Siemens Energy Air Liquide – Klotzen nicht kleckern beim Wasserstoffmilliardenpoker. 3 GW Elektrolyseur-Produktionsstätte in Berlin. Gemeinsam!

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Siemens Energy Air Liquide Joint Venture Berlin

Siemens Energy Air Liquide – Traditionskonzerne wollen sich in die neue Zeit katapultieren. Gross bleiben. Gerade die Münchener waren in letzter Zeit immer wieder unter Druck, weil die Mehrheitsbeteiligung Siemens Gamesa die Zahlen des Gesamtkonzerns verhagelte.  Gefundene Lösung: Übernahme und Aufräumen. Aber diese Baustelle hält die Siemens Energy AG (ISIN: DE000ENER6Y0) nicht davon ab ein Zukunftsgeschäftsfeld offensiv zu besetzen. Und das mit einem Partner mit dem bereits zuvor im Bereich Wasserstoff erfolgreich zusammenarbeitete. Das soll jetzt noch intensiver, wohl noch effektiver werden: Siemens Energy und Air Liquide starten mit Vollgas in die Wasserstoffwelt. Industrielle Serienfertigung von Elektrolyseuren für grünen Wasserstoff mit einer Produktionskapazität die auf 3 GW bis 2025 hochgefahren werden soll. Ambitionierter Produktionsbeginn im gemeinsamen Berliner Werk soll bereits 2023 sein. Damit eine der derzeit grössten im Bau befindlichen respective geplanten Produktionsanlagen für Elektrolyseure– die Förderungen im Rahmen der REPowerEU-Initiative scheinen zu überzeugen.

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3 GW Produktionskapazität – really big. Siemens Energy Air Liquide Gemeinschaftsunternehmen

Siemens Energy hat mit der Stack-Produktionsentscheidung im „Gigawatt-Masstab bereits am 07.04.2022 die Weichen für Berlin gestellt.Denn es macht Sinn die Produktion der „einzelnen Elemente“ von Elektrolyseuren und deren Endmontage eng zu verzahnen. Vorbehaltlich der Genehmigung der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens durch die zuständigen Behörden wird Air Liquide 25,1 Prozent und Siemens Energy 74,9 Prozent daran halten.

Auf die PEM Elektrolyse setzen Siemens Energy und Air Liquide

Diese Stacks aus der bereits im Bau befindlichen Produktionsstätte basieren auf der PEM-Elektrolyse (PEM: Protonen-Austausch-Membran). Sie sollen sich durch einen hohen Wirkungsgrad auszeichnen und sich besonders gut für den flexiblen Betrieb mit volatilen erneuerbaren Energien eignen. Air Liquide und Siemens Energy haben außerdem vereinbart, im Rahmen der Partnerschaft F&E-Kapazitäten zur Verfügung zu stellen, um gemeinsam die nächste Generation von Elektrolyseur-Technologien zu entwickeln.

Gemeinsam Stärke zeigen durch die Bündelung von Siemens Energy und Air Liquide ist das Ziel.

Das die beiden Konzerne Grossprojekte in der Vergangenheit konnten, wird auch für die zu vergebenden Grossprojekte im Wasserstoffsektor möglicherweise der entscheidende Vorteil sein. Zumindest gegenüber den bisherigen eher Pilotanlagen-orientierten PurePlayern wie Nel. ITM Power. Powercell oder auch Enapter. Man spielt eher in einer Liga mit ThyssenKrupps Nucera oder einer Bosch oder dem 500 Mio EUR-Elektrolyseur-Unternehmen des Volkswagenkonzerns.

Und den Start einfacher: Erster Grossauftrag ist “intern”,  zeigt aber auch direct die Problematik für das Siemens Energy Air Liquide Joint Venture

Anvisiert werden umfangreiche Wasserstoffprojekte im industriellen Maßstab, die in Kooperation mit den Kunden umgesetzt werden sollen. Das schaffe eine hervorragende Basis für den notwendigen schnellen Hochlauf der Elektrolysekapazitäten. Dadurch werde wettbewerbsfähiger grüner Wasserstoff frühzeitiger verfügbar. Eines der ersten Vorhaben sei das Elektrolyseur-Projekt Air Liquide Normand’Hy in der Normandie (Frankreich), das in der ersten Phase voraussichtlich eine Kapazität von 200 Megawatt (MW) erreichen soll. Und dann die bestimmt nicht von Kostengründen her günstigste Lösung: “Die Montage der Elektrolysesysteme für dieses Projekt soll in Frankreich erfolgen.Heisst also: Nicht im neuerrichteten gemeinsamen Produktionswerk in Berlin, sondern wohl aus Fördergründen in Frankreich – wie sinnvoll oder effektiv das ist, kann man sich denken.

Europäische Eifersüchteleien könnten Erfolg Wasserstoffs bremsen

Zusammenbau der in Massenproduktion in Berlin hergestellten Stacks in Frankreich, obwohl eine Grossserienanlage in Berlin durch das neue Siemens Energy Air Liquide Joint Venture errichtet wird. Stattdessen “in Kleinserie” sollen die 200 MW in Frankreich montiert werden, nicht im mit 3 GW Jahreskapazität ausgelegten Produktionswerk. Tja. Kommentarlos!

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Vorne mitspielen wollen beide: Siemens Energy und Air Liquide

„Wir wollen eine treibende Kraft für die Wasserstofftechnologie sein“, sagte Christian Bruch, Vorstandsvorsitzender von Siemens Energy. „Um grünen Wasserstoff wettbewerbsfähig zu machen, brauchen wir in Serie gefertigte, kostengünstige und skalierbare Elektrolyseure. Außerdem benötigen wir starke Partnerschaften. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Air Liquide, das seit mehr als 50 Jahren eine Vorreiterrolle im Bereich Wasserstoff einnimmt, innovative Lösungen umzusetzen und den neuen Wasserstoffmarkt zu gestalten.“

 Und François Jackow, Chief Executive Officer von Air Liquide, ergänzt: „Die Gründung dieses deutsch-französischen Joint Ventures ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem führenden europäischen Ökosystem für erneuerbaren und kohlenstoffarmen Wasserstoff. Durch die Ausweitung der Produktion von Elektrolyseuren in großem Maßstab werden Air Liquide und Siemens Energy in der Lage sein, ihren Kunden Zugang zu großen Mengen an wettbewerbsfähigem erneuerbarem Wasserstoff zu verschaffen und deren Aktivitäten zu dekarbonisieren. Im Einklang mit seiner Strategie für nachhaltige Entwicklung setzt sich Air Liquide mehr denn je dafür ein, Wasserstoff zu einer treibenden Kraft der Energiewende und des Kampfes gegen die globale Erwärmung zu machen.“

 Und klar die gemeinsamen Schlussworte unter der visionären Zusammenarbeit – Ohne Geld der EU läuft gar nichts – noch gar nichts

 “Die Partner haben sich um von den EU-Ländern finanzierte Fördermittel für Großprojekte aus dem EU-Innovationsfonds sowie des europäischen Green Deal und des IPCEI Wasserstoff (IPCEI, „Wichtige Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse“) beworben und werden dies auch weiterhin tun.” (Unternehmensmeldung Siemens Energy, 23.06.2022)

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Der Kampf um die Aufträge tobt bereits und Siemens Energy Air Liquide haben das Selbstbewusstsein – und das Geld Tatsachen auf der Produktionsseite zu schaffen. Gegen die von thyssenKrupp für 2025 geplante 5 GW Produktionskapazität, gegen die 500 Mio EUR Investition des Volkswagenkonzerns in die “konzerneigene” Elektrolyseurproduktionsstätte und gegen Bosch’s weitreichende Investitionsoffensive… Ganz zu schwiegen von Plug Power, Nel, ITM und den anderen, die auch gerade Kapazitäten aufbauen.

 

 

 

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