Tubesolar – Finish. Schade.

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Tubesolar
Tubesolar lieferte eigentlich immer wieder „gute Nachrichten“. Fortschritte bei Zulassungen, TÜV-Tests und grosse Pläne. Klar, die „Verschiebung“ der ersten nennenswerten Umsätze immer weiter in die Zukunft erschien in der neuen Technologie von TubeSolar AG (ISIN: DE000A2PXQD4) begründet.

Die TubeSolar AG (ISIN: DE000A2PXQD4) ist, man muss jetzt wohl sagen war, ein Smallcap, der den Weg von vielen hoffnungsvoll und technologisch interessant erscheinenden Early-Stage-Unternehmen gehen wird. Gesellschaft insolvent und das „geistige Eigentum inclusive erreichter Fortschritte“ geht für Zerschlagungsgpreise an einen Käufer, der dann möglicherweise das nötige Kapital aufbringen kann, die Ernte einzufahren. Am 2.05.2023 kam für einige „wie aus heiterem Himmel“ die Meldung „…sieht der Vorstand die positive Fortführung des Unternehmens derzeit nicht mehr als überwiegend wahrscheinlich an und wird, sofern es der tubesolar AG nicht gelingt, weitere Finanzmittel in notwendigem Umfang einzuwerben, aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit voraussichtlich bis Ende Mai Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim zuständigen Insolvenzgericht stellen.“ (ad-hoc Tubesolar, 2.05.2023, 19:55 Uhr).

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Dann ein gescheiterter Rettungsversuch – setzte auf die Begeisterungsfähigkeit der Aktionäre. „Gutes Geld schlechtem hinterherwerfen“ – so sahen es die Anleger.

Am 31.05.2023 ein letzter Versuch des Managements die drohende Insolvenz abzuwenden. Die Aktionäre sollten nochmals Geld „nachschiessen“ – eine Wandelanleihe über 4,5 Mio EUR sollte ab dem 2. Juni gezeichnet werden können, um den kurzfristigen Finanzbedarf der Gesellschaft durch die Emission zu decken – und so erstmal die Insolvenz abzuwenden, zumindest zu verschieben. Kurzgefasst: Gescheitert.

Insolvenz – Versuch etwas zu retten. Aber Hauptkomponente der tubesolar-„Erfindung“ ist weder kurz- noch mittelfristig verfügbar.

Und so kann man heute erfahren: „Der Vorstand der tubesolar AG hat mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters entschieden, den Betrieb zum 31. August 2023 stillzulegen. Im Rahmen eines Investorenprozesses während des Insolvenzeröffnungsverfahrens konnte trotz zahlreicher Gespräche und intensiver Verhandlungen keine Einigung mit Interessenten über den Erwerb des Geschäftsbetriebs bzw. wesentlicher Vermögensgegenstände der tubesolar AG erzielt werden. Daher sieht sich der vorläufige Insolvenzverwalter Georg Jakob Stemshorn von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH zur Zustimmung der Betriebsstilllegung veranlasst, um eine mögliche Verringerung der Insolvenzmasse zu vermeiden.

Anmerkung: Geht also nur noch um die Insolvenzmasse – bedeutet für Aktionäre bleibt wohl nichts. Ausser enttäuschte Hoffnungen.

Das Unternehmen ist Spezialist für die Entwicklung und Herstellung von innovativen Photovoltaik-Dünnschicht-Röhren, die zu Modulen zusammengefügt werden und neuartige Anwendungsmöglichkeiten bieten. Die Module sind durchlässig, sodass eine doppelte Nutzung der Fläche möglich ist. Neben der Stromerzeugung kann somit z.B. auch weiterhin ein landwirtschaftlicher Ertrag generiert werden.

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Für den Hochlauf der Produktion am Standort in Augsburg hätte das Unternehmen PV-Folien benötigt, die aufgrund von Lieferkettenproblemen kurz- und mittelfristig nicht verfügbar sind. Das ist auch der Hauptgrund, warum kein Investor bereit war, in das Unternehmen zu investieren. Das an der Börse gelistete Unternehmen beschäftigt rund 140 Mitarbeiter, die über die Entscheidung informiert wurden. Ihnen muss nun gekündigt werden.

Anmerkung: Auch wenn es nichts ändert, muss man fragen, wie das Management jahrelang Produkte entwickeln und zur technischen Zertifizierung einreichen konnte, ohne die Beschaffung der Hauptkomponenten zu sichern oder zumindest eine hinreichend hohe Beschaffungsmöglichkeit zu haben. Managementversagen ohne Haftungsfolgen, wahrscheinlich. Oder?

Der Augsburger Rechtsanwalt Georg Jakob Stemshorn erklärt: „Wir haben bis zuletzt noch Verhandlungen geführt, aber mit dem verbliebenen Investor konnte bislang keine Einigung erzielt werden. In den vergangenen Wochen haben wir zahlreiche Gespräche geführt, doch ohne Investor können wir den Betrieb nicht aufrechterhalten. Daher muss der Geschäftsbetrieb sofort eingestellt werden, da das Unternehmen hohe Verluste erwirtschaftet.“ Er wird im Verfahren unterstützt von Rechtsanwalt Florian Zistler und den Teams in Augsburg und Kempten.“

FINIS TUBESOLARIS – Schade.

Zertifizierungen zeigen, dass Tubesolar zumindest auf dem richtigen Weg war – aber Mangement „verpennte“ neben rechtzeitiger Finanzierung die Sicherung der Basiskomponenten.

Der Ansatz der Tubesolar und der „Stallgeruch“ machten die Story spannend: Die TubeSolar AG hat als Spin-off die Laborfertigung von OSRAM/LEDVANCE in Augsburg übernommen und die Patente von LEDVANCE und Frau Dr. Vesselinka Petrova-Koch erworben. Die TubeSolar AG nutzt diese patentgeschützte Technologie seit 2019 zur Entwicklung und Herstellung von Photovoltaik-Dünnschicht-Röhren, die zu Modulen zusammengefügt werden und deren Eigenschaften gegenüber herkömmlichen Solarmodulen zusätzliche Einsatzgelegenheiten in der Solarstromerzeugung ermöglichen.

Und einen entscheidenden Schritt für den Marktauftritt in einem zweiten attraktiven Segment hatte man noch Anfang des Jahres genommen: ZERTIFIZIERUNG

Oder wie es mit nüchternen Worten hiess: „Nach der erst kürzlich bekannt gegebenen Kooperation mit dem Spezialisten für Dachbegrünungen ZinCo erfolgte nun nach der im Vorjahr erfolgten Zertifizierung der PV-Module für Agri-PV-Anwendungen durch den TÜV Rheinland auch die TÜV-Zertifizierung für den Moduleinsatz im Segment „Green Building“.

Damit ist tubesolar bestens aufgestellt, um die Integration von Photovoltaik-Anlagen in nachhaltigen Bauprojekten zu revolutionieren. Profitieren könnte tubesolar dabei von der kürzlich veröffentlichten Photovoltaik-Strategie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.

Oder mit den Worten des Technikers: „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir unsere Module nun auch auf Gründächern einsetzen können. Durch unsere licht- und wasserdurchlässigen Röhrenmodule wird die Funktion einer Dachbegrünung nicht beeinträchtigt und Strom kann über der Grünfläche generiert werden.“, erklärt Jürgen Gallina, CTO der tubesolar AG, und fügt hinzu: „Mit unseren röhrenförmigen PV-Modulen lassen sich Projekte realisieren, bei denen man sich in puncto Flächennutzung nicht mehr zwischen einer Photovoltaik-Anlage und einer anderen Flächennutzung entscheiden muss. Vielmehr ist durch unser Produkt eine duale Nutzung derselben Fläche möglich. Die TÜV-Zertifizierung für den Bereich Green Building trägt dazu bei, unser Produkt einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen und unser Engagement in der Bau- und Immobilienbranche weiter zu forcieren.“

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Tubesolar scheint ein Produkt entwickelt zu haben, dass durchaus Marktchancen haben könnte. Jetzt scheint das Management mit der Aufgabe überfordert, das auch auf die Strasse zu bringen. Und die Aktionäre haben entschieden: Mit hohen Verlusten die „Geschichte“ beenden. Offensichtlich war das Management in der Vergangenheit nicht in der Lage, die Hauptkomponenten für die zukünftig geplante Produktion zu sichern oder Wege zur Beschaffung aufzuzeigen.

Chart: TubeSolar AG | Powered by GOYAX.de

 

 

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