LAIQON liefert im ersten Halbjahr 2026 deutliche Fortschritte bei Wachstum und Profitabilität. Die Assets under Management steigen kräftig, der Umsatz legt um mehr als 60 Prozent zu und im zweiten Quartal dreht das EBITDA erstmals klar ins Plus.
Besonders stark entwickelt sich das Segment Digital Wealth. Hier zeigen sich zunehmend Skaleneffekte, während die White-Label-Partnerschaften in der genossenschaftlichen FinanzGruppe für zusätzliche Dynamik sorgen. Für Anleger rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, ob LAIQON den operativen Turnaround nun nachhaltig festigen kann.
AuM steigen auf 11,3 Milliarden Euro
Die Assets under Management haben sich seit Ende März deutlich erhöht.
Zum 7. August 2026 verwaltete LAIQON bereits 11,30 Milliarden Euro. Gegenüber dem Stand von 9,75 Milliarden Euro Ende des ersten Quartals entspricht das einem Plus von rund 1,55 Milliarden Euro beziehungsweise 15,9 Prozent.
Damit nähert sich das Unternehmen seinem Jahresziel von 12 Milliarden Euro AuM bereits deutlich an.
Zum 30. Juni 2026 lagen die verwalteten Vermögen bei 11,0 Milliarden Euro. Die weitere Steigerung bis Anfang August zeigt, dass die positive Dynamik auch nach dem Halbjahresstichtag anhält.
Für einen Vermögensverwalter ist die Entwicklung der AuM eine zentrale Kennzahl, da steigende verwaltete Vermögen in der Regel die Basis für höhere wiederkehrende Gebühreneinnahmen schaffen.
Umsatz springt um 63 Prozent nach oben
Die vorläufigen Umsatzerlöse des Konzerns stiegen im ersten Halbjahr um 63 Prozent auf 23,16 Millionen Euro.
Im Vorjahreszeitraum hatte LAIQON lediglich 14,17 Millionen Euro umgesetzt.
Der größte Beitrag kam aus dem Asset Management. Dort erhöhten sich die Erlöse von 8,14 auf 15,81 Millionen Euro und damit um rund 94 Prozent.
Wesentlicher Treiber war die Übernahme mehrerer MainFirst-Publikumsfonds und institutioneller Mandate im August 2025.
Aber auch organisch wächst LAIQON weiter. Besonders das Digital-Wealth-Geschäft entwickelt sich zunehmend dynamisch und trägt damit immer stärker zum Konzernwachstum bei.
Digital Wealth verdoppelt den Umsatz
Im Segment Digital Wealth stiegen die Halbjahreserlöse von 1,04 auf 2,04 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von 96 Prozent.
Noch stärker zeigt sich die Beschleunigung im zweiten Quartal.
Der Umsatz des Segments erhöhte sich gegenüber dem ersten Quartal von 0,65 auf 1,39 Millionen Euro. Damit betrug das sequenzielle Wachstum rund 114 Prozent.
Als wesentlicher Treiber nennt LAIQON seine White-Label-Partnerschaften innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe.
Genau hier liegt ein zentraler Punkt der Investmentstory. Digitale Vermögensverwaltung lässt sich deutlich stärker skalieren als klassische individuelle Beratung. Steigt das verwaltete Vermögen, können zusätzliche Umsätze entstehen, ohne dass die Kosten im gleichen Maße wachsen müssen.
Diese operative Hebelwirkung wird inzwischen auch im Ergebnis sichtbar.
Q2 bringt den EBITDA-Turnaround
Im ersten Quartal hatte LAIQON noch ein EBITDA von minus 1,37 Millionen Euro erzielt.
Im zweiten Quartal drehte das Ergebnis auf plus 1,08 Millionen Euro.
Innerhalb nur eines Quartals verbesserte sich das EBITDA damit um 2,45 Millionen Euro.
Besonders bemerkenswert: Im positiven Q2-Ergebnis sind bereits Restrukturierungsaufwendungen von rund 1,02 Millionen Euro enthalten.
Ohne diese Belastung wäre die operative Profitabilität entsprechend noch höher ausgefallen.
Für das gesamte erste Halbjahr erwartet LAIQON ein vorläufiges EBITDA von minus 0,29 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Verlust noch bei 0,82 Millionen Euro gelegen.
Damit ist der Konzern auf Halbjahresbasis nahezu am Break-even angekommen.
Umsatzwachstum beschleunigt sich von Quartal zu Quartal
Auch auf Konzernebene zeigt sich eine klare Beschleunigung.
Im ersten Quartal lagen die Umsatzerlöse bei 10,40 Millionen Euro. Im zweiten Quartal stiegen sie auf 12,76 Millionen Euro.
Das entspricht einem Plus von rund 23 Prozent innerhalb eines Quartals.
Die stärkste Dynamik kam erneut aus Digital Wealth, aber auch das Asset Management legte von 7,24 auf 8,57 Millionen Euro zu.
Das Wealth Management blieb dagegen mit 1,79 Millionen Euro etwas unter dem Q1-Wert von 2,00 Millionen Euro. Das Unternehmen verweist hier auf die strategische Bereinigung der Kundenstruktur.
Kostenprogramm soll zusätzlichen Hebel liefern
Neben dem Umsatzwachstum arbeitet LAIQON an der Kostenbasis.
Im März 2026 startete das Unternehmen ein Kostensenkungsprogramm im Rahmen der Strategie GROWTH 28.
Im Fokus stehen Prozessoptimierungen und schlankere Teamstrukturen. Die daraus resultierenden Restrukturierungskosten von rund 1,02 Millionen Euro wurden bereits im ersten Halbjahr verbucht.
Damit könnten die positiven Effekte der Maßnahmen in den kommenden Quartalen stärker sichtbar werden.
Wenn Umsatzwachstum und Kostendisziplin gleichzeitig greifen, könnte sich die Profitabilität überproportional verbessern.
MainFirst sorgt für Skalierung im Asset Management
Die Übernahme der MainFirst-Fonds und institutionellen Mandate war ein wesentlicher Treiber des Umsatzsprungs im Asset Management.
Mit 15,81 Millionen Euro Umsatz ist das Segment weiterhin die mit Abstand größte Erlössäule des Konzerns.
Für Anleger entscheidend ist nun, wie gut LAIQON die übernommenen Assets langfristig bindet und zusätzliche Mittelzuflüsse generiert.
Die Integration größerer Fondsvolumina kann zu erheblichen Skaleneffekten führen, solange Verwaltungs- und Vertriebskosten nicht im gleichen Tempo steigen.
GROWTH 28 nimmt sichtbar Form an
CEO Achim Plate sieht LAIQON auf Kurs, die Strategie GROWTH 28 erfolgreich umzusetzen.
Das Ziel ist klar: höhere Assets under Management, steigende wiederkehrende Erlöse und zunehmende Profitabilität durch digitale Plattformmodelle.
Die aktuellen Zahlen liefern dafür erste belastbare Hinweise.
Die AuM steigen, die Umsätze beschleunigen sich und im zweiten Quartal wurde trotz Restrukturierungskosten ein positives EBITDA erzielt.
Damit beginnt sich das zuvor stark wachstumsorientierte Geschäftsmodell zunehmend auch auf der Ergebnisseite auszuzahlen.
Einordnung für Anleger
LAIQON liefert ein Halbjahr mit klar erkennbarem operativem Fortschritt.
Der Umsatz wächst stark, die Assets under Management nähern sich dem Jahresziel und Digital Wealth entwickelt sich mit sehr hoher Geschwindigkeit. Besonders wichtig ist jedoch der EBITDA-Turnaround im zweiten Quartal.
Denn Wachstum allein reicht bei Finanzplattformen langfristig nicht aus. Entscheidend ist, ob daraus skalierbare und wiederkehrende Gewinne entstehen.
Genau dieser Punkt scheint nun näherzurücken.
Risiken bleiben die Integration der MainFirst-Aktivitäten, die Abhängigkeit von Kapitalmarktentwicklungen und die Frage, ob das starke Wachstum der AuM nachhaltig ist.
Setzt sich die aktuelle Entwicklung fort, könnte LAIQON jedoch 2026 den entscheidenden Schritt vom Wachstums- zum profitablen Plattformunternehmen schaffen.















