Nel. Endlich mal besser als erwartet. Fokussierung auf Marge, kurzfristig Grossaufträge erwartet. Impuls für den ganzen Sektor?

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Nel Q1

Nel hat in der Vergangenheit öfters mit den Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten verfehlt und damit teilweise eine Kursschwäche für den ganzen Wasserstoffsektor eingeläutet. Heute könnte es ganz anders laufen. Endlich mal gibt es aus Norwegen positive Überraschungen. Auf der ganzen Linie.

Letzten Sonntag ging es im H2-Update um die positiven Impulse der Netto-Null-Industrie-Verordnung der EU und die noch fehlenden „grossen Aufträge“ im Wasserstoffsektor, was zum traurigen Bild der Wasserstoffaktien-Kurse passte. Fehlende Impulse für die Aktienkurse waren Thema. Dass könnte jetzt durch das Wasserstoffurgestein Nel anders werden. Nachdem Powercell – noch eine Nummer kleiner als Nel – bereits Gestern gute Quartalszahlen ablieferte, kommen heute die langerwarteten Zahlen aus Norwegen. Und die Kursreaktion der Nel Aktie mit einem Kurssprung über 10% sagt eigentlich alles:

Nel’s Zahlen reichen vielleicht für mehr als den aktuellen Kursspung. Zweifel an der „Story“ könnten verstummen.

Nel – norwegischer Wasserstoffpureplayer – konnte im Vorfeld der Quartalszahlen nicht mit neuen grösseren Aufträgen aufwarten. Seit dem Auftrag Mitte März über 120 MW Elektrolyseurequipment – rund 34 Mio EUR Auftragswert – gab es nichts mehr. Wobei der Aktienkurs Nel’s im Vergleich zu den amerikanischen Pureplayern „sich bisher noch ganz gut gehalten hat“ – innerhalb der letzten 4 Wochen hielt sich die Aktie mit einem Freitagsschlusskurs von 1,13 EUR immer noch relativ stabil (Minus12,21 % auf 4-Wochensicht). Zumindest beispielsweise im Vergleich zu einer Plug Power ( Minus 21,24 % auf 4-Wochensicht). Aber auch bei den Norwegern werden langsam auch die Analysten langsam unsicherer – zuletzt bestätigte am 20. April zwar ein Goldman Sachs Amnalyst sein Kursziel von 20,60 NOK und sah vor den Quartalszahlen am 27.04.2023 günstige Einstiegschancen. Aber am 19. April gab es von JP Morgan eine Ohrfeige mit Kurszielreduktion auf 11,50 NOK und ein UNDERWEIGHT.

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Insgesamt VOR DEN QUARTALSZAHLEN ein eingetrübteres Analystenbild, als noch vor ein paar Monaten: Zwar immer noch 6 BUY, 4 ACCUMULATE, aber mit 6 HOLD, 2 REDUCE und 3 SELL überwiegen erstmals seit längerem wieder die eher vor einem Engagement „mahnenden“ Analysten. Eher positiv kann man anbringen, dass die Shortquote im historischen Vergleich auf einem sehr niedrigen Niveau in der letzten Woche verharrte: 3,45%. Könnte auf eine von Hedgefonds erwartete Gegenbewegung der Aktie hindeuten.

Heute Befreiungsschlag? Analystenerwartungen übererfüllt. Beeindruckendes Orderbacklog. Eitel Sonnenschein?

So sahen die Erwartungen an die Zahlen der Norweger für das Q1 aus und die Ergebnisse der Norweger im heutigen Quartalsbericht:

Umsatzerwartung Q1 im Durchschnitt: 316 Mio NOK – REAL: Umsatz Q1 359 Mio NOK, Umsatzplus 68% gegenüber Vorjahr.

Und wie zuletzt war das stärkere Segment (77% Anteil, Vorquartal 75%) die Elektrolyseurfertigung mit einem Plus von 75%, Tanken erreichte ein Plus von 50 %.

Erwartung Betriebsergebnis/EBITDA Minus 235 Mio NOK – REAL: Minus 121 Mio NOK (im Vorjahresquartal lag das Minus noch bei 151 Mio NOK), also sowohl eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahresquartal als auch gegenüber den Erwartungen.

Nel erhöhte die Aufwendungen, um die Organisations- und Produktionskapazität aufzubauen, um das erwartete/erhoffte Marktwachstum zu erreichen. Zur Vorbereitung auf größere und komplexere Projekte wurden Aufwendungen getätigt, die sich negativ auf die aktuellen Quartalsergebnisse auswirkten. Hierbei räumte Nel heute ein, dass die Einrichtung von Projektprotokollen, Partnerschaften und Systemen noch in den Kinderschuhen stecke. Während das Unternehmen „bemerkenswerte“ Verbesserungen in Fähigkeit und Effektivität gemacht habe, seien weitere Fortschritte notwendig, um zukünftig auskömmliche Margen zu sichern und die Rentabilität zu steigern.

Die geänderte Elektrolyseur-Strategie des Unternehmens bei Grossprojekten besteht darin, den Anwendungsbereich einzugrenzen und sich darauf zu konzentrieren Stacks und Balance-of-Stacks zu liefern. Da die Projekte immer grösser werden, arbeitet Nel mit professionellen EPC-Unternehmen zusammen. Das ermögliche es Nel, sich auf seinen Kernbereich zu konzentrieren und gleichzeitig eine wettbewerbsfähige Lösung für komplette Wasserstofferzeugungssysteme anzubieten. Die Reduzierung des Leistungsangebots von Nel soll das Ausführungsrisiko verringern und die Margen für die von Nel gelieferte Ausrüstung verbessern. In ähnlicher Weise hat die Fueling Division von Nel ihren Fokus auf Technologieentwicklung für die Betankung mit hoher Kapazität gerichtet.

Erwartung Nettoverlust Minus 267 Mio NOK – REAL: Minus 192 Mio NOK (im Vorjahresquartal gab es noch einen Gewinn von 80 Mio NOK wegen unrealisierter Kursgewinne der börsennotierten Beteiligungen NIKOLA und Everfuel über 270 Mio NOK).

Nel meldete im Quartal Finanzerträge in Höhe von 33 Mio NOK (Q1 2022: 279), einschließlich Zinserträgen in Höhe von 32 Mio NOK (Q1 2022: 9) aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Erhöhung der Zinserträge wird durch erhöhte verursacht insbesondere der NOK-Zinssatz und ein erhöhter Kassenbestand.

Die Finanzierungskosten beliefen sich im Quartal auf  Minus 52 Mio NOK im Vergleich zu  Minus 10 Mio NOK im Vorjahresquartal. Die Nettoveränderung des beizulegenden Zeitwerts von Beteiligungen hatte in diesem Quartal einen negativen Effekt von Minus 77 Mio NOK (Q1 2022:0 Mio. NOK), hauptsächlich aufgrund der Änderung des beizulegenden Zeitwerts von Nels Beteiligung an Everfuel in Höhe von Minus 69 Mio NOK. Positiv wirkte im Q1/23 ein Währungsgewinn von 31 Mio NOK (Q1 2022:  Minus 6) – aus der internen Neubewertung der Kredite, verursacht durch Wechselkursveränderungen der NOK gegenüber USD und EUR.

Ordereingang im Q1/23 erreicht 580 Mio NOK (96% Anteil Elektrolyseuranteil), ein Plus von 105 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Und das Orderbacklog erreicht rekordmässige 2.913 Mio NOK (88% Elektrolyseuranteil), ein Plus von 126% gegenüber dem Vorjahresquartal, plus 12% gegenüber dem Q4/22.

Der Anstieg des Auftragsbestands erklärt sich hauptsächlich durch eine Grossbestellung für Alkaline von HH2E erhaltene Elektrolyseurausrüstung in Höhe von etwa 360 Millionen NOK.

Cashbalance erreicht einen „auskömmlichen“ Bestand von  4.621 Mio NOK (Q1 2022: 3.940 Mio NOK) – höherer Bestand erreicht durch 1.609 Mio NOK erfolgreich platzierte Kapitalerhöhung im letzten Quartal.

Dazu kommt ein positiver Ausblick – Nel sieht Zeit der Ernte voraus.

Externe und interne Analysen unterstützen eine Markteinschätzung, dass Elektrolyseur-Projekte mehrere Gigawattvolumen erreichen werden, deren endgültige Investitionsentscheidung vor 2025 fallen sollen. Industrielle Anwendungen seien dabei kurzfristig die vielversprechendsten Gelegenheiten. Hierbei erwartet Nel, dass Projekte zuerst in reifen Märkten an Fahrt gewinnen werden, bevor große Installationen auf der grünen Wiese stattfinden werden. Zukünftig soll die Integration von neuen Erneuerbare Energien Anlagen mit entsprechenden Elektrolyse-Kapazitäten zu einem weiteren wichtigen Markt Nel’s werden. Zukünftig sieht Nel  Angebotseinschränkungen auf der Elektrolyseur-Seite – der oft zitierte Eltkrolyseurproduktionsengapss – was die Marktdynamik für Nel verbessere. Und der drohende Engpass versetze Nel nun in die Lage, Großaufträge zu günstigeren Konditionen zu verhandeln und letztendlich abzuschliessen. Grossaufträge, die über mehrere Jahre realisiert werden sollen, seien die Zukunft. Und fortwährend wachse das Auftragsbuch Nel’s.

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Nel sei in einer guten Position, um seine – laut Nel – technologische Führungsposition bei Elektrolyseuren zu behaupten. Dabei sei die Produktionskapazität von Nel ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal –  kurz- bis mittelfristig.

Basierend auf einer großen und wachsenden Pipeline potentieller Wasserstoffprojekte und verbesserter Förderprogramme sowohl in der EU als auch in den USA erwartet Nel, in Kürze mehrere neue Großaufträge zu gewinnen.

Höhere Umsätze in Kombination mit besserem Scoping und verbessertem Pricing von Einzelverträgen in Kombination mit einer effizienteren Ausführung sollen  voraussichtlich in den nächsten Jahren zu einer höheren Rentabilität von Electrolyseuren führen. Aufgrund dieses positiven Markt-Ausblicks treibt Nel seine Investitionen in Engineering, Projekte und damit verbundenes Personal weiter voran. Bewust auf Kosten des aktuellen EBITDA’s.

Grösse der Projekte schafft GAP zwischen Vorabkosten Nel’s  und Erträgen.

Dabei ist zu beachten, dass die zunehmende Größe der Projekte zu einer verlängerten Vorbereitungs- und Verhandlungsphase mit erheblichem Engineering-Aufwand führe, von dem nur ein Teil gegenüber dem Kunden abrechenbar ist. Der verbleibende Teil sei weiterhin eine Investition für die zukünftigen Erlöse von Nel. Gleichzeitig warnt Nel: Trotz der positiven Marktdynamik dürfte der Auftragseingang von Quartal zu Quartal stark schwanken. DerAuftragsbestand seidabei Risiken ausgesetzt, einschließlich Verzögerungen und Stornierungen.

Bei Fueling sieht die aktuelle Marktdynamik und -aussichten schlechter aus als bei Elektrolyseuren.

Zwar seien die langfristigen Aussichten positiv, aber die kurzfristige Nachfrage bleibe schwierig. Zwar habe Nel grosse Energie-Unternehmen auf seiner Kundenliste, die davon überzeugt seien, dass die Schwerlastfahrzeuge von morgen umweltfreundlich angetrieben werden müssen – durch Wasserstoff. Diese Kunden möchten, dass Nel weiterhin als Anbieter von Wasserstoff-Betankungsanlagen ausreichend lieferfähig bleibe und zu technologischen Entwicklungen beitrage. Die Margen im Geschäftsbereich Fueling seien jedoch derzeit gering. Nel sei unzufrieden mit der Rentabilität seiner Fueling-Sparte und arbeite an der Umsetzung operativer und strategischer Maßnahmen zur Verbesserung der Leistung und Rentabilität

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Nel Plug Power ITM Power Elringklinger PNE - Chartbild Nel.
Chart: NEL Asa | Powered by GOYAX.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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