
Aixtron: Letzte Woche retteten starke Q3-Zahlen den Kurs. Förmlich ein Befreiungsschlag gegen den Ki-Trend am US-Markt. Sollten jetzt diese Woche die gebeutelten US-Werte zu einer technischen Gegenbewegung ansetzen, könnte das den Aachenern weiteren Schub geben – Luft nach oben wäre da.
Die 32,89 Euro(Schlusskurs XETRA, 16.10.2026) lassen noch viel Phantasie bis zum 52-Wochen-Hoch von 62,66 Euro. Klar das aktuelle KGV spräche aufgrund der überwundenen Ertragsschwäche eine andere Sprache, aber für 2027 bewegt man sich mit einem Forward KGV von 24 im langjährigen Durchschnitt. Während viele klassische KI- und Halbleiterwerte in den USA letzte Woche unter Druck gerieten, konnte sich der Anlagenbauer Aixtron mit einer starken Ad-hoc-Mitteilung am späten Donnerstagabend (15. Oktober 2026, 18:00 Uhr) massiv vom negativen Sektortrend absetzen – vorläufige Zahlen, die zeigten, das Ki-Investitionen für AIXTRON Wachstum und hohe Margen bedeuten.
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An der Wall Street wurden Technologie- und Infrastrukturwerte zeitweise heftig durchgerüttelt. Auslöser waren neben wachsenden Inflationssorgen und steigenden Anleihenrenditen vor allem fundamentale Zweifel an der kurzfristigen Monetarisierung des KI-Booms – genauer gesagt die Frage, ob das rasante Umsatzwachstum von Cloud-Giganten und Infrastrukturanbietern (wie beispielsweise CoreWeave oder Oracle) die extrem hohen Bewertungen und den massiven Schuldenaufbau für den Rechenzentrumsausbau rechtfertigen kann. In diesem angespannten Marktumfeld gerieten prominente US-Chipwerte wie Nvidia und AMD wiederholt in den Abwärtssog, während Investoren zunehmchend selektiver agierten. Umso bemerkenswerter war es, dass Aixtron als Zulieferer dank konkreter, handfester Bestellungen für Laseranwendungen in KI-Datencentern entkoppeln und mit einem starken Wochenendspurt Gegenwind aus den USA trotzen konnte.
AIXTRON – en detail.
Mit deutlich über dem Konsens liegenden Zahlen zum Auftragseingang konnte man am Donnerstag überzeugen: Mit rund 275 Millionen Euro im dritten Quartal 2026 (nach 124,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum) hat Aixtron den Analystenkonsens (im Median bei rund 214,6 Millionen Euro) sowie den Vorquartalswert (214,5 Millionen Euro) massiv übertroffen. Gut, wenn auch nicht überraschend, lag man bei Umsatz und Profitabilität: Der Umsatz kletterte auf rund 184 Millionen Euro (Q3 2025: 119,6 Millionen Euro) und bewegte sich damit punktgenau im Rahmen der prognostizierten Bandbreite. Deutlicher fielen die Überraschungen beim Ergebnis aus: Gestützt durch einen vorteilhaften Produktmix kletterte die Bruttomarge auf rund 48 % (Vorjahr: 39 %). Das operative Ergebnis (EBIT) schoss auf ca. 57 Millionen Euro nach oben, was einer EBIT-Marge von rund 31 % (nach 13 % im Vorjahr) entspricht.
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Ob nun fehlender Mut oder vernünftige Vorsicht, die Jahresprognose für 2026 wurde vom Vorstand lediglich bestätigt. Vorstandschef Dr. Felix Grawert betonte, dass das Geschäft weiterhin von der hohen Nachfrage nach Spezialanlagen für Laseranwendungen in der KI-Datencenter-Kommunikation angetrieben werde, was die Visibilität für 2027 deutlich stärke. Natürlich schlummert in der bestehenden Prognose potentiell bei sich weiter verbessernden Kennzahlen im Q4 eine kurstechnisch hochwillkommene Prognoseanhebung. Aber die braucht’s erstmal für das letzte Woche erreichte Kursplus nicht.
AIXTRON – geht da noch mehr?
Nach Veröffentlichung der Zahlen setzte die Aktie zu einer kräftigen Aufholjagd an. Nach einem Zwischentief notierte das Papier bei rund 32,89 bis 33,08 Euro (ein Tagesplus von über 6 %). Große Analysehäuser wie Jefferies (Kursziel 44,00 Euro) und JPMorgan (Kursziel 54,00 Euro) bestätigten daraufhin ihre positiven Einstufungen und verwiesen auf die robuste operative Dynamik des Chipindustrie-Ausrüsters. Mutige könnten auf eine Erholung am US-Markt für KI-Werte in dieser Woche setzen, was die stimmungslage für AIXTRON weiter verbessern würde…













