Mutares – zweiter Zukauf 2024. Traditionskonzern mit über 300 Mio EUR Umsatz.

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Mutares SE & Co. KGaA Übernahme Nummer 6

Mutares – Carve-Out Spezialist mit überzeugender Performance. Operativ und auch die Aktie macht Freude. Nach Rekordständen im Februar mit 38,60 EUR zwar etwas zurückgekommen. Aber Dividendenaussichten, Frequenz der Transaktionen und Ausblick sollten mittelfristig der Aktie guttun.
Mit 22 Unternehmenstransaktionen in 2023 legte man in München die Latte hoch für 2024. Und im bekannten Tempo machte man am 3.01. mit der abgeschlossenen Integration der PRINZ in die KICO&ISH-Gruppe, welche so konsolidiert 350 Mio EUR Umsatz in 2024 ohne weitere Zukäufe erreichen sollte. Die KICO&ISH-Gruppe ist neben der amaneos (1,2 Mrd EUR Umsatz in 2024 erwartet) der zweite in 2023 neuformierte Automotive-Konzern im Mutaresbesitz. Und dann Exit Nummer 1 beim Portfoliounternehmen VALTI (60 Mio EUR Umsatz) – Managementbuyout des erst im Juni 2022 übernommenen Unternehmens. Danach gab es  eine leicht platzierte 100 Mio EUR Anleiheaufstockung – Munition für geplante 10 bis 15 Übernahmen in 2024. Die erste Übernahme 2024 gab es in Italien – Gastronomie. Und gestern Abend dann eine zweite – mit wesentlich mehr potentieller Hebelwirkung, als die Temakinho S.r.l., allein wegen der schieren Grösse:

Zweite Übernahme des Jahres typischer Carve-Out: Magirus von IVECO.

Mit der Übernahme der Magirus von IVECO Group bewegt sich Mutares auf bekanntem Terrain. Das bekannte Traditionsunternehmen soll das Segment Goods & Services als neue Plattform-Investition stärken. Aufgrund der offensichtlich komplizierten Entflechtungs-Maßnahmen ist der Abschluss der Transaktion erst für spätestens Januar 2025 avisiert. Mit Magirus erwerben die Münchener einen der bekanntesten und – aussagegemäss – technologisch führenden Anbieter von Feuerwehrtechnik weltweit. Das 1864 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Ulm, Deutschland, erwirtschaftet über 300 Mio EUR Umsatz und beschäftigt rund 1.300 Mitarbeitende an vier Standorten in Deutschland, Italien, Österreich und Frankreich.

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Magirus bietet…

… eine umfassende Produktpalette im Bereich der Brandbekämpfung und des Katastrophenschutzes, wie z. B. ein komplettes Programm an Fahrzeugen, Leitern, Pumpen sowie Komponenten und Systemen, einschließlich Kundendienst und Aftersales. Das Unternehmen ist weltweit in mehr als 70 Ländern vertreten und beliefert hauptsächlich Kommunen und öffentliche Verwaltungen, Flughäfen und Industrieunternehmen. Und Mutares will auf Basis einer gesehenen starken Wettbewerbsposition die „Weichen für künftiges Wachstum in einem widerstandsfähigen und expandierenden Markt“ stellen. Gleichzeitig sollen Lieferketten optimiert und weitere Marktchancen in Übersee wahrgenommen werden. Leider liegen keine Informationen zur Ertragslage der Magirus vor, aber es sollte nicht wundern, wenn es sich um einen „typischen Mutares-Kandidaten“ handelt.

Und Mark Friedrich, CFO von Mutares, bestätigt die Transaktion: „Magirus ist eine typische Mutares-Akquisition, bei der das Unternehmen für eine renommierte Marke mit hoher Qualität steht und ein überzeugendes Wertversprechen bietet. Wir sehen daher ein großes Potenzial im Unternehmen und freuen uns darauf, seine Position in Europa und weltweit weiter auszubauen.“

Übernahmeziel konkret – Mutares finanziert Restauranteröffnungen – oder setzt doch eher auf Franchise? Wird spannend.

Temakinho wurde 2012 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Mailand. Es ist der italienische Pionier, der japanisch-brasilianisches Premium-Sushi, Fleischgerichte und Getränke anbietet. Derzeit betreibt das Unternehmen 10 direkt geführte Restaurants („DOS“) in Italien (Mailand, Rom, Bologna und Florenz) und 3 Franchise-Restaurants in italienischen Flughäfen (zwei in Rom Fiumicino und eines in Mailand Linate) sowie ein Franchise-Restaurant in Lyon, Frankreich.

Alle DOS sollen sich in zentralen Stadtvierteln befinden – „mit gehobenem Ambiente, das von italienischen Kunsthandwerkern gestaltet und von der brasilianischen Kultur inspiriert wurde„. Desweiteren kann Temakinho kann auf eine zentrale Küche in der Nähe von Mailand zurückgreifen, in der ausgewählte Zutaten verarbeitet und Halbfertigprodukte zwischengelagert und anschließend ausgeliefert werden. Mit rund 160 Mitarbeitenden erwirtschaftete das Unternehmen im Jahr 2022 einen Umsatz von ca. 20 Mio EUR, was für ein relativ geringes Risiko der Mutares Group spricht.

Und weiter? „Konkret erwarte Mutares für das laufende Jahr zwischen zehn und 15 Akquisitionen.“

Zuletzt hiess es, dass sich eine Vielzahl von Projekten in sämtlichen Regionen, insbesondere auch in China, in der Detailprüfung befinden. Dazu sei die gesamte Akquisitionspipeline auf ein Gesamtumsatzvolumen von aktuell ca. 18 Mrd EUR angewachsen. Und das sei die Basis für das Erreichen der ambitionierten Ziele, die Mutares mit einem Anstieg des Konzernumsatzes auf ca. 7,0 Mrd EUR bis 2025 beziehungsweise auf ca. 10,0 Mrd EUR bis 2028 formuliert hat. Dementsprechend werde für das Geschäftsjahr 2025 ein Jahresüberschuss in der Holding von 125 Mio bis 150 Mio EUR erwartet. Und für das Geschäftsjahr 2028 von 200 Mio EUR. Dazu kommt die in den letzten Jahren zu beobachtende regelmässige „Übererfüllung“ der Prognosen. Also: man darf gespannt sein.

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„Insbesondere der chinesische Markt für Transaktionen auf der Kaufseite hat sich sehr schnell äußerst vielversprechend entwickelt.“ – eine Aussage in der Unternehmensmeldung vom 19.01. ,der jetzt wohl irgendwann Vollzugsmeldungen folgen sollten. So darf man gespannt sein, ob Mutares seine „Automotive“-Neigung auch in China auslebt. Und Mutares legt ein wirklich beeindruckendes Tempo vor. Solange die Managementkapazitäten bei den Münchenern ausreichen, scheint aktuell die Zeit der „notleidenden“ Übernahmen für Mutares die Basis für die ehrgeizigen Ziele legen zu können. Dazu kommt, dass man bisher bei der Auswahl der Übernahmeobjekte ein gutes Händchen bewiesen hat. Denn: Komplettausfälle in den letzten Jahren Fehlanzeige.
Grosse Ambitionen mit einem neuen mittelfristigen Konzernumsatzziel für 2028 von 10,0 Mrd EUR und 200 Mio EUR Ergebnisziel für die Mutares-Holding. Beflügelt durch die aktuelle Transaktionsdynamik und durch die bereits veranlasste Expansion nach China und in die USA mit einem neuen Office ab 2024 fühle man sich dazu mehr als in der Lage. Und die 100 Mio EUR zusätzlich für Investitionen werden bestimmt auch nicht schaden.
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