Deutsche Rohstoff AG erhöht im US-Geschäft den Takt deutlich. Über die Tochter 1876 Resources arbeitet der Konzern ab sofort mit zwei Bohrgeräten im Powder River Basin (Wyoming). Schon zur Jahresmitte sollen 10 Brutto-Bohrungen (Nettoanteil rund 75%) in Produktion gehen – und wenn der Ölpreis hoch bleibt, steht sogar ein Programm von deutlich über 20 Bohrungen im Raum. Für Anleger besonders brisant: Das Hedgebuch ist aktuell vergleichsweise moderat, womit die Gesellschaft stärker an steigenden Ölpreisen partizipieren kann – aber auch mehr Preisrisiko trägt.
Zwei Rigs, klarer Zeitplan: 10 Brutto-Bohrungen bis zur Jahresmitte in Produktion
Der operative Plan ist konkret:
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Bohrgerät 1 ist seit Ende Februar im östlichen Flächenteil aktiv und bohrt vier Bohrungen, Abschluss Ende März.
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Bohrgerät 2 startet kommende Woche im westlichen Flächenteil und bohrt zunächst drei Bohrungen: zwei in die Niobrara-Formation und eine in die Mowry-Formation.
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Zusätzlich sind weitere drei Bohrungen fest eingeplant.
Damit sollen zur Jahresmitte 10 Brutto-Bohrungen (Netto ca. 75%) die Produktion aufnehmen. Für einen E&P-Wert wie Deutsche Rohstoff ist das der zentrale Punkt: kurzfristig sichtbares Produktionswachstum statt bloßer Absichtserklärungen.
Ölpreis als Trigger: Bei „deutlich über 65 USD“ winken 20+ Bohrungen
Der nächste Gang hängt am Rohölpreis. Das Unternehmen macht eine klare Marke auf: Liegt Öl weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau von rund 65 USD, könnte 1876 Resources in diesem Jahr deutlich über 20 Bohrungen abteufen. In diesem Szenario wäre sogar möglich, beide Bohrgeräte bis ins 4. Quartal oder darüber hinaus unter Vertrag zu halten.
Für Investoren ist das ein typisches „Optionen-Setup“:
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Basisfall: 10 Bohrungen → Produktion zur Jahresmitte.
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Upside-Fall: 20+ Bohrungen → deutlich stärkere Entwicklung, aber auch mehr Capex und operative Komplexität.
Hedging: Unter 30% für 2026 – großer Ölpreis-Hebel, aber auch mehr Risiko
Ein entscheidender Hebel steckt im Hedgebuch. Laut Meldung war es bis Ende Februar deutlich weniger ausgebaut als in den Vorjahren:
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Bei Entwicklung von 10 Bohrungen liegt die Hedgingquote im Konzern für 2026 derzeit unter 30%.
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Bei über 20 Bohrungen läge die Absicherungsquote bei rund 20%.
Übersetzt: Der Großteil der Produktion ist aktuell preisoffen. Das kann bei hohem Ölpreis Rückenwind geben – und verschafft Flexibilität, später zu besseren Niveaus abzusichern. Gleichzeitig steigt die Abhängigkeit vom Markt, falls Öl dreht. Das Unternehmen betont, ein Ausbau der Absicherungen werde „laufend geprüft“.
CEO Jan-Philipp Weitz bringt die Logik auf den Punkt:
„Unser moderates Hedgebuch erlaubt es uns weitestgehend an den gestiegenen Ölpreisen zu partizipieren.“
Salt Creek JV: 9 Niobrara-Bohrungen sollen zur Jahresmitte starten
Zusätzlicher Rückenwind kommt aus dem Non-Op Joint Venture von Salt Creek Oil & Gas. Das JV entwickle sich „weiterhin positiv“, die Produktionsaufnahme der neun Niobrara-Bohrungen ist für die Jahresmitte geplant. Salt Creek will dafür rund 40 Mio. USD investieren.
Für Anleger ist das attraktiv, weil Non-Op-Exposures oft ein anderes Risikoprofil haben: weniger operative Steuerung, dafür potenziell skalierbarer Output, wenn Partnerprogramme laufen.
Ausblick: Guidance-Update möglich – Entscheidung nach den ersten 10 Bohrungen
Wichtig: Eine weitere Konkretisierung des Bohrprogramms sowie eine mögliche Anpassung der Guidance für 2026 hängt von den Ergebnissen nach den ersten 10 Bohrungen ab. Das Unternehmen will informieren, sobald Art und Umfang der weiteren Entwicklung feststehen. Heißt auch: Die nächsten Wochen liefern die Datenpunkte, die über „Basisprogramm“ oder „Turbo-Szenario“ entscheiden.














