Lanxess Aktie Tagesgewinner plus hohe Short-Quote gleich weitere Kurssteigerungen?

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Die Lanxess-Aktie gehörte zuletzt zu den stärksten Werten im MDAX. Gestern am 2. September 2026 legte das Papier um 4,19 Prozent auf 15,66 Euro zu. Bereits an den beiden Vortagen verzeichnete der Titel deutliche Tages-Gewinne (31. August: +3,59 Prozent auf 15,01 Euro; 28. August: +3,86 Prozent auf 15,05 Euro).

Und so könnte die charttechnisch seit eigentlich Jahren auf dem absteigenden Ast sich befindende Aktie vielelciht langsam wieder Oberwasser haben. Oder in anderen Worten: Charttechnik: 50-Tage-Linie geknackt. Aus charttechnischer Sicht hat sich das Bild kurzfristig aufgehellt. Der Kurs überwand die 50-Tage-Linie nach oben – für technische Analysten oft das Signal einer temporären Trendwende. Als nächstes Etappenziel rückt damit die 200-Tage-Linie bei aktuell rund 17,35 Euro in den Fokus. Ein Selbstläufer ist die Erholung jedoch nicht. Die Aktie befindet sich seit Juli 2025 in einem übergeordneten Abwärtstrend und verlor in diesem Zeitraum rund 31,6 Prozent an Wert. Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt weiterhin gut 11 Prozent.


Chart: LANXESS AG | Powered by GOYAX.de

Lanxess steigt – aber Analysten sind skeptisch.

Die Einschätzungen der Research-Häuser bieten derzeit wenig Rückenwind. Das durchschnittliche Kursziel liegt zwar bei 17,41 Euro (rund 21 Prozent über dem aktuellen Niveau), allerdings hinken die Modellanpassungen vieler Analysten der jüngsten Abwärtsdynamik hinterher. Von 14 Analysten raten nur drei zum Kauf, sechs empfehlen „Halten“ und fünf „Verkaufen“.

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Und im August dominierten negative Einstufungen:

  • Exane BNP Paribas stufte von „Neutral“ auf „Underperform“ ab und senkte das Ziel von 15 auf 12 Euro.

  • Berenberg reduzierte von „Hold“ auf „Sell“ (Ziel: 13,80 nach 17,00 Euro) mit Verweis auf schwaches Wachstum und hohe Schulden.

  • Jefferies stufte ebenfalls auf „Underperform“ ab und kappte das Kursziel auf 16 Euro.

Grund für die Zurückhaltung sind die anhaltende Nachfrageschwäche in wichtigen Endmärkten, die hohe Verschuldung sowie fehlende operative Impulse.

Lanxess Q2 – leichte Besserung auf niedrigem Niveau.

Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 6,5 Prozent auf 1,561 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen legte leicht um 1,3 Prozent auf 152 Millionen Euro zu – nach einem schwachen ersten Quartal entsprach dies einem sequenziellen Plus von 61,7 Prozent. Der Free Cashflow drehte von minus 29 Millionen Euro auf plus 56 Millionen Euro. Trotz der Erholung im Jahresverlauf bestätigte das Management lediglich die Jahresprognose für 2026 (EBITDA vor Sondereinflüssen: 450 bis 550 Millionen Euro). CEO Matthias Zachert Dämpfte die Erwartungen: Eine nachhaltige Erholung der Nachfrage in den Kernmärkten sei weiterhin nicht in Sicht.

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Letzte Unternehmensmeldung ist’s auch nicht.

Meldungen über den erstmaligen Einsatz von Wasserstoff in einer Großanlage zeigen operative Fortschritte bei der CO₂-Reduktion (minus 6.000 Tonnen pro Jahr). Für die Ertragslage und den Schuldenabbau hat dieser Schritt kurzfristig jedoch keine nennenswerte Relevanz. Also wohe rkönnte rückenwind für die Aktie kommen. Und das sit eine eigentlich negative Situation für die Aktie, die sich auf wundersame Weise in etwas Positives drehen könnte. Wenn die Kurse, warum auch immer weiter stiegen sollten. Um wieviel kann dabei niemand sagen, denn das ist vom Leidensdruck anderer abhängig. Im Klartext:

Hohe Leerverkaufsquote birgt Squeeze-Potenzial!

Spannung erhält die Aktie durch das Ausmaß der Short-Positionen. Allein die meldepflichtigen Positionen (ab 0,5 Prozent) summieren sich auf eine hohe Gesamtshortposition:

Positionsinhaber Position Datum
BlackRock Investment Management (UK) 1,94 % 04.08.2026
Bridgewater Associates 0,70 % 14.08.2026
Millennium Capital Management 0,63 % 10.08.2026
BlackRock Advisors, LLC 0,62 % 12.05.2026
AQR Capital Management 0,59 % 17.08.2026
JPMorgan Asset Management 0,55 % 06.08.2026

Inklusive der Positionen unterhalb der Meldeschwelle von 0,5 Prozent dürfte die tatsächliche Short-Quote deutlich höher liegen. Ob es die am Markt zu hörende Spekulation von bis zu einem Drittel der ausstehenden Aktien ist oder doch weniger. Auf jeden Fall wird jede einzelne Shortposition laufend überwacht und bei gegenläufiger Entwicklung auf die Waage gelegt. Setzt sich der Kursanstieg fort, geraten Eindeckungsdisziplin und Stopp-Marken der Shortseller unter Druck. Erzwungene Eindeckungskäufe zur Verlustbegrenzung könnten die Aufwärtsbewegung zusätzlich beschleunigen (Short Squeeze). Die Kursgewinne der letzten Tage könnten zu einem Teil genau auf diesen Effekt zurückzuführen sein. Oder kommt es dazu erst noch? Wäre den Optimisten für Lanxess zu wünschen.

Lanxess zeigt erste technische Erholungssignale, bewegt sich fundamental aber weiterhin in einem schwierigen Umfeld. Wichtigster Treiber für kurzfristige Stärke bleibt das hohe Squeeze-Potenzial durch die spekulativen Short-Positionen. Wer einsteigt, setzt weniger auf eine schnelle operative Trendwende als auf die Dynamik der Leerverkäufer-Eindeckungen.
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