General Standard | B+S Banksysteme, CEO im EXKLUSIVINTERVIEW: „Fintech seit 35 Jahren“

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Nach einem Umsatzplus von über 20 Prozent im ersten Quartal 2021 konnte die B+S Banksysteme AG (ISIN: DE0001262152) im laufenden Quartal gleich mehrere ASP-Aufträge und den Zuschlag für ein großes Entwicklungsprojekt vermelden. Bereits Ende April hatte die B+S-Tochter ByteWorx eine Kooperation mit der DSV-Gruppe geschlossen. Im Exklusivinterview mit dem Nebenwerte-Magazin erläutert B+S-Vorstand Wilhelm Berger wie der Softwarespezialist vom Nachholbedarf vieler Finanzdienstleister bei der Digitalisierung profitiert, woher die Dynamik im Neugeschäft kommt und welche zusätzlichen Potenziale ByteWorx liefert.
Zuverlässigkeit, Berechenbarkeit und Konsequenz der Geschäftstätigkeit der B+S erkennt der Leser, wenn er die heute veröffentlichten Aussagen, mit den Ankündigungen aus dem Interview von vor ca. einem Jahr vergleicht – man könnte sagen B+S hat abgeliefert:
Herr Berger, an den Aktienmärkten ist in den vergangenen zwölf Monaten eine neue Euphorie ausgebrochen, die Zahl der Aktionäre hat spürbar zugenommen. Inwiefern profitiert die B+S Banksysteme AG als Spezialist für Online- und Mobile-Banking-Lösungen operativ von diesem Trend?

Wilhelm Berger: Die Nachfrage und der Bedarf nach Programmunterstützung im Bereich der Wertpapieranwendungen steigt derzeit stetig. Wir unterstützen mit unseren Anwendungen nicht nur den Handel und die Abwicklung von Wertpapiergeschäften, sondern bieten u. a. mit dem Börsenspiel unserer Tochter ByteWorx ein Tool an, dass die junge Generation an das Thema durch entsprechende Wissensvermittlung heranführt. Dass wir zu den Profiteuren gehören, zeigt auch ein Blick auf das dritte Quartal 2020/21, in dem wir unsere Umsätze gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20 % steigern konnten.

B+S bezeichnet sich als „Fintech seit 35 Jahren“. Was machen Sie besser bzw. anders als die junge Garde?

Wilhelm Berger: Wir generieren Umsätze, Gewinne, schaffen langfristige Substanz und gesicherte Arbeitsplätze. Der hohe Anteil an wiederkehrenden Umsätzen von bis zu 80% verschafft uns zudem die notwendige Planungssicherheit.

In den vergangenen Wochen konnte B+S diverse ASP-Aufträge verbuchen. Woher kommt die aktuelle Dynamik im Neugeschäft Ihres Cloud-basierten Software-Mietmodells?

Wilhelm Berger: Die Gründe für die steigende Nachfrage im ASP-Bereich liegen nicht nur bei den Kosten. Ein weiteres Kriterium ist die hohe Umsetzungsgeschwindigkeit, sprich die kurze Zeitspanne zwischen der Entscheidung des Kunden und der Aufnahme des Echtbetriebs. Aber noch wichtiger ist, dass sich unsere Kunden am Markt mit unseren Applikationen gegenüber ihren Wettbewerbern abgrenzen und auch noch Geld verdienen können.

Im laufenden Quartal haben Sie auch den Zuschlag für ein großes Entwicklungsprojekt erhalten. Handelt es sich dabei um die Ende April gemeldete Kooperation Ihrer Tochter ByteWorx mit der DSV-Gruppe oder ist das ein davon unabhängiges Projekt?

Wilhelm Berger: Bei dem genannten Entwicklungsprojekt handelt sich um einen Projektauftrag an die B+S Banksysteme AG für die Realisierung der Neuaufstellung des Online-Auftritts einer großen Regionalbank. Die Umsatzrealisierung daraus erfolgt im Wesentlichen ab dem Geschäftsjahr 2021/22.

Die mit der DSV-Gruppe geschlossene Partnerschaft umfasst die gesamte Sparkassenorganisation mit allen deutschen Sparkassen. Welchen Part übernimmt Byteworx bei dieser Zusammenarbeit und auf welche weiteren Bereiche wollen Sie diese Zusammenarbeit noch ausweiten?

Wilhelm Berger: ByteWorx übernimmt die Weiterentwicklung und den Betrieb des bekannten Sparkassen-Börsenplanspiels unter Einbringung der vorhandenen und etablierten Lösung. Die Weiterentwicklung wird dabei neben der Integration von Realtime-Handelsfunktionalitäten und einer deutlichen Ausweitung der handelbaren Wertpapiere auch mobile Apps umfassen. Die Kooperation mit dem deutschen Sparkassenverlag (DSV Gruppe) soll sich auf den europäischen Raum ausweiten, zudem sind weitere Ideen zur Umsetzung von Lösungen im Gespräch, um speziell die junge Generation gezielt an den Finanzmarkt heranzuführen.

Wie hat sich die ByteWorx seit der Übernahme durch B+S entwickelt? Haben sich Ihre Erwartungen bisher erfüllt?

Wilhelm Berger: Hier kann ich nur grundsätzlich „ja“ sagen. Unsere Tochter ByteWorx entwickelt sich hervorragend, wobei sie auch von der Zugehörigkeit zum B+S-Konzern profitiert. Mit Blick auf die ByteWorx-Kundenliste, auf der bekannte Institute wie die Commerzbank, die HypoVereinsbank und die Raiffeisen Bank stehen, eröffnen sich uns zugleich auch zahlreiche Cross-Selling-Potenziale. Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch, dass uns die Produkte und das Know-how der ByteWorx helfen, eine Lücke in unserer Produktpalette im Wertpapierbereich zu schließen.

ByteWorx ist mit 25 % Beteiligung an der TradElite Solutions GmbH beteiligt. Was ist das Besondere an deren Financial Market Entertainment (FME)-Plattform?

Wilhelm Berger: Hier möchte ich aktuell noch nicht zu viel verraten. Wie der Name TradElite aber schon beschreibt, ist es eine konsequente Weiterentwicklung mit allen Ideen aus der ByteWorx-Welt. Der Weg an die Finanzmärkte soll einerseits erleichtert (lite), andererseits durch stetiges Lernen weiterentwickelt (Elite) werden.

Für das laufende Geschäftsjahr 2020/21 haben Sie einen Konzernumsatz von 12 Mio. Euro als Ziel ausgegeben. Sechs Wochen vor Ende haben Sie davon bereits 11,4 Mio. Euro fixiert. Wovon hängt es ab, ob Sie auch den restlichen Teil in die Bücher holen können?

Wilhelm Berger: Wir erwarten noch eine entsprechende Beauftragung, bei der es mit Blick auf den Stichtag 30.06.2021 allerdings eng werden kann. D. h. es besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich daraus resultierende Umsatz- und Ergebnisbeiträge in das Geschäftsjahr 2021/22 verschieben.

Mit welchen Erwartungen blicken Sie auf das im Juli beginnende Geschäftsjahr 2021/2022?

Wilhelm Berger: Wir starten mit viel Arbeit aus laufenden Projekten ins neue Geschäftsjahr. Unser Bestand an festen laufenden Einnahmen wird sich entsprechend erhöhen. Der Nachholbedarf vieler Finanzdienstleister bei der Digitalisierung liefert uns einen nachhaltigen Schub. Davon profitiert auch das Neugeschäft.

 Herr Berger, vielen Dank für das Interview.


Chart: B+S Banksysteme AG | Powered by GOYAX.de

Herr Wilhelm Berger, Vorstandschef und Vorstandssprecher der B+S Banksysteme AG

wilhelm berger bs banksysteme

Kurzinfo zum Unternehmen

Die an der Frankfurter Wertpapierbörse notierte B+S Banksysteme Aktiengesellschaft ist eine Softwaremanufaktur für Banken und Finanzdienstleister, die 1982 in Salzburg gegründet wurde. Der Hauptsitz der Gesellschaft ist seit 2008 in München, weitere Standorte befinden sich in Österreich (Salzburg) und in der Schweiz (Kanton Bern).

Bei B+S stellt sich ein Team von über 80 Experten verschiedenster Fachgebiete den umfangreichen und vielschichtigen Herausforderungen der Finanzwelt. Durch die optimale Teamgestaltung mit fachlichen (Finanzspezialisten, Controllern, Bankern) und technischen Spezialisten (Informatikern, Mathematikern, Organisationsprogrammierern, Systemadministratoren) ist es möglich herausragende Produkte für anspruchsvolle Kunden zu entwickeln und diese auf Wunsch auch im eigenen Rechenzentrum zu betreiben.

B+S bietet seinen Kunden sowohl für die klassischen Bankprozesse als auch für modernes Electronic und Mobile Banking die passenden Softwarelösungen.

Am Standort in Salzburg befindet sich das Kompetenzzentrum für die Bereiche Zahlungsverkehr, Risikomanagement, Währungsmanagement sowie Treasury und Trading. Bei der Konzernmutter in München werden die Lösungen für die Bereiche Electronic Banking und Payment entwickelt. Die Produkte können von den Kunden entweder als Lizenzsoftware erworben oder im Rahmen eines Outsourcings genutzt werden.

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