TecDAX | Nordex 177 MW Auftrag! Geht doch. Jetzt noch die Marge…

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25.11.2021 – Nordex Group (ISIN: DE000A0D6554) ist unter Druck. Zwar scheinen derzeit die Aufträge nur so zu sprudeln, aber die Aktie geht immer weiter in die Knie. Woran es liegt? Einerseits „hausgemachte“ Gründen, wie überraschende Kapitalerhöhung, Probleme mit Onshorewindanlage in Haltern mit ungewissen Auswirkungen, Analystenschelte, steigende Shortpositionen (Symptom oder Ursache?) und Prognoseanpassung erwartete Reaktion auf die anderen Branchenvertreter, die diesen Schritt bereits zuvor gehen mussten. Andererseits die Schwäche der Wettbewerber, die unter Lieferkettenproblemen leiden und insbesondere unter explodierenden Rohstoffkosten: Alte Aufträge werden so teilweise zum Kostenrisiko.

Heute ein Erfolg: 30 Anlagen nach Peru verkauft. 177 MW.

liefert 30 Anlagen des Typs N155/5.X für einen 177-MW-Windpark in der Region Ica. Das Projekt ist der erste Auftrag für N155/5.X-Turbinen der Delta4000-Serie mit einem Rotordurchmesser von 155 Metern und der flexiblen Nennleistung in der 5-MW-Klasse. Der Auftrag umfasst außerdem einen Full-Service-Vertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Die Errichtung des Windparks wird im Herbst 2022 starten.

Peru verfügt aufgrund seiner geographischen Lage über ein hohes Windenergiepotenzial. Hauptsächlich an den küstennahen Gebieten zwischen den Anden und dem Pazifik herrschen in Höhe von 80 Metern mittlere Jahreswindgeschwindigkeiten von 7,5 m/s und mehr.

Und Peru ist kein neuer Markt für Nordex: Den ersten Windpark in Peru mit 132 MW hat die Nordex Group bereits im Jahr 2018 fertiggestellt.

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Wichtig für Nordex ist natürlich neben der anlaufenden – oder weiter laufenden – Auftragsstärke auch die Kosten in den Griff zu bekommen. Lieferengpässe, steigende Rohstoffpreise haben bereits einige „gute Geschäfte“ im Nachhinein zu Zusatzgeschäften gemacht. Also muss man entweder Preisanpassungsklauseln in den Verträgen durchsetzen oder eben die Einkaufspreise durch Hedging absichern. Anders wird es nicht gehen, wenn aus Aufträgen auch Gewinne werdne sollen. Letzter Warnschuss sollte die – erwartete Priognosereduktion gewesen sein:

DER PROGNOSERÜCKSCHLAG: Umsatz wird am oberen Ende der Prognose liegen, aber EBITDA „zerbröselt“ auf 1% von ursprünglich erwarteten 4 bis 5,5 %

Kostenexplosion. Wahrscheinlich auch fehlende Forwardkäufe von wichtigen Rohstoffen, die für die Produktion der Windenergieanlagen benötigt werden, lassen die Träume von Gewinnen bei hohem Auftragsbestand schwinden. Probleme die die ganze Branche treffen: Vestas, Siemens Gamesa und die anderen Produzenten leiden ebenso und haben teilweise sogar Verluste vor Augen wegen ungünstiger Verträge mit Kunden.

Windenergieanlagen werden zwingend benötigt, wenn die Energiewende funktionieren soll. Glasgow wird weitere Impulse liefern, aber…

…ohne profitable Windenergieanlagenbauer wird Innovation und Ausbauvolumen „nicht funktionieren“. Hohe Nachfrage sollte eigentlich auch zu steigenden Preisen führen – zumindest auf einem funktionierenden Markt. Überangebot? Offensichtlich finden die grossen Anlagenbauer aufgrund technologischer Vorteile gegenüber den aufkommenden neuen Massenproduzenten insbesondere in China immer noch die entsprechende Nachfrage. Also grosse Zukunft – möglicherweise auch für Nordex – und triste Gegenwart.

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Die Börse handelt eigentlich die Zukunft – aber 2021 wird schlecht.

Und somit die Frage, ob es Nordex gelingt die steigenden Produktionskosten vollständig an die Kunden weiterzubelasten und seine zukünftigen Verträge mit entsprechenden Preisanpassungsklauseln zu vereinbaren. Auf jeden Fall 2021 wird „nicht so gut“:

Aufgrund der hohen Nachfrage und einer starken Projektabwicklung erwartet die Gesellschaft nunmehr für das laufende Jahr 2021 einen konsolidierten Umsatz von 5,0 bis 5,2 Mrd EUR (bisher: 4,7-5,2). Unter Berücksichtigung unerwarteter Kostensteigerungen aufgrund der beispiellosen Volatilität in den Rohstoff- und Logistikmärkten wird ein operatives Ergebnis (EBITDA) von rund 1,0 Prozent erwartet (bisher: 4,0-5,5 Prozent).

Vorläufige Zahlen lassen ein schlechtes Q4 erwarten – wenn man die korrigierte Prognose ansieht

In den ersten neun Monaten 2021 erzielte die Nordex Group einen Umsatz von 4,0 Mrd EUR (9M 2020: 3,2 ). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf 100,7 Mio EUR (9M 2020: 70,8 Mio. EUR), was einer EBITDA-Marge von 2,5 Prozent (9M 2020: 2,2 Prozent) entspricht. Wenn nun im Gesamtjahr nur noch 1 % EBITDA Marge erwartet wird, dann muss man kein Rechengenie sein, um bei aktuell 2,5 % Marge (für 9 Monate) die Zahlen für das Q4 zu ermitteln.

Klarer positionieren sich die Shortseller, die Schwächen eines Unternehmens schneller als andere zu erkennen meinen

Hier kommt – auch wenn aktuell keine wesentlichen Positionsänderungen erfolgten – Nordex auf ein für deutsche Aktien sehr hohes „Negativum“: Insgesamt meldepflichtig wurden Stand 22.11.2021: 6,92 % (Stand 08.11.2021: 8,43 %; am 06.10. nach und ermittelten 6,93 % )aller Nordex-Aktien leerverkauft. Wohlgemerkt: Nur meldepflichtige Positionen von mindestens 0,5 % des Gesamtaktienkapitals werden erfasst, also sollte die vollständige Leerverkaufsquote wesentlich höher sein. Und dass ist schon eine kursbeeinflussende Grössenordnung. Und bisher scheinen die „shorts“ ja auch ganz richtigzuliegen.

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Nordex ist ein ernstzunehmender Player auf dem Weg zur Klimaneutralität 2050 – der jetzt in noch rauere Winde geraten könnte

Die Gruppe hat über 35 GW Windenergieleistung in über 40 Märkten installiert. Und erzielte im Jahr 2020 einen Umsatz von etwa EUR 4,6 Mrd. Derzeit beschäftigt das Unternehmen über 8.500 Mitarbeiter. Und zum Fertigungsverbund gehören Werke in Deutschland. Spanien. Brasilien. USA. Indien und Mexiko. Das Produktprogramm konzentriert sich auf Onshore-Turbinen vor allem der 4- bis 6,X-MW-Klasse, die auf die Marktanforderungen von Ländern mit begrenzten Ausbauflächen und Regionen mit begrenzten Netzkapazitäten ausgelegt sind.

Aktuell (25.11.2021 / 09:32 Uhr) notieren die Aktien der Nordex SE im XETRA-Handel  zum Vortag mit kräftigem Plus bei 16,18  Euro.


Chart: Nordex SE | Powered by GOYAX.de

 

 

 

 

 

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