Media and Games Invest Aktie – They did it again. „Fetter“, hochprofitabler Zukauf – 55 Mio EUR plus bis zu 110 Mio EUR Earn-Out

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Media and Games Aktie mit "fettem Zukauf".
Die MGI Media and Games Invest Aktie handelt aktuell weit entfernt von ihren 52-Wochen Hochs und haben erst am Montag dieser Woche mit überzeugenden Quartalsergebnissen den Markt „bedient“. Wobei selbst das ohne grossen positiven Impuls auf den Kurs der Aktie blieb.

Und als wenn wir es geahnt hätten, meinten wir noch zu den Quartaslzahlen: „Das Gesamtumsatz- und EBITDA-Wachstum im ersten Quartal wird hauptsächlich durch organisches Wachstum getrieben. Was eher ungewöhnlich für die in den letzetn Jahren regelmässig mit grossen Übernahmen von sich Reden machende MGI ist. “ (HIER DER GANZE ARTIKEL). Nun gut, wir mussten nicht lange warten, denn heute gab es dann wieder

Übernahme vom MobilspielentwicklerAxesInMotion – Spezialität Rennspiele mit aktuell über 700 Mio Downloads

Die Umsatz- und EBITDA-Prognose von AxesInMotion für 2022 beträgt 9,2 Mio EUR mit einem erwarteten bereinigten EBITDA von 6,0 Mio EUR, was einer starken bereinigten EBITDA-Marge von 65 % entspricht. Und das hat natürlich einen Preis. Den bestimmt das hohe Wachstumstempo und die extrem hohe Marge: Der feste Kaufpreis beträgt 55 Mio EUR zuzüglich bis zu 110 Mio EUR Earn-out-Zahlungen in Abhängigkeit von der EBITDA-Entwicklung bis Ende 2024, was einem EV/EBITDA-Multiple von 9,1x für die fixe Komponente entspricht. Und Alles in Cash – 50 Mio EUR vorab, 5 Mio EUR nach einem Jahr und die Earn-Outs bei Erreichen der jeweiligen Schwellen.- Wir haben schon höhere Multiples für solche Firmen gesehen.

Dazu kommen noch Synergien, indem man die Ad-Software-Plattform von MGI mit AxesInMotion zusammmenarbeiten lässt, denn 87 % der Einnahmen von AxesInMotion werden über In-Game-Werbung generiert. Dass soll laut MGI zu zusätzlichen 20 % adj. EBITDA führen. Synergien fürwahr. so „schnappt“ sich MGI quasi den Umsatz für die eigene Werbe – Plattform zusätzlich. Ohne Zusatzkosten.

Drei Fragen bleiben: Wie finanziert? Wer/was ist AxesInmotion konkret? Und was soll die Transaktion an Wachstum bringen – für die Wertsteigerung der Media and Games Invest Aktie?

Die Antwort auf Frage 1 kam Sekunden später über den Ticker: MGI plant ein Private Placement bei Institutionellen über rund 9 Mio Aktien, was ungefähr 6 % der gesamtaktienzahl entspricht. Und der bezugspreis soll in einem Bookbuildingverfahren ermittelt werden – so will man auch nahc der heute gemeldeten Transaktion den verschuldungslevel der MGI weiterhin zwischen 2 und 3 halten.

Und zur zweiten Frage: AxesInMotion wurde 2014 gegründet und hat seinen Sitz in Sevilla (Spanien). Es ist ein führender Entwickler von Free-to-Play-Handyspielen mit einem starken Portfolio an Rennspielen, die weltweit über 700 Millionen Downloads generiert haben. Das Unternehmen hat ein Portfolio hochwertiger Rennspiele aufgebaut, wobei 87 % der Einnahmen über In-Game-Werbung generiert werden. Und hierbei sind die USA der stärkste Markt mit 33 % der Einnahmen. Mit Pro-forma-IFRS-Umsätzen von 7,9 Mio EUR und einem ber. EBITDA von 5,0 Mio EUR im Jahr 2021 (eine bereinigte EBITDA-Marge von 64 %) in Verbindung mit einem organischen Umsatzwachstum von 36 % in den letzten drei Jahren ist das Unternehmen gut positioniert für weitere Wachstumschancen innerhalb des MGI-Universums. Basierend auf Annahmen des Managements und unter Berücksichtigung mittelfristiger Synergien mit MGI könnte AxesInMotion 17 Mio EUR EBITDA und mehr als 20 % bereinigten EBITDA „einbringen“.

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LPKF Aktie heute gefragt. Nach diversen Prognosereduktionen im Vorjahr schaffte man endlich – auch Dank LIDE – eine den „oberen Bereich“.

Und die Antwort zur Frage macht die Logik der Übernahme nachvollziehbar – wenn es denn so eintritt

Das Management von MGI erwartet, dass die Integration der mobilen Spiele von AxesInMotion in die Ad-Software-Plattform von MGI zu erheblichen Umsatzsynergien aufgrund einer effizienteren Nutzerakquise und einer besseren Monetarisierung von In-Game-Werbeflächen führen wird. Unter Berücksichtigung von Umsatz- und Kostensynergien geht das MGI-Management davon aus, den Umsatz von AxesInMotion mittelfristig um 165 % auf 24 Mio. EUR und die adj. EBITDA um 176 % auf 17 Mio. EUR (eine bereinigte EBITDA-Marge von 68 %) im Vergleich zur Umsatz- und EBITDA-Prognose von 2022 („Revenue Guidance“ und „EBITDA Guidance“) zu steigern. Der Standalone- und der Synergiefall sind in den folgenden Tabellen wiedergegeben.

Kommentar des CEO Remco Westermann

The acquisition of AxesInMotion is the first games transaction following our transformation into an Advertising-Software Platform. It adds new mobile games to our portfolio and expands our first party data with over 700 million downloads, making our Ad-Software-Platform even more attractive to advertisers and thus indirectly to publishers. Especially in a post identifier world, first party games content is extremely valuable and once integrated with our ad software platform, AxesInMotion will accelerate the MGI flywheel even more. At the same time, the games themselves will also benefit greatly from our Ad-Software-Platform by leveraging our leading advertising technology and strong expertise in user acquisition and monetization of ad space. This is a pioneering acquisition and sets the direction for future transactions in the games sector.‘

Zur Philosophie und den Plänen „hinter der Media and Games Invest“ nochmals unser Interview mit dem Hauptaktionär und CEO der Gesellschaft Remco Westermann vom 13. Februar diesen Jahres – natürlich immer noch aktuell

In unserem Interview kvom 13.02.3022 onnten wir ungefähr ein Jahr seit dem letzten Interview unsere Fragen wieder an Remco Westermann, CEO und Hauptaktionär der Media and Games Invest PLC (ISIN: MT0000580101), stellen. Und bei der Gesellschaft hatte sich seit unserem letzten Interview wieder einiges getan:

MGI hat kürzlich vermeldet, den Firmensitz von Malta nach Schweden zu verlegen. Was steckt dahinter?

Remco Westermann: Wir haben von einigen institutionellen Investoren die Rückmeldung bekommen, dass sie aufgrund des Firmensitzes Malta nicht in Media and Games Invest investieren können. Durch die geplante Sitzverlegung ermöglichen wir somit weiteren Investoren ein Investment in die MGI. Wir gehen nach Schweden, weil wir dort seit 2020 an der Börse sind und in den nordischen Ländern zahlreiche Investoren haben. Zudem sind wir in Schweden bereits auch operativ tätig und kennen den regulatorischen Rahmen, der weltweit anerkannt ist, sehr gut. Durch die Sitzverlegung wird sich unser Verwaltungsaufwand merkbar verringern, weil wir nach der Sitzverlegung mit Sitz und Börsennotierung in Schweden und der Börsennotierung in Deutschland nur noch in zwei Rechtsordnungen aktiv sind. Gleichzeitig wollen wir unsere Governance-Strukturen an den Schwedischen Standard anpassen und auch erweitern, um uns so für das geplante weitere Wachstum aufzustellen. Jetzt muss nur noch die Hauptversammlung die Sitzverlegung beschließen.

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MGI hat in 2021 trotz Corona beim Umsatz und Ergebnis deutlich zugelegt, was treibt das Geschäft?

Remco Westermann: MGI profitiert von einer starken Positionierung in den zwei schnell wachsenden und zueinander hoch synergetischen digitalen Märkten Spiele und Werbung. Der Markt für digitale Werbung ist allein in den USA um ca. 41% gewachsen und soll bis 2023 mit jährlich ca. 23% weiterwachsen. Auch der Gamesmarkt wird nach Analysteneinschätzungen in den kommenden Jahren weltweit weiter stark wachsen, mit ca. 8% pro Jahr bis 2024. MGI hat das starke Marktwachstum in den vergangenen Jahren deutlich übertroffen, mit einem Umsatz CAGR von über 70% seit 2018, während gleichzeitig die Profitabilität weiter gesteigert wurde. In den ersten 9 Monaten 2021 lag unser organisches Wachstum bei deutlich über 30% gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr. Zusammen mit dem durch Akquisitionen getriebenen Wachstum, haben wir unseren Umsatz in den ersten 9 Monaten 2021 so um 88% auf 172,00 Mio. Euro und unser adjustiertes EBITDA um 151 % auf 47,8 Mio. Euro gesteigert.

Können Sie uns kurz die Logik hinter der Kombination der beiden Bereiche Gaming und Media erklären?

Remco Westermann: Nutzergewinnung sowie die Monetarisierung von Anzeigen in den Spielen sind neben Content die wichtigsten Erfolgsfaktoren für Spiele. Mit eigener Expertise – das heißt Knowhow und Technologie – im Bereich programmatische Werbung können wir bis zu 50% der Marge, die üblicherweise an externe Anbieter geht, einsparen und sind somit deutlich effizienter bei der Nutzerakquise. Auch beim Verkauf unsere eigenen Werbeplätze innerhalb unserer Spiele können wir diese Marge einsparen und gleichzeitig höhere Preise erzielen, da wir deutlich effizienter anonymisierte aber aussagekräftige Nutzerprofile erstellen können. Auch unser Medienbereich profitiert von den eigenen Games da wir über First-Party-Data sowie über den Zugang zu exklusiven Werbeplätzen verfügen, was die Attraktivität für Werbetreibende erheblich steigert.

Damit befinden wir uns im Vorteil gegenüber Anbietern im Werbebereich, die keinen Zugang zu solcher First-Party-Data bzw. Zugang zu eigenen Werbeplätze haben. Diese Anbieter müssen in der Regel weniger aussagekräftige Daten von Drittanbietern kaufen und haben deutlich weniger Kontrolle über die Qualität der Werbeplätze, die sie verkaufen. Die Bedeutung dieses Vorteils kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, wenn man an die immer stärker werdenden Beschränkungen bei der Weitergabe von Daten und die verschärften Datenschutzvorschriften denkt, die sowohl vom Gesetzgeber veranlasst als auch von der Industrie inkl. der Verve Group gefördert werden, um das Vertrauen auf Seiten der Nutzer zu stärken.

Wie ist das 4. Quartal 2021 gelaufen?

Remco Westermann: Hier halten wir uns an die üblichen Kommunikationskanäle. Wir planen die Veröffentlichung unserer Q4 2021 sowie FY 2021 Zahlen am 28. Februar. Aber so viel kann ich schon sagen: wir sind mit der Geschäftsentwicklung des Gesamtjahres 2021 und den sehr guten Wachstumsraten beim Umsatz und Ergebnis sehr zufrieden. Auch in Q4 hatten wir viele Highlights in unserem Spieleportfolio mit zahlreichen Updates und Events für unsere Spieler und im Medienbereich hatten wir ebenfalls ein hohes Aktivitätslevel, wie man z.B. an der kürzlich von unserer Tochtergesellschaft Smaato veröffentlichten starken Steigerung der Ad-Requests sehen konnte.

MGI hat auch 2021 weiter akquiriert und u.a. KingsIsle und Smaato erworben. Welche Strategie steckt dahinter?

Remco Westermann: Wir haben in den vergangenen Jahren über 35 Unternehmen erworben. Bis 2020 handelte es sich dabei meist um kleinere Unternehmen, die u.a. aufgrund ihrer Größe allein keine ausreichende Perspektive im Markt hatten. Aufgrund der Integration in unseren Konzern konnten sie dann jedoch schnell positive Deckungsbeiträge erzielen, so dass sich die Akquisitionen nach kurzer Zeit rechneten und zum starken Wachstum der Media and Games Invest beigetragen haben. Auch aufgrund der so erreichten Größe, haben wir im Jahr 2021, mit Kingsisle und Smaato, erstmals zwei transformative Übernahmen abgeschlossen, mit Kaufpreisen, die jeweils die 100 Mio. Euro Grenze überschritten haben. Mit LKQD, Beemray und Match2One haben wir drei weitere – wesentlich kleinere aber strategisch ebenfalls wichtige – Akquisitionen in 2021 abgeschlossen, durch die wir wesentliche Technologien und viel Expertise für unsere Gruppe gewinnen konnten.

Werden Akquisitionen weiterhin Teil der Wachstumsstory bleiben?

Remco Westermann: Obwohl wir inzwischen ein starkes organisches Wachstum haben, werden wir auch weiterhin unserer Strategie treu bleiben und weitere Assets und Firmen akquirieren, die unser Unternehmen stärken. Wir verfügen sowohl im Medien- als auch im Games Bereich über eine klare strategische Target List, durch die wir unser operatives Geschäft weiter stärken und somit auch einen deutlichen Mehrwert für unsere Aktionäre schaffen können. Gleichzeitig bieten beide Märkte unverändert große Akquisitionsmöglichkeiten. Diese Chancen wollen wir nutzen und wir haben auch die finanziellen Mittel, um weiter einkaufen zu können.

In welchem Verhältnis steht die organische Wachstumsrate derzeit zur anorganischen Wachstumsrate?

Remco Westermann: Wir sind bis zum Jahr 2017 bewusst nur anorganisch gewachsen, um so möglichst schnell über Akquisitionen eine kritische Masse zu erreichen um dann aus einer stärkeren Position heraus gezielt auch in das organische Wachstum zu investieren. Seit 2018 sieht man, dass unser organisches Wachstum kontinuierlich zunimmt. In den ersten 9 Monaten 2021 lag dies bei deutlich über 30%. Während wir Corona bedingt in 2020 im Games Bereich sehr stark organisch gewachsen sind und hier durch Content Updates und Spielelaunches auch in 2021 gewachsen sind, konnten wir 2021 insbesondere im Medienbereich sehr hohe Wachstumszahlen verzeichnen.

Hier investieren wir insbesondere in die Entwicklung von neuen innovativen Produkten wie ATOM – einer einzigartigen Softwarelösung mit der wir anonymisierte Zielgruppen auf Handys erstellen können ohne dabei personenbezogene Daten von dem Gerät zu schicken – oder in das Sales Team. Aber vor allem zeigen sich hier jetzt die hohe Skalierbarkeit und die Netzwerkeffekte. Je mehr direkten Zugriff auf eigene Spiele (sog. First-Party-Content), Daten und Werbeflächen von Dritten wir haben und je besser und transparenter unsere Produkte und Dienstleistungen sind, desto mehr Werbetreibende entscheiden sich für unsere Plattform, was wiederum dazu führt, dass mehr Publisher – zum Beispiel andere Spielefirmen – mit uns zusammenarbeiten wollen, um ihre Werbeplätze zu verkaufen.

Wie lange werden Sie ein solches Wachstumstempo aufrechterhalten können?

Remco Westermann: Das starke Wachstum der Märkte habe ich bereits angesprochen. Wir können also noch viele Jahre deutlich wachsen, ohne hier vom Markt in eine Beschränkung zu laufen. Zudem gibt es weiter viele sehr interessante Akquisitionskandidaten und die Investitionen in unser organisches Wachstum beginnen sich gerade erst auszuzahlen. Wir wollen entsprechend auch in den kommenden Jahren weiter stark wachsen, sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis. Unser mittelfristiges Wachstumsziel liegt unverändert bei einem jährlichen Umsatzwachstum in Höhe von 25% bis 30% mit einer bereinigten EBITDA Marge von 25% bis 30%.

Nutzer müssen bei Apple seit den IDFA-Änderungen für das Tracking ihre Zustimmung geben, andere Anbieter wie google wollen in Bezug auf ihre Identifier nachziehen. Das hat deutliche Auswirkungen auf die Werbetreibenden, Agenturen und auch auf Unternehmen, die sich durch Werbung finanzieren. Was bedeutet das für MGI?

Remco Westermann: Wir haben durch eine eigene Lösung frühzeitig vorgesorgt. Mit unserer selbstentwickelten AI-basierten Softwarelösung ATOM können wir anonymisierte Zielgruppensegmente erstellen, ohne dabei auf personenbezogene Daten zuzugreifen oder auf Apples Identifier angewiesen zu sein. Der gesamte Prozess findet dabei auf dem Gerät des Nutzers statt, sodass keinerlei Daten das Handy verlassen. Das ist bisher einmalig und ein echter Vorteil, der auch bei anderen Anbietern auf großes Interesse stößt. Zusätzlich können wir über sehr viele First Party Daten verfügen und haben auch eine starke Position im Contextual Marketing, welche wir durch die vor kurzem getätigte Akquisition von Beemray weiter gestärkt haben. MGI ist dadurch sehr stark aufgestellt und profitiert von diesen Marktveränderungen.

China hat im Gamingbereich Beschränkungen eingeführt, tangiert das ihren Geschäftsbereich Spiele?

Remco Westermann: Wir sind in China praktisch nicht präsent, so dass die dortigen Beschränkungen operativ keinen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung von MGI’s Games-Segment haben. Unsere Märkte sind intakt, wachsend und wir können von den positiven Entwicklungen aufgrund unserer Aufstellung hervorragend profitieren.

Sie sehen also das Marktumfeld als weiter intakt an, was erwarten Sie in den kommenden Jahren beim Umsatz und Ergebnis?

Remco Westermann: Vereinfacht gesagt, Wachstum. Gefühlt stehen wir erst am Anfang. Wir haben während der vergangenen Jahre ein gutes Fundament gelegt und können jetzt mit unserer starken Kombination aus Spielen und Medien weiterwachsen. Unsere Zielgröße für das mittelfristige Umsatzwachstum haben wir ja schon erwähnt, 25% bis 30% pro Jahr. Mindestens in gleicher Höhe möchten wir auch unsere EBITDA-Margen sehen. In den vergangenen Jahren konnten wir diese Zielgröße übertreffen. Das ist natürlich auch unser Ansporn für die nächsten Jahre.

Die Media and Games Invest-Aktie zählt zu den Top-Performern des vergangenen Jahres. Gab es Ihrer Meinung nach neben der Ergebnisentwicklung weitere Gründe für den deutlichen Anstieg?

Remco Westermann: Der Hauptfaktor ist sicherlich die gute operative Entwicklung und das starke Wachstum von Umsatz und Ergebnis. Weitere Katalysatoren waren unser Dual-Listing in Schweden Ende 2020, das starke organische Wachstum, die Übernahmen – insbesondere von KingsIsle und Smaato – und die Kapitalmarkttransaktionen, durch die wir große namenhafte Investoren für uns gewinnen konnten wie Oaktree Capital oder Janus Henderson, die unsere Wachstumsstrategie langfristig unterstützen. Auch unsere starke duale Aufstellung mit Medien und Games wird von Investoren anerkannt; es gibt wenige andere börsennotierte Wettbewerber wie z.B. Applovin und Ironsource und seit kurzem Azerion, die eine ähnliche Kombination haben und damit ihren klaren Wettbewerbsvorteil beweisen.

Trotz der anhaltend positiven operativen Entwicklung hat ihre Aktien zuletzt einige Verluste hinnehmen müssen. Sie und einige andere Mitglieder des Managements und des Boards haben die Chance genutzt und für rund eine halbe Million Euro Aktien an MGI dazugekauft. Ist das aktuell ein günstiger Zeitpunkt, um ihre Aktien zu kaufen?

Als Vorstand mache ich keine Anlageberatung. Nach der sehr starken Entwicklung unseres Aktienkurses haben einige Anleger Gewinne mitgenommen und zudem ist das Gesamtumfeld für Tech-Aktien recht negativ in letzter Zeit. Wie Sie aber richtigen sagen: die operative Entwicklung ist unverändert positiv. Wir halten weiterhin sowohl an unserer Guidance für das Gesamtjahr 2021 als auch an unseren mittelfristigen Zielen fest und auch die Märkte werden sich in den kommenden Jahren laut der Analysten weiter stark positiv entwickeln. Aus diesem Grund hat sich nichts an unseren Erwartungen geändert, weshalb ich mich dazu entschieden habe Aktien dazuzukaufen.

Ist ihre Aktie als Übernahmewährung von Interesse?

Remco Westermann: Historisch bezahlen wir lieber in Cash und wir haben aktuell auch ausreichend Barmittel zur Verfügung, um damit weitere Übernahmen finanzieren zu können. Wir entscheiden im Einzelfall, wie wir eine Akquisition finanzieren. Vom Prinzip her können wir auch mit Aktien Übernahmen tätigen, unsere Verhandlungsposition ist mit Cash aber viel stärker und auch können die Transaktionen damit schneller abgeschlossen werden. Unsere Aktie wird aber sehr liquide gehandelt und das große Interesse institutioneller Investoren spricht ja auch für die Attraktivität.

Wie sieht derzeit ihre Aktionärsstruktur aus?

Remco Westermann: Ich bin über meine Beteiligungsgesellschaft mit 27,8 % weiter der größte Aktionär. Oaktree hält 9,1 % und Janus Henderson 4,1 %. Mehrere kleine Pakete liegen bei weiteren institutionellen Investoren vor allem aus Schweden und Nordamerika, so dass der danach verbleibende Freefloat bei rd. 46,6 % liegt.

Einige Unternehmen emittierten in den letzten Monaten Wandelanleihen zur Finanzierung. Für Sie eine Alternative?

Remco Westermann: Wir prüfen natürlich regelmäßig verschiedene Finanzierungsoptionen. Zurzeit haben wir in dem Bereich Wandelanleihen aber nichts geplant.

Sie haben zudem einen Bond über inzwischen 350 Mio. Euro emittiert. Er hat eine schwedische ISIN. Wieso? Weshalb gerade dieser Börsenplatz?

Remco Westermann: In Skandinavien und insbesondere in Stockholm hat sich rund um die Nasdaq Stockholm ein sehr spannendes Ökosystem entwickelt mit einer starken Investorenbasis im Tech-Bereich generell und im speziellem im Games-Bereich, weshalb wir uns für diesen Schritt entschieden haben. In Deutschland hat man es als Technologie- und Wachstumsunternehmen im Vergleich immer noch deutlich schwieriger, da der Fokus der Investoren noch deutlich stärker auf den klassischeren Industrien liegt.

Wie sind die Bedingungen des Bonds?

Remco Westermann:  Der Bond hat eine variable Verzinsung von derzeit 5,75 %, und eine Laufzeit bis zum 27. November 2024. Die Stückelung liegt bei 100.000 Euro, woran deutlich wird, dass das Papier sich vor allem an institutionelle Investoren richtet. Die genauen Konditionen sind auf unsere Website aufgeführt.

Der Zinssatz erscheint in der heutigen “Zinslandschaft” relativ hoch. Zwar wesentlich günstiger als die zuletzt abgelöste Anleihe, aber immer noch verbesserungsfähig. Wie hoch ist die derzeit erzielte Kapitalrendite der Media and Games Invest?

Remco Westermann: Wir haben die letzte Tranche der Anleihe zu 103 % mit einer Rendite bis Laufzeitende von 4,76 % platziert. Dabei haben wir ein sehr großes Interesse von namhaften institutionellen Investoren erfahren und waren stark überzeichnet. Des Weiteren haben wir im Sommer 2021 einen RCF in Höhe von 30 Mio. Euro mit der UniCredit abgeschlossen, mit einem Zinssatz in Höhe von 3,875%. 2018 hatte die damals ausgegebene Anleihe noch einen Zinssatz von 7,75%. Mit einer anhaltend positiven operativen Entwicklung erwarten wir, dass wir trotz steigendem Marktzins unsere Finanzierungskosten weiter senken können.

Der Bond wurde in Tranchen jeweils in kurzer Zeit platziert. Wo kommt das Geld her? Sind durch die inzwischen erreichte Größe der MGI verstärkt institutionelle Investoren auf Sie aufmerksam geworden?

Remco Westermann: Wir konnten die Tranchen in kurzer Zeit platzieren und dabei in Europa und USA renommierte institutionelle Investoren gewinnen. Medien und Games und gerade auch die Kombination in einem Konzern gilt bei vielen Investoren in Nordamerika und Skandinavien als sehr aussichtsreich. Entsprechend hoch war das Interesse. Mit den Platzierungen war es uns möglich die zwei großen Akquisitionen KingsIsle und Smaato zu finanzieren und wir haben, wie schon gesagt, auch noch genügend Spielraum für weiter Akquisitionen.

Planen Sie irgendwann eine Dividende zu zahlen?

Remco Westermann: Zunächst steht das Wachstum weiter im Vordergrund, bevor wir eine Dividende ausschütten. Wir haben einen sehr starken operativen Cashflow, womit wir unser Wachstum grundsätzlich finanzieren können. Aufgrund der vielen Opportunitäten möchten wir den aber deshalb primär in Wachstum investieren. Wie schon beschrieben sehen wir weiterhin sehr große Wachstumspotenziale sowohl organisch als auch anorganisch und eine wertschaffende Arbeit mit dem generierten Mitteln ist sicher auch im Sinne der Aktionäre.

Wo sehen Sie die MGI in 5 Jahren? Und werden Sie immer noch dabei sein?

Remco Westermann: Mir persönlich macht die Arbeit bei MGI weiter unheimlich viel Spaß und ich sehe weiteres erhebliches Wachstumspotenzial. Was die Möglichkeiten angeht, welche sich durch die Kombination von Ad-Tech und Games ergeben, stehen wir gerade erst am Anfang. Beide Märkte durchlaufen gerade eine Phase starken Wachstums und kontinuierlicher Veränderungen und durch die frühzeitige Kombination beider Bereiche haben wir uns eine starke Ausgangsposition verschaffen, um davon zu profitieren. Diesen Wachstumspfad der Gruppe will ich gerne weiter begleiten. Wir wollen in den kommenden 5 Jahren weiter dynamisch und profitabel wachsen und uns international noch stärker positionieren und auch bei anderen Themen wie zum Beispiel beim Thema Nachhaltigkeit punkten.

Bitte kommentieren Sie kurz einige Stichworte:

Standortwechsel: Hier haben wir kürzlich bekanntgegeben, dass wir von Malta nach Schweden umziehen.

Media and Games Invest als Übernahmeziel: Größere Unternehmen wie wir sind interessante Übernahmeziele als Teil der Konsolidierung. Uns gefällt aber unsere Selbständigkeit und wir bauen lieber selbst weiter. Wir haben so viele Möglichkeiten und es wäre doch auch wünschenswert, dass mal ein echt starker europäischen Spieler entsteht. Bisher hat immer MGI andere Gesellschaften übernommen, in den vergangenen Jahren über 35 Unternehmen und Assets und daran wollen wir weiterarbeiten.

Corona: Nach positiven Corona Effekten in 2020, merken wir aktuell keine Corona-Effekte mehr. Das Geschäft, sowohl im Gamesbereich als auch im Medienbereich, hat sich im vergangenen Jahr normalisiert und wir erwarten auch für die Zukunft keine Corona-Sondereffekte mehr.

Datenschutzrichtlinie: Der vertrauensvolle Umgang mit Daten ist uns absolut wichtig, hier sind wir sehr gut aufgestellt und bei viele Themen auch Vorreiter.

Besteuerung: Wir machen Gewinne und versteuern diese auch dort wo sie generiert werden. Wir haben aber den riesigen Vorteil, dass wir viele Problemfirmen gekauft haben und aufgrund dessen auch substanzielle Verlustvorträge haben, die unsere Steuerlast deutlich reduzieren.

Virtuelle Hauptversammlung: Hat sich inzwischen bewährt und gibt einer breiteren Investorenschicht die Möglichkeit, teilzunehmen.

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 Governance: Dies ist ein Punkt, bei dem wir uns bewusst sind, dass wir noch nachlegen müssen. Unsere Governance Struktur ist dem Tempo unseres Wachstums nicht ganz gefolgt. Mit der aktuellen Größe und dem starken Wachstum kommen andere Anforderungen. Wir sind uns dessen bewusst und haben bereits angekündigt ein Nomination, Remuneration und Audit Komitee einzuführen.

Zielmärkte: Nordamerika ist mit über 70% unserer Umsätze inzwischen unser wichtigster Markt, danach kommt Europa mit etwas über 20%. Wir agieren aber global, mit über 20 Sales Offices weltweit und werden auch andere Länder weiter ausbauen. Insbesondere im Ad-Tech-Bereich werden wir verstärkt weiter international expandieren.

Kapitalmarktkommunikation: Essenziell. Eine gute Geschäftsentwicklung und transparente Kommunikation gehören zusammen. Wir sind dauernd dabei noch mehr und noch besser zu kommunizieren, sowohl im Kapitalmarkt als auch zu anderen Stakeholdern.

Herr Westermann, vielen Dank für das Interview.

Chart: Media and Games Invest PLC | Powered by GOYAX.de

 

Remco Westermann | CEO und Vorstandsvorsitzender

remco westermann media and gamesRemco Westermann verfügt als Manager, Unternehmer und Investor über mehr als 25 Jahre Erfahrung in verschiedenen Führungspositionen. Bei mehreren Gesellschaften im Bereich Technologie und Medien war Westermann maßgeblich bei der Gründung tätig bzw. auch für die Reorganisation und das Wachstum verantwortlich.


Kurzinfo zum Unternehmen

Media and Games Invest plc, MGI ist ein schnell und profitabel wachsendes Unternehmen in den Bereichen digitale Medien und Games. Dabei kombiniert das Unternehmen organisches Wachstum mit wertschöpfenden Übernahmen. Die MGI-Gruppe hat in den vergangenen 6 Jahren über 30 Unternehmen und Assets erfolgreich übernommen. Die übernommenen Firmen und Assets werden konsequent integriert und unter anderem wird Technologie eingesetzt, um Effizienzverbesserungen und Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Media and Games Invest ist an der Frankfurter Börse sowie auf XETRA gelistet.

Aktuell im nwm:
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