Drägerwerk Surteco – beide enttäuschten letzte Woche. Wieso? Kosten, Lieferketten, Nachfrage,…

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Drägerwerk Surteco - beide enttäuschten letzte Woche. Wieso? Kosten, Lieferketten, Nachfrage,...

Drägerwerk Surteco – beide enttäuschten letzte Woche. Wieso? Eigentlich „das derzeit Übliche“ – Kosten, Lieferketten, Nachfrage,.. . Drägerwerk AG & Co. KGaA (ISIN: DE0005550602) und die SURTECO GROUP SE (ISIN: DE0005176903) mussten ihre Prognose „kassieren“. War das bereits eingepreist?Der Handel der Drägerwerk-Aktie war letzte Woche bereits vor Rücknahme der Prognose am Donnerstagabend mehr als schwach – 52 Wochen-Tief markierte die Aktie bereits am Dienstag, dem 11.10.2022,  mit 36,50 EUR – so ist der Wochenschluss von 37,45 EUR fast positiv zu sehen. Und auch Surteco markierte bereits am Dienstag sein 52 Wochen-Tief bei 18,50 EUR – auch hier leicht höhere Kurse nach Klarheit durch die Prognosekorrektur im Laufe der Woche.

Beide Aktien haben jetzt erstmal schlechte Nachrichten zu verdauen – aber der Markt hatte vorher offensichtlich schon schwarzgesehen. Jetzt ist bei Drägerwerk Surteco zumindest alles auf dem Tisch:

Drägerwerk Surteco – Vorläufige Zahlen zeigen Umsatz- und Ertragsschwäche trotz hohem Auftragsbestand – Prognose kassiert.

Der Umsatz von Drägerwerk lag im dritten Quartal 2022 mit rund 725 Mio EUR auf Basis vorläufiger Berechnungen währungsbereinigt 9,1 % unter dem Wert des Vorjahreszeitraums (3. Quartal 2021: 769,6 Mio EUR). Grund hierfür sei insbesondere die anhaltende Störung der Lieferketten und damit verbunden die nur langsam einsetzende Verbesserung der Verfügbarkeit von Vorprodukten, die nötig sein sollen, um Endprodukte zu fertigen und an Kunden auszuliefern. Infolgedessen verzögerte sich die Umsatzrealisierung aus dem hohen Auftragsbestand für Drägerwerk – damit hatte man nicht gerechnet.

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Aber auch EBIT schwach – ROTE ZAHLEN sogar trotz hohem Auftragsbestand

Auch beim EBIT eine negative Überraschung: Minus 37 Mio EUR (3. Quartal 2021: Plus 47,9 Mio EUR). Wesentliche Gründe hierfür sollen das niedrigere Umsatzvolumen und die geringere Bruttomarge gewesen sein. Und so lag die Bruttomarge vor allem wegen des veränderten Produktmixes durch die rückläufige Nachfrage nach coronabezogenen Produkten sowie höherer Kosten für die Beschaffung schwer verfügbarer elektronischer Bauteile nur noch bei rund 40,6 % (3. Quartal 2021: 46,9 %).

Aufträge markieren Rekorde – Lieferketten- und Kostenproblem überschattet alles andere

Der Auftragseingang lag im dritten Quartal mit rund 777 Mio EUR sogar noch über dem hohen Vorjahreswert (759,6 Mio). Währungsbereinigt blieb der Auftragseingang in etwa auf Vorjahresniveau (-0,9 %). Das Segment Sicherheitstechnik verzeichnete ein währungsbereinigtes Wachstum von 11,3 % auf rund 311 Mio EUR (3. Quartal 2021: 273,9 Mio), getrieben durch eine gute Nachfrage in allen Produktbereichen. Aber das margenstärkere Segment Medizintechnik verzeichnete dagegen einen währungsbereinigten Rückgang von 7,8 % auf rund 465 Mio EUR (3. Quartal 2021: 485,7 Mio). Im Vorjahr hatte Dräger noch größere coronabedingte Aufträge für Beatmungsgeräte aus Asien erhalten, die sich in diesem Umfang nicht wiederholt haben.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres stieg somit der Auftragseingang auf Basis vorläufiger Berechnungen währungsbereinigt um 5,6 % auf rund 2.424 Mio EUR(9 Monate 2021: 2.237,0 Mio). Der Umsatz lag mit rund 2.027 Mio EUR währungsbereinigt 18,0 % unter dem Vorjahreswert (9 Monate 2021: 2.402,9 Mio). Die Bruttomarge betrug rund 40,5 %(9 Monate 2021: 48,4 %). Das EBIT belief sich auf rund Minus 148 Mio EUR(9 Monate 2021: Plus 257,0 Mio).

Hoffen auf die nächsten Wochen bei Drägerwerk

Dräger geht weiterhin von einer starken Beschleunigung der Umsatzrealisierung in den kommenden Wochen aus. Aufgrund des Ausmaßes der bisherigen Verzögerung geht Dräger jedoch nicht mehr davon aus, die Jahresprognose erreichen zu können. Im Rahmen seiner Jahresprognose hatte der Vorstand mit einem – im Vergleich zu den coronabedingten sehr starken Vorjahreswerten – währungsbereinigten Umsatzrückgang zwischen -5,0 und -9,0 % und einer EBIT-Marge zwischen 1,0 und 4,0 Prozent für das Geschäftsjahr 2022 gerechnet. Zuletzt war er davon ausgegangen, das jeweils untere Ende der Spanne zu erreichen.

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Gibt keine Klarheit wie schlecht es werden wird – zumindest schlechter als in der nun als unerreichbar eingestuften Prognose – Drägerwerk sollte baldmöglichst hier weitere Informationen liefern. Und die Aktie? Kräftig von den gesehenen Corona-Hochs gefallen – aber schon ein Kauf? Abwarten ist nicht immer die falsche Strategie.

Chart der Drägerwerk Surteco – Aktien.


Chart: Drägerwerk AG & Co. KGaA | Powered by GOYAX.de

Drägerwerk Surteco – Nachfrageeinbruch im Q3. Kostensteigerungen kommen dazu. EBIT-Erwartung für 2022 muss kräftig zurückgenommen werden…

Die SURTECO GROUP SE weist in den Monaten Januar bis September 2022 nach vorläufigen Zahlen Umsatzerlöse von ca. 593 Mio EUR und ein EBIT von etwa 41 Mio EUR aus. Obwohl sich die Umsatzerlöse aufgrund der Weitergabe der stark gestiegenen Rohstoffpreise voraussichtlich im prognostizierten Rahmen bewegen werden, habe die Nachfrage im dritten Quartal mit überraschender Dynamik nachgegeben.

Für das Quartal Q4 rechnet man jetzt noch bestenfalls mit schwarzer Null – und 2023? Bis jetzt noch keine Klarheit

Vor dem Hintergrund zunehmend schwieriger Rahmenbedingungen passte am Donnerstag der Vorstand die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2022 an. Insbesondere eine voraussichtlich anhaltend schwache Nachfrage bei weiterhin hohen Rohstoffkosten sollen dafür sorgen, dass das Ergebnisziel für 2022 von 55 Mio bis 65 Mio EUR nicht mehr erreichbar sein werde. Dabei könnten bereits eingeleitete Gegenmaßnahmen wie die Inanspruchnahme von Kurzarbeit in den betroffenen Bereichen die Effekte aus der gesunkenen Nachfrage nicht mehr ausgleichen. Die Gesellschaft arbeite im Rahmen der operationellen Exzellenz kontinuierlich daran, die internen Prozesse und Strukturen weiter zu optimieren und somit die Kostenposition nachhaltig zu verbessern. Insofern wird nun mit einem EBIT für das Geschäftsjahr 2022 zwischen 37 Mio  und 42 Mio EUR gerechnet.

Bei Surteco bleibt ebenfalls ein hoher Unsicherheitsfaktor zurück – für 2023 gibt Surteco bisher keine Ertragsentwarnung – Bemühungen Kosten zu sparen heissen nicht gleichzeitig eine Rückkehr in die Gewinnzone. Ist das bestenfalls mit schwarzer Null erwartete Q4 der Anfang oder bereits der Höhepunkt einer Ertragsdelle oder der Anfang einer längeren rezessiven Entwicklung? Und ist die annähernde Kurshalbierung seit den Jahreshochs nun eine Einstiegschance? Hängt auch von der Meinung der Anleger über die Makrofaktoren potentielle Rezession, Rohstoffkostenentwicklung und Konjunkturperspektiven.

Chart der Drägerwerk Surteco – Aktien.


Chart: SURTECO GROUP SE | Powered by GOYAX.de
NIKOLA Aktie zuckt noch. Übernahme von Romeo Power hat geklappt. Für fast kein cash und mit Synergien für die Zukunft.
H2-Update: Nel, Plug Power, NIKOLA, Ballard Power – Grossauftrag, Prognosereduktion, Übernahme, Investitionen . Vor den Zahlen geht’s kaum unterschiedlicher. Spannend

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