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Steinhoff International Holdings NV (ISIN: NL0011375019) trennt sich zu einem guten Preis von einer weiteren Randbeteiligung, um die Liquidität zu sichern.

Die KAP Industrial Holdings Limited ist eine börsennotierte Industrieholding in Südafrika. Sie übernahm die Industriebeteiligungen von Steinhoff Africa im Jahre 2012. Sie ist offiziell operativ unabhängig von der Steinhoff-Gruppe und stellte sich mit 3 Bereichen in 2017 neu auf: Industrie, Chemie und Logistik. Die Gesellschaft ist an der JSE (Börse Johannesburg) im Mid-Cap-Segment gelistet. Man distanzierte sich bereits in der Vergangenheit von Steinhoff: “KAP is independently funded, independently managed with strong governance structures, and maintains a clear strategy with a very effective management team.” sagte Jap du Toit, Chairman der Gruppe (2018, Integrated report).

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In einem Bookbuildingverfahren wurden 694.206.661 Aktien der KAP Industrial Holdings Limited angeboten. Zu einem Preis von 6,85 Südafrikanische Rand wurde das gesamte Paket platziert. Die Brutoerlöse für Steinhoff belaufen sich auf umgerechnet 293 Millionen Euro.Verglichen mit dem Schlusskurs der in KAP Industrial Holdings Limited Aktie am 26.März 2019 ergibt sich ein Discount von 9,4 %. Das Aktienpaket repräsentierte eine Beteiligung in Höhe von rund 26 % des Aktienkapitals der in KAP Industrial Holdings Limited. Nach Abschluss der Platzierung am 1. April 2019 wird die Steinhoff- Gruüüe keine direkte Beteiligung an der Gesellschaft halten.

Die Kursentwicklung der KAP Aktie auf Eurobasis an der Berliner Börse zeigt zumindest, dass der erzielte Preis durchaus angemessen ist.


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Ein logischer Schritt der Verantwortlichen. Industriebeteiligungen gehören nicht zum Kerngeschäft der neuen, kleineren Steinhoff Gruppe und der erzielte Kaufpreis hilft zumindest ein Stück weiter im Konsolidierungsprozess.Ansonsten heisst es immer noch: Warten auf die PWC-Berichte um endlich endgültige Klarheit über das gesamte Lügengespinst der alten Verantwortlichen zu erhalten.

Wie bereits berichtet ist der gesamte Konzern zumindest operativ wieder in ruhigeren Fahrwassern: Die Tochtergesellschaften in den USA und Großbritannien haben sich eigenständig Kreditlinien zur Liquiditätssicherung aufbauen können. Conforama, eine französische Tochter, versucht ebenfalls eigenständig sich Kreditlinien zu sichern für den Fall der Fälle, konnte hier aber noch keinen Abschluss vermelden. Für die anderen europäischen Beteiligungen versucht die Holding Liquiditätssicherungsmaßnahmen - also Kreditlinien - zu schaffen respektive zu erweitern. Für die Beteiligungen in Südafrika und Australien gilt, dass diese in guter finanzieller Verfassung sind und deshalb die Holding versucht deren gruppeninterne Ausleihungen zurückzuführen, um schwächere Beteiligungen zu unterstützen.

Fazit: Zeitpläne für die PWC-Berichte werden bestätigt. Also warten bis Ende April.

Es gibt noch viel zu tun in 2019, die Großbrände scheinen gelöscht, aber die Rechtsstreitigkeiten schwelen vor sich hin und können - und werden - aufflammen. Es fragt sich nur, ob Steinhoff bis dahin stark genug ist, dieses zu überstehen. Aktuell (27.03.2019 - 10.33 Uhr) notierten die Aktien der Steinhoff International Holdings NV im Xetra-Handel nahezu unverändert bei 0,1115 EUR . Impulse nach oben oder unten fehlen. Vielleicht liefern die überfälligen Bilanzen  und die erwartete Klarheit durch den PWC Bericht im ersten Halbjahr die Initialzündung? Bis dahin sind noch einige Ausschläge nach oben oder unten zu erwarten - ein Trend fehlt derzeit.

 


Chart: Steinhoff International Holding N.V. | Powered by GOYAX.de

Weitere Informationen

  • ISIN: NL0011375019