Evotec Aktie unbeeindruckt. Zukauf ala Carve-Out mit Perspektive 2023/24

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Evotec Aktie erholt.

Evotec Aktie – natürlich weit entfernt von den Kursen „nach Gamestop“-Short Squeeze,- schien sich gefangen zu haben. Aber bei 29,70 EUR drehte sie wieder nach unten – ohne grosse News, unauffällig. Aktuell steht die Aktie bei 23,62 EUR (10:10 Uhr, XETRA).

Und auch die heutige Meldung wird vom Markt eher mit Schulterzucken hingenommen. Eigentlich schade. Denn wenn ein Unternehmen für 1,00 EUR EU-cGMP-zertifizierte Herstellungskapazitäten auf mehr als 5.000 Quadratmetern inclusive 60 hochspezialisierten Mitarbeitern erwerben kann, scheint das günstig. Insbesondere wenn der Erwerber bis 2023/24 bereits positive Ergbenisbeiträge dieser bisher offensichtlich Verluste fahrenden Gesellschaft einplant.

Also ein klassischer Carve-Out von der japanischen Central Glass Co. Ltd erwirbt Evotec die Central Glass Germany GmbH mit Sitz auf einem Campus für Pharmazeutika-Herstellung in Halle/Westfalen. so spart sich Evotec immense Investitionen für einen Produktionsstandort, der in’s Konzept passt – daneben wird auch Zeit gespart.

Evotec plant hohe Invcestitionen zum ausbau eines Europäischen Exzellenzzentrums für die Wirkstoffherstellung gegen seltene Krankheiten

Und Ausgangspunkt soll die zukünftig unter Evotec Drug Substance (Germany) GmbH firmierende Gesellschaft sein. Dr. Werner Lanthaler, Chief Executive Officer von Evotec, kommentierte: „Unser Verständnis von Krankheiten vertieft sich immer umfassender – und damit auch die Zahl seltener Krankheiten, die wir sinnvoll unterscheiden und mit Ansätzen der Präzisionsmedizin adressieren können. Evotec DS verstärkt unser Engagement im Bereich seltene Krankheiten, indem wir die Herstellung solcher Wirkstoffe in das Wirkstoffforschungs- und ‑entwicklungskontinuum integrieren. Wir begrüßen das Team in der Evotec-Familie und freuen uns, ihre Kompetenzen und Expertise für unsere Partner einsetzen zu können.“

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Die Akquisition des Central Glass-Standorts in Deutschland erweitert und beschleunigt Evotecs Strategie zur integrierten Erforschung und Entwicklung von „medicines that matter“. Mit erheblicher Reaktor-Kapazität sowie großer chemischer Expertise bietet Evotec DS eine Europa-basierte Lösung für Evotecs Partner zur Entwicklung und Kommerzialisierung von Wirkstoffsubstanzen. Nach der Integration in Evotecs bestehende Plattform für Wirkstoffentwicklung und ‑herstellung soll der neue Standort den Partnern des Unternehmens flexible Strategien für das Produktlebenszyklus-Management, insbesondere im Bereich Präzisionsmedizin und seltene Krankheiten bieten.

Waren die Quartalszahlen die Antwort für die unsicheren Aktionäre?

NEIN. Auch wenn der Anstieg der Konzernerlöse um 24 % auf 336,9 Mio EUR (H1 2021: 271,3 Mio) positiv hätte stimmen können. Auf vergleichbarer Basis (exklusive Wechselkurseffekte) hätte das Wachstum bei 19 % gelegen. Nicht schlecht, insbesondere wenn man das im Vorfeld der zahlen stimmungsbestimmende Morgan Stanley Statement zur Evotec betrachtete ( nochmals im Anschluss an die Zahlen). Und natürlich zeigten sich die erhöhten Erlöse auch in einem erhöhten Umsatz: Umsatzwachstum (inkl. Intersegment) von 26 % auf gesamt 351,0 Mio EUR (H1 2021: 279,5 Mio) im Segment EVT Execute und von 36 % auf 78,0 Mio EUR (H1 2021: 57,3 Mio) im Segment EVT Innovate, Letzteres dank einer starken Beschleunigung im zweiten Quartal.

Gewinnentwicklung angesichts der Investitionen und Kostenentwicklung – „passt“. Und die Evotec Aktie?

Bereinigtes Konzern-EBITDA von 33,6 Mio EUR (H1 2021: 36,2 Mio); Bruttomarge mit einem Anstieg um 270 Basispunkte auf 27,3 % exklusive der sich im Aufbau befindlichen Just – Evotec Biologics; geringerer Beitrag durch Meilenstein-, Abschlags- und Lizenzzahlungen sowie weitere Aufwendungen für den Kapazitätsausbau; höhere Energiekosten, höhere Kosten entlang der Lieferkette und Kosten in Verbindung mit der Akquisition von Rigenerand Srl; negative Effekte wurden durch positive Wechselkurseffekte teilweise ausgeglichen. Dazu Abschreibungen bei der Beteiligung an der börsennotierten Exscientia plc in Höhe von 89,8 mio EUR – Momentaufnahme und Spiegelbild einer „schlechten Stimmung an der Börse für Biotechnologie“, Kursverluste nicht nachrichtengetrieben.

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Prognose präzisiert, bestätigt – leicht erhöht wegen positiver Wechselkurseffekte

In der Unternehemnsmeldung vom 11.08.2022 hiess es „zur Zukunft“:

PROGNOSE FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022 PRÄZISIERT UND MITTELFRISTIGE ZIELE BIS 2025 BESTÄTIGT

  • Konzernumsatz nun in einer Bandbreite von 715 – 735 Mio. € gegenüber 700 – 720 Mio. € erwartet (unverändert 690 – 710 Mio. € bei konstanten Wechselkursen) (2021: 618 Mio. €)
  • Bereinigtes Konzern-EBITDA unverändert in einer Bandbreite von 105 – 120 Mio. € erwartet (neue Bandbreite zu konstanten Wechselkursen von 85 – 100 Mio. € gegenüber 95 – 110 Mio. € bisher) (2021: 107 Mio. €)
  • Erwartete Aufwendungen für die unverpartnerte Forschung und Entwicklung in Höhe von 70 – 80 Mio. € (2021: 58 Mio. €)
  • Mittelfristige Ziele: Steigerung der Umsätze auf mehr als 1.000 Mio. € und des bereinigten EBITDA auf mindestens 300 Mio. €, Aufwendungen für unverpartnerte Forschung und Entwicklung von mehr als 100 Mio. € bis 2025“ (Unternehmensmeldung 11.08.2022)

Morgan Stanley sieht 2023/24 kritisch, erst danach kämen die Forschungsprojekte in die „Erntephase“

Dazu würden die diversen Zukunftsinvestitionen erstmal die Bilanz belasten und die Erträge dieser Investments wären „in der Zukunft“. Weiterhin negativ würde die derzeit negative Börsenstimmung für BioTech’s auf die Perspektiven Evotec’s wirken. Fazit der Morgan Stanley Analysten: Schwache Kursentwicklung für die nächsten Jahre. Bevor… und dieses bevor scheint dem Analysten wohl zu vage, zu unbestimmt.

Eigentlich nichts wirklich Neues. Und die Kursreaktion zeigte eigentlich nur, wie nervös die Marktakteure derzeit sind.

Man könnte dagegen halten: Dass der grosse Vorteil der Evotec SE (ISIN: DE0005664809) sei, immer mehr „Eisen im Feuer“ – der Kooperationen in einzelnen Wirkstoffgruppen – zu haben. Und dass parallel dazu einige Zukäufe im Bereich innovativer Forschungsansätze oder wie zuletzt von Produktionsanlagen das Konzept ergänzten. Dazu kommt: Das Geschäft der Evotec ist nicht konjunkturabhängig oder „auf kurze Zeiträume“ ausgelegt. Wirkstoffforschung und eventuelle Zulassungen aus der Forschungspipeline brauchen viele Jahre bis zur eventuellen Zulassung. Bis dahin zahlen in der Regel Kooperationspartner die Forschungsaufwendungen der Projekte inclusive Milestonezahlungen.

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Insbesondere wenn man die Evotec-Shortquoten mit anderen Biotechnologiewerten vergleicht, scheint von dieser Seite keine grössere Kursgefahr zu drohen. Und so gilt: Selbst wenn man die vielleicht in zwei- oder dreifacher Positionsgrösse nicht meldepflichtigen Shortpositionen hinzurechnet, ist die Erwartung auf fallende Kurse der Evotec Aktie im langjährigen Vergleich immer noch eher gering ausgeprägt. Natürlich hat der Short Squeeze im „Gamestop-Zusammenhang“ die Shortseller bei der Evotec Aktie  vorsichtiger werden lassen. Aber selbst diese Vorsicht erklärt nur teilweise die relativ geringe Shortquote. Also sollte erstmal zumindest von der Shortsellingseite keine Störung eines möglichen Kursanstiegs ausgehen.

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