
Rheinmetall HENSOLDT RENK – Defnenseaktien habne sich in den letzten Tagen nicht vom negativen Trend an den Aktienmärkten abkoppeln können. Aber wie sieht es aus, wenn die Kursralley der Techwerte wirklich durch eine deutliche Korrektur beendet wird.Wenn die Jahresendrallye abgesagt wird und möglicherweise eine Branchenrotation an den Märkten beginnt, wie positioniert man sich? Das ist die 100 Mio Dollar Frage. Wäre eine Branchenrotation weg von den Tech’s für den deutschen Aktienmarkt, der nicht wirklich viele Tech-Werte beheimatet, relativ zu den amerikanischen Märkten besser?
Und wie kann man in diesem Zusammenhang die Defensewerte einordnen? Der vor kurzem durchgeführte Kapitlamarkttag der HENSOLDT wurde für Gewinnmitnahmen genutzt. Trotz einem klaren Wachstumspfad mit beeindruckenden Prognosen bis 2030. Und auch die Zahlen von RENK führten in einem negativen Börsenumfeld nicht zu einer dauerhaften Kurssteigerung, letztendlich eher zu einer gewissen Schwäche.

Chart: Rheinmetall HENSOLDT RENK Aktie. Powered by Goyax.de.
Definitiv die grössten Schwankungen sehen wir bei RENK. Und der Kursverlauf von Rheinmetall mit einem ähnlichen Kursanstieg aktuell wie der Getriebebauer machte den Anlegern weniger Kopfschmerzen. Dazu scheint HENSOLDT rein von der Optik „zurückgeblieben zu sein“ – aber das könnte ja operative Gründe haben.
Rheinmetall – der „King“ der deutschen Defensewerte liefert am Dienstag seine Zahlen – reicht’s für einen Kursschub?
Und kann man damit eine ganze Branche wieder in den Fokus rücken? Rheinmetall berichtet als einer der letzten DAX-Werte nächste Woche Dienstag über die Entwicklung im Q3 – und natürlich wird es neue Rekorde geben. Nur das Problem dabei ist, das die Märkte davon mittlerweile bereits ausgehen. Nur Erreichen der Erwartungen ist dann manchmal nicht genug. Gerade wenn der Gesamtmarkt schwächelt. Und die Analysten sind sowieso nicht ganz sicher, dass mehr als die Prognose „kommen könnte“. Zu viele bürokratische verzögerungen. Möglichwerweise zuviele Aufträge in der Vergabeschiene – sure to come, but not now.
Aktien KW 46 Aktien stolpern. Fallen sie nächste Woche? News. Hensoldt. RENK. Steyr Motors. Mutares. Bechtle. Cancom. Deutsche Rohstoff. Nagarro. SMA Solar. GFT. Nordex. Wacker-Neuson. Pyrum. Evotec. Deutsche Wohnen. LEG. TAG Immobilien. HomeToGo. Salzgitter. Hannover Rück. 3U Holding.The Platform Group.
Mutares legt seine 9-Monatszahlen vor. Kann überzeugen. Insbesondere bevorstehende Exits in Q4 sollten das Jahr sehr erfreulich machen.
Analysten sind positiv für die Aktie – Erwartungen für Q3 eher vorsichtig.
Rheinmetalls Aktie ist aktuell mit einem KGV von 53,5 extrem hoch bewertet – mehr als doppelt so hoch wie der Branchendurchschnitt. Diese Bewertung setzt die anstehenden Quartalszahlen unter enormen Erfolgsdruck, um die Erwartungen zu rechtfertigen. Und die Aktionäre sollten am Dienstag besonders auf drei Schlüsselpunkte achten:
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Strategischer Kurs & Auftragseingänge: Wie entwickelt sich das Auftragsvolumen? Neue Großaufträge sind essenziell.
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Kapazitätsausbau: Wie schreitet der Ausbau der Produktion voran? Dies ist ein zentraler Wachstumstreiber, da Umsätze nicht beliebig skalierbar sind.
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Ausblick & Prognosen: Entscheidend sind mögliche Prognoseanhebungen und Aussagen zur künftigen Margenentwicklung. Ein überzeugender, langfristiger Ausblick ist bei dieser Bewertung unerlässlich.
Der Rüstungsboom bietet zwar reale Nachfrage, doch die hohe Bewertung erfordert nun operative Überzeugungskraft. Und hierbei stimmen die Analysten weitgehend optimistisch: 21 Analysten haben ein Rheinmetall Kursziel 2026 abgegeben. Das durchschnittliche Rheinmetall Kursziel liegt bei 2.244,00 EUR und impliziert ein Kursplus von fast 30 % gegenüber dem aktuellen Kurs. Die Spannweite reicht von 2.625,00 EUR als höchste Einstufung bis zu 1.757,40 EUR als niedrigste Prognose. Hierbei empfehlen von 24 Analysten 20 Analysten Rheinmetall zum Kauf, während 4 zum Halten raten. Eine Verkaufsempfehlung wurde nicht vergeben.
Nagarro Aktie springt an – Umsatzanstieg, Margenplus und Aktienrückkauf befeuern. Nagarro liefert starke Quartalszahlen ab.
Bechtle kann Umsatz und Gewinn deutlich steigern. Und Aktienmärkte feiern nicht nur Bechtle, sondern ziehen auch bei Cancom nach. Auf Dauer?
Rheinmetall, HENSOLDT,RENK – Heilmittel gegen fallende Märkte?
Defenseaktien im Gleichschritt? Schaut man sich die Charts an, so erkennt man die gleichen Trends bei „genereller“ Meldung. Aber es gibt Unterschiede – bei Volatilität, bei „Ausschlagshöhe“ oder bei den Aktienkennziffern.Parallelen. Unterschiede. Unterschiedliche Ansätze, unterschiedliche Perspektiven.Deutsche Defense-Perlen im Check, Rheinmetall, Hensoldt und Renk im direkten Vergleich. Und auch wenn generell der Verteidigungssektor seit dem Ukraine-Krieg im Rampenlicht steht. Auch wenn die Zeitenwende nicht nur ein politisches Schlagwort ist, sondern die Budgets der NATO-Staaten – auch mit Druck Trump’s – nachhaltig in die Höhe treibt. Muss man dennoch vorsichtig sein. Denn Bewertungen haben Niveaus erreicht, die schon verdammt viel Zukunft eingepreist haben. Da könnten schon kleine Rückschläge zu extremen Kurseinbrüchen führen.
In Deutschland rückten drei deutsche Aktien besonders in den Fokus: der Rüstungsgigant Rheinmetall, der Radarspezialist Hensoldt, sowie der Getriebebauer Renk.
Rheinmetall HENSOLDT RENK: Der Deutsche Riese im Rüsten.
Rheinmetall ist der systemrelevante Rüstungskonzern Deutschlands schlechthin. Denn das Portfolio reicht vom Schützenpanzer Lynx über die Panzerhaubitze 2000 bis hin zu Treibladungen sogar gesamten Munitionsfabriken. Und dazu die Übernahme im Marinesektor mit den Aktivitäten der Lürssen Gruppe im Defnesebereich. Somit ist Rheinmetall von den Dreien am ehesten ein Full-Service-Anbieter. Und aktuell kann man in der Presse die Aussagen des CEO’s Armin Pappberger gegenüber dem Handelsblatt am Wochenende vernehmen. Dort hat er aus anstehenden und bestehenden, „lukrativen“ Aufträgen eine Hochrechnung aufgemacht. So wird er im Handelsblatt zitiert mit: „Bis Mitte nächsten Jahres sehe ich Potenzial für einen Auftragsbestand von bis zu 120 Milliarden Euro.“ Weiter sehe er bis 2027 eine Umsatzsteigerung von zuletzt weniger als zehn Milliarden Euro auf bis zu 25 Milliarden Euro. Und 2030 peile Rheinmetall 40 bis 50 Milliarden Euro an. Dass er dabei eine Gewinnmarge von 20% langfristig ansetzt, lässt die aktuelle Bewertung attraktiv erscheinen.
Rheinmetall – Fundamentale Daten (Stand Oktober 2025, grobe Annäherung):
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KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)2025: Es liegt deutlich über 90 (Heute, 14.11.2025, 97,21). Das bedeutet, die Aktie ist teuer, gemessen am aktuellen Gewinn, denn der Markt preist hier massives zukünftiges Wachstum ein. Dabei sollte bedacht werden, dass der weniger margenstarke Automotivearm zum Verkauf steht. Schaut man jetzt aber einen Börsenwert von aktuell 78,92 Mrd EUR im Vergleich zum im Handelsblattgespräch avisierten Gewinn zwischen 9 und 10 Mrd EUR für 2030 an, dann relativiert sich das ganze wieder.
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Dividendenrendite: Sie liegt bei deutlich unter 1%(Heute, 14.11., 0,47%). Folglich ist Rheinmetall keine Dividendenaktie, sondern das Unternehmen behält das Kapital für Investitionen, die bei der genannten Gewinnmarge „mehr bringen sollten“, als eine Ausschüttung. Sollte sich nach der kräftigen Investitionsphase wieder ändern.
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KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis)2025: Es liegt bei rund 7,3. Zwar ist auch das hoch, aber es zeigt, dass für den Umsatz eine hohe Wachstumsrate antizipiert wird, was durch das aktuelle Handelsblatt-Gespräch bestätigt wird.
Rheinmetall Aktie – Technische Lage:
Die Rheinmetall-Aktie ist eine der starken Outperformer der letzten Jahre. Zwar befindet sie sich in einem intakten Aufwärtstrend, aber kurzfristig kann sie anfällig für Rücksetzer sein.
Insgesamt scheint die Rheinmetall eine „sichere Wette“ im deutschen Rüstungssektor, denn es ist breit aufgestellt und systemrelevant. Allerdings ist für kurzfrisitge Spekulanten die Luft nach oben möglicherweise geringer, da viel Erwartung bereits eingepreist ist.
Rheinmetall HENSOLDT RENK: Die Augen und Ohren der Bundeswehr.
Hensoldt ist der Spezialist für Sensorik, Radar- und Elektronische Kriegsführung. Das heißt, Hensoldt liefert die kritische Technologie, um den Gegner früh zu erkennen und sich selbst zu schützen. Einzelheiten zum Unternehmen und der aktuellen operativen Entwicklung fanden sich in unserem Beitrag: „HENSOLDT Aktie zwischen den Stühlen? Wieder 100,00 EUR in Reichweite, aber Trump scheint aufgewacht…“ (nwm, 26.10.2025)
HENSOLDT – Fundamentale Daten (Stand Oktober 2025, grobe Annäherung):
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KGV 2025: Es liegt ebenfalls in einem hohen Bereich (>75)(Heute, 14.11.2025., 75,11). Auch bei HENSOLDT wird erwartet, dass die hohen laufenden Investitionen stark in den Gewinn durchschlagen.
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Dividendenrendite: Sie ist ähnlich wie bei Rheinmetall marginal (<1%)(Heute, 14.11.2025, 0,59%). Und auch hier, weil das Unternehmen die Erträge in Forschung und Kapazitätsausbau reinvestiert.
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KUV2024: Mit etwa 4,2 liegt Hensoldt klar unter Rheinmetall. Daher könnte der Umsatz im Verhältnis etwas „günstiger“ bewertet sein. Und das bei einem Börsenwert von aktuell 9,7 Mrd EUR im Vergleich
HENSOLDT Aktie – Technische Lage:
Schaut man auf den Chart sieht man kann man Hensoldt eine dynamischere Kursentwicklung als bei Rheinmetall unterstellen. Somit sind die Schwankungen höher. Zwar ist der Trend positiv, aber der Weg dorthin ist bumpiger. Und aktuell bleibt man in der Performance auf Jahressicht hinter den Düsseldorfern zurück. Somit könnte man meinen, das Hensoldt der pure Play auf Hochtechnologie ist und für Spekulanten mehr Chancen auf schnelle Gewinne biete, dafür aber auch ein höheres Risiko.
Rheinmetall HENSOLDT RENK: Der hoch bewertete Hidden Champion im Antriebsstrang.
Renk ist kein klassischer Waffenhersteller, sondern ein spezialisierter Zulieferer. Das Unternehmen baut hochbelastbare Getriebe für Panzer und profitiert daher indirekt vom Rüstungsboom, aber ist auch im zivilen Geschäft aktiv. Einzelheiten zum Unternehmen und der aktuellen operativen Entwicklung finden sich in unserem aktuellen Beitrag vom Sonntag: „RENK Group Aktie – 90,34 EUR Allzeithoch stehen im Raum. Unerreichbar auf kurze Frist?“ (nwm, 26.10.2025)
RENK – Fundamentale Daten (Stand Oktober 2025, grobe Annäherung):
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KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis): Es liegt bei über 85 (Heute, 14.11., 85,79) und ist somit für einen „nicht reinen Defensewert“ der im Vergleich als relativ am höchsten einzuschätzende Wert. Dies zeigt, dass der Markt explosives Gewinnwachstum antizipiert. Folglich ist die Aktie eine reine Wachstumswette.
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Dividendenrendite: Die Rendite ist etwas höher als bei den anderen – aktuell 0,64, aber das ist lediglich ein kleiner wenig relevanter „Vorsprung“.
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KUV2024: Mit rund 5,3 ist Renk im Verhältnis zum KUV im Mittelfeld gelandet. Man könnte deuten, dass die Gewinnmargen noch ausbaufähig sind und der hohe KGV daher durch eine starke Profitabilitätssteigerung gerechtfertigt werden soll.
RENK Aktie – Technische Lage:
Die RENK -Aktie ist einer der starken Outperformer der letzten Jahre. Zwar befindet sie sich in einem intakten Aufwärtstrend, aber kurzfristig kann auch sie anfällig für Rücksetzer sein. So wie in den letzten Tagen schmerzhaft für die Anleger zu sehen gewesen. Und auch für RENK gilt, das man aktuell kein Value-Wert mehr ist, sondern eine spekulative Wachstumswette. Denn Anleger setzen hier darauf, dass die Gewinne explosionsartig steigen werden.
Gesamtfazit für den Aktionär und Spekulanten
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Für den langfristigen Anleger scheint daher Rheinmetall die erste Wahl, weil es Stabilität und Größe bietet.
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Für den wachstumsorientierten Spekulanten bietet Hensoldt ein hohes Upside-Potenzial, und zwar aufgrund seiner Nischendominanz.
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Für den hochspekulativen Anleger hingegen ist Renk die Wette mit dem höchsten Hebel. Denn gelingt die Gewinnsteigerung, kann der Kurs befeuert werden, andererseits droht aber möglicherweise auch die größte Korrektur.














