Softing platziert 10%-Kapitalerhöhung – und das mit fast 16% Aufschlag: Großaktionär Noser greift zu

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Softing sorgt für Bewegung im Nebenwert: Der Vorstand hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Kapitalerhöhung um rund 10% beschlossen – unter Ausschluss des Bezugsrechts. Das Besondere: Die neuen Aktien gehen nicht mit Discount, sondern mit 15,94% Aufschlag auf den XETRA-Schlusskurs vom 16. März 2026 weg. Zeichner ist ausschließlich die Noser Management AG (Zürich), eine wesentliche Aktionärin.

Für Anleger ist das ein spannendes Signal: Stärkung des Eigenkapitals trifft auf Kursprämie – gleichzeitig müssen Bestandsaktionäre eine Verwässerung akzeptieren.

992.588 neue Aktien: Grundkapital steigt auf 10,92 Mio. Euro

Im Rahmen des genehmigten Kapitals 2025/I gibt Softing 992.588 neue Inhaber-Stückaktien aus. Mit Eintragung ins Handelsregister erhöht sich das Grundkapital von 9.925.881,00 Euro um 992.588,00 Euro auf 10.918.469,00 Euro.

Das entspricht in etwa der kommunizierten Größenordnung von rund 10% – also einer spürbaren, aber nicht extremen Verwässerung.

Preis 3,20 Euro – und damit über Börsenniveau: ungewöhnlich „aktionärsfreundlich“

Die neuen Aktien wurden in einer Privatplatzierung zu 3,20 Euro je Aktie vollständig von Noser gezeichnet. Der Platzierungspreis liegt 15,94% über dem XETRA-Schlusskurs vom 16. März 2026.

Normalerweise erfolgen solche Platzierungen eher mit Abschlag, um die schnelle Zeichnung zu sichern. Ein Aufschlag kann der Markt als Zeichen interpretieren, dass der Investor bewusst Vertrauen demonstrieren will – oder dass die Transaktion so strukturiert wurde, dass Softing möglichst kapitalschonend und ohne „Billig-Emission“ an frisches Geld kommt.

Noser baut Einfluss aus: 27,68% – plus 90 Tage Lock-up

Nach der Kapitalerhöhung halten Noser und Rudolf Noser zusammen rund 27,68% des Grundkapitals und der Stimmrechte. Zusätzlich gibt es eine marktübliche Lock-up-Verpflichtung von 90 Tagen.

Für Investoren ist das zweischneidig:

  • Positiv: Starker Ankeraktionär, weniger Verkaufsdruck kurzfristig (Lock-up).

  • Neutral bis kritisch: Höherer Einfluss eines Großaktionärs – je nach Marktstimmung kann das als Stabilitätsfaktor oder als Konzentrationsrisiko gesehen werden.

3,2 Mio. Euro brutto: wofür Softing das Geld nutzen will

Der Bruttoemissionserlös beträgt rund 3,2 Mio. Euro. Softing will den Nettoemissionserlös im Wesentlichen zur Stärkung der Eigenkapitalbasis verwenden.

Das ist keine „Wachstumsrakete“-Story, sondern eher Bilanzarbeit: Mehr Eigenkapital kann die Finanzierungsfähigkeit verbessern, Spielraum für Investitionen schaffen oder Kennzahlen stabilisieren – gerade in Zeiten, in denen Kapital teurer geworden ist.

Prime Standard bleibt gesetzt: Neue Aktien sollen prospektfrei zugelassen werden

Nach Eintragung der Kapitalerhöhung sollen die neuen Aktien prospektfrei zum Handel im regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen werden.

Das reduziert Transaktionsaufwand und beschleunigt die Handelbarkeit – für die Liquidität ist das grundsätzlich hilfreich.

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