könnte es hier zu einer Wiederholung der Phonix-Sage kommen? Unstrittig – mittlerweile den langfristigeren Aktionären schmerzhaft bewust – handelte die VARTA Aktie in Kursregionen, die von zu viel Optimismus, zu hohen Erwartungen an die „Konkurrenzlosigkeit“ bei der Lithium-coin-Power-Sparte mit dem Hauptkunden Apple und der Hoffnung auf einen schnellen Erfolg bei den „Autobatterien“ für Premiumhersteller getragen wurde. Dazu positionierten sich gerade bei VARTA viele Kleinanleger gegen die häufig geäusserten Bedenken der Analysten, die sich bei den Ellwangenern relativ einig waren, dass bei dreistelligen Kursen zu viel Phantasie eingepreist war. Und bei VARTA ging die Rechnung professioneller Shortseller auf, die die Aktie zu einer mit den höchsten Shortquoten im Bundesanzeiger machten – und immer noch machen.

Mutares bestätigt im Q2 die ambitionierten Ziele für das Geschäftsjahr 2023. Dazu kann man heute auch noch Übernahme Nummer 6 melden.
Thyssenkrupp nucera 2,8 Mrd EUR „wert“? Erster Blick in Quartalszahlen. Starkes Wachstum mit hohen Investitionen, trotzdem profitabel. Passt?
PNE Deutz Hamborner REIT – drei verschiedene Branchen, drei Quartalsergebnisse, drei „die passen“. Gewinne gehen noch, ob Immo oder nicht.

Jetzt – bei Kursen von unter 20,00 EUR könnte man sich fragen, ob nicht mittlerweile die VARTA Aktie auf einem „interessanten“ Kursniveau handelt?

Bevor die heute veröffentlichten Zahlen für eine Antwort herangezogen werden, die klare Antwort der Shortseller: Mit Stand 10.08.2023 sind immer noch 5,74% der VARTA Aktien im Bundesanzeiger als leerverkauft geführt. Da hier nur Positionen ab 0,5% meldepflichtig sind, kann erfahrungsgemäss von einer insgesamt wesentlich höheren Quote ausgegangen werden. Wenn man bedenkt, dass die Aktie mit einer der höchsten gemeldeten Leerverkaufsquote – Nagarro – auch „nur“ eine Quote von 6,94% erreicht, dann kann man die klare Erwartung der „Professionellen“so zusammenfassen: VARTA Aktie fällt weiter.

Und die Analysten?

Auch die sind selbst auf dem aktuellen Kursniveau – vor den Zahlen – negativ für die Aktie eingestellt: Von 7 covernden Analysten kommen 5 auf ein HOLD, einer auf REDUCE und einer auf VERKAUFEN. Und mit einem mittleren Kursziel von 19,51 EUR ist auch bei den Analysten kein Optimismus für die Aktie zu finden. Also von „professioneller“ Seite bleibt der Daumen gesenkt – und auch die bei den Analystenmeinungen noch nicht berücksichtigten Zahlen für das Q2 werden den Analystenkonsensus wahrscheinlich nicht wesentlich ändern. Und jetzt die Zahlen – Segmentberichterstattung inclusive, die nicht nur Schatten zeigt:

Q2 – vorläufige Zahlen gab es ja bereits am 26. Juli – zeigt Stärken und Schwächen.

Die operativen Entwicklungen im letzten Jahr – Apple als Hauptkunde orientierte sich teilweise um, Technologieführerschaft angegriffen, „Autobatterien“ noch nicht umsatzrelevant, nicht kompensierbare Kostensteigerungen, Nachfrageschwäche – zwangen zum Sparen: Hier gibt es Fortschritte. Aktuell liege die VARTA AG bei der Erfüllung der Vorgaben der Kosteneinsparungen im Plan oder übererfület sie in manchen Bereichen sogar. Im Plan sei auch der notwendige weltweite Stellenabbau. So werde das Freiwilligenprogramm am Standort Ellwangen im August abgeschlossen. Weltweit will/muss VARTA rund 800 Stellen streichen.

Talboden erreicht?

VARTA erzielte im ersten Halbjahr 2023 einen Umsatz von 339 Mio EUR (H1 2022: 376,8 Mio EUR). Das bereinigte EBITDA lag im selben Zeitraum bei Minus 6,8 Mio EUR (H1 2022: Plus 68,9 Mio). Und man scheint bei VARTA davon auszugehen, damit den Talboden erreicht zu haben: Durch die Belebung des Geschäfts in wichtigen Bereichen sowie die erfolgreich verlaufenden Restrukturierungsmaßnahmen erwarte die Unternehmensleitung im kommenden Jahr bereits wieder einen Umsatz von deutlich mehr als 900 Mio EUR.

Dr. Markus Hackstein, Sprecher des Vorstands der VARTA AG: „Hinter uns liegt eine herausfordernde Zeit und wir haben noch viel Arbeit vor uns. Aber wir sehen, dass unser entschiedenes Handeln und die Maßnahmen unseres Restrukturierungsprogramms Wirkung zeigen. Unsere Kunden vertrauen weiter auf die starke Marke VARTA. Wir haben neue Projekte in Arbeit, die uns davon überzeugen, dass wir im kommenden Jahr wieder zurück auf den Erfolgskurs kommen können.“

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Kehrtwende warum? Hoffnungsträger identifiziert – Chancen sind da!

In 2023 mit erwartetem Umsatz von rund 820 Mio EUR (Vorjahresumsatz von  806,9 Mio) und einem bereinigten EBITDA zwischen 40 Mio und 60 Mio EUR (Vorjahreswert 69,5 Mio) soll es also noch einmal schlecht werden, um dann in 2024 wesentlich besser zu werden.Und welche Segmente sollen diesen Aufschwung tragen? Wachstumstrends, etwa bei Lithium-Ionen-Batterien mit ihren vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten oder bei Energiespeicherlösungen, eröffnen klare Perspektiven.

Beispielsweise die weiterhin hohe Nachfrage im Bereich „Energy Storage Systems“. Der hohe Auftragsbestand in diesem Segment spricht für eine Fortsetzung der operativ erfreulichen Entwicklung. Die geplante Eröffnung der neuen Energiespeicherfabrik in Neunheim, Ellwangen, bietet zusätzliche Möglichkeiten für VARTA, an der dynamischen Marktentwicklung bei Energiespeichern teilzuhaben. Dazu die Perspektive durch die im Aufbau befindliche Serienfertigungsanlage für die großformatigen Lithium-Ionen-Rundzellen weitere Premiumautohersteller als Kunden zu gewinnen. Und auch bei den „kleinen“ – Lithium-Ionen Coinpower – sollte man die technologische Postion VARTA’s nicht unterschätzen. Dazu Consumer Batteries als Cash Cow mit stabilen Margen und Umsätzen. Möglicherweise zu früh, die VARTA Aktie abzuschreiben.

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Einzelheiten, Konkretes zu den einzelnen Segmenten. Hoffnungsträger für die VARTA Aktie vorhanden.

„Micro Batteries“

Neben einem Nachfragerückgang, insbesondere bei Zink-Luft Batterien, resultiert dieser Ergebnisrückgang aus der Steigerung der Herstellungskosten, insbesondere aufgrund der für VARTA negativen Entwicklung von Rohstoffpreisen im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres.

1. JAN. BIS
30. JUN. 2023
1. JAN. BIS
30. JUN. 2022
Veränderung
Umsatz (in € Mio.)70,083,1-15,8%
Bereinigtes EBITDA (in € Mio.)10,013,0-23,4%
Bereinigte EBITDA Marge %14,3%15,7%-1,4 PP
Segment „Lithium-Ion CoinPower“

Das Segment umfasst die kleinformatigen Lithium-Ionen-Rundzellen für die OEM-Anwendungen. Grund für den Umsatzeinbruch: in fünf Buchstaben – APPLE. Aufgrund einer signifikanten Eintrübung der Endkundennachfrage sowie eine kundenseitige Diversifizierung der Lieferkette, eine Reduktion der Absatzmengen vorgenommen hat. Zusätzlich führten vereinbarte Preisreduktionen zu einem zusätzlichen leichten Umsatzrückgang. Darüber hinaus haben Lagerreduktionsmaßnahmen mancher Kunden zu geringeren CoinPower-Verkaufszahlen im ersten Halbjahr geführt. Zuletzt wieder positiv entwickelnde Auftragslage.

1. JAN. BIS
30. JUN. 2023
1. JAN. BIS
30. JUN. 2022
Veränderung
Umsatz (in € Mio.)19,279,7-75,9%
Bereinigtes EBITDA (in € Mio.)-29,438,4> -100,0%
Bereinigte EBITDA Marge %> -100,0%48,2%> -100,0 PP
  Segment „Consumer Batteries“

Das Segment bildet das Geschäft mit Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräten, Portable Power (Power Banks) und Leuchten ab. Die der allgemeinen Kaufzurückhaltung geschuldete verringerte Nachfrage nach Haushaltsbatterien habe zur negativen Umsatzentwicklung geführt. Zeitgleich seien bereits Maßnahmen, wie die Neugewinnung von Kunden, eingeleitet, um diesen Effekt im zweiten Halbjahr zu kompensieren. Negativ auf die Marge habe sich darüber hinaus der sehr deutliche Anstieg der Rohstoffpreise im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres ausgewirkt.

Diese Kostensteigerungen konnten nur teilweise an die Kunden weitergegeben werden. VARTA sieht dem aktuellen Trend der sinkenden Energie- und Rohstoffkosten zuversichtlich entgegen und ist zudem bestrebt, mittelfristig die gestiegenen Kosten weitergeben zu können. Demzufolge ist die Erwartung des Managements, dass das materialintensive Segment „Consumer Batteries“ mittelfristig wieder auf das Margenniveau aus den Jahren 2020 und 2021 zurückkehren kann.

1. JAN. BIS
30. JUN. 2023
1. JAN. BIS
30. JUN. 2022
Veränderung
Umsatz (in € Mio.)142,5146,5-2,8%
Bereinigtes EBITDA (in € Mio.)7,513,0-42,9%
Bereinigte EBITDA Marge %5,3%9,0%-3,7 PP
Segment „Energy Storage Systems“

Umsatzwachstum ist einerseits auf den hohen Auftragsbestand aus dem Jahr 2022 und andererseits auf die weiterhin hohe Nachfrage an Heimspeicherlösungen zurückzuführen. VARTA konnte die im Jahr 2022 gestiegenen Herstellungskosten bereits zum Anfang des Geschäftsjahres 2023 vollumfänglich weitergeben und erfuhr unter anderem dadurch erwartungsgemäß eine deutliche Verbesserung der EBITDA-Marge.

Mutares bestätigt im Q2 die ambitionierten Ziele für das Geschäftsjahr 2023. Dazu kann man heute auch noch Übernahme Nummer 6 melden.
Thyssenkrupp nucera 2,8 Mrd EUR „wert“? Erster Blick in Quartalszahlen. Starkes Wachstum mit hohen Investitionen, trotzdem profitabel. Passt?
PNE Deutz Hamborner REIT – drei verschiedene Branchen, drei Quartalsergebnisse, drei „die passen“. Gewinne gehen noch, ob Immo oder nicht.

Darüber hinaus hat VARTA den Startschuss zum Aufbau einer Gigawattfabrik für Energiespeicher getätigt. Ende 2023 sollen in Neunheim, Ellwangen, bereits erste Module gefertigt werden. In einer ersten Ausbaustufe sollen über 500 MWh an Energiespeichern pro Jahr produziert werden können, was einer jährlichen Ausbringungsmenge von rund 50.000 Systemen entspricht.

1. JAN. BIS
30. JUN. 2023
1. JAN. BIS
30. JUN. 2022
Veränderung
Umsatz (in € Mio.)81,542,691,5%
Bereinigtes EBITDA (in € Mio.)11,52,7> 100,0%
Bereinigte EBITDA Marge %14,1%6,3%7,8 PP
Segment „Sonstige“

Das Segment „Sonstige“ umfasst in der neuen Segmentierung die Geschäftsbereiche „Lithium-Ion Battery Packs“ sowie „Lithium-Ion Large Cells“ (V4Drive und RoundPower). Darüber hinaus fallen mögliche Sondereffekte des Konzerns in dieses Segment. Hie rbestimmen noch Fördergelder und Anlaufkosten das Bild – Perspektiven im Umfeld der E-Mobilität scheinen sehr hoch. Der Betrieb der ersten Serienfertigungsanlage für die großformatigen Lithium-Ionen-Rundzellen für den ersten Premium-Automobilhersteller laufe weiter wie geplant.

1. JAN. BIS
30. JUN. 2023
1. JAN. BIS
30. JUN. 2022
Veränderung
Umsatz (in € Mio.)25,925,03,5%
Bereinigtes EBITDA (in € Mio.)-6.41,7> -100,0%
Bereinigte EBITDA Marge %-24,7%6,7%-31,4 PP
Fazit? Bei einer MarketCap von 830 Mio EUR ist die VARTA mit den Zukunftsthemen Energy Storage, E-Mobilität zumindest wieder einen Blick wert. Dazu ein Brot und Butter Geschäft, dass relativ konjunkturresistent „läuft“. Einstiegskurse? Auf dem aktuellen Niveau scheint die Aktie zumindest einen Boden gefunden zu haben, ob sich bereits jetzt Einstiege aufdrängen ist eine Frage der Risikoneigung.
Chart: VARTA AG | Powered by GOYAX.de
Mutares dreht gerade auf. Morgens starke Quartalszahlen, nachmittags Übernahme Nr. 6 – 220 Mio EUR Umsatz.
Energiekontor weiter auf Kurs. Gewinn verdoppelt. Wachstumsperspektiven ungetrübt.

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