DIV | Eyemaxx, Northern Data, PREOS und publity, … – Geduldsspiel. Northern Data liefert vorläufige Zahlen.

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Eyemaxx Real Estate AG (ISIN: DE000A0V9L94) – noch immer ohne Geschäftsbericht für das Jahr 01.11.2019-31.10.2020.  Die publity AG (ISIN: DE0006972508) und ihr geplanter Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der PREOS Global Office Real Estate & Technology AG, die ein/das wesentliches Asset der publity darstellt, – per ad-hoc am 25.01.2021 angekündigt – verschoben: „Der potenzielle Käufer und die publity haben sich vor dem Hintergrund der aktuell laufenden Arbeiten am Jahres- und Konzernabschluss der PREOS darauf verständigt, ihre Verhandlungen über den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an PREOS auf den Zeitraum nach Vorlage der fertiggestellten und geprüften Abschlüsse für das Geschäftsjahr 2020 zu verschieben.“ (CN publity, 5.05.2021). Seitdem „nix Neues“ – auch wenn es am 29.07. den testierten Jahresabschluss der PREOS gab – seitdem „nichts Neues“ gemeldet worden. Liegt es an der Gewinnsituation der PREOS?

Northern Data AG (ISIN: DE000A0SMU87) über den Geschäftsbericht für das Jahr 2020:

„geht derzeit davon aus, spätestens im September 2021 vorläufige Zahlen nach IFRS veröffentlichen zu können und anschließend den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2020 vorzulegen“ – könnte ja noch klappen – und es hat geklappt. HEUTE gibt’s das Zahlenwerk für 2020:

Am 30.09.2020 äusserte sich der Northern Data CEO  Aroosh Thillainathan folgendermassen: „Operativ war das erste Halbjahr durch den Bau des Großrechenzentrums in Texas, USA, geprägt, dessen Grundstein im November 2019 gelegt worden war. Kurz vor Ende des ersten Halbjahres wurde dort die erste Kundenhardware in Betrieb genommen. Damit hat nach dem Kapazitätsaufbau nun die Phase der Kommerzialisierung begonnen. Als Resultat konnten für die Berichtsperiode bereits erste Umsatzerlöse aus dem Kundengeschäft in Höhe von rund EUR 1,5 Mio. erzielt werden bei einem EBITDA von EUR -4,5 Mio.

Im zweiten Halbjahr werden wir Umsätze in Höhe von EUR 120 Mio. bis EUR 140 Mio. sowie ein EBITDA zwischen EUR 45 Mio. und EUR 60 Mio. erzielen

und bestätigen damit unsere Prognose“  Und weiter: „Wir blicken auf ein sehr erfolgreiches erstes Halbjahr zurück, in dem wir eine solide Basis für unser künftiges Wachstum gelegt haben. Unsere Aktivitäten, sowohl was die Inbetriebnahme bestehender Kunden als auch die Akquisition neuer Kunden betrifft, entwickeln sich planmäßig. Wir konzentrieren uns nun im zweiten Halbjahr auf das schnelle Hochfahren der installierten Kapazitäten, den Abschluss weiterer Kundenverträge, die Entwicklung weiterer internationaler Rechenzentrumsstandorte sowie das Sicherstellen der erforderlichen Lieferketten.“

HEUTE DIE VORLÄUFIGEN ZAHLEN FÜR 2020: Die vorläufigen Zahlen für 2020 nach IFRS ergeben Umsatzerlöse in Höhe von EUR 16,4 Mio. und ein EBITDA in Höhe von EUR -12,3 Mio.

TJA. SO IST ES WOHL. Gründe dafür gibt es natürlich viele. Zumindest die Kassen sind im September voll: „Der Betrag der liquiden Mittel zum Jahresende 2020 lag bei EUR 73,9 Mio. und beläuft sich zum Ende September 2021 unter anderem aufgrund des Verkaufs des Großteils der Riot Blockchain-Aktien, die Northern Data als Gegenleistung für den Verkauf der Whinstone US, Inc. erhalten hatte, auf rund EUR 312 Mio.“

Natürlich werden davon zumindest 195 Mio EUR in Cash an Block One fliessen innerhalb der nächsten 12 Monate, denn am 12.08.2021 meldete Northern Data den Kauf von 223.000 CPU’s von Block One: Die Transaktion setzt sich aus einer Barkomponente in Höhe von EUR 195 Mio., die innerhalb von 12 Monaten bezahlt wird, und einer Sachkapitalerhöhung in Höhe von rund EUR 170 Mio. (2,3 Mio. Aktien) zusammen

Alles Beispiele, wie man Aktionären und/oder Anleiheinhabern das Börsenleben „vergällen“ kann – publity/PREOS

Wozu dann Anfang Januar eine Verkaufs-ad-hoc von publity. Zufälligerweise im Umfeld eines geplanten PREOS-Tokenverkaufs und einer Platzierung von Aktien des Konzerns. Verzögerungen, die nach dem Sinn der ad-hoc zu einem möglicherweise sehr verfrühten Zeitpunkt fragen lassen. Weitere Fragen, die gestellt werden könnten: Über die insgesamt beeindruckenden Gewinnentwicklungen der PREOS und publity, jeweils massgeblich durch konzerninterne „Vermögensüberträge“ oder Einbringungen mit Offenlegung stiller Reserven begründet. So PREOS am 29.07.2021: „PREOS Global Office Real Estate & Technology AG mit Jahresüberschuss 2020 von rd. EUR 83 Mio. im Einzelabschluss der AG nach HGB-Rechnungslegung/ Maßgeblicher Treiber ist Aufdeckung stiller Reserven aus GORE-Transaktion

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Und GORE ist eine weitere Immobiliengesellschaft des publity Konzerns, die in die PREOS eingebracht wurde. Von wem? Natürlich von publity! Und am 18.06.2021 findet sich in einer publity Meldung: „Der Jahresüberschuss nach HGB Rechnungslegung (ergänzt: der publity AG) beläuft sich auf 12,1 Mio. Euro nach 304,5 Mio. Euro im Jahr zuvor. Das Ergebnis war 2019 maßgeblich durch die Einbringung der damaligen Tochtergesellschaft publity Investor geprägt. „

Gemeinsamkeiten? Fehlende Kommunikation, Intransparenz, … – Eyemaxx

Langsam entwickelt sich  Eyemaxx Real Estate AG (ISIN: DE000A0V9L94) zu einem kaum noch einzuschätzenden Unternehmen. Nicht nur die endgültigen Bilanzen, testiert, zum Geschäftsjahr 2019/20 stehen immer noch aus – ohne Information, wann sie denn nun endlich kommen mögen. Auch die „gefeierten“ Halbjahresbilanzen lassen den Aktionär nicht wirklich zufrieden zurück:

„Wesentlich verbesserte Halbjahreszahlen“,

die zur Beruhigung der Aktionäre veröffentlicht wurden. Und obwohl die Anfangssalden sich durchaus wohl noch im Rahmen der noch laufenden Bilanzprüfung des Vorjahres ändern könnten, sah das Eyemaxx-Management einen operativen Gewinn von rund 800 TEUR als Hoffnungszeichen.

Zurückzuführen seien die signifikanten Verbesserungen der Kennzahlen von Eyemaxx auf die gute operative Geschäftsentwicklung der Gesellschaft. Geprägt sei  die Geschäftsentwicklung im Berichtszeitraum, insbesondere durch die erfolgreiche und konsequente Umsetzung der Projektpipeline sowie den Beginn neuer Projekte. So zumindest in einer Unternehmensmeldung vom 30.07.2021. Der Blick in die Halbjahresbilanz zeigt einige interessante Positionen: Kurzfristigen Vermögenswerten von 43,41 Mio EUR standen kurzfristige Verbindlichkeiten von 43,05 Mio EUR gegenüber.

Zufall das eine betrieblich genutzte Immobilie zeitnah zur Tilgung der fälligen Anleihe im März verkauft wurde oder vielleicht werden musste?

Oder wie in der Halbjahresbilanz ausgeführt: Im März 2021 wurde die Bestandsimmobilie in der Weichertstraße 5, in 63741 Aschaffenburg verkauft. Diese bein
haltet ein mehrstöckiges Bürogebäude sowie Freiflächen von rund 16.400 Quadratmetern. Für den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Eyemaxx Real Estate Group nutzt das Gebäude auch weiterhin als Firmensitz für diverse Gesellschaften.“

Und zeitnah Am 18. März 2021 wurde die Unternehmensanleihe 2016/2021 (ISIN DE000A2AAKQ9) fristgerecht zurückgezahlt. Die Anleihe wurde im März 2016 begeben und hatte einen Zinskupon von 7,00 %. Das ausstehende Volumen belief sich zuletzt auf 19,5 Mio. Euro.“

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Und weiter

trugen Zuschreibungen, nicht liquiditätswirksam, zum Halbjahresgewinn bei: „Der Effekt aus der Bewertung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien betrug TEUR 2.798 (Vorjahr: TEUR234)“ und „Die Anteile an Gemeinschaftsunternehmen stiegen um TEUR 7.268 von TEUR 20.881 zum 31. Oktober 2020 auf
TEUR 28.149 zum 30. April 2021. Die Veränderung resultiert aus der Bewertung der Anteile nach der at‐equity‐Methode. (Nähere Erläuterungen siehe Ertragslage).“

Die im Zeitraum vom 1.11.2020 bis zum 30.04.2021 erzielten Umsätze sanken von 2,63 Mio EUR (Vorjahresperiode) auf 2,35 Mio EUR. Und gut, dass die Eyemaxx die o.g. ergebniswirksamen Zuschreibungen vornehmen konnte von in Summe rund 10 Mio EUR. Denn sonst wäre das Periodenergebnis von Plus rund 800 TEUR nicht möglich gewesen.

Und Northern Data? Oft Transaktionen mit eigenen Aktien bezahlt, Übernahmen, Verkäufe. Viele wiederkehrende Namen, Firmen – und Bilanzen zum 31.12.2020 FEHLEN.

Northern Data ist ein Unternehmen mit einer derzeitigen Kapitalisierung von gut 1,2 Mrd EUR (war auch schon mal das Doppelte) und bestimmt „kein kleiner Laden“. Und die Geschäfte des Unternehmens in einer Zukunftsbranche mit einem Gemisch aus Bitcoinmining, Kryptowährungen und Hochleistungscomputing – und das oftmals mit erneuerbaren Energien betrieben, machen die Story interessant.

Offensichtlich auch überzeugend für viele Anleger. Wäre nur schön, wenn die Vielzahl der Unternehmenserfolge und Unternehmenstransaktionen auch einmal in einer Bilanz testiert und neutral bestätigt, dokumentiert wären. Hier scheint es jedoch Probleme zu geben. Wegen der Komplexität der Geschäftsvorfälle, wegen der „Neuartigkeit“ der Geschäftsvorfälle und deren Bewertung in IFRS. So immer wieder das Unternehmen – teils beiläufig – in seinen Meldungen.

Zuletzt am 27.09. wurde eine 400 Mio Übernahme gemeldet – bezahlt mit neuen Northern Data Aktien

Und in diesem Zusammenhang ging man auch auf die ausstehenden Zahlen ein: „Northern Data befindet sich weiterhin in der Prüfung ihres erstmals nach IFRS aufgestellten Konzernabschlusses 2020 durch ihren von der Hauptversammlung bestellten Prüfer KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Die Gesellschaft geht derzeit davon aus, bis Ende September 2021 vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 nach IFRS veröffentlichen zu können und anschließend den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2020 vorzulegen.“  (CN NorthernData, 27.09.2021, 16:51 Uhr)

Zumindest vorläufige (!) Zahlen untestiert hat man nun also bis Ende September geliefert! Immerhin.

Die nackten Zahlen haben wir beriets zuvor genannt. Und sie sind auf jeden Fall wohl in den Augen einiger Anleger „nicht so ganz das, was man von einem Milliardenkonzern erwarten sollte“ – zumindest wenn dieser operativ ist und nicht ein reines „Entwicklungsunternehmen“ sein soll. Irritierend wie seit September 2020 bis zum 31.12.2021 eine derartig drastische Fehleinschätzung des Unternehemnsumsatzes und Gewinns für das Management möglich ist.

Und jetzt sollte man auf den Bilanzbericht und das Testat warten, damit der Rest klarer werden sollte. Die diversen Übernahmen. Die sich oft im dreistelligen Millionenbereich bewegten und bewegen. Hauptsächlich mit Aktien bezahlt wurden und die teilweise mit denselben Partnern oder Kunden, teilweise Aktionären, oder bekannten Personen abgeschlossen wurden und werden. Nicht verwerflich. Aber erwähnenswert.

NanoRepro hält immer noch an Guidance für 2021 fest. Viromed finde Börsennotiz der NanoRepro charmant – kommt da was in Richtung…

Steinhoff Update zum Stand Tekki-Town-Verfahren. Und: Um wieviel geht es eigentlich? Warum man nicht einfach Wegvergleichen kann…

Deutsche Konsum REIT hat die Zeichen erkannt: Verkauf realisiert Wertsteigerungen. Weitere Aktionen für „Shareholdervalue“ angekündigt.

Encavis bietet durch ihre Management-Tochter wichtige Expertise und Kontakte für Solar- und Windparkportfolios. BayernLB nutzt das.

DAS Hauptgeschäft – ursprünglich in Texas aufgebaut – wurde verkauft bevor die ersten, in Meldungen avisierten Umsätze, realisiert werden konnten. Zu einem guten Preis wohlgemerkt. Bevor Umsätze verbucht werden konnten, die natürlich einer Bilanzprüfung unterlegen hätten. Und ja es gibt noch einen wichtigen Aktionär, die Cryptology Asset Group (ISIN: MT0001770107), deren CEO Patrik Lowry gleichzeitig Chairman der am 27.09.2021 für rund 400 Mio von Northern übernommenen Bitfield NV ist. Hier lässt sich eine lange Liste aufführen. Block.one …

Interessenskonflikte?

Natürlich ist die Zusammenarbeit mit erprobten Partnern und langjährigen Netzwerken nicht negativ zu werten, aber je enger die Kontakte, je enger die wirtschaftlichen Verflechtungen, desto mehr Augenmerk ist auf Kontrollen, neutrale Prüfungen und natürlich auch – bei aller in der Vergangenheit erwiesenen Schwächen – auf die entsprechenden Bilanzprüfungen der Wirtschaftsprüfer zu legen.

Und bei den WP’s ist möglicherweise nach Steinhoff, Wirecard und vielen anderen irgendwann eine grössere Neutralität, „in die Tiefe gehen“ und Sorgfalt zu erwarten…

FAZIT: AUGEN AUF, UNTERNEHMENSMELDUNGEN GENAU LESEN, DRANBLEIBEN – Aktien kaufen und dann liegen lassen ist nicht immer die beste Lösung.

„Defensive Aktien“.  TEIL 1:  DEFAMA, Deutsche Konsum REIT und Noratis. Drei Immobilienwerte, die auch bei Börsenturbulenzen Kurs halten sollten.

„Defensive Aktien“. TEIL 2: Encavis, PNE und BayWa. Drei ESG-Werte mit kontinuierlich wachsenden stillen Reserven. Gut gerüstet für volatilere Börsenzeiten.

 

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