Nordex Aktie: Gewinn fast verdreifacht, 19 Milliarden Euro Aufträge! Ist das erst der Anfang?

Nordex liefert Zahlen, die selbst optimistische Anleger aufhorchen lassen dürften. Der Windkraftanlagenbauer steigert seinen Quartalsumsatz um mehr als 28 Prozent, verdoppelt das operative EBITDA und verdreifacht beinahe den Nettogewinn. Gleichzeitig wächst der Auftragsbestand auf den Rekordwert von 19,3 Milliarden Euro. Besonders bemerkenswert: Nordex hebt seine Margenprognose für 2026 deutlich an und verfügt inzwischen über mehr als zwei Milliarden Euro Netto-Cash. Steht die Nordex Aktie vor einer neuen Phase nachhaltiger Profitabilität?

Nordex: Umsatz steigt um 28 Prozent – Gewinn explodiert

Die Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026 zeigen, wie stark sich die Ertragskraft von Nordex inzwischen verbessert hat.

Der Umsatz kletterte um 28,2 Prozent auf rund 2,2 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal waren es noch 1,7 Milliarden Euro.

Noch dynamischer entwickelte sich das operative Ergebnis.

Das EBITDA stieg von 135,9 auf 278,2 Millionen Euro und hat sich damit mehr als verdoppelt.

Die EBITDA-Marge verbesserte sich gleichzeitig von 8,0 auf 12,7 Prozent.

Damit verdient Nordex heute an jedem Euro Umsatz deutlich mehr als noch vor einem Jahr.

Auch unter dem Strich zeigt sich die Verbesserung eindrucksvoll.

Der Konzerngewinn erhöhte sich von 51,7 auf 147,1 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von rund 185 Prozent.

Für die Nordex Aktie ist diese Entwicklung besonders relevant: Der Windkraftanlagenbauer zeigt, dass steigende Umsätze inzwischen mit einer deutlich höheren Profitabilität einhergehen.

Die Zeiten, in denen hohe Auftragsvolumina nicht automatisch zu attraktiven Gewinnen führten, könnten damit zunehmend der Vergangenheit angehören.

19,3 Milliarden Euro Auftragsbestand: Die Bücher sind voller denn je

Neben den starken Quartalszahlen überzeugt Nordex mit einer außergewöhnlich hohen Nachfrage.

Im dritten Quartal erhielt der Konzern neue Aufträge für Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 2.810 Megawatt.

Das entspricht einem Anstieg von 29,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Der Wert der neuen Projektaufträge erreichte rund 2,5 Milliarden Euro.

Zum 30. September 2026 belief sich der gesamte Auftragsbestand auf 19,3 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 14,9 Milliarden Euro.

Das entspricht einem Wachstum von knapp 30 Prozent.

Davon entfallen 12,2 Milliarden Euro auf das Projektgeschäft und weitere 7,1 Milliarden Euro auf den Servicebereich.

Gerade der hohe Serviceauftragsbestand ist interessant. Wartungs- und Serviceverträge können über viele Jahre wiederkehrende Umsätze generieren und die Abhängigkeit vom schwankungsanfälligeren Neuanlagengeschäft reduzieren.

Die neuen Aufträge stammen aus zehn Ländern. Zusätzlich meldete Nordex zuletzt weitere Geschäftserfolge in den USA und Neuseeland.

Damit zeigt sich, dass das Unternehmen seine internationale Marktposition weiter ausbauen kann.

Servicegeschäft mit über 20 Prozent Marge: Ein wichtiger Gewinnmotor

Ein genauerer Blick auf die Geschäftsbereiche verdeutlicht, warum Nordex inzwischen deutlich profitabler arbeitet.

Im Segment Projekte stieg der Umsatz um 29,9 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro.

Die EBIT-Marge verbesserte sich um zwei Prozentpunkte auf 13,1 Prozent.

Das zeigt, dass Nordex auch im klassischen Geschäft mit der Entwicklung und Lieferung von Windkraftanlagen zunehmend attraktive Margen erzielt.

Besonders interessant ist allerdings der Servicebereich.

Hier stieg der Umsatz um 8,1 Prozent auf 237 Millionen Euro.

Die EBIT-Marge erreichte 20,6 Prozent und lag damit über dem Zielwert von 20 Prozent.

Der Servicebereich liefert somit einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Konzernprofitabilität.

Mit jeder neu installierten Windkraftanlage wächst zudem potenziell die Basis für langfristige Wartungs- und Serviceverträge.

Für Anleger ist das ein struktureller Vorteil: Nordex profitiert nicht nur vom Bau neuer Anlagen, sondern kann auch über deren Betriebsdauer hinweg Umsätze erzielen.

Zwei Milliarden Euro Netto-Cash: Nordex finanziell deutlich stärker

Auch die Finanzlage des Windkraftanlagenbauers hat sich weiter verbessert.

Zum Ende des dritten Quartals verfügte Nordex über liquide Mittel von rund 2,33 Milliarden Euro.

Die Netto-Cash-Position stieg auf 2,03 Milliarden Euro. Ende 2025 hatte sie noch bei 1,62 Milliarden Euro gelegen.

Das bedeutet einen Zuwachs von mehr als 400 Millionen Euro innerhalb von neun Monaten.

Auch der Free Cashflow entwickelte sich ausgesprochen positiv.

Allein im dritten Quartal erwirtschaftete Nordex einen freien Cashflow von 379,1 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal waren es 149 Millionen Euro.

Damit hat sich der freie Mittelzufluss mehr als verdoppelt.

Die Eigenkapitalquote verbesserte sich von 19,0 auf 21,1 Prozent.

Die starke Liquiditätsposition verschafft Nordex finanziellen Spielraum und reduziert die Abhängigkeit von zusätzlicher Fremdfinanzierung.

Allerdings sollten Anleger berücksichtigen, dass die Liquidität im Projektgeschäft auch durch Kundenanzahlungen und Veränderungen des Working Capitals beeinflusst wird. Nicht der gesamte Kassenbestand ist deshalb automatisch frei verfügbar.

Dennoch ist die Entwicklung ein deutlich positives Signal.

Trotz Rekordzahlen: Verzögerungen bei Installationen bleiben ein Risiko

Bei aller Euphorie zeigen die operativen Zahlen auch Herausforderungen.

Im dritten Quartal installierte Nordex 331 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 2.021 Megawatt.

Im Vorjahresquartal waren es noch 420 Anlagen mit insgesamt 2.576 Megawatt gewesen.

Das Installationsvolumen ging damit deutlich zurück.

Als Gründe nennt Nordex unter anderem Verzögerungen auf Kundenseite, Probleme bei Transportgenehmigungen und Verzögerungen in der Rotorblattfertigung in der Türkei.

Diese Faktoren zeigen, dass das Windkraftgeschäft weiterhin komplex bleibt.

Auch bei gut gefüllten Auftragsbüchern können logistische Schwierigkeiten, Genehmigungsverfahren oder Probleme bei Zulieferern die Umsetzung verzögern.

Positiv ist allerdings, dass Nordex trotz der geringeren Installationszahlen den Umsatz und die Profitabilität deutlich steigern konnte.

Das spricht für eine verbesserte operative Steuerung und einen günstigeren Projektmix.

Prognose massiv angehoben: Nordex erwartet bis zu 12,5 Prozent EBITDA-Marge

Bereits Mitte Oktober hatte Nordex seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich angehoben.

Die EBITDA-Marge soll nun zwischen 11,5 und 12,5 Prozent liegen.

Zuvor hatte das Unternehmen lediglich 8,0 bis 11,0 Prozent erwartet.

Die Umsatzprognose bleibt dagegen unverändert bei 8,2 bis 9,0 Milliarden Euro.

Aus diesen Zielspannen ergibt sich rechnerisch ein mögliches Jahres-EBITDA zwischen rund 943 Millionen und 1,13 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich um eine rechnerische Kombination der jeweiligen Prognosegrenzen, nicht um eine separat veröffentlichte EBITDA-Prognose.

Damit bewegt sich Nordex inzwischen am oberen Ende seines mittelfristigen Margenzielkorridors.

Vorstandschef José Luis Blanco sieht darin das Ergebnis einer disziplinierten Umsetzung in den Segmenten Projekte und Service.

Für Anleger ist vor allem entscheidend, dass Nordex nicht nur von einer hohen Nachfrage profitiert, sondern die Profitabilität des Geschäftsmodells nachhaltig verbessern konnte.

Nordex Aktie: Wird aus dem Turnaround eine langfristige Wachstumsstory?

Die Zahlen für das dritte Quartal 2026 markieren einen wichtigen Fortschritt.

Nordex steigert seinen Umsatz deutlich, erwirtschaftet wesentlich höhere Gewinne und verfügt über einen Auftragsbestand von mehr als 19 Milliarden Euro.

Hinzu kommen ein profitables Servicegeschäft und eine starke Netto-Cash-Position.

Für die Nordex Aktie könnte besonders interessant sein, dass der Konzern inzwischen nicht mehr nur eine Turnaround-Geschichte erzählt, sondern tatsächlich hohe operative Gewinne und freie Cashflows erwirtschaftet.

Allerdings bleibt die Bewertung entscheidend.

Ein starkes Geschäft bedeutet nicht automatisch, dass eine Aktie günstig ist. Entscheidend ist, welche Gewinn- und Wachstumserwartungen bereits im aktuellen Börsenkurs berücksichtigt sind.

Zudem bleiben Risiken durch Projektverzögerungen, steigende Kosten, politische Veränderungen und mögliche Schwankungen bei der Nachfrage nach Windkraftanlagen bestehen.

Das Fazit: Nordex hat im dritten Quartal 2026 eindrucksvoll gezeigt, wie stark die operative Ertragskraft inzwischen ist. Der nahezu verdreifachte Nettogewinn, die deutlich höhere Margenprognose und der Rekordauftragsbestand sprechen für eine positive Entwicklung.

Sollte es dem Unternehmen gelingen, die erreichten Margen dauerhaft zu halten und den hohen Auftragsbestand profitabel abzuarbeiten, könnte aus dem bisherigen Turnaround eine nachhaltige Wachstumsstory werden.

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