Der Rüstungs- und Sensorspezialist HENSOLDT startet mit beeindruckenden Zahlen in das zweite Halbjahr 2026. Das Unternehmen konnte seinen Auftragseingang im ersten Halbjahr auf 2,81 Milliarden Euro verdoppeln und überschritt beim Auftragsbestand erstmals die Marke von 10 Milliarden Euro. Gleichzeitig legten Umsatz und operatives Ergebnis deutlich zu. Damit profitiert HENSOLDT zunehmend von den steigenden Verteidigungsausgaben in Deutschland und Europa.
Für Anleger ist die Entwicklung besonders interessant: Der Rekord-Auftragsbestand sorgt für eine außergewöhnlich hohe Visibilität der kommenden Jahre und unterstreicht die starke Marktposition des Unternehmens in einem weiterhin boomenden Verteidigungsmarkt.
Rekord-Aufträge sorgen für volle Auftragsbücher
Der Auftragseingang stieg in den ersten sechs Monaten auf 2,812 Milliarden Euro und lag damit rund doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Verantwortlich waren vor allem umfangreiche Beschaffungsprogramme der Bundesrepublik Deutschland sowie weiterer europäischer Staaten.
Mit einem Book-to-Bill-Verhältnis von 2,4 zeigt sich zudem, dass HENSOLDT deutlich mehr neue Aufträge gewinnt als aktuell abarbeitet. Der Auftragsbestand überschritt dadurch erstmals die Schwelle von 10 Milliarden Euro – ein wichtiger Meilenstein für die langfristige Auslastung der Produktionskapazitäten.
CEO Oliver Dörre sieht die Branche nun an einem entscheidenden Punkt: Die politischen Entscheidungen für höhere Verteidigungsausgaben würden sich inzwischen konkret im Auftragsbuch widerspiegeln. Nun komme es darauf an, diese Aufträge schnell und zuverlässig in reale Fähigkeiten umzusetzen.
Umsatz und Profitabilität legen spürbar zu
Auch operativ setzte HENSOLDT den positiven Trend fort. Der Umsatz stieg um 23,6 Prozent auf 1,167 Milliarden Euro. Wachstumstreiber waren insbesondere das Kerngeschäft sowie die Bereiche Sensors und Optronics.
Das bereinigte EBITDA verbesserte sich um 28,5 Prozent auf 137 Millionen Euro, während die bereinigte EBITDA-Marge auf 11,8 Prozent zulegte.
Auch beim Cashflow zeigt sich eine Verbesserung. Der bereinigte Free Cashflow lag zwar saisonbedingt weiterhin im negativen Bereich, verbesserte sich jedoch deutlich auf minus 136 Millionen Euro nach minus 181 Millionen Euro im Vorjahr. Ursache hierfür waren vor allem höhere Anzahlungen aus Kundenprojekten. Dass der Cashflow zur Jahresmitte regelmäßig belastet ist, gilt in der Verteidigungsindustrie als üblich, da erhebliche Vorleistungen für die traditionell starke zweite Jahreshälfte erbracht werden.
Optronics entwickelt sich zum neuen Wachstumsmotor
Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment Optronics. Der Auftragseingang explodierte von 164 Millionen Euro auf 971 Millionen Euro. Ausschlaggebend waren Großaufträge zur Ausstattung des Schützenpanzers Puma sowie des Radschützenpanzers Schakal mit moderner digitaler Optronik.
Auch beim Umsatz überzeugte das Segment mit einem Plus von 63,2 Prozent auf 219 Millionen Euro. Noch beeindruckender fiel die Ergebnisentwicklung aus: Das bereinigte EBITDA sprang von 1 Million Euro auf 24 Millionen Euro, wodurch sich die EBITDA-Marge von 1,0 auf 10,9 Prozent verbesserte.
Im größeren Segment Sensors setzte sich das Wachstum ebenfalls fort. Der Auftragseingang stieg auf knapp 2 Milliarden Euro, während zusätzliche Bestellungen für Eurofighter-Radare, TRML-4D-Radare sowie das Electronic-Attack-System Knifefish die Nachfrage stützten.
Prognose bestätigt – Rückenwind für die kommenden Jahre
Trotz des starken ersten Halbjahres hält HENSOLDT an seiner Jahresprognose fest. Das Unternehmen erwartet weiterhin einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro, eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19,0 Prozent sowie ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,5 bis 2,0.
Finanzvorstand Christian Ladurner betont, dass nun vor allem die profitable Umsetzung der rekordhohen Aufträge im Fokus stehe. Deshalb investiere HENSOLDT gezielt in zusätzliche Fertigungs- und Logistikkapazitäten, ohne die Margendisziplin aus den Augen zu verlieren.
Einordnung für Anleger
HENSOLDT bestätigt eindrucksvoll den strukturellen Wachstumstrend der europäischen Verteidigungsindustrie. Während viele Industrieunternehmen weiterhin unter einer schwachen Konjunktur leiden, profitiert der Konzern unmittelbar von den steigenden Verteidigungsbudgets in Europa.
Der erstmals zweistellige Milliarden-Auftragsbestand verschafft HENSOLDT eine außergewöhnlich hohe Planungssicherheit. Gleichzeitig zeigen die steigenden Margen, dass das Unternehmen nicht nur wächst, sondern seine Profitabilität ebenfalls verbessert.
Damit bleibt HENSOLDT einer der interessantesten deutschen Rüstungswerte. Die kommenden Quartale werden nun zeigen, wie schnell der Konzern den Rekordbestand in Umsatz und Ergebnis umsetzen kann. Gelingt dies wie geplant, dürfte die Investmentstory weiterhin intakt bleiben.














