VARTA am Boden. Jetzt schwächelt auch noch die letzte Wachstumssparte und Cash-Cow.

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VARTA AG: VARTA AG blickt auf Herausforderungen und startet Neuausrichtung
Varta Aktie wieder unter 10,00 EUR – es kommt einem wie Ewigkeiten vor, als die Aktie über 160,00 EUR handelte. Im Umfeld der Gamestopp-Revolution am Kapitalmarkt sprangen auch Evotec und Varta auf zuvor nicht gesehene Höhen. Und dann ging es abwärts – auch operativ. Und gestern mussten die Ellwanger die sowieso schon schwache, bereits kräftig reduzierte Prognose für 2024 nochmals reduzieren. Bekannt und eingepreist war bisher, dass die einstmals hochprofitablen Mini-Lithium-Ionen-Zellen sich extremen Konkurrenz- und Preisdruck ausgesetzt und volatiler Nachfrage ausgesetzt sehen. So rächt sich die Konzentration auf einen Premiumkunden, wie es Apple lange Zeit wohl war.  Und die geplante Produktion hochwertiger „E-Auto-Batterien“ ist erst im teuren Aufbauprozess. Was bisher noch Wachstumpotential zu bieten schien, in 2022 und Anfang 2023 lange Warte- bzw. Lieferzeiten bei den Verbrauchern zeigte, kommt jetzt noch mehr unter die Räder.

PNE bewegt sich. Nach Verkauf der über 3 GW-US-Projektpipeline setzt man nun auf die Marktwirtschaft, um das Geschäft planbarer zu machen.
Nordex braucht profitable Aufträge mit langen Wartungsverträgen. Und hier kann man in den letzten Wochen auf dem Heimatmarkt punkten.
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Energiespeicher – Varta verbockte Produkteinführung von Hochvoltspeichern, Marktposition am ehemaligen Stammmarkt Deutschland für AC-Energiespeicher erodiert.

Oder um es mit dem Wording der gestrigen Unternehmensmeldung zu sagen: Eine „weitere deutliche Verschlechterung des Marktumfeldes für Energiespeicher, insbesondere im zweiten Quartal des laufenden Jahres“ zwingt Varta zu einer neuen Umsatzprognose. Statt eines Umsatzes von mindestens 900 Mio EUR rechnet man nunmehr mit einem Umsatz von 820 bis 870 Mio EUR. Dass eine solche weitere Umsatzeintrübung, gerade in der im Vorjahr noch hochmargigen und cashgenerierenden Energiespeichersparte bei den die Restrukturierung begleitenden Banken keine Begeisterung auslösen wird, ist klar.

Woran liegt’s?

Neben einem spürbaren Rückgang der Gesamtmarktnachfrage verlieren die Ellwanger im Heimatmarkt im Marktsegment für AC (Wechselstrom)-Energiespeichersysteme, das VARTA mit seinen Bestandsprodukten bedient, momentan an Marktanteil. Dazu kommen zeitliche Verzögerungen im Zusammenhang mit der Produkteinführung des DC (Gleichstrom)-gekoppelten Hochvoltspeichers VARTA.wall, mit dem VARTA den Markteintritt in das volumenmäßig größte Marktsegment (DC-Systeme) plant. Dass ein selbstdeklarierter technologischer Marktführer bei dieser Produkteinführung selbstgesteckte Zeitpläne nicht halten kann, zeigt die ganze Misere des „Batterieherstellers“.  Etwas Hoffnung auf doch noch positive Impulse durch VARTA.wall  macht die Formulierung „tragen der Breite der Prognosespanne Rechnung„. Man könnte also vermuten, dass die 50 Mio EUR Umsatzspanne wesentlich durch eine baldige/zeitnahe Einführung des Hochvoltspeichers beeinflusst werden sollten.

Restrukturierungskonzept wird überarbeitet – seit dem 11.April. Kommt da noch was Dunkles auf Varta-Aktionäre zu?

Am 11. April hiess es, dass sich die Varta AG in der Evaluierung des Restrukturierungsprogramms befinde, das Anfang Juli 2023 mit den finanzierenden Banken und dem Mehrheitsaktionär auf Grundlage eines von einem Sanierungsgutachter erstellten IDW-S6-Gutachtens vereinbart worden ist und bis Ende 2026 umgesetzt werden soll. Es habe sich gezeigt – so bereits im April, vor der gestrigen Prognosereduktio – , dass die im bestehenden IDW-S6-Gutachten getroffenen Annahmen sowie die auf Basis dieser Annahmen vereinbarten Restrukturierungsmaßnahmen und die empfohlene Unternehmensstrategie der aktuellen wirtschaftlichen Situation der Varta-Gruppe nicht mehr angemessen sein sollen, um bis zum Ende des Sanierungszeitraums auf einen profitablen Wachstumskurs zurückzukehren.

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Gründe dafür seien u.a. eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die verschiedenen Geschäftsbereiche der Varta-Gruppe, volatile prognostizierte Abnahmemengen durch Kunden, vor allem im Bereich der kleinformatigen Lithium-Ionen-Zellen, ein unerwarteter erheblicher Rückgang der Nachfrage im Bereich Energiespeicherlösungen bei Endverbrauchern und aufgrund hoher Lagerbestände im Handel, eine aggressive Preispolitik von Wettbewerbern sowie anhaltende Lieferkettenprobleme. Hinzu kam der am 13. Februar 2024 veröffentlichte Cyberangriff auf einen Teil der IT-Systeme der Varta, der zu einem mehrwöchigen Stillstand der Produktion und einer weiteren Verschlechterung der Finanzsituation führte, dessen operative und finanzielle Folgen sich noch nicht vollständig abschätzen lassen und der u.a. eine Verschiebung der Veröffentlichung des Konzernabschlusses 2023 der Gesellschaft zur Folge hatte.

Seit dem 11. April droht „Anpassung“ der Varta Restrukturierungsmassnahmen. Prognosereduktion schürt die Sorgen.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen erfolgt eine Analyse und Aktualisierung des bestehenden IDW-S6-Gutachtens als Grundlage einer Anpassung der Restrukturierungsmaßnahmen durch AuxilPartner als neuem Sanierungsgutachter, die den Vorstand bereits seit mehreren Monaten im Zusammenhang mit der laufenden operativen Restrukturierung unterstützen. Die Finanzierer unterstützen diesen Prozess u.a. durch eine im Unterzeichnungsprozess befindliche Stillhaltevereinbarung, durch die der Varta die notwendige Flexibilität unter der bestehenden Sanierungs- und Finanzierungsvereinbarung eingeräumt wird. Derzeit lässt sich noch keine verlässliche Aussage treffen hinsichtlich möglicher Anpassungen bzw. weitergehender Restrukturierungs- und daraus folgender Finanzierungsmaßnahmen. Der Vorstand geht aktuell davon aus, dass das aktualisierte IDW-S6-Gutachten voraussichtlich bis Mitte des Geschäftsjahres 2024 vorliegen wird.“ (ad-hoc, Varta, 11.04.2024)

Aktionäre, die weiter an einen Turn-Around des ehemaligen Börsenlieblings glauben, sollten auf Meldungen über die Entwicklungen im Bereich VARTA.wall und den Bereich Autobatterien achten. Und natürlich auf die Modifikation des Restrukturierungsplans – möglicherweise mit Opfern, die den Aktionären neben der desaströsen Kursentwicklung aufgebürdet werden könnten. Denkbar ist seit Leoni oder Adler Group vieles…

 

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