Bastei Lübbe ist mit einem Umsatzplus in das Geschäftsjahr 2026/2027 gestartet und stemmt sich damit erfolgreich gegen den weiterhin schwachen deutschen Buchmarkt. Besonders starke Titel aus klassischen Verlagsmarken sowie der neuen Marke Pfaueninsel sorgten im ersten Quartal für Rückenwind.
Noch wichtiger für Anleger: Die Profitabilität hat sich gegenüber dem Vorquartal bereits sichtbar verbessert, während der Vorstand seine Jahresprognose bestätigt. Damit bleibt die Investmentstory intakt – auch wenn steigende Druck- und Personalkosten das Ergebnis zunächst belasten.
Umsatz steigt trotz schwachem Buchmarkt
Im Zeitraum von April bis Juni 2026 erzielte Bastei Lübbe einen Konzernumsatz von 24,6 Millionen Euro. Damit konnte das Unternehmen entgegen dem rückläufigen Branchentrend weiter wachsen.
Das Konzern-EBIT belief sich auf 1,1 Millionen Euro, was einer EBIT-Marge von 4,4 Prozent entspricht.
Vorstandschef Soheil Dastyari zeigt sich mit der Entwicklung zufrieden und verweist insbesondere auf die Fortschritte bei der Profitabilität gegenüber dem vorherigen Quartal.
Für Anleger ist genau dieser Punkt entscheidend. Das erste Quartal ist traditionell nicht das stärkste im Jahresverlauf, während zahlreiche wichtige Neuerscheinungen erst in den kommenden Quartalen auf den Markt kommen. Entsprechend dürfte der Ergebnisbeitrag im weiteren Jahresverlauf noch deutlich steigen müssen, um die bestätigte Jahresprognose zu erreichen.
Pfaueninsel und Lübbe liefern die Bestseller
Das wichtigste Segment „Buch“ erzielte einen Umsatz von 22,9 Millionen Euro nach 21,4 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Besonders erfolgreich entwickelte sich die neue Verlagsmarke Pfaueninsel. Der Titel „Träume aus Feuer“ von Florian Illies etablierte sich unmittelbar in der SPIEGEL-Bestsellerliste und erreichte mehrfach den ersten Platz.
Auch die klassische Marke Lübbe lieferte starke Titel. Lucy Astners „Kein Sommer ohne August“ gehörte ebenfalls zu den Dauergästen auf der Bestsellerliste.
Weitere Umsatzimpulse kamen von der Taschenbuchausgabe von Ken Folletts „Die Waffen des Lichts“ sowie Eva Almstädts Krimi „Akte Nordsee – Die letzte Predigt“.
Damit zeigt sich, dass Bastei Lübbe derzeit sowohl mit neuen Marken als auch mit etablierten Autoren erfolgreich ist.
Das Segment-EBIT ging allerdings leicht von 1,2 auf 1,0 Millionen Euro zurück.
Klassische Bücher gewinnen wieder an Bedeutung
Auffällig ist die Verschiebung beim Umsatzmix.
Der Anteil Community-getriebener Geschäftsmodelle sank von 31 Prozent im Vorjahresquartal auf 24 Prozent. Gleichzeitig ging der Digitalanteil von 38 auf 35 Prozent zurück.
Das ist weniger negativ, als es auf den ersten Blick erscheinen könnte. Vielmehr entwickelten sich klassische Buchformate im ersten Quartal besonders stark und erhöhten dadurch ihren relativen Anteil am Gesamtgeschäft.
Bastei Lübbe bleibt damit diversifiziert aufgestellt: klassische Printtitel, digitale Erlöse und Community-basierte Modelle ergänzen sich, anstatt vollständig voneinander abhängig zu sein.
Höhere Druckkosten drücken kurzfristig auf das Ergebnis
Auf der Kostenseite musste Bastei Lübbe höhere Belastungen verkraften.
Der Materialaufwand stieg von 10,6 auf 12,4 Millionen Euro. Hauptgrund waren höhere Druckkosten im Vorfeld der Neuerscheinungen der kommenden Quartale.
Auch die Personalkosten legten zu und erhöhten sich von 5,7 auf 6,1 Millionen Euro. Neben regulären Gehaltsanpassungen wirkte sich hier die Besetzung bislang offener Stellen aus.
Das Ergebnis vor Steuern sank entsprechend leicht von 1,2 auf 1,0 Millionen Euro.
Der auf die Aktionäre entfallende Quartalsgewinn lag bei 0,7 Millionen Euro nach 0,8 Millionen Euro im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie reduzierte sich von 0,06 auf 0,05 Euro.
Die höheren Kosten sind damit zunächst sichtbar, könnten im weiteren Jahresverlauf aber durch die dazugehörigen Neuerscheinungen wieder stärker in Umsatz und Ergebnis übersetzt werden.
Bilanz bleibt solide
Die Bilanz präsentiert sich weiterhin stabil.
Die Bilanzsumme verringerte sich leicht von 109,0 Millionen Euro Ende März auf 107,2 Millionen Euro Ende Juni.
Das den Aktionären zurechenbare Eigenkapital erhöhte sich gleichzeitig aufgrund des positiven Periodenergebnisses von 65,7 auf 66,4 Millionen Euro.
Damit verfügt Bastei Lübbe weiterhin über eine solide Kapitalbasis, was dem Unternehmen Spielraum für Investitionen in neue Autoren, Marken und digitale Geschäftsmodelle verschafft.
Romanhefte mit kleinem, aber positivem Beitrag
Auch das Segment Romanhefte entwickelte sich leicht positiv.
Der Umsatz stieg von 1,6 auf 1,7 Millionen Euro. Das Segment-EBIT verbesserte sich von null auf 0,1 Millionen Euro.
Gemessen am Gesamtkonzern bleibt der Bereich klein. Dennoch trägt er stabil zum Ergebnis bei und ergänzt das Kernsegment Buch.
Jahresprognose bestätigt
Der Vorstand hält an seinen Zielen für das Geschäftsjahr 2026/2027 fest.
Bastei Lübbe erwartet weiterhin einen Umsatz zwischen 118 und 122 Millionen Euro.
Das EBIT soll zwischen 10 und 12 Millionen Euro liegen.
Damit würde sich die Profitabilität im weiteren Jahresverlauf deutlich verbessern müssen. Nach einem EBIT von 1,1 Millionen Euro im ersten Quartal müssten in den verbleibenden neun Monaten noch zwischen 8,9 und 10,9 Millionen Euro erwirtschaftet werden.
Das Management verweist jedoch darauf, dass sich die Ertragskraft gegenüber dem vierten Quartal 2025/2026 bereits spürbar verbessert habe und sich auf das angestrebte Niveau zubewege.
Einordnung für Anleger
Bastei Lübbe startet solide in das neue Geschäftsjahr und zeigt, dass Wachstum auch in einem schwachen Buchmarkt möglich ist.
Besonders positiv ist die starke Entwicklung der klassischen Buchmarken. Bestseller wie „Träume aus Feuer“ und „Kein Sommer ohne August“ sorgen für Umsatzimpulse und zeigen, dass das Unternehmen weiterhin attraktive Inhalte und Autoren erfolgreich vermarkten kann.
Die kurzfristige Belastung durch höhere Druck- und Personalkosten sollte im Blick behalten werden. Gleichzeitig handelt es sich bei einem Teil der höheren Druckkosten um Vorleistungen für Neuerscheinungen der kommenden Quartale.
Entscheidend wird daher sein, ob diese Titel die erwarteten Umsätze liefern und die EBIT-Marge im Jahresverlauf deutlich anzieht.
Für Anleger bleibt Bastei Lübbe damit eine interessante Nebenwertestory aus solider Bilanz, bekannten Marken, digitalen Erlösquellen und einem zunehmend diversifizierten Verlagsportfolio.














