
Lufthansa Hapag Lloyd BASF Evonik Continental sollten am Montag wahrscheinlich deutlich fallende Kurse sehen. Am Wochenende, während Trump in Irland golft, die BRICS+ in Dehli über die Zukunft reden, nimmt der Druck auf die Ölpreise kräftig zu. Am Montagmorgen werden Anleger weltweit auf eine drastische Eskalation im Nahen Osten blicken.
Zwei der kritischsten geopolitischen Nadelöhre für den weltweiten Öltransport geraten zeitgleich unter Druck. Und das während die Strasse von Hormus, wenn man sie noch so nennen darf, oder eben die Strasse von Amerika, immer noch mehr oder weniger blockiert ist. Am Wochenende steigerte sich der Druck auf alle beteiligten eine schnelle Lösung zu finden. Iran respektive dessen Verbündete ergreifen die Initiative. Was ist passiert?
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Die Saudis schliessen die Ost-West-Pipeline: Nach Drohnenangriffen aus der Region musste Saudi-Arabien die Pipeline schließen, die normalerweise bis zu 7 Millionen Barrel Öl pro Tag vom Persischen Golf ans Rote Meer transportiert. Die wichtigste Ausweichroute zur Straße von Hormus fällt damit aus. Und die Huthis bauen die Kontrolle an der Bab al-Mandab aus: Die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen haben die strategische Insel Mayun (Perim) in der nur 27 Kilometer breiten Meerenge eingenommen und kontrollieren damit zentrale Abschnitte der Route zum Suezkanal. Dazu kommen Angriffe auf saudische Stellungen und weiter vorrückende Einheiten im von der jeminitischen/saudischen Regierung nur schwach verteidigten Region am Eingang des Roten Meeres. Und Trump soll eine Unterstützung der Saudis gegen diese Offensive abgelehnt haben – hätte er das auch zu Netanjahu gesagt, gäbe es keine Ölkrise.
Mit Rohölpreisen, die auf Kurs in Richtung 120 US-Dollar pro Barrel steuern…
…und Spritpreisen an deutschen Zapfsäulen von weit über 2,30 Euro gerät der Aktienmarkt zu Wochenbeginn unter spürbaren Anpassungsdruck. Anleger müssen ihr Portfolio selektiv neu ausrichten. Oder bereit sein Rückschläge auszusitzen – im Vertrauen darauf, das Trumop für die Midterms eine Lösung aus dem Hut zaubert. Aktuell geht es um die Verlierer der Eskalation im Nahen Osten am deutschen Parkett. Neben der Reisebranche, Transportwesen und Chemie ist auch die Autoindustrie betroffen. Um das geht es jetzt. Morgen früh geht es um die möglichen Gewinner. Es gibt zwar keine Shell, Exxon oder Total am deutschen Markt, dafür aber beispielsweise eine SFC Energy, Verbio oder Deutsche Rohstoff AG:
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Unter Margendruck: Die Verlierer-Branchen am Montag?
Energieintensive Sektoren sowie Unternehmen mit hoher Preissensibilität geraten massiv in die Zange. Neben den bereits besprochenen Immobilienaktien, die wegen des fortgesetzten Inflationsdrucks durch diese Eskalation, bestimmt unter den noch wahrscheinlicheren, drohenden Zinserhöhungen der Zentralbanken leiden werden, gibt es noch andere betroffene Branchen
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│ Airlines & Logistik │ 🔴 VERY HIGH RISK (Kerosin / Diesel) │
│ Chemie & Grundstoffe │ 🔴 VERY HIGH RISK (Naphtha-Rohstoff) │
│ Automobil-Zulieferer │ 🟡 HIGH RISK (Reifen / Kunststoffe) │
│ Tourismus & Konsum │ 🟡 HIGH RISK (Kaufkraftverlust) │
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Lufthansa, DHL Group und Hapag-Lloyd – Transportation, Airlines & Logistik unter Druck?
Deutsche Lufthansa AG
Für die Lufthansa stellt Kerosin einen der größten einzelnen Kostenblöcke im gesamten Konzern dar. Ein Preisschock auf über 120 US-Dollar pro Barrel träfe die Fluggesellschaft daher besonders hart, weil Treibstoff einen erheblichen Anteil an den operativen Gesamtkosten ausmacht und sich diese Belastung nicht ohne Weiteres an die Passagiere weitergeben lässt. Zwar hat die Lufthansa einen Teil ihres Kerosinbedarfs über sogenannte Hedging-Geschäfte abgesichert, also über Terminkontrakte zu vorab festgelegten Preisen eingekauft. Diese Absicherung kann jedoch nur kurzfristig vor extremen Preissprüngen schützen. Sobald die bestehenden Hedging-Quoten auslaufen oder der Bedarf darüber hinausgeht, muss die Airline den aktuellen Marktpreis zahlen – und der liegt dann deutlich höher. Hinzu kommt, dass die Lufthansa im internationalen Wettbewerb steht und höhere Ticketpreise nicht beliebig durchsetzen kann, ohne Passagiere zu verlieren. Der Spielraum für Preiserhöhungen ist also begrenzt, während der Kostendruck von der Treibstoffseite her voll durchschlägt.
DHL Group
Die DHL Group ist als globaler Logistikkonzern in besonderem Maße von Treibstoffkosten abhängig, weil sowohl die Flugzeugflotte als auch die Fahrzeugflotte für den Straßen- und Zustellverkehr betrieben werden müssen. Steigende Kerosin-, Diesel- und Benzinpreise verteuern damit gleich mehrere Glieder der Lieferkette gleichzeitig. Erschwerend kommt hinzu, dass sich diese höheren Kosten in einem schwachen Konjunkturumfeld nur zeitverzögert an die Endkunden weitergeben lassen. Das bedeutet: Während die Kosten sofort steigen, können die Frachtraten und Zustellgebühren erst mit Verzögerung angehoben werden – und auch dann nur teilweise, weil Kunden in einer schwachen Wirtschaftslage preissensibler reagieren und Alternativen suchen. In der Zwischenzeit drücken die gestiegenen Treibstoffkosten direkt auf die Marge. Für DHL entsteht dadurch ein doppelter Effekt: sinkende Nachfrage und steigende Kosten gleichzeitig.
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Hapag-Lloyd AG
Als Reederei ist Hapag-Lloyd von höheren Bunker- und Schwerölpreisen unmittelbar betroffen, da diese Treibstoffe den Hauptenergieträger für die Schiffsflotte darstellen. Steigende Preise treffen die Marge daher direkt und ohne Verzögerung. Zwar führen die Umleitungen um Afrika – etwa wegen der Unsicherheit im Roten Meer und am Suezkanal – zu höheren Frachtraten, weil die Routen länger und die Kapazitäten knapper werden. Diese höheren Raten können einen Teil der Mehrkosten auffangen. Gleichzeitig steigen jedoch die operativen Treibstoffkosten steil an, weil die Schiffe auf den längeren Umwegen deutlich mehr Brennstoff verbrauchen. Für Hapag-Lloyd bedeutet das eine ambivalente Lage: Einerseits sorgen die Umleitungen für höhere Einnahmen pro transportierter Einheit, andererseits fressen die gestiegenen Treibstoffkosten einen Großteil dieser zusätzlichen Erlöse wieder auf. Unterm Strich bleibt die Marge unter Druck, weil der Kostenanstieg schneller und direkter wirkt als die Möglichkeit, höhere Raten dauerhaft am Markt durchzusetzen.
BASF, Covestro, Evonik oder Wacker Chemie – Chemie unter Druck durch höhere Rohstoffpreise plus Konjunkturschock?
Am härtesten trifft es BASF und Covestro. Sie sind gleich doppelt exponiert: Naphtha als Rohstoff wird teurer, und die schwache Nachfrage verhindert, dass sie die Kosten weitergeben können. Es ist die klassische Marge-Mannig-Falle – Kosten steigen, Erlöse stagnieren. BASF als größter Player mit hohem Naphtha-Bedarf und starker Europa-Abhängigkeit dürfte dabei noch stärker leiden als Covestro, das zuletzt ohnehin schon unter Druck stand.
Evonik und Wacker Chemie sind ebenfalls stark betroffen, aber anders gelagert: Bei ihnen steht nicht der Rohstoff Naphtha im Vordergrund, sondern der extrem hohe Energieverbrauch. Sie leiden also eher über die Energieseite als über die Rohstoffseite. Ihre spezialisierten Produkte geben ihnen theoretisch etwas mehr Preissetzungsmacht, die aber in der schwachen Konjunktur praktisch verpufft. Wacker Chemie ist wegen der extrem energieintensiven Siliziumproduktion etwas anfälliger als Evonik.
Continental, VW, BMW oder Mercedes Benz –
Automobilhersteller & Zulieferer – Krisenbeschleuniger durch Rohölpreise?
Continental AG.
Continental ist gleich in doppelter Hinsicht vom Ölpreis abhängig. Die Reifenherstellung benötigt große Mengen an synthetischem Kautschuk und Ruß, die beide aus Rohölderivaten gewonnen werden. Steigt der Ölpreis, verteuern sich diese Grundstoffe unmittelbar. Hinzu kommt die Fertigung von Zulieferkomponenten, die ebenfalls energie- und materialintensiv ist. Zwar kann Continental höhere Kosten teilweise an die Autohersteller weitergeben, doch in einem schwachen Marktumfeld mit sinkender Neuwagenproduktion ist der Spielraum begrenzt. Für Continental bedeutet das eine Mischung aus direkter Rohstoffbelastung und indirektem Margendruck durch die schwächelnde Autokonjunktur.
VW, BMW, Mercedes-Benz.
Die deutschen Autohersteller sind auf zwei Wegen betroffen. Erstens steigen ihre Produktionskosten, weil Rohöl für Kunststoffe, Lacke und Energie benötigt wird. Zweitens drückt die Teuerung an den Zapfsäulen die Konsumlaune: Wenn Benzin und Diesel deutlich teurer werden, sinkt die Bereitschaft, ein neues Auto zu kaufen. Hinzu kommt die ohnehin schwache globale Nachfrage. Zwar können die Hersteller höhere Kosten teilweise über die Fahrzeugpreise weitergeben, doch im harten Wettbewerb – insbesondere mit China – ist auch hier der Spielraum begrenzt.
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Enapter’s CEO Dr. Laakmann auf der Herbstkonferenz – macht Lust auf Enapter 2.0
Der Montagmorgen bringt einige Gewinner – zumindest solange keine Lösung wahrscheinlich ist. Weisser Rauch könnte am Montag ausgerechnet aus dem Oman kommen. Die Augen des Marktes sind auf die anstehenden Sicherheitsgespräche in Oman gerichtet: Eine Einigung könnte den Ölpreis rasch entspannen, ein Scheitern hingegen verfestigt das Szenario einer anhaltenden Stagflation.















