SDAX | LPKF: LIDE soll die erklärte die Zukunft sein – aber aktuelle Zahlen lassen viele Wünsche offen

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Die LPKF Laser & Electronics  AG (ISIN: DE0006450000) kann aufgrund „noch nicht abrechnungsfähiger Solar-Umsätze im ersten Halbjahr nicht die Vorjahreszahlen erreichen.“ So hiess es vor drei Monaten – und so geht es weiter, garniert mit Lieferkettenproblemen.

Aber auch wenn LPKF kein „Ein-Produkt-Unternehmen“ ist, richten sich die Hoffnungen der Anleger auf den Durchbruch der LIDE-Technologie auch in den Orderbüchern. Hier ist jedoch – wie bereits vor Monaten klargestellt – dieses Jahr mit keinen Aufträgen mehr zu rechnen. Als Geduld gefragt, während man zumindest „gute Fortschritte“ in den (LIDE-) Projekten mache.

Auftragseingang kann überzeugen. Umsätze weiter „verschoben“

Mit einem 9-Monatsumsatz von 60,2 Mio EUR liegt man 20 % unter Vorjahr. Das Unternehmen geht davon aus im laufenden Jahr wesentliche Aufträge im vierten Quartal ausliefern zu können. Der niedrigere Umsatz nach neun Monaten führte – nachvollziehbar – zu einem negativen EBIT in Höhe von ‑5,2 Mio EUR (Vorjahr: 6,8).

Die andauernden Herausforderungen auf den globalen Beschaffungsmärkten werden auch das vierte Quartal belasten und haben zu einer Präzisierung der Prognose für das Gesamtjahr geführt. Für das Jahr 2021 erwartet LPKF einen Konzernumsatz am unteren Rand der Prognose von 110 – 120 Mio EUR und eine EBIT-Marge ebenfalls am unteren Rand der Prognose von 10 – 13 %. Für die folgenden Jahre erwartet LPKF weiterhin ein nachhaltiges, profitables Wachstum in allen Segmenten und bestätigt den mittelfristigen Ausblick.

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Gut aufgestellt – ZUKUNFT

Während die Umsätze im dritten Quartal hinter den Planungen zurückblieben, hat sich die Visibilität deutlich verbessert. Das bestätigen die steigenden Auftragszahlen: Der Auftragseingang stieg in den ersten neun Monaten um 38 % und liegt jetzt bei knapp 90 Mio EUR. Allein im dritten Quartal legte der Auftragseingang um 47,7 % zu und stieg auf 38,0 Mio EUR. Der Auftragsbestand zum 30. September hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht und erreichte knapp 68,0 Mio EUR. Christian Witt, Finanzvorstand, ist aufgrund der steigenden Auftragszahlen zuversichtlich. „Bis zum Jahresende haben wir noch einige Herausforderungen zu bewältigen. Gleichzeitig sehen wir in allen Segmenten ein deutlich wachsendes Interesse an unseren Lösungen.“

Insbesondere im Segment Welding zieht das Geschäft kräftig an. Hier stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten um 35 %, der Auftragseingang sogar um über 50 %. „Durch gezielte Vertriebsinitiativen insbesondere in den Bereichen Medical, e-Mobility und Consumer Electronics haben wir viele neue Kunden weltweit erreicht und von den Vorteilen des Laserschweißens überzeugt,“ sagt Witt.

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Fazit

Aus Sicht des Vorstands sei LPKF operativ und strategisch gut aufgestellt. „Unsere Megatrends Miniaturisierung, Digitalisierung und Clean Production sind intakt und nehmen weiter Fahrt auf„, sagt Witt. „Das Unternehmen ist finanziell stabil und wir investieren weiter in Entwicklungsprojekte und deren Umsetzung bei unseren Kunden. Die steigenden Auftragszahlen zeigen, dass wir damit erfolgreich sind.“

LIDE-Verfahren (Laser Induced Deep Etching) soll in der Praxis seine Überlegenheit zeigen – aber das dauert

Am 01.06.2021 gab es ein erstes positives Zeichen: Ein weltweit führender Chiphersteller, der Anfang 2020 ein erstes LIDE-System installiert und nach einer Qualifizierungsphase zunächst für die eigene Produktentwicklung genutzt hatte, wurde aktiv. Denn der Kunde bestellte weitere LIDE-Systeme, um in die Volumenproduktion von elektronischen Bauteilen mit Chipgehäusen aus Glas einzusteigen. Der Auftrag hat ein Volumen von 5 – 8 Mio. EUR und soll im Wesentlichen 2022 umsatzwirksam werden.

Dr. Roman Ostholt, Leiter der Business Unit Electronics bei LPKF, freute sich seinerzeit, dass der Kunde durch den Einsatz der LIDE-Technologie in kurzer Zeit ein wichtiges Innovationsziel erreichen konnte. „Ab dem nächsten Jahr wird unser Kunde mit seinen neuartigen Produkten seinen Wettbewerbern einen großen Schritt voraus sein“, sagt Ostholt. Dabei ist er sich der Signalwirkung bewusst, die von diesem Auftrag ausgeht. „LIDE kann jetzt nachweislich die extrem hohen Standards der Halbleiterbranche erfüllen. Damit qualifiziert sich die Technologie auch für die Massenfertigung in anderen relevanten Branchen“.

Und so erwartet man bei LPKF Signalwirkung für die gesamte Halbleiterbranche – Durchbruch für LIDE?

„Mit diesem ersten und anspruchsvollen Einsatz unserer LIDE-Systeme in der Serienproduktion konnten wir einen wichtigen Meilenstein erreichen“, sagt Finanzvorstand Christian Witt. „Wir werden die Umsetzung der verschiedenen LIDE-Anwendungen gemeinsam mit unseren Kunden weiter schnellstmöglich vorantreiben, um ihnen Wettbewerbsvorteile zu sichern.“

Denn der in der Prognose avisierte Grossauftrag für LIDE, der auch in 2021 ausgeliefert werden soll, lässt immer noch auf sich warten: „Darüber hinaus sieht das Unternehmen eine realistische Chance, im laufenden Jahr einen größeren Auftrag für die LIDE-Technologie (Laser Induced Deep Etching) zu erhalten und auszuliefern.“ – 19.04.2021, LPKF Presseerklärung.

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LIDE?

Mit dem von LPKF entwickelten LIDE-Verfahren (Laser Induced Deep Etching) ist es möglich, dünnes Glas schnell, präzise und ohne Beschädigungen wie Mikrorisse zu bearbeiten. Damit ist das LIDE-Verfahren eine Grundlagentechnologie für viele Bereiche der Mikrosystemtechnik, wie zum Beispiel für die Fertigung von Mikrochips, Displays, Sensoren oder MEMS. Und hier will man auch mit der Auftragsfertigung Geld verdienen. Für Kleinserien, Einmalprojekte oder einfach Kunden, die keine größeren Investitionen in eigene Maschinen tätigen und keine eigenen Prozess-Fähigkeiten aufbauen wollen.

Am Hauptsitz des Unternehmens in Garbsen betreibt LPKF eine eigene LIDE-Fertigung „LIDE Fab“ von Glaskomponenten unter Reinraumbedingungen. Von hier aus beliefert das Unternehmen Kunden aus aller Welt mit hochpräzisen Bauteilen aus Glas für eine Vielzahl von Anwendungen.

 


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