SCHOTT Pharma Gewinner +19,28%, Nordex Verlierer -13,82%. Warum nicht nur der Wochen-Gewinner spannend ist.

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SCHOTT Pharma Nordex. Der eine diese Woche in aller Munde – Erleichterung, starke Zahlen und der Kurs machte einen Freudensprung. Und die Nordex, viele Monate Topperformance nach jahrelanger Durststrecke diese Woche – trotz starker operativer Meldungen – mit der roten Laterne.

Macht es überhaupt Sinn Wochen-Gewinner und Wochen-Verlierer zu küren? Ist eine Woche nicht ein viel zu kurzer Zeitraum? Definitiv. Aber 2herausragende“ Kursbewegungen deuten auf etwas hin, auf News, die wirkten, oder auf Meinungen, die sich änderten. Auf jeden Fall auf kursrelevante Ereignisse, deren Wirkung auf die nächsten Handelswochen wichtig für „DEN ANLEGER“ ist. War es bei Nordex einfach mal eine „gesunde Gewinnmitnahme“? Oder mehr? Und kann Schott jetzt duaerhaft gestärkt am Aktienmarkt auftreten? Gab es eine operative Trendwende? Hier zu unseren Top-/Flop’s der letzten Woche.

Rheinmetall – Sand im Kursgetriebe. Chance für Zuspätgekommene? Woche voller News brachte… NIX.

Während SCHOTT Pharma die Anleger mit einer überraschenden Prognoseanhebung elektrisierte und an die Spitze der Gewinnerlisten am deutschen Aktienmarkt stürmte, rutschte die Nordex-Aktie trotz hervorragender Auftragsdaten ab. Gewinnmitnahmen nach einer monatelangen Kursrallye schickten den Windkraftwert um mehr als zehn Prozent in die Tiefe und machten ihn zu dem Wochenverlierer. Eine Gegenüberstelllung der beiden Aktien in Jahrescharts relativiert die Bedeutung dieses betrachteten Zeitraums für die Jahresperformance eines Investors:

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SCHOTT Pharma Nordex – explodiert nach Prognosesprung

Der Pharmaverpackungsspezialist SCHOTT Pharma sorgte in der Berichtswoche für das größte Aufsehen unter den Gewinneraktien. Das Unternehmen veröffentlichte vorläufige Eckdaten für das dritte Quartal 2026 und hob zugleich die Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr an. Auf Basis der vorläufigen Zahlen für das dritte Vierteljahr erwartet das Management nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von rund acht Prozent bei einer EBITDA-Marge von rund 27 Prozent. Damit liegen beide Kennzahlen deutlich über den vorherigen Markterwartungen von 3,5 Prozent beim Umsatzwachstum und einer Marge von 27,5 Prozent.

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Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 hob der Konzern die Messlatte spürbar an. Statt der bisher in Aussicht gestellten zwei bis fünf Prozent erwartet das Unternehmen nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von fünf bis sechs Prozent. Und die EBITDA-Marge soll von rund 27 Prozent auf eine Spanne von 27 bis 28 Prozent steigen. Auch hier übertreffen die neuen Ziele die aktuellen Markterwartungen, die zuvor bei 3,2 Prozent Umsatzwachstum und 27,2 Prozent Marge lagen. Hintergrund dieser Anhebung ist neben der guten allgemeinen Geschäftsentwicklung eine Einigung mit einem wichtigen Kunden für Glasspritzen, die sowohl Umsatz- als auch Ausgleichskomponenten für zukünftige Perioden beinhaltet.

Jubelstimmung nach vielen Enttäuschungen.

Die Reaktion der Analysten fiel nach dieser positiven Überraschung entsprechend aus. Die Berenberg Bank erhöhte ihr Kursziel von 22,00 EUR auf 24,00 EUR und bestätigte die Einstufung als Kaufempfehlung. RBC Capital Markets belies die Aktie mit einem Kursziel von 21,00 EUR auf ihrer positiven Einstufung. Und Deutsche Bank Research mit einem Kursziel von 19,00 EUR und Jefferies mit einem Ziel von 17,30 EUR bestätigten dagegen ihre bisherigen, eher neutralen Bewertungen.

Insgesamt hat sich die Marktstimmung unter den Profis jedoch spürbar aufgehellt. Und dreizehn Analysten raten inzwischen zum Kauf, fünf zum Halten und lediglich ein Experte empfiehlt den Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel auf Sicht von zwölf Monaten liegt nach den jüngsten Anpassungen bei rund 20,40 EUR, während die optimistischsten Stimmen die Aktie langfristig bei bis zu 27,20 EUR sehen. Nach dem jüngsten Kurssprung notiert das Papier bei rund 20,05 EUR, wodurch die neuen Ziele von Berenberg und RBC weiteres operatives Aufwärtspotenzial signalisieren.

Schott Pharma Nordex – wird Opfer des eigenen Erfolgs.

Während SCHOTT Pharma die Anleger begeisterte, erlebte die Nordex-Aktie eine enttäuschende Handelswoche. Das Papier des Windturbinenherstellers verlor in der Kalenderwoche rund zehn Prozent und war damit einer der größten Verlierer im TecDAX, wobei die Aktie zeitweise auf 41,58 EUR abrutschte. Der Grund für den Kursrutsch lag jedoch keineswegs an schlechten Geschäften. Im Gegenteil lieferte Nordex operativ starke Zahlen ab. Allein im zweiten Quartal 2026 verbuchte das Unternehmen im Projektgeschäft ohne Service einen Auftragseingang von 3.054 Megawatt, was einem Plus von über zweiunddreißig Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 2.310 Megawatt entspricht. Im gesamten ersten Halbjahr summierten sich die Bestellungen auf 4.923 Gigawatt und damit auf einen Zuwachs von knapp zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kam ein Großauftrag über 700 Megawatt vom deutschen Windparkentwickler UKA, der Ende Juni unterzeichnet worden war.

Diskutiert am Wochenende: Börsentrends – Chancen? Teil1: Nvdia braucht’s, thyssenKrupp brauchts noch mehr. Und Google. Siemens. Alle. CO2-Zertifikate, Zertifizierungen und Aktien – bis 2050 Selbstläufer?
Aktien KW 28 Rekordlauf ausgebremst. Wochenende mit Lösungen? News. Google. Siemens. Ottobock. Masterflex. Einhell. thyssenKrupp nucera. Grammer. Porr. Gabler. Alzchem. Salzgitter. thyssenKrupp. Nordex. Deutz. Kontron.

Die Experten lobten diese Entwicklung einhellig. So betonte Berenberg, dass Nordex die durchschnittliche Schätzung der Analysten übertroffen habe, und die Bank Oddo BHF sah den Konzern auf einem guten Weg, die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 voll zu erfüllen. Dennoch verpufften die starken Auftragszahlen an der Börse vollständig. Der Markt hatte die Aktie in den Monaten zuvor bereits mit einer spektakulären Rallye vorbelastet. Trotz der jüngsten Verluste lag das Papier unter der Woche immer noch fast vierzig Prozent im Plus für das laufende Jahr 2026. Auf Jahressicht summiert sich der Zuwachs trotz des Rücksetzers sogar auf rund 136 Prozent.

Gewinnmitnahmen – gesund!

Die Korrektur war damit charttechnisch und fundamental fast programmiert, da Anleger nach der monatelangen Rallye schlicht Gewinne mitnahmen. Die Aktie hatte Ende April mit 51,70 EUR ein neues Jahreshoch markiert, von dem aus es seither bergab ging. Zudem lauerten charttechnische Widerstände im Bereich von 43,80 bis 44,00 EUR, wo die wichtigen Durchschnittslinien der vergangenen Wochen verlaufen. Die Analysten bleiben ungeachtet dessen zuversichtlich. Berenberg belässt die Einstufung auf einem Kaufvotum mit einem Kursziel von 57,00 EUR, während Jefferies sogar bei 58,00 EUR langfristiges Kaufpotenzial sieht. Angesichts der jüngsten Kursschwäche und der soliden operativen Umsetzung, die weiterhin für eine starke Profitabilität sorgt, bietet die Aktie aus Sicht der Experten nun wieder eine attraktive Einstiegschance. Das aktuelle durchschnittliche Kursziel aller Analysten liegt bei 44,13 EUR.

Rheinmetall – Sand im Kursgetriebe. Chance für Zuspätgekommene? Woche voller News brachte… NIX.

Ausblick auf die kommenden Wochen.

Die Nordex-Aktie zeigt exemplarisch, wie ein Papier temporär Opfer des eigenen Erfolgs werden kann. Die operative Stärke mit vollen Auftragsbüchern und einem robusten Wachstum steht außer Frage, doch nach einer enormen Rallye seit Jahresbeginn wurde am Markt Kasse gemacht. Un diese Korrektur ist vor allem ein Zeichen für eine zuvor heiß gelaufene Bewertung und nicht für ein schwächelndes Geschäft. Die anstehenden Quartalszahlen am 29. Juli 2026 werden zeigen, ob der Rücksetzer tatsächlich eine günstige Einstiegsgelegenheit darstellt oder ob der Markt noch weiteres Abkühlungspotenzial einfordert.

 

 

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