Nel Aktie – Constellation startet Pilotanlage im AKW. Gilt 900 Mio USD bis 2025 zu investieren. Und falls Nel’s Technik „passt“…

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Nel Aktie

Nel einer der Publikumslieblinge, wenn es um Wasserstoffaktien geht, lieferte am 2. März die mit Spannung erwarteten Zahlen. Und die Reaktionen waren gemischt, genau wie die Zahlen teilweise besser, teilweise schlechter als erwartet ausfielen. Und am 07.03.2023 erlitt die Aktie einen kräftigen Rücksetzer. In Richtung 14,90 NOK, nachdem man am Vortag an der Euronext bei 16,34 NOK den Handel beendet hatte. Was war passiert? Eigentlich das Erwartete bei Nel: Im Rahmen eines Private Placements hatte man sich rund 1,6 Mrd NOK (rund 140 Mio EUR) zu 14,90 NOK je neuer Aktie für den Gigafactory Ausbau in den USA und die anderen Investitionspläne „besorgt“.

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Bisher erholte sich die Aktie nicht von dieser Kapitalerhöhung…

… im schwierigen Börsenumfeld – mit 14,68 NOK ging es leicht unter dem Bezugspreis ins Wochenende. Dazu sollten die Turbulenzen wegen der Probleme im US-Bankensektor Anfang dieser Woche eine mögliche Erholung zumindest erschweren. Dabei gehen positive Momente derzeit unter. Neben dem hohen Auftragsbestand, der annähernden Halbierung der Shortpositionen (hierzu später mehr) gab es  eine eher unbemerkte Meldung aus Amerika letzte Woche gewesen sein. Der grösste Betreiber amerikanischer Atomkraftwerke (neben Solar- Wind- und Wasserkraftwerken) die Constellation Energy Corp (ISIN:US21037T1097) – mit einem Jahresumsatz von rund 20 Mrd USD (2021)  und einer MarketCap von rund 25 Mrd USD durchaus ernstzunehmen – startet in ihrem Meiler „Nine Mile Point“ eine Pilotanlage:

Nel Elektrolyseur produziert ab sofort Wasserstoff mit Atomstrom – Test. DOE gefördert. Erklärtermassen erst der Anfang.

Seit der ersten Ankündigung im August 2021 bis heute ist einiges an Zeit vergangen. Zwischendurch gab es Fördergelder für das Projekt “ CO2-freie Produktion von Wasserstoff mit Atomstrom“ vom amerikanischen Energieministerium (DOE). Und letzte Woche meldete Constellation, dass die Wasserstoffproduktion im 1,25 MW Elektrolyseur von Nel angelaufen ist. Geplant sind allein von Constellation bis 2025 Investitionen von 900 Mio USD in die Produktion und Lagerung von Wasserstoff an den diversen Standorten der unternehmenseigenen  Atommeilern. Und es fällt nicht schwer einzuschätzen, dass der PEM-Elektrolyseur von Nel – bei positivem Verlauf der jetzt begonnenen Testphase – keine schlechten Ausgangsvoraussetzungen für die dann zu vergebenden Aufträge für die Norweger bieten sollte.

Wasserstoff als „Nebenprodukt“ der Atommeiler – demnächst im grossindustriellen Masstab geplant

Im vergangenen Jahr genehmigte das DOE im Rahmen einer 5,8 Mio USD  Förderung die Fortsetzung des Baus und der Installation eines Elektrolyseursystems am Nine Mile Point, um Wasserstoff- und Sauerstoffmoleküle in Wasser zu trennen. Darüber hinaus kündigte NYSERDA kürzlich eine Finanzierung in Höhe von 12,5 Mio USD an, um eine ergänzende Demonstrationsanlage der Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie am Nine Mile Point zu unterstützen und eine langfristige Energiespeicherung für das Stromnetz bereitzustellen.

Wasserstoff-Brennstoffzellen können Strom nur mit Wasserdampf als Nebenprodukt erzeugen, was sie zu einer sauberen Quelle zuverlässiger Notstromversorgung für das Netz macht. Das Wasserstoff-Brennstoffzellen-Projekt am Nine Mile Point befindet sich derzeit in der Planung und soll 2025 in Betrieb gehen. Bei der Produktion in großem Maßstab kann sauberer Wasserstoff zur Erzeugung von Energie der nächsten Generation für ansonsten schwer zu dekarbonisierende Branchen wie Luftfahrt, Langstreckenfracht, Stahlherstellung und Landwirtschaft verwendet werden.

Und Constellation macht klar –

es geht um grossindustrielle Anwendungen nach der Testphase: Die am Nine Mile Point laufenden Projekte zur Produktion und Speicherung von sauberem Wasserstoff sollen die Realisierbarkeit von Wasserstoff-Elektrolyseur- und Brennstoffzellentechnologien demonstrieren und die Voraussetzungen für einen möglichen Einsatz in anderen Standorten von Constellation schaffen, so in eine rPresseerklärung des Konzerns. Im Rahmen seiner umfassenderen Dekarbonisierungsstrategie arbeite Constellation derzeit mit öffentlichen und privaten Einrichtungen zusammen, die alle Phasen der Wasserstoff-Wertschöpfungskette repräsentieren, um die Entwicklung regionaler Wasserstoffproduktions- und -verteilungszentren voranzutreiben.

Zufrieden äusserte sich am 22.09.22 Steve Szymanski, Vice President, Nel Hydrogen: “It’s great to see the U.S. and New York take these big steps forward to embrace clean hydrogen production and long-term energy storage,” . Un dweiter: “Clean hydrogen is an emerging industry that will create a lot of jobs and help us lower emissions in industries that produce up to a quarter of global carbon emissions, making it an essential resource in the fight against climate change.”

Meldepflichtige Shortpositonen wesentlich reduziert letzte Woche – sind die Shortseller möglicherweise mit den 14,68 NOK zufrieden und fürchten „demnächst“ eine Erholung der Aktie?

Der Gesamtbestand an Positionen, die die Meldegrenze von 0,5% erreichen/überschreiten, hat sich laut Norwegischer Finanzaufsicht – Finanstilsynet – auf aktuell 3,44 % reduziert. Es gibt nur noch 3 Fonds,die überhaupt meldepflichtige Positionen halten:

Position Holder Short Position Short Percent Position Date (dd.mm.yyyy)
ARROWSTREET CAPITAL, LIMITED PARTNERSHIP 9 353 844 0,59% 14.02.2023
HELIKON INVESTMENTS LIMITED 36 135 362 2,31% 27.01.2023
ODEY ASSET MANAGEMENT LLP 8 520 790 0,54% 21.10.2022
Sum 54 009 996 3,44% (lt. Finanstilsynet.no)

Das sah letzte Woche mit insgesamt 5,17% Shortpositonen, die jeweils mindestens 0,5% erreichten, noch anders aus. Und im November letzten Jahres lag man noch bei 6,4 %. Da die Höhe der Shortpositionen im Endeffekt mit der Erwartung auf fallende Aktienkurse korreliert ist, sollte die erkennbare Entspannung auf eine sich aufhellende Stimmung für Nel’s Aktie hindeuten.  Sollten weiter fallende Kurse erwartet werden, würde eine Reduktion der Positionen in dieser Grössenordnung keinen Sinn machen.

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Und hier, was man bei Nel mit dem „frischen Geld“ machen will – immer unter der Prämisse, dass man kräftig steigende Auftragsvolumina erreichen kann und wird.

Nel sehe eine wachsende und „reifende“ Auftrags-Pipeline. So habe man sich zuletzt attraktive Großaufträge gesichert. Um aus der von Nel behaupteten Position als technologischer Vorreiter Kapital zu schlagen, sei der Aufbau von Kapazitäten und Personal notwendig – Momentum nutzen, nennt man das. Dazu gehören die bereits angekündigten Erweiterungen in Herøya (auf 1 GW) und Wallingford (USA) (auf 500 MW) und das organisatorische Wachstum im Zusammenhang mit Auftragseingängen und Ausschreibungsaktivitäten.

Dazu denkt man bereits weiter an den potenziell weiteren Ausbau des Werks in Herøya auf die ursprünglich genannte Ziel-Kapazität von 2 GW und/oder der Beginn des Baus einer neuen US-Gigafactory im Zusammenhang mit dem angekündigten laufenden Standortauswahl Verfahren. Und so soll der Nettoerlös aus der Privatplatzierung zur teilweisen Finanzierung des Expansionsprogramms und für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden – noch muss man die Verluste der laufenden Produktionsprozesse durch Eigenkapitalzuflüsse ausgleichen. HIER EINZELHEITEN ZUM AUSBAU DES US-STANDORTS – PLÄNE UND ERWARTUNGEN NEL’S FÜR 2023 – GROSSPROJEKTE IN ERWARTUNG – STATUS TANKSTELLENSPARTE

Nel Plug Power ITM Power Elringklinger PNE - Chartbild Nel.
Chart: NEL Asa | Powered by GOYAX.de

 

 

 

 

 

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