2G Energy zündet den nächsten Wachstumsturbo: Rechenzentren treiben Auftragseingang über 400 Millionen Euro

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2G Energy nimmt die Wachstumsstory eine neue Dimension an. Der Spezialist für dezentrale Kraftwerke, Kraft-Wärme-Kopplung und Wärmepumpen hat im dritten Quartal erneut einen Auftragseingang von mehr als 400 Millionen Euro verbucht. Haupttreiber ist das Geschäft mit Rechenzentren – doch auch die klassischen Märkte entwickeln sich deutlich positiv.

Die Konsequenz folgt unmittelbar: Der Vorstand hebt die Umsatzprognose für 2027 an und legt erstmals konkrete Ziele für 2028 vor. Dann sollen bereits 750 bis 850 Millionen Euro Umsatz erreicht werden.

Zum Vergleich: Für 2026 erwartet 2G weiterhin rund 490 Millionen Euro. Am oberen Ende der neuen 2028er-Spanne würde der Umsatz damit innerhalb von zwei Jahren um rund 73 Prozent wachsen.

Rechenzentren verändern die Größenordnung

Der entscheidende Wachstumstreiber ist inzwischen das Rechenzentrumsgeschäft.

Im dritten Quartal konnte 2G einen weiteren Großauftrag für containerisierte Kraftwerke verbindlich abschließen. Das Projekt umfasst eine Leistung von 275 MW.

Die Dimension ist außergewöhnlich: Nach Angaben von 2G übersteigt allein die Leistung dieses Auftrags die gesamte Produktion des Geschäftsjahres 2025.

Der Auftrag wird von 2G erst jetzt als Auftragseingang erfasst, nachdem der Vertrag unterzeichnet und die vereinbarte Anzahlung eingegangen ist.

Diese Anzahlung liegt nach Unternehmensangaben im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Bei Großaufträgen verlangt 2G üblicherweise Vorauszahlungen von 20 bis 30 Prozent des Auftragswertes.

Ein Teil der erhaltenen Mittel wird bereits zur Absicherung der Lieferkette eingesetzt.

KI- und Rechenzentrumsboom wird zum Wachstumsmotor

Damit entwickelt sich 2G zunehmend zu einem indirekten Profiteur des massiven Ausbaus von Rechenzentren.

Die dafür benötigte Energieversorgung muss schnell verfügbar, skalierbar und zuverlässig sein. Genau hier positioniert sich 2G mit containerisierten Kraftwerkslösungen.

Besonders bemerkenswert ist die Geschwindigkeit, mit der sich die Größenordnung des Geschäfts verändert.

Ein einzelner Auftrag über 275 MW übertrifft bereits die komplette Jahresproduktion von 2025. Gleichzeitig geht das Unternehmen davon aus, dass die außergewöhnlich positive Entwicklung beim Auftragseingang auch in den kommenden Quartalen anhalten dürfte.

Damit zeichnet sich eine strukturelle Verschiebung ab: Das Rechenzentrumsgeschäft entwickelt sich vom zusätzlichen Wachstumsfeld zu einem wesentlichen Treiber der mittelfristigen Unternehmensplanung.

Nicht nur Data Center wachsen

Die aktuelle Entwicklung hängt allerdings nicht ausschließlich an Rechenzentren.

Im Juli konnte 2G zusätzlich den bereits angekündigten Großauftrag aus dem Mining-Bereich fixieren.

Auch die traditionellen Märkte und Geschäftsbereiche entwickeln sich nach Unternehmensangaben positiv und erreichen teilweise zweistellige Wachstumsraten.

Das ist für die Qualität der Wachstumsstory wichtig. Eine starke Abhängigkeit von wenigen riesigen Rechenzentrumsprojekten würde das Risikoprofil erhöhen. Wachstum in mehreren Regionen und Segmenten sorgt dagegen für eine breitere Basis.

Auch das noch junge Wärmepumpengeschäft entwickelt sich laut 2G entsprechend den hohen Erwartungen.

Für 2026 rechnet das Unternehmen hier weiterhin mit einem Auftragseingang von bis zu 30 Millionen Euro.

2027-Prognose wird bereits angehoben

Der hohe Auftragseingang schlägt nun auf die mittelfristige Planung durch.

Für 2027 erwartet der Vorstand jetzt einen Umsatz zwischen 600 und 650 Millionen Euro.

Bislang hatte die Prognose lediglich bei 570 bis 620 Millionen Euro gelegen.

Damit werden sowohl Unter- als auch Obergrenze um jeweils 30 Millionen Euro angehoben.

Ausgehend von den für 2026 erwarteten 490 Millionen Euro entspricht dies im kommenden Jahr einem Umsatzwachstum von 22,5 bis 33 Prozent.

Für ein Unternehmen, das bereits eine erhebliche industrielle Produktionsbasis besitzt, wäre das ein außergewöhnlich hohes Wachstumstempo.

2028 könnten bereits 850 Millionen Euro Umsatz erreicht werden

Noch eindrucksvoller fällt der erstmalige Ausblick auf 2028 aus.

2G erwartet einen Umsatz von 750 bis 850 Millionen Euro.

Gegenüber dem oberen Ende der neuen 2027er-Prognose wären damit mindestens weitere 100 Millionen Euro Wachstum möglich.

Je nach tatsächlichem Ausgangspunkt könnte der Umsatzsprung sogar bis zu 250 Millionen Euro betragen.

Verglichen mit den für 2026 erwarteten 490 Millionen Euro würde das obere Ende der 2028er-Prognose einem Zuwachs von rund 360 Millionen Euro beziehungsweise 73,5 Prozent innerhalb von zwei Jahren entsprechen.

Damit zeichnet 2G eine deutlich steilere Wachstumskurve als bislang.

Neue Fabrikkapazitäten werden entscheidend

Die Herausforderung verschiebt sich damit zunehmend von der Nachfrage zur Umsetzung.

Denn Aufträge allein reichen nicht. 2G muss die Anlagen auch produzieren und termingerecht ausliefern können.

Eine wichtige Rolle spielt deshalb die neue Montagehalle am Standort Heek, die zum Jahresende 2027 in Betrieb genommen werden soll.

Gemeinsam mit einem bereits begonnenen, kontrollierten Personalaufbau sollen dadurch die Voraussetzungen geschaffen werden, um 2028 auch das obere Ende der Umsatzprognose von 850 Millionen Euro erreichen zu können.

Damit investiert 2G bereits heute in die Kapazitäten für das erwartete Wachstum.

Genau hier dürfte in den kommenden Jahren ein wesentlicher Erfolgsfaktor liegen: Kann das Unternehmen die Produktion schnell genug hochfahren, ohne Effizienz und Margen zu belasten?

Marge soll trotz Wachstum über 11 Prozent steigen

Bemerkenswert ist nämlich, dass 2G nicht nur deutlich höhere Umsätze erwartet.

Ab 2027 soll die EBIT-Marge auf mehr als 11 Prozent steigen.

Das ist angesichts des geplanten Produktionshochlaufs besonders relevant.

Sollte 2G beispielsweise 2027 das obere Ende der Umsatzprognose von 650 Millionen Euro erreichen und eine EBIT-Marge von etwas mehr als 11 Prozent erzielen, würde das operative Ergebnis rechnerisch die Marke von 71,5 Millionen Euro überschreiten.

Für 2028 nennt das Unternehmen zwar weiterhin keine konkrete EBIT-Prognose. Sollte eine Marge von mindestens 11 Prozent jedoch auch bei 750 bis 850 Millionen Euro Umsatz erreicht werden, ergäbe sich rein rechnerisch ein EBIT von mehr als 82 bis 93 Millionen Euro.

Das ist ausdrücklich keine Unternehmensprognose, verdeutlicht aber den möglichen operativen Hebel der Wachstumspläne.

Erstes Halbjahr sieht auf den ersten Blick deutlich schwächer aus

Die aktuellen Halbjahreszahlen stehen dazu zunächst in einem starken Kontrast.

Im ersten Halbjahr 2026 erreichte 2G eine Gesamtleistung von 184 Millionen Euro, 4,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Das EBIT fiel gleichzeitig von 5,7 auf lediglich 0,8 Millionen Euro.

Die EBIT-Marge sank entsprechend von 3,3 auf 0,6 Prozent.

Hinter dieser Entwicklung stehen allerdings mehrere Sondereffekte und Verschiebungen.

Der Jahresauftakt 2025 war insbesondere durch außergewöhnlich viele kurzfristige Ukraine-Aufträge geprägt. Während im Vorjahreszeitraum noch 33,7 Millionen Euro an Schlussrechnungen für die Ukraine anfielen, waren es diesmal lediglich 1,1 Millionen Euro.

Entsprechend sank der Umsatz mit Kraftwerken von 82,7 auf 52,7 Millionen Euro.

Personalaufbau belastet heute – soll Wachstum von morgen ermöglichen

Hinzu kommen höhere Kosten.

Der Personalaufwand stieg im ersten Halbjahr um 17,3 Prozent auf 49,1 Millionen Euro.

Darin enthalten sind Konsolidierungseffekte durch Tochtergesellschaften wie KWK-Tec und Celsius & Watt. Gleichzeitig baut 2G bereits gezielt Personal für das erwartete starke Wachstum der kommenden Jahre auf.

Das belastet zunächst das Ergebnis, bevor die zusätzlichen Mitarbeiter durch höhere Produktionsvolumina ausgelastet werden.

Auch die Abschreibungen erhöhten sich um 28,5 Prozent auf 5,4 Millionen Euro – unter anderem aufgrund des neuen ERP-Systems.

Die Halbjahreszahlen zeigen damit einen Konzern, der aktuell Kosten für Kapazitäten trägt, deren Umsatzpotenzial erst in den kommenden Quartalen sichtbar werden soll.

Servicegeschäft stabilisiert das Geschäftsmodell

Positiv entwickelte sich dagegen das Servicegeschäft.

Der Umsatz erreichte 83,5 Millionen Euro und lag damit lediglich 4,3 Prozent unter dem Vorjahreswert von 87,2 Millionen Euro.

Im zweiten Quartal wurde der entsprechende Vorjahreswert bereits wieder übertroffen.

Durch den höheren relativen Anteil des Servicegeschäfts sank gleichzeitig die Materialaufwandsquote von 63,2 auf 58,3 Prozent.

Das Servicegeschäft bleibt damit ein wichtiger stabilisierender Faktor, während das Neuanlagengeschäft stärker von Projektzeitpunkten und Großaufträgen beeinflusst wird.

Liquidität macht einen bemerkenswerten Sprung

Auffällig ist zudem die Entwicklung der Liquidität.

Zum 30. Juni 2026 verfügte 2G über liquide Mittel von 29,3 Millionen Euro.

Ende 2025 waren es lediglich 0,1 Millionen Euro.

Die Vorauszahlungen bei Großaufträgen können dabei einen wichtigen Finanzierungseffekt entfalten. Beim neuen Rechenzentrumsauftrag ist bereits eine Anzahlung im mittleren zweistelligen Millionenbereich eingegangen.

Das kann helfen, den erheblichen Working-Capital-Bedarf eines solchen Produktionshochlaufs zu finanzieren und gleichzeitig Teile der Lieferkette frühzeitig abzusichern.

Zweites Halbjahr muss jetzt liefern

Die schwache EBIT-Marge des ersten Halbjahres macht allerdings deutlich, wie stark die Jahresprognose auf einem erfolgreichen zweiten Halbjahr basiert.

2G erwartet für 2026 weiterhin einen Umsatz innerhalb der Spanne von 440 bis 490 Millionen Euro und hält das obere Ende von 490 Millionen Euro für realistisch.

Gleichzeitig soll eine EBIT-Marge von 9,5 bis 10,5 Prozent erreicht werden.

Damit muss im zweiten Halbjahr sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis eine erhebliche Beschleunigung erfolgen.

Der erste große Rechenzentrumsauftrag soll dabei helfen. Die Auslieferungen beginnen im vierten Quartal, wobei die Umsätze jeweils nach Ankunft der einzelnen Kraftwerke in den USA realisiert werden.

Parallel gewinnt die Umsatzrealisierung aus dem deutschen Biomassepaket nach Angaben des Unternehmens deutlich an Dynamik.

Einordnung für Anleger: 2G bekommt eine völlig neue Wachstumsdimension

Die Zahlen zeigen zwei sehr unterschiedliche Bilder.

Auf der einen Seite steht ein erstes Halbjahr mit lediglich 0,8 Millionen Euro EBIT und einer Marge von 0,6 Prozent.

Auf der anderen Seite stehen ein Auftragseingang von erneut mehr als 400 Millionen Euro im dritten Quartal, ein 275-MW-Rechenzentrumsauftrag, eine angehobene Prognose für 2027 und erstmals bis zu 850 Millionen Euro Umsatz für 2028.

Für Anleger verlagert sich die entscheidende Frage deshalb zunehmend von der Nachfrage zur Ausführung.

Kann 2G den enormen Auftragsbestand termingerecht abarbeiten? Gelingt der Produktionshochlauf ohne größere Probleme? Und lässt sich gleichzeitig die angestrebte EBIT-Marge von mehr als 11 Prozent realisieren?

Sollte das gelingen, würde sich nicht nur die Größenordnung des Unternehmens verändern, sondern auch dessen Ergebnisprofil.

Fazit: Aus der Wachstumsstory wird eine Skalierungsstory

2G Energy steht möglicherweise vor den stärksten Wachstumsjahren seiner Unternehmensgeschichte.

Der Auftragseingang übersteigt im dritten Quartal erneut 400 Millionen Euro. Allein der neue Rechenzentrumsauftrag umfasst 275 MW und ist damit größer als die gesamte Produktionsleistung des Jahres 2025.

Gleichzeitig wird die Umsatzprognose für 2027 auf 600 bis 650 Millionen Euro angehoben. Für 2028 stellt das Management bereits 750 bis 850 Millionen Euro in Aussicht.

Und trotz dieses massiven Wachstums soll die EBIT-Marge ab 2027 auf mehr als 11 Prozent steigen.

Die schwachen Ergebniszahlen des ersten Halbjahres zeigen allerdings, dass der Weg dorthin anspruchsvoll bleibt. 2G muss nun beweisen, dass sich die enormen Auftragseingänge auch effizient in Umsatz und Gewinn verwandeln lassen.

Damit verändert sich die Investmentstory: Die Nachfrage scheint derzeit nicht das Problem zu sein. Jetzt geht es darum, ob 2G die neue Größenordnung operativ bewältigen kann.

Gelingt der Produktionshochlauf, könnte insbesondere das Rechenzentrumsgeschäft 2G in den kommenden zwei Jahren auf eine völlig neue Umsatz- und Ergebnisdimension heben.

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