Krones Redcare Pharmacy – Quartalsberichte, von denen man nicht genug bekommen kann.

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Krones und Redcare Pharmacy Quartalsberichte

Redcare Pharmacy beschleunigt Tempo, Krones behauptet hohe Marge – so kann man die beiden Quartalsberichte von Heute zusammenfassen. Spannende Frage sit, wie die Aktien darauf reagieren. Redcare Pharmacy hat in letzter Zeit seinen Kurs annähernd verdoppelt – und mehr könnte möglich sein, denn die E-Rezepte scheinen zu „fluppen“.

Und bei Krones kann man wenigstens die Prognose trotz widrigen Umfeldes bestätigen. Heute, am 29. Juli 2026, haben mehrere europäische Unternehmen ihre Zwischenberichte für das zweite Quartal und das erste Halbjahr vorgelegt. Während die Online-Apotheke Redcare Pharmacy von der Durchsetzung des E-Rezepts in Deutschland profitiert und die Marge deutlich ausbaut, zeigt sich der Abfüll- und Verpackungsanlagenhersteller Krones widerstandsfähig gegenüber makroökonomischen Unsicherheiten. Beide Konzerne bestätigten ihre Jahresziele für 2026.

Redcare Pharmacy: Auslandsgeschäft schreibt schwarze Zahlen, Rx-Boom in Deutschland.

Redcare Pharmacy verzeichnete im zweiten Quartal 2026 eine Beschleunigung der Wachstumsdynamik. Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf 853 Millionen Euro, nachdem das Plus im ersten Quartal bei 18 Prozent gelegen hatte. Im gesamten ersten Halbjahr summierte sich der Erlös auf 1,7 Milliarden Euro (+19 Prozent). Haupttreiber der Entwicklung blieb das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten (Rx) in Deutschland, das im zweiten Quartal um 58 Prozent auf 180 Millionen Euro zulegte.

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Parallel zum Erlöswachstum verbesserte sich die Rentabilität. Das bereinigte EBITDA kletterte von April bis Juni um 63 Prozent auf 29,6 Millionen Euro, was einer Marge von 3,5 Prozent entspricht (Vorjahr: 2,6 Prozent). Neben Skaleneffekten im Marketing trug die erstmalige Profitabilität des internationalen Segments außerhalb der DACH-Region zu diesem Ergebnissprung bei. Mit einem bereinigten EBITDA von 1,4 Millionen Euro arbeitete die Auslandssparte im abgelaufenen Jahresviertel erstmals positiv.

CEO Olaf Heinrich ordnete den operativen Fortgang wie folgt ein: „Q2 war erneut ein starkes Quartal für Redcare Pharmacy. Das Wachstum beschleunigte sich, das Rx-Geschäft in Deutschland setzte seine starke Dynamik fort und die Profitabilität verbesserte sich deutlich. Zudem konnten wir eine weitere halbe Million aktive Kundinnen und Kunden gewinnen und damit unsere aktive Kundenbasis auf 14,7 Millionen erhöhen. Besonders hervorzuheben ist, dass unser internationales Segment erstmals ein positives EBITDA erzielt hat. Das ist ein wichtiger Meilenstein und unterstreicht die Fortschritte beim nachhaltigen Ausbau unseres Geschäfts.“

Angehobene Prognose bestätigt.

Der Vorstand bestätigte die im Jahresverlauf angehobene Prognose für das Gesamtjahr 2026. Erwartet wird weiterhin ein Konzernumsatzwachstum zwischen 15 und 17 Prozent sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 2,5 bis 3,0 Prozent. Künftig verzichtet Redcare auf vorläufige Quartalsmitteilungen und veröffentlicht Finanzdaten gesammelt zu den regulären Berichtsterminen.

Krones AG: Auftragsbestand schützt vor Währungseffekten und Konsumzurückhaltung.

Die Krones AG blickt ebenfalls auf ein stabiles erstes Halbjahr 2026 zurück. Der Auftragseingang legte im zweiten Quartal um 3,5 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro zu, womit sich für die ersten sechs Monate ein Ordervolumen von 2,85 Milliarden Euro ergibt (+4,5 Prozent). Das Book-to-Bill-Ratio lag nach zwei Quartalen bei 1,05, der Auftragsbestand stieg auf 4,33 Milliarden Euro. Damit sieht das Management die Auslastung im Anlagen- und Projektgeschäft für das laufende Jahr weitestgehend abgesichert.

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Beim ausgewiesenen Umsatz machten sich Wechselkurseffekte bemerkbar: Negative Währungseinflüsse belasteten die Erlöse im ersten Halbjahr mit rund 60 Millionen Euro. Der berichtete Halbjahresumsatz lag mit 2,71 Milliarden Euro knapp unter dem Vorjahreswert (2,73 Milliarden Euro). Währungsbereinigt verzeichnete der MDAX-Konzern in den ersten sechs Monaten jedoch ein Erlösplus von 1,8 Prozent. Für das zweite Halbjahr geht der Vorstand von einer Beschleunigung des Umsatzwachstums aus.

Trotz schwankender Rohstoffpreise und weltwirtschaftlicher Risiken – etwa durch die Handels- und Zollpolitik sowie den Konflikt im Nahen Osten – steigerte Krones die EBITDA-Marge im ersten Halbjahr leicht von 10,6 Prozent auf 10,8 Prozent (EBITDA: 292,9 Millionen Euro). Der freie Cashflow vor M&A-Aktivitäten verbesserte sich im zweiten Quartal deutlich auf minus 21,3 Millionen Euro (Vorjahr: minus 118,5 Millionen Euro).

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Auf Basis der stabilen Kunden- und Preisstruktur bekräftigte Krones die Ziele für das Gesamtjahr 2026:

  • Umsatzwachstum: 3 % bis 5 % (währungsbereinigt)

  • EBITDA-Marge: 10,7 % bis 11,1 %

  • ROCE: 19 % bis 20 %

Krones Redcare Pharmacy – was ist von den Zahlen zu halten?

Aus Markt- und Analystensicht liefern die Zahlen beider Unternehmen eine Bestätigung der jeweiligen Investitionsthesen:

  • Redcare Pharmacy: Am Markt wird vor allem positiv gewürdigt, dass der Umsatzanstieg bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln nicht mehr auf Kosten der Marge geht. Die Verbesserung der Vertriebskostenquote auf 16,0 Prozent zeigt, dass sich die Investitionen in die Abwicklung digitaler Rezepte zunehmend bezahlt machen. Dass das Auslandsgeschäft den Turnaround auf Stufe des bereinigten EBITDA geschafft hat, nimmt dem Modell einen wesentlichen Verlustträger.

  • Krones AG: Marktbeobachter heben die Widerstandsfähigkeit des Abfüllanlagenherstellers hervor. Trotz der verhaltenen Weltkonjunktur gelingt es Krones, die Preise stabil zu halten und die Marge im Zielkorridor von 10,7 bis 11,1 Prozent zu verankern. Die Währungsbelastungen bremsten zwar das nominale Umsatzwachstum im ersten Halbjahr, der hohe Auftragsbestand von über 4,3 Milliarden Euro bietet jedoch Visibilität für die zweiten sechs Monate.

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