H2-Update | Daimler Trucks zeigt nicht nur NIKOLA und Tesla Harke – 2022 E-LKW im Verkauf, Prototyp im Praxiseinsatz seit 07/19 mehr als 50.000 KM gelaufen

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Während viele dem Newcomer NIKOLA Corp. (ISIN: US6541101050) – mit E- und Brennstoffzellen-LKW – oder Tesla (ISIN:US88160R1014) mit dem Semi Truck, der mit Batterien bis zu 1.000 KM Reichweite erreichen soll, grosse Chancen einräumen den LKW-Markt aufzumischen. So sind doch die „alten Platzhirsche“ nicht untätig und holen auf. Neben Toyota, Hyundai und Navistar (Volkswagen), die jetzt eng mit GM im Bereich der Brennstoffzelle zusammenarbeiten, meldet sich mit einem Ausrufezeichen Daimler Trucks zu Wort.

Während NIKOLA zumindest sich festlegt ab 2022 die E-Version und 2024 die Brennstoffzellenvariante ausliefern zu wollen, bleibt Tesla wie immer geheimnisvoll und nennt keine Termine für seinen Semi Truck. Und Daimler Truck nennt feste Termine – und die sollte man auch einhalten. Zumindest die Erprobung scheint bei Daimlers E-Truck mehr als ausreichend:

2022 wird der eActros in verschiedenen Varianten im Verkauf sein – ab 2025 Brennstoffzellen LKW

Bereits bis zum Jahr 2022 soll das Fahrzeugportfolio von Daimler Trucks & Buses in den Hauptabsatzregionen Europa, USA und Japan Serienfahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb umfassen. Und die Serienproduktion des eActros im Werk in Wörth soll bereits dieses Jahr starten. In der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts will Daimler Trucks & Buses sein Fahrzeugangebot zusätzlich um Serienfahrzeuge mit wasserstoffbasiertem Brennstoffzellenantrieb ergänzen. Und bis 2039 hat Daimler Trucks & Buses die Ambition, bis zum Jahr 2039 in Europa, Japan und Nordamerika nur noch Neufahrzeuge anzubieten, die im Fahrbetrieb („tank-to-wheel“) CO2-neutral sind.

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Und man scheint bei Daimler endlich den zeitgeist erkannt zu haben. Dr. Manfred Schuckert, Leiter Emissionen und Sicherheit, Daimler Nutzfahrzeuge im Bereich External Affairs:

„Wir fokussieren unsere Entwicklungsaktivitäten auf die beiden wirklich lokal CO2-neutralen, vollelektrischen Antriebstechnologien: Batterie und wasserstoffbasierte Brennstoffzelle.

Mit diesen können wir jeden Anwendungsfall unserer Kunden mit voller Flexibilität bei den Routen abdecken. Unsere Praxistests mit dem eActros zeigen, dass der batterieelektrische Lkw hervorragend für den schweren, urbanen Lieferverkehr geeignet ist. Für Anwendungsfälle, bei denen höhere Reichweiten und Zuladungen erforderlich sind, planen wir ab 2024 den ebenfalls rein batterieelektrischen Fernverkehrs-Lkw eActros LongHaul in unser Serien-Angebot aufzunehmen. Für noch anspruchsvollere Einsätze wollen wir unser Portfolio in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts zusätzlich um in Serie gefertigte Fernverkehrs-Lkw mit wasserstoffbasiertem Brennstoffzellenantrieb ergänzen. Bei unserem Testprojekt im Nordschwarzwald sind wir mit dem Batterie-Antrieb bereits sehr gut unterwegs.“

Lange Erprobung sollte einen reibungslosen Start der Serienfertigung gewährleisten

Der rein batterieelektrisch angetriebene Mercedes-Benz eActros wird seit Juli 2019 bei der Firma Logistik Schmitt im intensiven Praxistest erprobt. Insgesamt hat der eActros im Nordschwarzwald bislang rund 50.000 Kilometer zurückgelegt und 5.000 Touren mit insgesamt über 100.000 Ladungsträgern absolviert. Dabei hat er rund 30.000 Tonnen Fracht transportiert. Damit belegt der Einsatz des eActros bei Logistik Schmitt, dass der batterieelektrische Lkw die gleichen Aufgaben wie ein konventionelles Diesel-Fahrzeug erledigen kann.

Bisher gut 200 KM Reichweite – ab Mitte 2021 mit dem seriennahen Prototypen wird man diese „deutlich übertreffen“

Aufgrund der positiven Erfahrungen setzt Logistik Schmitt den eActros bereits seit Januar dieses Jahres zusätzlich auf einer neuen, anspruchsvolleren Route über die B462 ein, die weitgehend der geplanten Oberleitungs-Strecke von eWayBW entspricht. Der Start des eActros auf dieser Route war ursprünglich erst für Mitte 2021 mit einer weiterentwickelten Variante des E-Lkw vorgesehen. Die Experten von Mercedes-Benz wollen jedoch die Möglichkeit nutzen, den aktuellen Prototyp auch hier auf Herz und Nieren zu prüfen.

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Da der eActros allein von Batterien angetrieben wird, bietet er volle Flexibilität für kurzfristige Routenänderungen. Das neue Tagespensum liegt nun zwischen 250 und 300 Kilometer – über 100 Kilometer mehr als bisher. Während das Ladungsgewicht des eActros bislang in der Regel bei etwa vier Tonnen lag, transportiert er auf der Zusatzstrecke nun meist ein Mehrfaches davon. Der Einsatz des eActros auf der neuen Strecke stellt bereits einen ersten Schritt in Richtung des Konzeptvergleichs mit eWayBW dar. Mercedes-Benz Lkw plant die Übergabe des weiterentwickelten, seriennahen Prototyps des eActros an Logistik Schmitt für Sommer dieses Jahres.

Brennstoffzelle soll durch Volvo-Daimler Kooperation – seit zweiten  März in trockenen Tüchern – schneller zum Einsatz kommen

Seit die EU Kommission am 08.02.2021 keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken gegen das Daimler-Volvo Joint Venture zum Einsatz der Brennstoffzelle in LKW äusserte, standen die Ampeln auf grün:

Ballard PowerSystems Inc. (ISIN: CA0585861085)’s Ambitionen sind gross und man versucht jede Nische im rasant wachsenden Weltmarkt für Brennstoffzellen zu besetzen. Und gerade im Bereich der Omnibusse ist Ballard mit seinen Brennstoffzellen derzeit unangefochtener Marktführer. Ähnliches rechnete man sich im LKW-Markt aus.

„Die Daimler Truck AG und die Volvo Group haben heute das angekündigte Brennstoffzellen-Joint Venture gegründet. Die Volvo Group hat hierfür 50 Prozent der Anteile am bestehenden Unternehmen Daimler Truck Fuel Cell GmbH & Co. KG für die Summe von etwa 0,6 Milliarden Euro auf einer barmittel- und schuldenfreien Basis erworben. Die Partner wollen das neue Joint Venture als einen weltweit führenden Hersteller von Brennstoffzellen etablieren und damit zu einem klimaneutralen und nachhaltigen Transport bis zum Jahr 2050 beitragen. Die Daimler Truck AG und die Volvo Group haben die Umbenennung des Unternehmens in cellcentric GmbH & Co. KG vereinbart.“ (02.03.2021, Pressemitteilung Daimler Trucks)

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Und zooplus will weiter wachsen. Pläne bis 2025 sich im Umsatz zu verdoppeln.

Dafür strukturierte Daimler das in grossen Teilen vor Jahren mit Ballard Power Lizenzen und Gesschäftseinheiten „aufgebaute“ Brennstoffzellen-Know-How um. Denn in 2005 hatte – damals noch – Daimler-Chrysler mit Ford die deutsche Ballard Power Systems AG in Kirchheim-Nabern komplett übernommen. Und 2009 übernahmDaimler auch die Anteile Fords, so dass seitdem die ehemalige Ballard Tochter zum Daimler-Konzern gehörte.

Es dauerte ein Jahr

Denn es galt die Assets zu heben: Daimler hat bei der Brennstoffzellen-Technologie mit seinem Standort in Nabern/Deutschland (derzeit Hauptsitz der Mercedes-Benz Fuel Cell GmbH) sowie weiteren Produktions- und Entwicklungsstätten in Deutschland und Kanada in den vergangenen zwei Jahrzehnten bereits bedeutendes Know-how aufgebaut. Um das Joint Venture mit der Volvo Group zu ermöglichen, bündelt Daimler Trucks alle konzernweiten Brennstoffzellen-Aktivitäten in einer neuen Brennstoffzellen-Einheit und wird diese in dem geplanten Joint Venture zusammenführen. Dazu gehört auch die Zuordnung der Aktivitäten der Mercedes-Benz Fuel Cell GmbH zur Daimler Truck AG.

Und Daimler hat viel Zeit verloren und könnte bereits viel weiter sein

Mit dem Know How Ballards und der Übernahme deren deutschen Aktivitäten  inclusive umfangreicher Lizenzpakete in 2005, respektive 2009, wollte man bereits „in naherZukunft“ hunderttausende PKW mit Brennstoffzelle betreiben. Aber die Prioritäten lagen offensichtlich bei Daimler woanders – die hohen Entwicklungskosten der Dieselaggregate mussten sich amortisieren und so „nahm man den Schwung raus“. Mit dem Wissen von heute eine fatale Fehlentscheidung. Toyota bringt bereits LKW mit „seinen“ Brennstoffzellen auf die Strasse,  GM ist in der Lage NIKOLA zeitnah mit Brennstoffzellen für deren LKW’s zu versorgen und beliefert die VW-Tochter Navistar mit Brennstoffzellen für deren LKW und und…

Aber besser spät als nie. Und das Know How bei Daimler oder jetzt Volvo-Daimler ist gross und könnte in Verbindung mit den – zumindest jetzt – zur Verfügung stehenden Mitteln die Pure Player wie Ballard oder Bloom Energy, die im Bereich der stationären Brennstoffzellenanlagen am stärksten durch Konkurrenz bedroht sind,  überholen. Möglicherweise…

Ziele sind klar für das Joint Venture

Das Joint Venture wird serienreife Brennstoffzellensysteme entwickeln, produzieren und vermarkten. Der Fokus liegt auf dem Einsatz in schweren Lkw, zusätzlich sollen die Systeme auch für andere Anwendungen angeboten werden. Und hierbei ist ein zentrales Ziel der Daimler Truck AG und der Volvo Group der Beginn der Kundenerprobung von Brennstoffzellen-Lkw in etwa drei Jahren. Die Unternehmen planen den Beginn der Serienproduktion für die zweite Hälfte des Jahrzehnts.

Brennstoffzellen-Serienproduktion für stationäre Anwendungen bereits früher möglich

Die Daimler Truck AG und die Volvo Group planen, in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts schwere Brennstoffzellen-Nutzfahrzeuge für den anspruchsvollen und schweren Fernverkehr in Serie anzubieten. Die Brennstoffzellensysteme für stationäre Anwendungen können vom geplanten Joint Venture von Daimler Truck AG und Volvo Group hingegen bereits früher in Serie gefertigt werden, da die spezifischen Anforderungen für den Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr entfallen.

Und dazu kommt wohl ein weiterer Partner, wie Anfang 2020 bereits angekündigt: „Der Geschäftsbereich Power Systems von Rolls-Royce plant, für die von ihm entwickelten und vertriebenen Notstromgeneratoren der Produkt- und Lösungsmarke MTU in Rechenzentren zukünftig auf diese Brennstoffzellensysteme aus dem geplanten Joint Venture und die langjährige Expertise von Daimler auf diesem Gebiet zu setzen. Daimler und Rolls-Royce verbindet nicht nur eine langjährige Zusammenarbeit bei konventionellen Antrieben in anderen Einsatzfeldern. Ende des vergangenen Jahres hatten Rolls-Royce Power Systems und Lab1886, die Innovationseinheit von Daimler für neue Geschäftsmodelle, bereits ein Pilotprojekt vereinbart, um auf der Basis von Brennstoffzellenmodulen aus der Automobilproduktion einen Demonstrator zum Einsatz dieser Technologie für die stationäre Energieversorgung zu entwickeln. Er wird bis Ende dieses Jahres in Friedrichshafen in Betrieb gehen.“

Die Bedeutung der Brennstoffzelle scheint man endlich – wenn auch spät – erkannt zu haben:

„Für die Daimler Truck AG spielen Brennstoffzellensysteme zur Verwirklichung eines CO2neutralen Transports eine entscheidende Rolle – komplementär zu batterie-elektrischen Antrieben. Mit der nun abgeschlossenen Vereinbarung für stationäre Brennstoffzellensysteme zeigen wir schon jetzt ganz konkrete Chancen zur Kommerzialisierung dieser Technologie durch das Joint Venture auf. Wir freuen uns, dass Rolls-Royce genau wie wir von der Zukunft der Brennstoffzelle auch im stationären Bereich überzeugt ist und diese langfristig angelegte Kooperation mit uns eingehen möchte. Zum einen stellt dies einen weiteren Impuls zum Aufbau einer branchen- und anwendungsübergreifenden Wasserstoffinfrastruktur dar und zum anderen können wir dadurch gemeinsam die Wirtschaftlichkeit, die gesellschaftliche Akzeptanz und das Vertrauen in die Brennstoffzelle weiter erhöhen.“

so äusserte sich Martin Daum, Vorsitzender des Vorstands der Daimler Truck AG und Mitglied des Vorstands der Daimler AG bei der Ankündigung des Daimler-RollyRoyce Joint Ventures im Mai 2020.

 


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