wrapper

Der TECDAX hat im abgelaufenen Börsenjahr nicht mehr ganz die Kurve bekommen und musste 2016 schließlich mit einer negativen Performance von -1,04% beenden.

An diesem Ergebnis konnte auch der Anstieg von +5,51% im Dezember nichts mehr ändern. Allerdings stand der deutsche Technologie-Index am 30. November noch bei 1717,12 Punkten, d.h. nur wenige Wochen vor Jahresende betrug das Defizit noch -6,21%.

Wie die gesamte Börse, war auch der TECDAX in 2016 vor allem von den verschiedenen politischen Ereignissen beeinflusst. Der Syrienkrieg, der Brexit oder auch die US-Wahlen sorgten jeweils für kleine bis mittelschwere Turbulenzen.

In der chronologischen Abfolge sah das so aus: Anfang 2016 fiel der TECDAX innerhalb der ersten fünf Wochen auf Schlusskursbasis bis auf sein Jahrestief bei 1.485,01 Punkten und verlor somit -18,89%. Bis Anfang/Mitte Juni erholte er sich dann wieder bis auf ein Niveau knapp unterhalb von 1.700 Punkten.

Das Referendum der Briten und der daraus resultierende Brexit sorgte im Sommer kurzfristig noch einmal für einen Kursrückgang bis auf 1.520 Punkte. Anschließend verzeichnete der TECDAX erneut einen deutlichen Anstieg. Bis Oktober stieg er bis auf 1.820 Punkte. Der überraschende Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen mit Trump als Sieger ließ den Technologie-Index noch einmal auf unter 1.700 Punkte rutschen. Im Dezember kletterte der TECDAX schlussendlich wieder auf über 1.800 Punkte.

 

TECDAX
Chart: TECDAX | Powered by GOYAX.de
 

Von den 30 Einzelwerten reichte es in 2016 diesmal für 19 zu einer positiven Jahres-Performance. Demgegenüber schnitten die restlichen elf TECDAX-Aktien negativ ab. Im Vorjahr fiel die Bilanz noch deutlich besser aus: Während nur fünf Einzelwerte mit einem Minus am Jahresende aufwarteten, waren es 24, die positiv performten. Siltronic fiel seinerzeit aufgrund des erst im Juni 2015 durchgeführten IPOs aus der Jahreswertung heraus.


Best-Index-Performer: Aktie von Siltronic legt um fast 95% zu

Im ersten vollständigen Börsenjahr setzte sich das Papier von Siltronic AG (ISIN: DE000WAF3001) in Sachen Performance auf Anhieb an die Spitze des TECDAX. Die Aktie des Herstellers von Wafern aus Reinsilicium für die Halbleiterindustrie stieg von 22,59 EUR um +94,89% auf 44,03 EUR.

Während die Anteilsscheine der Münchener in den ersten sechs Monaten unter den negativen Auswirkungen des schlechten Börsenumfelds zu Beginn des letzten Jahres auf ein Kursniveau zwischen 14 EUR und 17 EUR seitwärts liefen, legte das Papier ab August mächtig zu. Von 15,60 EUR (Ende Juli) verdreifachte sich der Kurs in der Spitze nahezu bis auf 45,55 EUR (21. Dezember).

 

Siltronic AG
Chart: Siltronic AG | Powered by GOYAX.de
 

Auf Rang zwei der TECDAX-Top-Performer kam die Evotec AG (ISIN: DE0005664809) mit einem Kurszuwachs von +78,47%. Das Hamburger BioTech-Unternehmen, das zu den weltweit führenden Wirkstoffforschungs- und –entwicklungsunternehmen zählt, konnte im Verlaufe des letzten Jahres einige wichtige strategische Kooperationen, unter anderem mit Merck und Celgene, und darüber hinaus auch weitere operative Erfolge vermelden.

Die Aktie zeigte seit dem Jahrestief im Februar 2016 bei 2,94 EUR bis November einen kontinuierlichen Anstieg auf ein Kursniveau von 4,88 EUR. In den letzten beiden Monaten des Jahres beschleunigte das Papier diese Aufwärtsdynamik nochmals und beendete das Jahr bei 7,44 EUR.

Für die Aktie von SLM Solutions Group AG (ISIN: DE000A111338) endete das Jahr 2016 ebenfalls mit einem deutlichen Plus: Das Papier legte auf Jahressicht um +71,05% zu. Der Kurs kletterte von 19 EUR (30. Dezember 2015) bis Mitte September auf 43,20 EUR, was einer zwischenzeitlichen Performance von +127% entsprach.

Anfang September sorgte insbesondere das Übernahmeangebot von General Electric (GE) für einen deutlichen Kurssprung auf ein Niveau von über 40 EUR. Das Übernahmevorhaben wurde aber vom Finanzinvestor Paul Singer konterkariert. Mit seinem Hedgefonds Elliot hatte er den Anteil an SLM Solutions auf rund 20% ausgebaut. Im Rahmen dieser Aufstockung kündigte Singer zudem an, das TECDAX-Unternehmen grundlegend verändern zu wollen.

Des Weiteren lehnte der US-Finanzinvestor das Angebot von 38 EUR je Aktie seitens GE ab und war damit primär dafür verantwortlich, dass bis zum Fristende des Übernahmeangebots am 24. Oktober 2016 die Mindestannahmequote von 75% nicht erreicht wurde und somit die Übernahme scheiterte. Daraufhin fiel die Aktie vom Jahreshoch bei 43,20 EUR auf 30 EUR zurück und erholte sich von der geplatzten Übernahme in den letzten beiden Monaten nur noch auf 32,50 EUR.

Mit einem größeren Abstand auf die drei Top-Performer und einem Plus von +46,22% schaffte es der Notebook-Hersteller S & T AG (ISIN: AT0000A0E9W5) aus Linz (Österreich) auf Platz vier der Jahreswertung. Platz fünf sicherte sich das Martinrieder BioTech-Unternehmen Medigene AG (ISIN: DE000A1X3W00) mit einer Performance von +36,80%.

 


Worst-Index-Performer: Börsenwert von SMA Solar Technology halbiert sich

Besonders übel verlief das Börsenjahr für den Hersteller von Solarwechseltrichtern SMA Solar Technology AG (ISIN: DE000A0DJ6J9). Ende 2015 notierte das Papier noch bei 51,72 EUR, zwölf Monate später stand der Kurs gerade noch bei 25,12 EUR. Damit büßte die Aktie auf Jahressicht -51,44% ein und halbierte damit den Wert des Unternehmens an der Börse.  

Dabei verlief die erste Hälfte des vergangenen Jahres durchaus noch zufriedenstellend und ließ Optimismus aufkeimen. Immerhin konnte das Niestetaler Unternehmen von Januar bis Juni 2016 den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern und auch beim EBIT sorgten schwarze Zahlen für Zuversicht.

Im zweiten Halbjahr kam es dann aber knüppeldick für die Aktionäre von SMA Solar Technology: Der Kurs brach im August 2016 drastisch ein. Schlechte Branchenaussichten und die Ankündigung von SMA Solar Technology, den Produktionsstandort in Denver (USA) bis Ende 2016 schließen zu wollen, haben viele Anleger dazu bewogen, aus der Aktie auszusteigen. Wenngleich der Vorstand die Umsatz- und Ergebnisprognose zu diesem Zeitpunkt noch aufrecht erhielt. Allerdings folgte die Gewinnwarnung nur zwei Monate später. Aufgrund dieser schlechten Nachrichten setzte die Aktie über mehrere Monate eine rasante Talfahrt fort, die im November beim Jahrestief von 20,93 EUR vorerst endete. Bis zum Jahresende verzeichneten die Anteilsscheine von SMA Solar Technology zumindest noch einen Anstieg auf 25,11 EUR.

 

SMA Solar Technology AG
Chart: SMA Solar Technology AG | Powered by GOYAX.de
 

Nicht ganz so heftig, aber dennoch schwer, traf es den in den zurückliegenden Jahren an der Börse so erfolgsverwöhnten Windanlagenhersteller Nordex SE (ISIN: DE000A0D6554). Von 32,75 EUR (31. Dezember 2015) ging es um -37,74% auf 20,39 EUR abwärts.

Vor allem im Januar und Februar musste Nordex als einer der Vorjahresgewinner (+118,26%) im schlechten Börsenumfeld kräftig Federn lassen. In den ersten sechs Wochen des letzten Jahres rutschte der Kurs unterhalb von 23 EUR. Nach der darauf folgenden Erholung bis März folgte erneut ein Kurssturz von rund 27 EUR auf 23 EUR. Grund dafür war der verhaltene Ausblick des Vorstands für das Jahr 2016. Mit den endgültigen Geschäftszahlen für 2015 stellte das Hamburger Unternehmen unter Berücksichtigung der Übernahme von Acciona Windpower einen Konzernumsatz von lediglich 3,4 Mrd. EUR und eine EBITDA-Marge von ca. 7,5% in Aussicht. Anleger zeigten sich darüber enttäuscht.

Mit GFT Technologies AG (ISIN: DE0005800601) und ADVA Optical Networking SE (ISIN: DE0005103006) belegten zwei weitere Gewinner aus 2015 hinter Nordex Platz drei und vier der 2016er Worst-Performer-Rangliste.

Dabei wies GFT Technologies in 2015 noch ein Kursplus von +154,31% auf, im abgelaufenen Jahr performte die Aktie des Spezialisten für e-Business-Lösungen jedoch mit -35,11% deutlich negativ. Auch hier wirkte sich der konservative und vorsichtige Ausblick negativ auf den Kursverlauf aus.

Bei ADVA Optical Networking sorgte hingegen in erster Linie die 40-Millionen-USD-Übernahme des US-Konkurrenten Overture in 2016 für starke Kursrückgänge. Insgesamt verlor die Aktie in zwölf Monaten -30,59%, in 2015 war ADVA Optical Networking noch mit einer Performance von +271,91% absoluter Best-Performer im TECDAX.

Mit Bekanntwerden der Übernahme-Absichten im Januar 2016 brach das Papier binnen weniger Wochen in dem eh ungünstigen Börsenumfeld von 11,12 EUR (31. Dezember 2015) um fast -45% auf 7,12 EUR ein.

Anschließend erholte sich der Aktienkurs von ADVA Optical Networking bis April zu einem großen Teil wieder. Jedoch wurden die Zahlen für das Q1 2016 durch die Overture-Transaktion auf Ergebnisseite deutlich belastet. Der Kurs rutschte anschließend von über 10 EUR wieder bis auf 7,20 EUR. Auch der mehrmonatige Anstieg von Juli bis Mitte Oktober, der das Papier immerhin auf über 9 EUR führte, wurde aufgrund des weiterhin von der Übernahme belasteten Q3-Ergebnisses jäh gestoppt. So notierte die Aktie Anfang Dezember beim Jahrestief von 6,84 EUR. In den letzten Wochen des Jahres gelang dem Papier in einem Endspurt immerhin noch ein Anstieg auf 7,72 EUR.

Den fünften Platz der Worst-Performer-Rangliste im TECDAX sicherte sich die United Internet AG (ISIN: DE0005089031) mit einem Minus von -27,14%. Die Aktie des Internetdienstleisters mit seinen bekannten Marken 1&1, WEB.DE,  GMX etc. fiel im Verlauf des Jahres von 50,91 EUR (31. Dezember 2015) bis Mitte Dezember auf ein Jahrestief von 34,96 EUR. In den letzten Tagen des Jahres stieg sie noch einmal bis auf 37,10 EUR.

 


TECDAX legt auf 10-Jahressicht über +142% zu

Der TECDAX blickt auf eine erfolgreiche Dekade zurück: Der deutsche Technologie-Index schaffte es sieben Mal im Plus abzuschneiden. Nur dreimal, in 2008, 2011 und 2016, blieb die Performance im roten Bereich.

Während es in 2008 (-47,82%) und 2011 (-19,47%) deutliche Verluste waren, die der TECDAX hinnehmen musste, war das Minus im letzten Jahr mit -1,04% vergleichsweise minimal.

In den anderen sieben Jahren legte der Index zwischen +17% und +61% p.a. zu. Insgesamt stieg der Index für Technologiewerte in Deutschland von 748,32 Punkten (Ende 2006) in zehn Jahren um +142,11% auf 1.811,72 Punkte (Ende 2016). Der DAX erreichte in diesem Zeitraum lediglich +74,04%.

 

Anzeige

Über uns

Das Nebenwerte Magazin richtet seinen Fokus auf die Welt der deutschen Nebenwerte und hat sich zum Ziel gesetzt, Mid-Caps und Small-Caps aus Deutschland mehr in den Blickpunkt zu rücken.

Noch immer stehen deutsche Nebenwerte weitestgehend im Schatten der sogenannten 30 Blue Chips aus dem DAX, dem deutschen Leitindex. Doch so mancher Wert aus dem DAX kam ja einst aus der zweiten und dritten Reihe und war somit selbst einmal ein Mid-cap oder Small-Cap. SDAX, TECDAX und MDAX sind daher sozusagen die Wiege des DAX.

weiterlesen...

Partner

goyax logo 600x128 weiss

finanzrichten 600x114

wo logo partner

 Partner ARIVA.DE

Partner Boersennews.de