Villeroy & Boch ist mit gemischten Ergebnissen ins zweite Halbjahr 2026 gestartet. Während geopolitische Spannungen und die Veräußerung der Marken Gustavsberg und Vatette Umsatz und Ergebnis belasteten, entwickelte sich der Auftragsbestand positiv. Zudem bestätigte der Konzern seine Jahresprognose.
Villeroy & Boch: Umsatz und Ergebnis unter Vorjahr
Der Konzernumsatz sank im ersten Halbjahr um 12,4 Prozent auf 635,8 Mio. Euro. Bereinigt um Währungseffekte und die Veräußerung des nordeuropäischen Geschäfts betrug der Rückgang 7,4 Prozent.
Das operative EBIT verringerte sich von 47,8 Mio. Euro auf 34,5 Mio. Euro. Unter dem Strich rutschte Villeroy & Boch mit -6,8 Mio. Euro in die Verlustzone. Verantwortlich hierfür waren überwiegend nicht zahlungswirksame steuerliche Sondereffekte und damit keine operative Verschlechterung des Kerngeschäfts.
Positiv entwickelte sich dagegen der Auftragsbestand, der seit Jahresende 2025 um knapp 50 Mio. Euro auf 199,9 Mio. Euro zulegte.
Bad & Wellness unter Druck, Dining bleibt stabil
Der größte Geschäftsbereich Bad & Wellness verzeichnete einen Umsatzrückgang von 15,1 Prozent auf 504,4 Mio. Euro. Neben der Portfoliobereinigung belasteten insbesondere die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sowie die schwächere Baukonjunktur in mehreren Regionen. Das operative EBIT sank auf 29,5 Mio. Euro.
Deutlich robuster präsentierte sich Dining & Lifestyle. Mit 130,0 Mio. Euro blieb der Umsatz nahezu auf Vorjahresniveau. Besonders erfreulich entwickelte sich das E-Commerce-Geschäft, das um 16,1 Prozent zulegte. Das operative EBIT verbesserte sich leicht auf 5,0 Mio. Euro.
Villeroy & Boch: Prognose bestätigt
Trotz des schwierigen Marktumfelds hält der Vorstand an seiner Jahresprognose fest und erwartet weiterhin ein operatives EBIT von 75 Mio. Euro.
Für das dritte Quartal rechnet das Unternehmen allerdings nochmals mit einem deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Neben der schwachen Konjunktur wirkt sich weiterhin der Verkauf des nordeuropäischen Geschäfts belastend auf die Vergleichszahlen aus.
Anlegerfazit
Die Halbjahreszahlen zeigen, dass Villeroy & Boch weiterhin unter einem schwierigen Marktumfeld leidet. Gleichzeitig sprechen der deutlich gestiegene Auftragsbestand, die stabile Entwicklung im Bereich Dining & Lifestyle sowie die bestätigte Jahresprognose dafür, dass das Unternehmen auf eine Erholung im weiteren Jahresverlauf setzt. Mittelfristig dürfte zudem die Integration von Ideal Standard zusätzliche Wachstums- und Synergiepotenziale eröffnen.














