
NanoRepro nach der Corona-Sonderkonjunktur: Reicht die Buy-and-Build-Strategie für 40 Millionen Euro Umsatz? Zuerst ein Blick zurück – woher kommt die NanoRepro überhaupt?
Der tiefe Fall nach dem Corona-Boom – Kaum ein deutsches Small-Cap-Unternehmen hat die Pandemie-Jahre so extrem durchlaufen wie die Marburger NanoRepro AG. Was 2020 mit der Zulassung von SARS-CoV-2-Schnelltests begann, entwickelte sich rasch zu einem sprunghaften Nachfrageschub: Im Geschäftsjahr 2021 kletterte der Konzernumsatz um 861 Prozent auf 162,7 Millionen Euro (Vorjahr: 16,9 Mio. Euro). Allein im ersten Halbjahr 2021 setzte der Konzern 120 Millionen Euro um. Mit dem Ende der Testpflichten und der Sonderkonjunktur brach das operative Geschäft jedoch schlagartig ein. Der Umsatz kollabierte über 38,5 Millionen Euro (2022) auf nur noch 3,2 Millionen Euro im Jahr 2023. Das Management stand vor der Notwendigkeit, die Unternehmensausrichtung grundlegend zu überdenken.
Neuausrichtung
In den Jahren 2022 bis 2025 stellte das Management das Geschäftsmodell neu auf. Ziel war die Transformation von einem reinen Schnelltest-Anbieter zu einer diversifizierten Consumer-Health-Holding. NanoRepro begann, systematisch Beteiligungen an wachstumsstarken Unternehmen im Gesundheits- und Lifestyle-Bereich aufzubauen. Im Herbst 2024 sicherte sich das Unternehmen eine Mehrheitsbeteiligung an der Paedi Protect AG, einem Spezialisten für dermatologisch geprüfte Baby- und Kinder-Hautpflege. Hinzu kam die Beteiligung an der Deutsche Kosmetikwerke AG mit ihrer Marke newkee, an der auch Fußballprofi Manuel Neuer und Tennisspielerin Angelique Kerber beteiligt sind. Ergänzt wurde das Portfolio durch die Marke alphabiol für Nahrungsergänzungsmittel.
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Parallel dazu wurden zentrale Funktionen in Produktion, Entwicklung, Marketing und Vertrieb gebündelt, um Synergien zwischen den verschiedenen Gesellschaften zu heben. Die Holding-Ebene der NanoRepro AG erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 4,33 Millionen Euro, während der konsolidierte Konzernumsatz – einschließlich der vollkonsolidierten Paedi Protect AG – bei rund 16 Millionen Euro lag.
Jetzt der Durchbruch? Erste Umsatzguidance NanoRepro’s bis 2030.
Nach Jahren des Umbaus und der strategischen Neuausrichtung hat die NanoRepro AG nun einen entscheidenden Meilenstein erreicht. Am 4. September 2026 veröffentlichte der Vorstand erstmals eine kurz-, mittel- und langfristige Konzernumsatz-Guidance – ein klares Signal, dass das Unternehmen meint nach der langen Suche nun ein tragfähiges und skalierbares Geschäftsmodell gefunden zu haben.
Durch gezielte Zukäufe erwarb NanoRepro Mehrheiten an Konsum- und Gesundheitsmarken:
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Paedi Protect AG (Herbst 2024): Spezialist für dermatologische Baby- und Kinderhautpflege.
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Deutsche Kosmetikwerke AG: Kosmetikmarke newkee (unter Beteiligung von Manuel Neuer und Angelique Kerber).
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alphabiol: Marke für Nahrungsergänzungsmittel.
Durch die Bündelung von Entwicklung, Marketing und Vertrieb sollen Synergien gehoben werden. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Holding-Ebene einen Umsatz von rund 4,33 Millionen Euro. Der konsolidierte Konzernumsatz – inklusive der voll konsolidierten Paedi Protect AG – lag bei rund 16 Millionen Euro.
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Erste langfristige Guidance bis 2030
Am 4. September 2026 legte der Vorstand erstmals eine mittelfristige Konzern-Guidance vor:
| Zeitraum | Prognostizierter Konzernumsatz | Anmerkung / Treiber |
| 1H 2026 | ~13 Mio. € (vorläufig) | +26 % Wachstum gegenüber Vorjahr |
| FY 2026 | ~18 Mio. € | +12,5 % Wachstum gegenüber 2025 |
| 2028 | ~28 Mio. € | Rein organisches Ziel |
| 2030 | ~40 Mio. € | Organisch + weitere Akquisitionen |
CEO Lisa Jüngst kommentierte den Vorstoß:„Mit dieser Guidance geben wir einen klaren Orientierungsrahmen für die Entwicklung der NanoRepro-Gruppe. Wir bauen aus einem diversifizierten Beteiligungsportfolio konsequent eine leistungsstarke Plattform auf.“
Das Management von NanoRepro hat den harten Schnitt nach dem Einbruch des Testgeschäfts vollzogen. Mit dem Aufbau eines Portfolios aus Hautpflege und Nahrungsergänzungsmitteln steht der Konzern breiter da als vor der Pandemie. Ob die angestrebten 40 Millionen Euro Umsatz bis 2030 realistisch sind, wird vor allem davon abhängen, wie effizient die erworbenen Marken wachsen und ob weitere Akquisitionen ohne Verwässerung der Altaktionäre finanziert werden können.














