TecDAX | Wirecard’s klare Worte am Sonntag: 18.06. steht! Prognose steht! – FAZ meint: Braun muss weg, aber dann doch nicht so ganz…

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Wirecard AG (ISIN: DE0007472060) musste am Freitag Nachmittag einen – wegen Durchsuchung der Wirecard Räumlichkeiten, Hintergrund hier ausführlicher – kurzfristigen (?) Kurseinbruch hinnehmen. Scheint Wirecard einigermaßen überrascht zu haben – es dauerte bis Sonntag spätnachmittags für eine ausführlichere, dafür aber klare Stellungnahme.

WICHTIGSTE ELEMENTE. 18.06. ALS BILANZVORLAGEDATUM STEHT, PROGNOSE EINES EBITDA 2020 ZWISCHEN 1 und 1,12 MRD EUR STEHT, KEIN EINFLUSS AUF DAS OPERATIVE DURCH DIE ERMITTLUNGEN WEGEN KURSMANIPULATION und – selbstverständlich volle Kooperation mit den Ermittlungsbehörden, keine Angaben zu laufenden Verfahren und Erwartung einer positiven Klärung der Vorwürfe. Ein wichtiges Signal bevor die Märkte heute Morgen öffnen.  Bevor wir zum anderen Thema dieses Wochenendes kommen „Forderung nach Ablösung des CEO“ – die Meldung im Wortlaut:

Wie am 5. Juni 2020 vom Unternehmen kommuniziert, werden derzeit behördliche Ermittlungen im Zusammenhang mit Ad-hoc Mitteilungen im Vorfeld der Veröffentlichung des KPMG-Sonderuntersuchungsberichts durchgeführt.
Die Ermittlungen richten sich gegen die Vorstandsmitglieder der Wirecard AG. Vorstand und Gesellschaft respektieren die Ermittlungen und kooperieren mit den Behörden. Alle von den Behörden im Rahmen der Durchsuchung angeforderten Daten wurden kurzfristig bereitgestellt. Da es sich um laufende Ermittlungen handelt, werden von Vorstand und Gesellschaft keine öffentlichen Erklärungen zum Inhalt oder Stand der Untersuchung abgegeben.
Die Gesellschaft ist zuversichtlich, dass sich der Sachverhalt aufklären wird und die Vorwürfe sich als unbegründet erweisen werden.{loadmodule mod_custom,Nebenwerte – Anzeige in Artikel (Produkt)}

Die laufende Untersuchung hat keine Auswirkungen auf das operative Geschäft der Wirecard AG. Die Veröffentlichung des Konzernabschlusses 2019 findet am 18. Juni 2020 statt. Das Unternehmen erwartet keine wesentlichen Abweichungen gegenüber den gemeldeten vorläufigen Zahlen. Für das laufende Geschäftsjahr 2020 bestätigt der Vorstand seinen Ausblick und erwartet einen operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in einer Bandbreite von 1,0 Mrd. EUR bis 1,12 Mrd. EUR.“

Am Wochenende wurden die Rufe wieder lauter: „Braun muss weg“,

die FAZ vorne weg – ob dass im Moment hilfreich wäre? Ist Markus Braun nicht zu wichtig für Wirecard’s Innovationskraft und Bereitschaft neue Wege zu denken und umzusetzen? Der derzeitige CEO hat einen hohen Anteil am Erfolg des Paymentdienstleisters, der quasi aus dem Nichts zum DAX-Konzern wurde, gemacht wurde von Braun? Die Kurseinbrüche am Freitag nach der Durchsuchungsnachricht hatten sich bereits im späteren Handel stark reduziert und am Montag sollte – sofern der Gesamtmarkt keine „größeren Eskapaden“ vollführt, relativ wenig reagieren. aber die FAZ reagierte mit einem Kommentar auf die neuerlichen Vorgänge – wobei die Durchsuchung, wie bereichteten, eigentlich zu erwarten war und „einfach nur“ ein weiterer Negativpunkt in der Entwicklung ist, kein Schlusspunkt, kein entscheidender,aber ein aufsehenerregender…

„Der Chef muss weg“

so meinte Markus Theurer in seinem Kommentar in der FAZ am Samstag über Markus Braun von Wirecard. Wobei er im Verlauf seines Beitrages durchaus ein Stück zurückrudert: CEO NEIN, CTO ja. Eigentlich fast dass, was der Aufsichtsrat mit seinem Revirement der Vorstandsstruktur, Vorstandszuständigkeiten und Resorts bereits am 08.05.2020 eingeläutet und verkündet hat:

Der CEO der Wirecard AG, Dr. Markus Braun, wird künftig den Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf die strategische Weiterentwicklung der Wirecard AG legen. Dies umfasst strategische Allianzen, Innovationsmanagement, die weitere Geschäftsentwicklung der Gruppe, die Koordination der Geschäftspolitik und der Geschäftsbereiche sowie die Unternehmenskommunikation. Der Aufsichtsrat würdigt mit dieser Entscheidung die außerordentlichen und nachhaltigen Wachstumserfolge der Wirecard AG unter der Leitung von Herrn Dr. Braun und schätzt dessen impulsgebende Innovationskraft für das Unternehmen.“ (Wirecard, 08.05.2020, „Umfassende Veränderung im Vorstand der Wirecard AG“)

In der FAZ findet sich eine ähnliche Vorstellung: „Es ist an der Zeit, dass auch Markus Braun Konsequenzen zieht und seinen Posten als Vorstandschef aufgibt. Er hat in den vergangenen Monaten zu viel Vertrauen zerstört. Ein glaubhafter Neuanfang ist mit ihm nicht mehr möglich. Zu wünschen wäre allerdings, dass er Technikchef von Wirecard bliebe, wenn die Ergebnisse der laufenden Ermittlungen dies zulassen. Das ist das Dilemma, das jetzt gelöst werden muss: Mit Braun als Vorstandschef kommt Wirecard nicht aus der Krise. Aber ihn ganz zu verlieren – das wäre auch ein schwerer Schlag für das Unternehmen.“ (FAZ, Markus Theurer, 06.06.2020, „Der Chef muss weg“)

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Natürlich ist die Ankündigung des Wirecard-Aufsichtsrats mit Leben zu füllen, natürlich muss das auch von Markus Braun gelebt werden, natürlich müssen die „neuen“ vorstände das nötige Rückgrat mitbringen, sich gegen den „Gründervater“ durchzusetzen; der nominierte Compliancevorstand ist wohl eine solche Person, die anderen avisierten Neubesetzungen stehen ja noch aus, sollten aber, wenn man Glaubwürdigkeit aufbauen will, ein ähnliches Format haben.

Der aktuelle Aufruf passt in das Umfeld der von DEKA-Verantwortlichen bereits seit einiger Zeit formulierten Forderung nach einem Chefwechsel bei Wirecard und – hier wird die Gesellschaft eher abschreckend, als unterstützend – dem TCI Hedgefonds, der aufgrund seiner Shortpositionen eher ein Interesse an einer Schwächung der Gesellschaft hat. TCI forderte unetr anderem in einem offenen Brief an den Aufsichtsrat Wirecards am 28.04.2020:

„(…)we are of the view that the supervisory board is legally obliged to intervene.In our opinion, the necessary intervention is now to remove the CEO from all management duties.If the supervisory board does not remove the CEO, at the very least,they must directly take responsibility for the investigation and remove Wirecard’s management from all involvement in this.“ (TCI Fund, 28.04.2020, „Letter to Wirecard“)

Und DEKA u.a.Anfang Mai: Wir fordern den Rücktritt von Markus Braun. Das haben wir dem Aufsichtsratsvorsitzenden von Wirecard, Thomas Eichelmann, im Laufe dieser Woche mitgeteilt“, sagte Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei der Deka, der WirtschaftsWoche.“ (Wirtschaftswoche, 06.05.2020, „Wir fordern den Rücktritt von Markus Braun“){loadmodule mod_custom,Nebenwerte – Anzeige in Artikel (Produkt)}

Viel Gegenwind für einen CEO, der aber neben seinen „eigenen“ Aktien an Wirecard (gut 7%) auch offensichtlich – noch? – eine, man muss schon fast sagen, Fanbase unter den Aktionären, und offensichtlich nicht nur unter den Kleinaktionären, hat. Der Kampf um Vorstandsvorsitzenden, Perspektiven, und Anlagechancen in einen kräftig wachsenden Paymentdienstleister ist noch lange nicht vorbei. Am 18.06.2020 MUSS WIRECARD UND BRAUN PUNKTEN, um weitermachen zu können. Die 2019er Bilanz sollte zwingend ein uneingeschränktes Testat erhalten, die KPMG Prüfung aller Drittpartnerumsätze im Dezember 2019 sollte, nach ihrem Abschluss, keine Zweifel an Umsatzhöhe, -herkunft und -dokumentation offen lassen. Dass sollte von E&Y, hier natürlich nur aufgrund eines stichprobenweisen Prüfprozesses, auch für die anderen Monate von 2019 bestätigt werden. Und natürlich sollte die Gesellschaft trotz aller Kontroversen, negativer Presse und Diskussionen weiterhin ihre Wachstumszahlen „abliefern“ – Sisyphusarbeit, die aber selbst verursacht ist/selbst „produziert“ worden ist.

Die Mängel in der Organisationsstruktur und Dokumentation und Kontrollmechanismen hat der Vorstand zu verantworten. So wie er jetzt, unter Anleitung und Aufsicht des Aufsichtsrats möglicherweise die letzte Chance hat, zu beweisen, dass Wirecard 2019 oder Wirecard 2020 anders aufgestellt ist und wird, wie in den Jahren bis 2018. Der Zweifel, die Vorwürfe wegen Untreue, Luftumsätzen und bereicherung seitens FT und anderen „Trittbrettfahrern“ und „intensiv aktiven Shortern“ wurden erst möglich durch organisatorische Mängel – und die müssen gelöst sein, wenn Wirecard wieder als Wachstumsperle mit hervorragenden Aussichten wahrgenommen werden soll und will. UND DANN AUCH WIEDER BEWERTUNGSLEVEL ERREICHEN SOLLTE WIE DIE PEERS. Und dieser Bewertungsabstand beziffert sich in …

Und wie war die letzte Woche für Wirecard – neben der Druchsuchung?

Während man Anfang der Woche noch über die explodierenden Leih-Kosten für Wirecard diskutierte und eine mögliche Auswirkung auf langfristigere Shortengagements, die bei den in der Spitze erreichten 40% am Freitag der Vorwoche schon kräftig ins Gewicht fallen. Auch die durchschnittlichen Leihkosten der Wirecard Aktie entwickelten sich die Woche kräftig nach oben: Die früher gesehenen 6-7% gehörten der Vergangenheit an – Montag waren es schon 9%, Mittwoch Morgens 12%, am Freitag schon 17,5%  und weiter steigend – Ende offen. Interessant entsprechende Tweets Ihor Dusaniwskys „17.50% fee & rising“ (05.06.2020) und Yes, seeing some #Wirecard WDI GR stock borrows hitting 40% fee today. Looks like a lot of the previously available shares to lend have evaporated from the lending market. Either lenders are holding back inventory to drive rates higher or longs that were lending are now selling.“ Spannende Entwicklung. Spielt definitiv den Long-orientierten Anlegern in die Hände..

EINE AKTIE DIE BESSER ALS WIRECARD IST – HIER

DIE GANZE REIHE DER Aktien in Crashzeiten – erster Zwischenstand vom 16/17.04.2020:

Teil1: MuM, DataGroup und MBB – Lukas Spang lag bisher richtig mit seinen Empfehlungen

Teil3: PNE, SBF und Dic Asset – Michael C. Kissig eine Woche später eingestiegen, auch besser als die Indizes

und aus gegebenem Anlass Update 26.05.2020 unseres Teil2:

Evotec, Encavis, und Wirecard – nwm’s Favoriten mit insgesamt guter Performance Dank Encavis

Moodys droht und UBS bleibt bei neutral am Dienstag –

Die Ratingagentur Moody‘s Investors Service meldet sich Dienstag mit der Prüfung eines möglichen Downgrade des Langfristratings von Baa3 der Wirecard AG. Wichtig, wenn auch für die Schuldenaufnahme Wirecards relativ unbedeutend – es gibt eine 500 Mio. EUR Anleihe mit Laufzeit bis 09/2024. Seinerzeit aufgenommen, um bestehende Kredite abzulösen und dass zu attraktiven 0,50% Anleihezins. Das „Problem“  ist vielmehr das VERTRAUEN– ein Investmentrating drückt Vertrauen aus, auch wenn wohl aktuell keine Anleiheemissionen geplant waren/sind, so kratzt diese Nachricht am gerade wieder sich erholenden Standing der Wirecard. Oder bietet Wirecard eine Riesenchance? Wieso? Weil Moody’s klare Kriterien für ein Downgrade, aber auch ein Upgrade genannt hat – spannend, vielleicht wird Moody’s so zum Schiedsrichter für die Unentschlossenen.

DOWNGRADE DROHT, wenn die EBITDA’s Wachstumsraten wesentlich unter 20-25%, eine Verschuldung über dem 3-fachen EBITDA liegen sollten. Gleiche Sanktionen drohen bei weiterhin bestehenden Compliance- oder Governanceproblemen oder bei stark abnehmender Liquiditätslage der Gesellschaft. UPGRADE IST MÖGLICH WENN die bereinigte Verschuldung absehbar maximal das doppelte EBITDA erreicht. Keine größeren Übernahmen angekündigt oder durchgeführt werden. Wachstumsraten dauerhaft über dem Gesamtmarktwachstum mit einer hohen Liquiditätsquote von nahezu 20%. Weiterhin keine Entdeckungen neuer Governance- oder Compliance-Verstöße. Keine überbordenden Aktionärsausschüttungen und ein insgesamt konservatives Finanzkonzept, selbst bei Übernahmen. Die Voraussetzungen für ein Upgrade scheinen nicht so unerreichbar für Wirecard zu sein – immer vorausgesetzt der 18.06. bringt keine negativen Überraschungen. Und…{loadmodule mod_custom,Nebenwerte – Anzeige in Artikel (Produkt)}

Die UBS bleibt bei ihrer Einstufung der Wirecard Aktie: NEUTRAL und sieht in einem aktuellen Bericht zum geänderten Zahlungsverhalten in Großbritannien keine generelle Bedeutung für die Entwicklung in „Resteuropa“ – auch wenn generell Anbieter von Paymenlösungen mit einem Aufschlag zur Vorcorona-Zeit gehandelt würden, sieht er diesen bei Wirecard nicht als zwingend (aus bekannten Gründen) – Adyen ist der bevorzugte Paymentdienstleister für die UBS. Die anderen Analysten meldeten sich diese Woche nicht zu Wort, es bleibt also bei: Baader BUY, sieht weiterhin eine extreme Unterbewertung der Aktie und ein Kursziel von 240,00 EUR. HSBC HOLD, Kurszielreduktion von 95,00 EUR, ODDO BHF HALTEN, Kursziel 05,00 EUR und sieht eine günstige Bewertung der Aktie, NordLB HALTEN, Kursziel 80,00 EUR – auch hier sieht man Jahre des notwendigen Vertrauensaufbaus vor Wirecard liegen, wobei die Bilanzvorlageverschiebung „ärgerlich“ aber nicht über zu bewerten sei.

Weniger Shorts am Mittwoch – und weniger DWS, BoA wieder da und einer von Softbank soll kommen…

Gesamtshortstand war Mittwoch Morgens 28.050.000 Aktien short, immerhin 850.000 Stück weniger als am Freitag (der auch schon einen Rückgang um 300.000 Stück vom vorhergehenden Mittwoch gesehen hatte). Möglicherweise Risikoreduktion auf der Shortseite vor dem 18.06.2020 eingeläutet – insbesondere in Anbetracht des von Wirecard offiziell optimsitisch geäußerten „wir gehen von einem uneingeschränkten Testat“ und „im Wesentlichen unveränderten Bilanzzahlen“ aus. Der Sprung am Freitag auf 28.570.000 Stück wieder (18.24 Uhr mitgeteilt, ob schon Entwicklungen aufgrund der Wirecard-Durchsuchung berücksichtigt werden konnten, ist uns nicht bekannt), jedenfalls wieder 520.000 Stück mehr als noch Mitte der Woche. Trend gebrochen oder „Aufzucken“ – die Durchsuchung am Freitag war wahrscheinlich wieder mal Öl auf die Mühlen der Shortinteressenten.

§40 Meldungen: DWS hat bereits am 22.05.2020 seinen Bestand an physischen Aktien von 4,47% auf 2,84% reduziert, dazu kommt ein unveränderter Rückgabeanspruch von 0,5% (also Aktienleihe der DWS an Shortwillige). Der ehemals übergewichtete Paymentdienstleister bei diversen DWS-Fonds ist kräftig zurückgefahren worden – dass Vertrauen fehlt wohl langsam auf eine kurzfristige Outperformance. Wilde Aktivitäten bei der BoA : Der An- und Ausaktionär hat zum wiederholten Mal einen „Sprung“ von mehr als 5% in der Beteiligungsschwelle an einem Tag vollführt. Diesmal ging es am 26.05. von 0,01 % Stimmrechten wieder auf 5,56%.

Es kamen am Mittwoch Gerüchte auf über die Berufung eines wichtigen Softbank-Managers – angeblich Samuel Merksamer – in den Aufsichtsrat der Wirecard. Wäre ein Zeichen von Kompetenzsteigerung und Vertrauen des (über Wandelanleihen) zukünftig wichtigen Aktionärs Softbank – vielleicht nutzt man den 18.06. auch diese und andere Personalien zu klären. die finanzpresse ist sich Mitttwoch eigentlich fast sicher über die Softbank-Personalie, allein Wirecard hat dazu bisher nichts verlautbart…

Donnerstag versucht Wirecard einen Befreiungsschlag, der verpufft

Die Schlacht um die Meinung des Kapitalmarktes tobt schon seit Monaten, jetzt zeigt Wirecard, überraschend vom Timing her, Zähne. Man will sich nicht mehr verstecken oder den Pressemeldungen „hinterherlaufen“, sondern versucht die Führung zu übernehmen. Und einige der Argumente sind nicht von der Hand zu weisen. Die Erklärung, die sich auf der Homepage der Wirecard unter dem relativ neuen Label „TRANSPARENZ“ findet, Beginnt mit einem – zu Recht – stolzen und selbstbewusten Hinweis, der gleichzeitig versucht den Fokus auf das eigentlich Wesentliche, zumindest bei einem „normalen“ Unternehmen,  zu legen, das Operative. Zum wiederholten Mal: Im Gegensatz zu den meißten anderen Unternehmen habe man bei Wirecard die Prognose für 2020 bestätigt und – wie um den Analysten von Moodys zu antworten – erwarte ab dem Q3 eine signifikante Erholung im Reise/Travel Bereich. Ansonsten sei der „starke und zusätzliche“ Anstieg in Onlinetransaktionen in Europa und Asien (USA nicht?) bereits jetzt kompensierend für die Ausfälle im Reise/Travel-Bereich. DANN EIN WICHTIGER HINWEIS: Der bereits jetzt als wichtig eingestufte 18.06. mit der angekündigten Vorlage der testierten Bilanz inclusive Prüfbericht, wird „noch wichtiger gemacht“, in dem man klarstellt in diesem Zusammenhang über Wachstumsperspektiven (operativ) und – derzeit wichtiger – über organisatorische Maßnahmen zu berichten.

Der Vermögensschaden der Aktionäre Wirecards durch „Wirtschaftszeitung“ aus England und intensive Shortselleraktivitäten wird betont und nochmals auf die Aussagen des KPMG-Berichts und deren Bedeutung für die – laut Wirecard – positive Klärung der meißten Vorwürfe. Das Drittpartnergeschäft sollte abschließend auch geklärt werden können – möglciherweise im Zusammenhang mit dem 18.06.2020. KOMPLETTER BEITRAG.

Freitag zuerst mal: Bayern München – Basketball und Wirecard, dann DURCHSUCHUNG

Klar hier sind keine Riesenumsätze zu erwarten, aber die Meldung von heute: „… und der FC Bayern München Basketball haben bereits vor längerer Zeit eine strategische Partnerschaft beschlossen. Die Kooperation ist zunächst bis Sommer 2022 angesetzt, in denen Wirecard als Platin Partner des FC Bayern München Basketball auftritt.

Wirecard und der FC Bayern Basketball arbeiten seit geraumer Zeit bei der Entwicklung digitaler Zahlungslösungen sowie damit verbundener weiterführender Services eng zusammen. Die beiden Partner möchten wegweisende Projekte entwickeln, um den Fans des deutschen Basketball-Meisters neue und zukunftsweisende Fan-Erlebnisse zu ermöglichen. Innovative Zahlungs- und Mehrwertdienste sollen den Fans in Zukunft ein neuartiges Kundenerlebnis ermöglichen. In Zukunft will Wirecard auch andere Teams dabei begleiten und die Digitalisierung des Profisports vorantreiben. Die Kooperation mit dem FC Bayern Basketball bildet dafür den Startschuss.“

Wichtig: Startschuss und weiterführende Services – genau wie in der Vision 2025 angekündigt: Neue Märkte, Dienstleistungen über Payment hinaus und Wachstum. Vielleicht „knackt“ man mit dieser Abteilung des Bayern München die ganze Branche „Profisport“ – neben Travel, Tourismus oder Mobility, die vorher dran waren – mit starker Fanbase für ein Bündel an Dienstleistungen. Interessanter als die pure Meldung von heute vermuten lässt.

Passend dazu die Aussagen: Marco Raab, EVP Global Marketing bei Wirecard: „(…) Wir sind außerdem überzeugt, künftig zahlreiche digitale Initiativen mit hohem Mehrwert für Fans und Verein voranzubringen und den Sportsektor in Zukunft stärker bedienen zu können. Mit innovativen Anwendungen wollen wir Fans einen Mehrwert im Payment-Bereich bieten und das Kundenerlebnis optimieren.“

„Die Zusammenarbeit zwischen Wirecard und dem FC Bayern Basketball beinhaltet vielfältige Innovationsthemen, die speziell für das Umfeld des Profisports entwickelt werden. Das Kernziel wird darin bestehen, das Fan-Erlebnis zu stärken, neue Umsatzerlöse zu schaffen sowie Mehrwerte für Sponsoren und Fans“, sagt Christian Reindl, EVP Sales Retail bei Wirecard.

DANN KAM DIE DURCHSUCHUNG – KOMPLETTER BERICHT HIER –  Kurz zusammengefasst: Auslöser für Strafanzeige und Durchsuchung waren die Ad-hoc Meldungen im Umfeld der KPMG-Prüfung und eine potentielle Marktmanipulation. Es ist eigentlich noch eine der „berechenbarsten“, „harmloseren“ und, wie es in der Mitteilung des Unternehmns korrekt heißt, den Vorstand und seinen möglichen Pflichtverstoß persönlich betreffend – nicht das Unternehmen. Und ja, die Kommunikation rund um den KPMG-Bericht hattte schon etwas Irritierendes. Allein wenn man die Kursebewegungen nach den fraglichen Meldungen (laut Handelsblatt „(…) die Verantwortlichen der Wirecard durch die Ad-hoc-Mitteilungen vom 12.03.20 und vom 22.04.20 irreführende Signale für den Börsenpreis der Aktien der Wirecard AG gegeben haben könnten„) betrachtet, kann man zumindest die Strin runzeln, ob dass reicht für strafrechtliche Feststellungen? Nicht Entscheidung der Anleger. Die Meldungen haben zumindest etwas irritierend geklungen, nachdem man den KPMG-Bericht gelesen hatte mit all seiner Kritik und „Nichtbelegen“ und Mängeln. Der Fall wurde durch eine Strafanzeige der BAFin bei der Staatsanwaltschaft „ins Rollen gebracht“ und es geht  – bisher – „nur“ um Kursmanipulation, nicht um die Vorwürfe der FT.

Zurück zum Trend – wenn er denn nach dem 18.06.2020 relevant wird

Eine Meldung im „The Telegraph“ vom 03.06.2020: „UK Finance said that 51 per cent of all payments were made via debit and credit cards in 2019, with online shopping and contactless spending helping push the growth.“

Und dass war vor Corona-Lock-Down, man kann nur ahnen um wieviel der Anteil dieses Jahr weiter gestiegen ist und dazu kommt die hohe Marketshare von Wirecard, man ist wohl mit Grund in Aschheim so optimistisch 2020 seine Ziele zu erreichen. Paymentdienstleistung, digital, ist auf einem Eroberungszug, der nicht aufzuhalten scheint – und trotz aller Unkenrufe ist Wirecard operativ vorne mit dabei, technologisch und auch bei der Eroberung neuer „Nischen“. Passend dazu lieferte Wirecard auch die Ergebnisse einer Umfrage, die den Trend – wie nicht anders zu erwarten – klar bestätigt; den Trend zum digitalen Zahlen:

Eine zweite repräsentative Umfrage, die Wirecard in Deutschland, Frankreich sowie Großbritannien durchgeführt hat, zeigt, wie die aktuelle Situation den bargeldlosen Zahlungsverkehr beschleunigt. Kontaktlose Bezahlmöglichkeiten waren bereits vor der Corona-Pandemie beliebt in den drei Ländern – nun sind sie endgültig im Mainstream angekommen. Mehr als die Hälfte aller Befragten in allen drei Ländern nutzt nun vermehrt kontaktlose Zahlungsmethoden – zum Beispiel über Kredit- bzw. Debitkarte oder das Smartphone. Drei von vier Teilnehmern möchten dies auch nach der Corona-Pandemie beibehalten.“ (Die gesamte Wirecard-Umfrage – hier.)

Also kaufen, weil irgendwann „der Rest“ positiv erledigt ist? Schwierig, aber der 18.06.2020 wird wohl einen ersten Hinweis geben, wie man sich zukünftig aufstellen will und wie ernsthaft man die Vergangenheit „abhaken“ will, kann und wie zukünftig solche Vorwürfe gegenstandslos gemacht werden könnten…Wirecard – Statement als Offensive, gestern veröffentlicht – steigert die Spannung vor dem 18.06.2020 immens.

EXCLUSIVINTERVIEW mit dem CEO des potentiellen Digitalisierungsgewinners USU Software Bernhard Oberschmidt

Aktuell (08.06.2020 / 06:15 Uhr) notieren die Aktien der Wirecard AG im Tradegate-Handel zum Handelsschluss mit einem Minus von -6,95 EUR ( -7,32 %) bei 88,20EUR. Auch diese Aktie können Sie ab 0,00 EUR auf Smartbroker handeln.

 

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