LPKF Laser: Aktie stürzt ab. Übertriebene Reaktion? Geht „nur“ um Stichtagsverschiebung.

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lpkf laser

LPKF Laser & Electronics  AG (ISIN: DE0006450000) enttäuschte ihre Aktionäre bereits mehrmals in den letzten Monaten. Die Umsatzziele wurden nicht erreicht. Wobei es sich hauptsächlich  um Verschiebungen über den jeweiligen Quartalsstichtag bei Auslieferungsterminen und somit Abrechenbarkeit ging

Und heute ist es wieder einmal soweit: LPKF Laser muss seine Prognose für das Q4 reduzieren. Wieder einmal aufgrund coronabedingter Verzögerungen bei der Auslieferung zweier grösserer Aufträge. Dazu die in der Vergangenheit sich stets als korrekt erwiesenen Aussagen, dass die Auslieferungen im Folgequartal erfolgen würden. Somit jedoch erst im neuen Geschäftsjahr abgerechnet und bilanzielle Erfolgsbeiträge liefernd.

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In einem hochnervösen Gesamtmarkt – auch wegen des dreifachen Auslaufens von Terminpositionen am sogenannten „Hexensabbat“- kam die Meldung zuerst gar nicht gut an. Mittlerweile scheint man etwas entspannter. Konkret meldete LPKF Auslieferungen im Gesamtvolumen von rund 17 Mio EUR nicht mehr in 2021 vornehmen zu können. Gründe seien eine Projektverzögerung bei einem Kunden in China sowie anhaltenden Engpässen in der globalen Logistik. Deshalb würde  versandfertige Solarsysteme im Wert von bis zu 11 Mio EUR und andere Systeme im Wert von ca. 6 Mio EUR nicht planmäßig  ausliefern können.

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LPKF Laser muss Prognose entsprechend reduzieren

Aufgrund dieser Umsatzverschiebungen – wohlgemerkt verschiebungen, nicht Ausfälle – erwartet LPKF Laser jetzt für das Gesamtjahr 2021 einen Umsatz von 92 – 102 Mio EUR (zuvor ca 110 Mio EUR) und ein EBIT von -2 Mio. bis +6 Mio EUR (bisher EBIT-Marge von ca. 10 %). Mittelfristige Prognosen oder die Investitionspläne für die erklärten Wachstumstechnologien, insbesondere LIDE (Laser Induced Deep Etching) und Arralyze, würden nicht beeinflusst.

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Und die Aufrechterhaltung der Investitionspläne ist wichtig für die Aktionäre: Denn auch wenn LPKF kein „Ein-Produkt-Unternehmen“ ist, richten sich die Hoffnungen der Anleger im wesentlichen auf den Durchbruch der LIDE-Technologie auch in den Orderbüchern. Hier ist jedoch – wie bereits vor Monaten klargestellt – dieses Jahr mit keinen Aufträgen mehr zu rechnen. Als Geduld gefragt, während man zumindest „gute Fortschritte“ in den (LIDE-) Projekten mache.

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LPKF Laser mit überzeugendem Auftragseingang – Auslieferungsverzögerungen prägten bereits das Q3

Mit einem 9-Monatsumsatz von 60,2 Mio EUR lag man bereits man 20 % unter Vorjahr. Das Unternehmen ging jedoch davon aus im laufenden Jahr wesentliche Aufträge im vierten Quartal ausliefern zu können. Der niedrigere Umsatz nach neun Monaten führte – nachvollziehbar – zu einem negativen EBIT in Höhe von ‑5,2 Mio EUR (Vorjahr: 6,8).

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LPKF Laser gut aufgestellt – ZUKUNFT

Während die Umsätze im dritten Quartal hinter den Planungen zurückblieben, hat sich deren Visibilität deutlich verbessert. Das bestätigen die steigenden Auftragszahlen: Der Auftragseingang stieg in den ersten neun Monaten um 38 % und liegt jetzt bei knapp 90 Mio EUR. Allein im dritten Quartal legte der Auftragseingang um 47,7 % zu und stieg auf 38,0 Mio EUR. Der Auftragsbestand zum 30. September hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht und erreichte knapp 68,0 Mio EUR. Christian Witt, Finanzvorstand, war bei Vorlage der Q3-Zahlen aufgrund der steigenden Auftragszahlen zuversichtlich. „Bis zum Jahresende haben wir noch einige Herausforderungen zu bewältigen. Gleichzeitig sehen wir in allen Segmenten ein deutlich wachsendes Interesse an unseren Lösungen.“

LIDE-Verfahren (Laser Induced Deep Etching) soll in der Praxis seine Überlegenheit zeigen – aber das dauert

Am 01.06.2021 gab es ein erstes positives Zeichen: Ein weltweit führender Chiphersteller, der Anfang 2020 ein erstes LIDE-System installiert und nach einer Qualifizierungsphase zunächst für die eigene Produktentwicklung genutzt hatte, wurde aktiv. Denn der Kunde bestellte weitere LIDE-Systeme, um in die Volumenproduktion von elektronischen Bauteilen mit Chipgehäusen aus Glas einzusteigen. Der Auftrag hat ein Volumen von 5 – 8 Mio. EUR und soll im Wesentlichen 2022 umsatzwirksam werden.

Dr. Roman Ostholt, Leiter der Business Unit Electronics bei LPKF, freute sich seinerzeit, dass der Kunde durch den Einsatz der LIDE-Technologie in kurzer Zeit ein wichtiges Innovationsziel erreichen konnte. „Ab dem nächsten Jahr wird unser Kunde mit seinen neuartigen Produkten seinen Wettbewerbern einen großen Schritt voraus sein“, sagt Ostholt. Dabei ist er sich der Signalwirkung bewusst, die von diesem Auftrag ausgeht. „LIDE kann jetzt nachweislich die extrem hohen Standards der Halbleiterbranche erfüllen. Damit qualifiziert sich die Technologie auch für die Massenfertigung in anderen relevanten Branchen“.

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Und so erwartet man bei LPKF Laser Signalwirkung für die gesamte Halbleiterbranche – Durchbruch für LIDE?

„Mit diesem ersten und anspruchsvollen Einsatz unserer LIDE-Systeme in der Serienproduktion konnten wir einen wichtigen Meilenstein erreichen“, sagt Finanzvorstand Christian Witt. „Wir werden die Umsetzung der verschiedenen LIDE-Anwendungen gemeinsam mit unseren Kunden weiter schnellstmöglich vorantreiben, um ihnen Wettbewerbsvorteile zu sichern.“

Denn der in der Prognose avisierte Grossauftrag für LIDE, der auch in 2021 ausgeliefert werden sollte, kam leider nicht. Was der Vorstand bereist vor Monaten kommunizierte. Also weiter Warten angesagt. Aslo zu früh gefreut: „Darüber hinaus sieht das Unternehmen eine realistische Chance, im laufenden Jahr einen größeren Auftrag für die LIDE-Technologie (Laser Induced Deep Etching) zu erhalten und auszuliefern.“ – 19.04.2021, LPKF Presseerklärung.

Und unser Fazit: WICHTIG FÜR DAS ERSCHÜTTERTE VERTRAUEN DER ANLEGER IN DIE AUSSAGEN DES LPKF LASER MANAGEMENTS WÄRE VIELLEICHT EINE BESCHRÄNKUNG AUF NUR WIRKLICH SICHERE, ERWARTETE AUFTRÄGE ODER AUSLIEFERUNGEN. Manchmal ist weniger Kommunikation mehr!

LPKF Laser setzt auf LIDE. LIDE?

Mit dem von LPKF Laser entwickelten LIDE-Verfahren (Laser Induced Deep Etching) ist es möglich, dünnes Glas schnell, präzise und ohne Beschädigungen wie Mikrorisse zu bearbeiten. Damit ist das LIDE-Verfahren eine Grundlagentechnologie für viele Bereiche der Mikrosystemtechnik, wie zum Beispiel für die Fertigung von Mikrochips, Displays, Sensoren oder MEMS. Und hier will man auch mit der Auftragsfertigung Geld verdienen. Für Kleinserien, Einmalprojekte oder einfach Kunden, die keine größeren Investitionen in eigene Maschinen tätigen und keine eigenen Prozess-Fähigkeiten aufbauen wollen.

Am Hauptsitz des Unternehmens in Garbsen betreibt LPKF eine eigene LIDE-Fertigung „LIDE Fab“ von Glaskomponenten unter Reinraumbedingungen. Von hier aus beliefert das Unternehmen Kunden aus aller Welt mit hochpräzisen Bauteilen aus Glas für eine Vielzahl von Anwendungen.

 


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