LPKF – immer für eine Enttäuschung gut. Ändert sich das irgendwann? Vielleicht heute?

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Die LPKF Laser & Electronics  SE (ISIN: DE0006450000) hat im Geschäftsjahr 2022 einen Konzernumsatz von 123,7 Mio. EUR (Vorjahr: 93,6 Mio EUR) und ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 6,8 Mio. EUR (Vorjahr: 0,1 Mio EUR) erreicht. Damit lieferte man bei LPKF keine schlechten Zahlen für das vergangene Jahr ab, aber was dem Kapitalmarkt seinerzeit bitter aufstiess, war die verhaltene Prognose für 2023. Zu oft und zu lange – zumindest für immer mehr Anleger – hofften die Aktionäre mit dem immer wieder optimistischen Management auf die durchschlagenden Erfolge der „neuen Produkte“ –

LPKF setzt als Zusatzschub auf LIDE und ARRALYZE.

Zwei Technologien die disruptiv „demnächst“ für zusätzliche Umsätze im dreistelligen Millionen-Bereich stehen sollen. Und das bei einer angestrebten zweistelligen EBITDA-Marge für LPKF. Das Problem der Vergangenheit: LIDE und ARRALYZE sind zwei Technologien deren Marktdurchdringung jedoch immer wieder verzögert wurde. Wo es immer wieder Rückschläge zu vermelden gab. Und das so häufig, dass viel Vertrauen verloren ging, wie der aktuelle Aktienkurs von „gut“ 8,00 EUR widerspiegelt. Eine Aktie, die zur Glaubenssache wird – nicht jedermanns „Ding“.

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Und so führte die Prognose 2023 zur wiederholten Ernüchterung bei den Zukunftstechnologien – und dem restlichen Geschäft.

Der seit 2022 am Steuer stehende CEO Dr. Klaus Fiedler versuchte bei Vorlage der Zahlen 2022 bewusst Aufbruchstimmung zu vermitteln: Fiedler begeistert von der Innovationskraft des Unternehmens. „Unsere Mitarbeiter verfügen über die Kreativität, die Erfahrung und den Mut, hochspannende, disruptive Technologien zu entwickeln. Das unterstütze ich mit aller Kraft“. Und gemeinsam mit Finanzvorstand Christian Witt hat Fiedler eine klare strategische Agenda für den LPKF-Konzern definiert: „Das Kerngeschäft wird konsequent auf Wachstumsmärkte ausgerichtet. Gleichzeitig treiben wir unsere disruptiven Technologien aktiv voran und adressieren ganz gezielt stark wachsende Märkte wie Halbleiter, Display und Biotechnologie“. Weniger ins Bild passte die Prognose:

In dem weiterhin unsicheren Umfeld erwartete LPKF für das Geschäftsjahr 2023 einen Konzernumsatz von 125 – 140 Mio. EUR und eine EBIT-Marge zwischen 3 – 7 %. Wäre im Optimalfall ein Wachstum von 13% – und im Worst Case Stagnation.

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Heute LPKF Zurückrudern bei der Prognose – leicht. Same as…

Leider kann LPKF heute bei Vorlage der Halbjahreszahlen „gerade mal so abliefern“ und muss die Umsatzprognose „am oberen Ende“ sogar kappen – aber Auftragseingang zeigt Stärke. Und natürlich bleibt man dabei LIDE und ARRALYZE sollen/werden ihren Weg machen – mittelfristig. Die LPKF Laser & Electronics SE hat im ersten Halbjahr 2023 einen Konzernumsatz von 47,9 Mio EUR (1HJ 22: 55,5 Mio. EUR inklusive verzögerter Auslieferungen in Höhe von 8 Mio. EUR aus 2021) und ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) von MINUS 7,0 Mio EUR (1HJ 22: 1,7 Mio EUR) erzielt.

Der Auftragseingang konnte in den ersten sechs Monaten erheblich gesteigert werden – Auftragsbestand stieg zum 30.06.2023 von 54,9 Mio EUR im Vorjahr auf 81,4 Mio.. EUR. Wie bereits kommuniziert, erwartet LPKF einen außergewöhnlich großen Umsatzanteil des Gesamtjahres 2023 im zweiten Halbjahr zu realisieren, weil ein wesentlicher Teil der vorliegenden Solaraufträge auf Wunsch der Kunden im vierten Quartal zur Auslieferung ansteht. „Wir haben uns im ersten Halbjahr in einem herausfordernden Umfeld gut behauptet“, sagt Dr. Klaus Fiedler, Vorsitzender des Vorstands.

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„Die Entwicklung im Kerngeschäft ist trotz operativer Herausforderungen solide, wobei ich mich insbesondere über die positive Marktresonanz auf unsere neu eingeführten Produkte freue.“ Finanzvorstand Christian Witt fügt hinzu: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Wachstum und Profitabilität sowohl für 2023 als auch für die Folgejahre zu stärken. Aufgrund der guten Auftragslage und der konsequenten Kostendisziplin im Unternehmen sind wir zuversichtlich, dass uns dies gelingen wird.“

Ausblick – Jahresziele eingegrenzt – Best-Case gekappt bei LPKF.

Für das dritte Quartal 2023 erwartet der Vorstand einen Umsatz von 28 bis 33 Mio EUR und ein EBIT von -1 bis 3 Mio EUR. Für das Gesamtjahr 2023 müsse der Vorstand die operativen Herausforderungen berücksichtigen, die mit der Auslieferung der großen Solaraufträge im vierten Quartal dieses Jahres verbunden seien. Um diesem Risiko angemessen Rechnung zu tragen, präzisiere das Unternehmen seine Umsatzprognose für 2023. Der Vorstand erwarte nun einen Umsatz von 125 bis 135 Mio EUR (bisher: 125 bis 140 Mio EUR) und eine EBIT-Marge von 3 bis 7 % (unverändert).

LIDE und ARRALYZE – Glaubenssache. Wenn es passt, dann…

Zu den „strategischen Wachstumsinitiativen“ gehört unter anderem die LIDE-Technologie zur Präzisions-Glasstrukturierung.  Obwohl sich LIDE noch in einer frühen Phase der Marktdurchdringung befinde, sollen sich namhafte Technologieführer zunehmend für dieses disruptive Produktionsverfahren entscheiden.

Die von LPKF entwickelte ARRALYZE-Technologie adressiert den Life-Science-Markt und bietet eine Komplettlösung für den Bedarf nach skalierbaren Einzelzellscreenings für wachstumsstarke Anwendungen wie z.B. Krebstherapien und personalisierte Medizin. Im ersten Halbjahr 2023 lieferte das Unternehmen Systeme an „Beta“-Kunden aus dem akademischen Bereich aus. Ab der zweiten Jahreshälfte werden erste ARRALYZE-Systeme am Markt verfügbar sein. Und dann zählt es – langsam. Top oder Flop…

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Für das Management keine Frage: Mittelfristig strebt der Vorstand angesichts der „starken Leistungsfähigkeit des Unternehmen“s weiterhin ein attraktives durchschnittliches Wachstum im oberen einstelligen Prozentbereich für das Kerngeschäft, einen niedrigen dreistelligen Millionenumsatz für die neuen Geschäftsfelder und eine attraktive zweistellige EBIT-Marge im Konzern an.

Charttechnisch ist die LPKF-Aktie auf dem absteigenden Ast. Ob sich Einstiege aufdrängen? Ob Schnäppchenpreise gehandelt werden? Hier muss jeder für sich die Chancen und Perspektiven der beiden neuen, wohl wirklich disruptiven Technologien einschätzen. Ob man dabei der Begeisterung des Management ’s folgen kann oder will, ist auch eine Frage der Risikoneigung. Und der Mentalität.

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