MHP Hotel AG setzt ihren Wachstumskurs im Premium- und Luxushotelsegment fort. Im dritten Quartal 2026 steigerte der Hotelbetreiber seinen Umsatz um 25,1 Prozent auf 56,6 Millionen Euro und erzielte zugleich höhere durchschnittliche Zimmerpreise. Neue Hotels in Wien und Hamburg tragen wesentlich zur Entwicklung bei, während das bestehende Portfolio trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds stabil bleibt. Für das Gesamtjahr bestätigt MHP seine Prognose von 220 bis 225 Millionen Euro Konzernumsatz und rund acht Millionen Euro EBITDA. Gleichzeitig investiert das Unternehmen in seine weitere Expansion und führt ein umfangreiches Aktienrückkaufangebot durch.
Die Zahlen zeigen, dass MHP weiterhin von der Nachfrage nach hochwertigen Hotelangeboten profitiert. Allerdings ist das starke Umsatzwachstum nicht ausschließlich auf eine höhere Nachfrage in bestehenden Hotels zurückzuführen, sondern zu einem wesentlichen Teil auf die Erweiterung des Portfolios. Für Anleger wird deshalb zunehmend entscheidend, wie sich die neuen Standorte entwickeln und ob das Unternehmen das kräftige Wachstum künftig auch in eine höhere Profitabilität umsetzen kann.
Umsatz steigt deutlich – neue Hotels treiben das Wachstum
Im dritten Quartal 2026 erwirtschaftete MHP einen Hotelumsatz von 56,6 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 45,2 Millionen Euro erzielt worden waren. Das entspricht einem Zuwachs von 25,1 Prozent. In den ersten neun Monaten erhöhte sich der Hotelumsatz damit um rund ein Viertel auf etwa 155 Millionen Euro, verglichen mit rund 124 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Wesentliche Wachstumstreiber waren das im Februar 2026 übernommene Hyatt Regency Vienna und das Conrad Hamburg, dessen Umsätze ebenfalls zur Entwicklung beitrugen. Hinzu kommt die nach Unternehmensangaben stabile Geschäftsentwicklung der bestehenden Hotels.
Besonders deutlich zeigt sich die Expansion im klassischen Übernachtungsgeschäft. Der Logis-Umsatz stieg im dritten Quartal um 24 Prozent von 35,0 auf 43,4 Millionen Euro. Noch dynamischer entwickelte sich das Gastronomiegeschäft: Die Erlöse aus Food & Beverage erhöhten sich um 31 Prozent auf 11,6 Millionen Euro, während die sonstigen operativen Erlöse um zwölf Prozent zulegten.
Damit gewinnt das Geschäft mit Restaurants, Bars und weiteren gastronomischen Angeboten innerhalb des Hotelportfolios an Bedeutung. Für MHP ist dies auch deshalb interessant, weil sich zusätzliche Umsätze nicht ausschließlich über die Zahl der Übernachtungen erzielen lassen, sondern zunehmend über das gesamte Angebot eines Hotels.
Die Entwicklung unterstreicht die Bedeutung der Portfolioerweiterung, macht aber zugleich eine differenzierte Betrachtung erforderlich. Da die neuen Standorte wesentlich zum Umsatzanstieg beitragen, lässt sich aus den veröffentlichten Zahlen allein noch nicht ableiten, wie stark die bestehenden Hotels auf vergleichbarer Basis gewachsen sind.
Höhere Zimmerpreise trotz leicht rückläufiger Auslastung
Ein positives Signal liefert die Entwicklung der durchschnittlichen Zimmerrate, die im Hotelgeschäft als Average Daily Rate (ADR) bezeichnet wird. Sie erhöhte sich im dritten Quartal um drei Prozent von 227 auf 233 Euro.
Auch der Umsatz pro verfügbarem Zimmer, der sogenannte RevPAR, verbesserte sich leicht von 179 auf 180 Euro. Diese Kennzahl berücksichtigt sowohl die durchschnittlich erzielten Zimmerpreise als auch die Auslastung und ist deshalb besonders aussagekräftig für die operative Entwicklung eines Hotelportfolios.
Die Auslastung ging allerdings von 79 auf 77 Prozent zurück. Verantwortlich dafür waren unter anderem die anhaltende Anlaufphase des Conrad Hamburg sowie eine zeitweise schwächere Nachfrage von Gästen aus den arabischen Golfstaaten. Ohne die Effekte aus der Aufbauphase des Hamburger Hotels lag die Belegung nach Unternehmensangaben bei 81 Prozent.
MHP hielt dennoch an seiner Preisstrategie fest und konnte Kostensteigerungen teilweise über höhere Zimmerpreise weitergeben. Besonders deutlich wurde dies im August, als die durchschnittliche Zimmerrate gegenüber dem Vorjahr um rund acht Prozent stieg.
Im September erreichte die ADR mit 285 Euro sogar den höchsten Monatswert des bisherigen Geschäftsjahres. Neben einem starken Messe- und Veranstaltungsgeschäft profitierte das Unternehmen dabei vom Oktoberfest, das insbesondere die Nachfrage nach hochwertigen Hotelzimmern in München unterstützte.
Die Entwicklung zeigt, dass MHP sowohl von Geschäftsreisenden als auch von touristischen Gästen profitieren kann. Gleichzeitig verdeutlicht die leicht rückläufige Auslastung, dass höhere Zimmerpreise allein noch keine entsprechend starke Verbesserung der operativen Ertragskraft garantieren.
MHP verteidigt seine Position im deutschen Luxushotelmarkt
Die starke Positionierung im Premiumsegment wird nach Unternehmensangaben auch durch externe Branchenbewertungen bestätigt. Im aktuellen Ranking der TREUGAST Solutions Group erhielt MHP erneut das Rating „AA“.
Mit einer durchschnittlichen Zimmerrate von rund 242 Euro im Geschäftsjahr 2025 belegte das Unternehmen unter den im TREUGAST-Ranking erfassten Hotelgesellschaften in Deutschland den Spitzenplatz. Auch in der Auswertung der Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung erreichte MHP beim durchschnittlichen Zimmerpreis den ersten Rang.
Für das Geschäftsmodell ist diese Positionierung von Bedeutung, da MHP gezielt auf hochwertige Hotelstandorte und international etablierte Marken setzt. Anstatt möglichst viele Hotels im breiten Marktsegment zu betreiben, konzentriert sich das Unternehmen auf Häuser, die sich durch Lage, Ausstattung und Servicequalität im oberen Preissegment positionieren.
Eine hohe durchschnittliche Zimmerrate ist dabei ein wichtiger Wettbewerbsvorteil, sofern die Kostenstruktur und die Auslastung ebenfalls stimmen. Gerade im Luxussegment können steigende Personal-, Energie- und Betriebskosten einen erheblichen Einfluss auf die Profitabilität haben, weshalb das Management weiterhin auf konsequente Kostendisziplin setzt.
Expansion bis 2029: Wien, Stuttgart, Frankfurt und Düsseldorf
Auch in den kommenden Jahren will MHP sein Hotelportfolio weiter ausbauen. Dabei setzt das Unternehmen überwiegend auf ein kapitalschonendes Pacht- und Franchisemodell, bei dem nicht der Erwerb der Hotelimmobilien, sondern deren Betrieb im Mittelpunkt steht.
Dieses Modell ermöglicht eine Expansion, ohne dass für jeden neuen Standort umfangreiches Kapital in den Immobilienbesitz investiert werden muss. Allerdings bleiben insbesondere bei Pachtmodellen langfristige vertragliche Verpflichtungen bestehen, weshalb die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Hotels weiterhin entscheidend ist.
Die derzeit geplante Wachstumspipeline umfasst mehrere Standorte:
| Geplante Eröffnung | Hotel |
|---|---|
| 2027 | Sheraton Vienna |
| 2028 | Hotel am Schlossgarten, Stuttgart |
| 2029 | MOOONS Frankfurt |
| 2029 | Autograph Collection Hotel, Düsseldorf |
Mit diesen Projekten will MHP seine Präsenz im deutschsprachigen Premium- und Luxushotelmarkt weiter stärken. Die geplanten Neueröffnungen sollen schrittweise zusätzliche Umsatzbeiträge liefern und die Grundlage für weiteres Wachstum schaffen.
Für die Bewertung der Expansionsstrategie wird allerdings nicht nur die Zahl der neuen Hotels entscheidend sein. Wichtig ist insbesondere, wie schnell die Standorte nach ihrer Eröffnung eine stabile Auslastung erreichen und welche Ergebnisbeiträge sie langfristig erwirtschaften.
Die aktuelle Entwicklung des Conrad Hamburg zeigt, dass neue Hotels zunächst eine Anlaufphase durchlaufen können, in der sie zwar bereits Umsätze erzielen, die Kennzahlen des Gesamtportfolios aber vorübergehend belasten.
Mehr als 25 Millionen Euro Liquidität – Aktienrückkauf läuft
Zum 30. September 2026 verfügte MHP über eine Liquiditätsausstattung von mehr als 25 Millionen Euro. Damit sieht sich das Unternehmen finanziell gut aufgestellt, um die geplanten Wachstumsschritte umzusetzen.
Parallel dazu läuft ein öffentliches Aktienrückkaufangebot über bis zu rund 9,5 Prozent des derzeitigen Grundkapitals. Finanziert werden soll der Rückkauf vollständig aus vorhandenen liquiden Mitteln. Nach Abschluss des Angebots beabsichtigt MHP, den überwiegenden Teil der erworbenen Aktien einzuziehen.
Für Aktionäre ist dieser Schritt interessant, da die Einziehung eigener Aktien die Zahl der ausstehenden Anteile reduziert. Dadurch kann sich der rechnerische Anteil der verbleibenden Aktionäre am Unternehmen erhöhen.
Allerdings ist ein Aktienrückkauf nicht automatisch wertsteigernd. Entscheidend sind unter anderem der gezahlte Rückkaufpreis, die wirtschaftliche Bewertung der Aktie und die Auswirkungen auf die finanzielle Flexibilität des Unternehmens.
Gerade vor dem Hintergrund der geplanten Expansion wird deshalb zu beobachten sein, wie MHP die verfügbaren Mittel zwischen Aktienrückkauf, laufendem Hotelbetrieb und zukünftigen Wachstumsprojekten verteilt.
Jahresprognose bestätigt: Bis zu 225 Millionen Euro Umsatz
Nach dem starken dritten Quartal hält der Vorstand an seiner bereits mit den Halbjahreszahlen angepassten Prognose für das Gesamtjahr 2026 fest.
Ausgehend von den für 2025 genannten 178 Millionen Euro würde die Umsatzprognose einem Wachstum von rund 24 bis 26 Prozent entsprechen. Damit erwartet das Management für das Gesamtjahr eine ähnlich hohe Dynamik wie in den ersten neun Monaten.
Die prognostizierte EBITDA-Marge von rund 3,6 Prozent zeigt allerdings auch, dass das starke Umsatzwachstum noch nicht mit einer besonders hohen Konzernprofitabilität einhergeht. Hier dürften insbesondere die weitere Entwicklung neuer Hotels, die Kostenstruktur und die Auslastung eine wichtige Rolle spielen.
Als Wachstumstreiber nennt MHP die Einbeziehung des Conrad Hamburg, die Integration des Hyatt Regency Vienna und das saisonal starke vierte Quartal.
Die Prognose steht allerdings unter der Voraussetzung, dass geopolitische Entwicklungen die internationale Reisenachfrage aus wichtigen Herkunftsmärkten nicht wesentlich beeinträchtigen.
Einordnung für Anleger: Wachstum überzeugend, Profitabilität bleibt entscheidend
Die Zahlen der MHP Hotel AG zeigen eine dynamische Umsatzentwicklung, die durch Portfolioerweiterungen und höhere Zimmerpreise getragen wird. Besonders positiv ist, dass das Unternehmen seine durchschnittliche Zimmerrate trotz einer leicht niedrigeren Auslastung steigern konnte.
Gleichzeitig ist das Wachstum differenziert zu betrachten. Die Übernahme des Hyatt Regency Vienna und die Umsätze des Conrad Hamburg haben erheblich zur Entwicklung beigetragen, sodass die berichtete Umsatzsteigerung nicht mit einem organischen Wachstum von 25 Prozent gleichgesetzt werden sollte.
Für Anleger ist deshalb neben der Umsatzentwicklung vor allem die Frage entscheidend, wie profitabel die zusätzlichen Hotels betrieben werden können. Die für 2026 erwarteten rund acht Millionen Euro EBITDA bei einem Umsatz von bis zu 225 Millionen Euro lassen erkennen, dass auf Konzernebene weiterhin Spielraum für eine Verbesserung der Marge besteht.
Positiv sind die vorhandene Liquidität und die langfristige Wachstumspipeline. Das laufende Aktienrückkaufangebot könnte zudem die Kapitalstruktur verändern, bindet aber gleichzeitig Mittel, die dann nicht mehr für andere Zwecke zur Verfügung stehen.
Fazit: MHP Hotel wächst kräftig und baut sein Premiumportfolio weiter aus
Die MHP Hotel AG hat im dritten Quartal 2026 ihren Wachstumskurs fortgesetzt und den Hotelumsatz um 25,1 Prozent auf 56,6 Millionen Euro gesteigert. In den ersten neun Monaten erreichten die Erlöse rund 155 Millionen Euro.
Die durchschnittliche Zimmerrate erhöhte sich auf 233 Euro, während die Auslastung mit 77 Prozent leicht unter dem Vorjahresniveau lag. Neue Hotels in Wien und Hamburg liefern zusätzliche Umsatzbeiträge, benötigen teilweise aber noch Zeit, um ihr volles operatives Potenzial zu entfalten.
Mit der bestätigten Jahresprognose, einer Liquidität von mehr als 25 Millionen Euro und weiteren geplanten Hotelprojekten bis 2029 sieht sich das Unternehmen für die nächsten Wachstumsschritte gerüstet.
Für die MHP-Hotel-Aktie wird langfristig entscheidend sein, ob das Unternehmen seine Expansion in nachhaltig steigende Gewinne umsetzen kann. Die Umsatzentwicklung liefert dafür eine Grundlage, doch erst eine spürbare Verbesserung der Profitabilität würde zeigen, dass das Wachstum auch auf Ergebnisebene ankommt.















