
Mutares veräußert das auf Autokomponenten spezialisierte Portfoliounternehmen Cimos an das lokale Management sowie den Investor Vero Automotive.Für den Aktionär eine gute Nachricht – weiterer Exit gelungen. Fehlend diesmal – fast auffällig – Worte zum „Gewinn“, nicht einmal ein „im Rahmen der üblichen Ziel-Parameter“.
Mit rund 120 Millionen Euro Jahresumsatz und Standorten in Südosteuropa galt der Betrieb lange Zeit als Baustein der Automotive-Plattform FerrAl United, doch die Transaktion signalisiert möglicherweise eine strategische Kehrtwende in München. Und das muss nicht zum Schaden des in letzter Zeit eher stagnierenden Aktienkurses sein – möglicherweise reduziert man ein häufig geäussertes Malus in der Beteiligungsstruktur. Hierzu später mehr. Vorab nur soviel: Zumindest lassen Aussagen zwischen den Zeilen darauf schleissen. Da zur Höhe des Kaufpreises keine Angaben gemacht wurden, deutet der Verkauf an das Management auf ein überschaubares Transaktionsvolumen hin. Unterm Strich bedeutet dieser Schritt für die Münchner Carve-Out-Spezialisten weniger Automotive-Exposure, einen weiteren erfolgreichen Exit sowie freiwerdende Managementkapazitäten für möglicherweise profitablere Beteiligungen.
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Akt 1 – Transaktion im Detail. Mutares lässt aus…
Die Mutares SE & Co. KGaA hat sich von ihrem Portfoliounternehmen Cimos d.d. getrennt. Neuer Eigentümer ist das bestehende Managementteam, welches bei der Übernahme von dem Investor Vero Automotive 111 d.o.o. unterstützt werde. Cimos agiert als Hersteller von Aluminium- und Eisengussteilen sowie mechanisch bearbeiteten Baugruppen für die Automobilindustrie und bedient Kunden von Turboladerkomponenten bis hin zu Leichtbaulösungen für Fahrwerk und Bremssysteme. An den vier Produktionsstandorten in Slowenien, Kroatien, Serbien sowie Bosnien und Herzegowina erwirtschaften rund 1.350 Mitarbeitende einen Umsatz von etwa 120 Millionen Euro. Seit dem Einstieg von Mutares im Jahr 2022 wurde das Unternehmen operativ restrukturiert und in die Plattform FerrAl United integriert.
Fehlend: Ob und wie profitabel das Unternehmen ist/gemacht wurde. Weiter fehlt einer der oft gebrauchten Sätze der Münchener bei Exitmeldungen. Weder „Exit liefert bedeutenden Beitrag zur Guidance für das laufende Geschäftsjahr.“ (9.09.26/CN Verkauf NEM Group). Noch „Transaktion ist ein weiterer Schritt zur Realisierung der Wertschöpfung im Automobilportfolio von Mutares“ (27.07.26 CN Verkauf Walor Group). Geschweige denn „Weiterer Mittelzufluss mit ROIC deutlich über der Zielspanne.“ (21.05.26/ CN Verkauf Terranor)
Zwischen den Zeilen gelesen: Mutares mit Abkehr vom Aktienmarkt Stiefkind Automotive?
Besonders aufschlussreich ist die Wortwahl von Mutares-CIO Johannes Laumann in der offiziellen Pressemitteilung. Während Automotive-Beteiligungen jahrelang als unangefochtene Zugpferde galten, lassen die Aussagen tief blicken. Laumann betonte unmissverständlich:„(…)Er steht zugleich für die gezielte Reduzierung unseres Engagements in diesem Segment.“ Hier der vollständige Kommentar von Johannes Laumann, CIO von Mutares: „Der Verkauf von Cimos markiert einen weiteren Schritt im aktiven Management unseres Automotive & Mobility-Portfolios. Er steht zugleich für die gezielte Reduzierung unseres Engagements in diesem Segment. Wir sind dem Cimos-Team dankbar für seinen Einsatz in den vergangenen Jahren und sind zuversichtlich, dass das Unternehmen unter einem Management, das es bestens kennt, in guten Händen ist. Wir wünschen allen bei Cimos weiterhin viel Erfolg in diesem neuen Kapitel.“
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Diese Formulierung spricht Bände. Offensichtlich ist das einstige Lieblingskind „Automotive“ in München in Ungnade gefallen oder barg schlicht zu viel Klumpenrisiko in einem ohnehin krisenbehafteten Marktumfeld. Marktbeobachter stellen sich nun berechtigterweise die Frage, ob in den kommenden Monaten weitere Desinvestments im Sektor folgen werden. Vielleicht auch ohne die Zielspanne beim ROIC zu erreichen. Da die Pressemitteilung jegliche Details zu den erzielten Erlösen vermisst, spricht vieles dafür, dass der Preis beim MBO (Management Buyout) eher moderat ausfiel. Dennoch passt die Transaktion ins kalkulierte Bild: Mutares bereinigt das Portfolio, reduziert die Zyklik und schafft Raum für margenstärkere Engagements.
Mutares Aktie könnte durchaus einen boost vertragen – ein KGV von gut 2 spricht Bände – und das bei einem SDAX-Wert. Heir ist Luft. Und wenn das automotive-exposure weiter reduziert werden sollte, dann…

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