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Alle fragten sich diese Woche, wie wird die Wirecard AG (ISIN: DE0007472060) auf die neuen - alten - Financial Times-Vorwürfe reagieren?

DER Angriff von FT: Umsätze Wirecards seien manipuliert, Dubai Gesellschaft sei einigen der angeblichen Kunden unbekannt, die Umsätze dieser Geselslchaft zweifelhaft, interne Wirecard-Papiere lägen vor, die WP-Täuschung und wesentliche Umsatzerfindungen in Dubai und Irland wahrscheinlich erscheinen ließen. UND hier spricht die FT von wesentlichen Umsatzanteilen der Wirecard (gesprochen wird von 2016er Manipulationen) die reine Luft seien! Nun schlägt Wirecard kräftig zurück. Analysten positionieren sich.

Die Wirecard AG und Financial Times - am Freitag werden die Wunden gezählt und nochmal nachgeschlagen. Es ist noch lange nicht vorbei!

...auf jeden Fall ist nichts mehr wie zuvor: Der Kurs von Wirecard brach am Tag 1 des neuen FT Angriffs erst mal auf 107,00 EUR (von 140,10 EUR am Vortag) ein und erholte sich dann wieder auf 122,75 (18:47 Uhr, Frankfurter Handel). Am Tag 2 blieb nun eine richtige Erholung in Richtung "Vorveröffentlichungskursniveaus" aus. Zuviel Unsicherheit, zuviel Angst vor weiteren Enthüllungen, ob nun wahr oder nicht, hält die Anleger ab. Erholungsversuche Richtung 125,00 EUR gingen die Luft aus. Am Ende war man wieder bei 120,00 EUR. Tag 3 hielt sich leicht unter 120,00 EUR und heute, am Zag 4 ging es weiter bergab! Kurse von 115,30 als Tagestief gaben die Stimmung wieder. Selbst wenn relativ viele an der Bedeutung der unterstellten Bilanzmanipulationen zweifeln, sind der "kaputte" Chart und die - so wird es zumindest allgemein eingeschätzt - nicht dezidiert genug ausgeführte Widerrede Wirecards zu belastend. Zumindest noch.

Kann es sein, dass Milliarden EUR Börsenwert von dem Kampf einer Zeitung mit einem Unternehmen abhängen? Sollte nicht entweder jetzt Punkt für Punkt belegt werden, entweder von der FT oder von Wirecard und das gegenüber einem "neutralen" Dritten? Haben die Behörden keine Einfluß- und Prüfmöglichkeiten oder -pflichten? Die Kursentwicklung gibt derzeit eher der FT Recht - mal schauen wie es weitergeht.

Eine neue Zeitrechnung für die Aktionäre

Am Freitag schießt die Financial Times wieder. Diesmal könnte man sagen "unfair": Gebetsmühlenhaft die "unanswered questions" zu wiederholen mit dem klaren Stand der Dinge, dass Wirecard erklärt hat; aufgrund der Komplexität der Fragestellungen etwas Zeit für die Einzelheiten zu brauchen, ist einfach nur provokant. Trägt eigentlich nichts zur Aufklärung bei, außer vielleicht Aufmerksamkeit und Auflage.

Wenn man sich den ersten FT-Artikel durchliest und die als Belege aufgeführten gewhistleblowerten Unterlagen ansieht, versteht man, dass bei einem schnell gewachsenen - mittlerweile - Großunternehmen, die einzelnen Belege zu einzelnen Geschäftsvorfällen, Ereignisse aus 2016 betreffend, zusammenzustellen durchaus etwas Zeit gebraucht wird. Und dann -alles andere ist fahrlässig und nicht im Interesse der Aktionäre - werden diese Belege, deren Inhalt, deren Grad der Vertraulichkeit und deren Relevanz bestimmt auch noch im zweiten Schritt von externen Anwälten und Beratern geprüft werden müssen, als Basis einer Gegendarstellung verwendet werdenmüssen. Das braucht Zeit.

UND IN ANBETRACHT DER IM RAUM STEHENDEN RIESIGEN POTENTIELLEN ENTSCHÄDIGUNGSFORDERUNGEN SEITENS WIRECARD UND DER BEDEUTUNG FÜR WIRECARDS ZUKUNFT WIRD JEDE AUSSAGE; JEDES BEWEISFÄHIGE  DOKUMENT MEHRFACH BEWERTET UND JEDER SCHRIFTSATZ MEHRFACH GEPRÜFT UND ANALYSIERT WERDEN, BEVOR ES VERÖFFENTLICHT WIRD. Alles andere wäre dumm und nicht angemessen.

Und nicht vergessen, dass..

.. Tagesgeschäft muss weitergehen. Natürlich ist allein der Imageschaden geschäftsschädigend und -verhindernd für Wirecard. Die gebunden Managementkapazität ist "unproduktiv" und wird bestenfalls Querschüsse zuküntig vermeiden oder unglaubwürdiger machen können.

sentifi.com

Nebenwerte-Magazin Sentifi

Nachdem am Dienstag (Tag 1) zuerst einmal ...

... pauschal alle Beschuldigungen zurückgewiesen wurden: "Wirecard weist diese Anschuldigungen von Fehlverhalten kategorisch zurück. (...)"  Kamen am Tag 2 die Argumente, offensichtlich aufgrund der anschließenden Kursentwicklung als zu allgemein, zu wenig "belegt" eingestuft. Klare Botschaft für Wirecard: Man muss mehr liefern, was man dann ja auch zusagte, aber eben erst in einigen Tagen.

Kurze Chronologie der Ereignisse:

Dienstag, Tag 1: DER Angriff von FT: Umsätze Wirecards seien manipuliert, Dubai Gesellschaft sei einigen der angeblichen Kunden unbekannt, die Umsätze dieser Gesellschaft zweifelhaft, interne Wirecard-Papiere lägen vor, die WP-Täuschung und wesentliche Umsatzerfindungen in Dubai und Irland wahrscheinlich erscheinen ließen. UND hier spricht die FT von wesentlichen Umsatzanteilen der Wirecard (gesprochen wird von 2016er Manipulationen) die reine Luft seien!

Mittwoch Tag 2: Die Argumentation Wirecards bezieht sich oft auf unterschiedliche  Bezeichnungen, die für Außenstehende - FT - nicht nachvollziehbar sind und so auch zu den falschen Beschuldigungen geführt hätten, kurzes Beispiel: Der Kunde x, sei nicht der Kunde x, der später gar nichts mehr über Wirecard abgewickelt hätte, sondern sei Namensgeber für eine Kundengruppe gewesen, die immer noch über Wirecard abwickle. Wie gesagt als zu schwach eingeschätzt. Wirecard muss also nachlegen im Interesse der Aktionäre und im Interesse der eigenen zukünftigen Entwicklung.

Donnerstag, Tag 3: Interview des CEO Braun, der natürlich alles bestreitet. Wilde Spekulationen greifen Raum, wieviel wahr ist von den FT-Vorwürfen und wie relevant die Vorwürfe sind. Die Staatsanwaltschaft München läßt sich auf jeden Fall zitieren, dass man wegen Marktmanipulation ermittle - wohl nicht wegne Bilanzbetrug? Oder sind die Ermittlungen wegen Kursmanipulation nur die eine Seite der Medaillie?

Freitag, Tag 4: FT schießt nach wegen der "zu langsamen" Beantwortung der aufgeworfenen Fragen. Kurs gibt weiter nach.

Bei diesen vielen  Einzelheiten ist nun kein Zurück mehr möglich - ENDSPIEL. Wie bereits gestern bei dem pauschalen "NEIN WIR MACHEN DAS NICHT." kann man sich nun um so mehr fragen: Wird ein DAX-Unternehmen ein solches Statement veröffentlichen, wenn ein Drittel des Umsatzes Fake ist? Wird Ernst&Young einen solchen Umsatz ungeprüft akzeptieren und sein Testat erteilen? Wäre Wahnsinn, aber es gab ja Beispiele: Enron, Madoff, Steinhoff, Flowtex...

Nach DZ Bank am Tag 1, ziehen mittlerweile einige Analysten nach

Der Analyst der DZ Bank beließ am Tag 1- als ERSTER STELLUNG BEZIEHEND - seine Einschätzung von Wirecard bei einem Kursziel von 185,00 EUR und scheint die FT-Aussagen als falsch zu betrachten.Er ignoriert bewust die Umsatzmanipulationsvorwürfe und urteilt so eindeutig zu Gunsten Wirecards. Die anderen Analysten hielten sich gestern noch zurück. Heute dann zogen Drei nach. Wobei Nicht-Handeln doch eigentlich auch eher für Wirecard's Position spricht, da sonst doch von einem Analysten reagiert werden müsste? Die heutigen Stimmen:

Bankhaus Metzler nimmt Wirecard von der Liste der 10 aussichtsreichsten Aktien, aber belässt die Einschätzung und das Kursziel der Aktie. Übersetzt könnte (!) man meinen: Zwar glaubt man eher Wirecard als der FT, aber die charttechnische Eintrübung durch diesen abermaligen Kurssturz aufgrund von Pressemeldungen und die möglicherweise weiteren FT-Attacken, stören einfach eine "unbeeinflusste" Kursentwicklung des DAX-Wertes.

Warburg sieht - könnte man deuten - den Streit zwischen FT und Wirecard als eher sportlichen Wettkampf ohne Auswirkungen auf die Einschätzung und Bewertung der Wirecard-Aktie.

Independent Research nimmt das Kursziel auf 140,00 EUR zurück - auch hier eher aufgrund des "zerstörten" Chartbildes und potentieller weiterer Attacken der FT. Beim Operativen scheint man weiterhin Wirecards Zahlen zu glauben. Interessant ist, dass eigentlich bisher keiner die FT-Veröffentlichung als "Wahrheit" nimmt und Wirecard entsprechend "zusammenstreicht". Bei "überführten" Bilanzbetrügern - und die FT spricht von bis zu einem Drittel der Umsätze - würde man doch eher einen Nullwert ansetzen?

HSBC senkt das Kursziel von 225,00 EUR auf "nur" ncoh 190,00 EUR, bleibt aber bei BUY, Argumente analog Independent oder Warburg wahrscheinlich. Governance Day wird angemahnt.

HIER: Wirecard AG Richtung Allzeithoch trotz Kursen um die 111,00 EURO? Wird immer schwieriger, je länger die "Affäre" dauert. Kostenlose Analyse für den Anleger. Klappen die 200,00 EURO noch bis Weihnachten?

Aktienrückkaufprogramm startet

Der Vorstand der Wirecard AG hat zudem gestern mit Zustimmung des Aufsichtsrats der Gesellschaft beschlossen, unter Ausnutzung der von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 20. Juni 2017 erteilten Ermächtigung, ein Aktienrückkaufprogramm aufzulegen ("Aktienrückkaufprogramm 2019/I"). Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2019/I sollen in einem Zeitraum von zwölf Monaten Aktien der Gesellschaft in einem Volumen von insgesamt bis zu 200 Mio. EUR (ohne Erwerbsnebenkosten) zurückgekauft werden. Der Beginn des Aktienrückkaufprogramms 2019/I ist für die nächsten Tage geplant.

Der Aktienrückkauf erfolgt nach Maßgabe der Safe-Harbour-Regelungen des Artikels 5 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 des Europäischen Parlaments und Rates vom 16. April 2014 in Verbindung mit den Bestimmungen der Delegierten Verordnung (EU) 2016/1052 der Kommission vom 8. März 2016.

...auf jeden Fall ist nichts mehr wie zuvor.

Der Kurs von Wirecard brach erst mal ein und erholte sich dann wieder, gestern 18.10.2019 schloss die Aktie im Xetra-Handel mit einem Minus von -7,50 EUR (-6,29%) bei 11,65 EUR. Zuviel Unsicherheit, zuviel Angst vor weiteren Enthüllungen, ob nun wahr oder nicht, hält die Anleger ab. Kann es sein, dass Milliarden EUR Börsenwert von dem Kampf einer Zeitung mit einem Unternehmen abhängen? Sollte nicht entweder jetzt Punkt für Punkt belegt werden, entweder von der FT oder von Wirecard und das gegenüber einem "neutralen" Dritten? Haben die Behörden keine Einfluß- und Prüfmöglichkeiten oder -pflichten? Die Kursentwicklung gibt derzeit eher der FT recht, mal schauen wie es weitergeht.

 


Chart: Wirecard AG | Powered by GOYAX.de

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