Prime Standard – Kontron-Aktie nach Ennoconn-Deal gefragt

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Die Aktie der Kontron AG (ISIN: DE0006053952) ist heute deutlich über die 3 EUR-Marke ausgebrochen.

Verantwortlich für den Kurssprung ist eine heute Morgen vor Börsenbeginn veröffentlichte Meldung des Unternehmens. Kontron, einer der weltweit führenden Hersteller von Embedded Computer Technologie (ECT), hat die strategische Kooperation mit Ennoconn Corporation bekannt gegeben.  Die Tochter der Foxconn Technology Group ist seinerseits führender Anbieter von Motherboards, Hardware-Lösungen und Komplettsystemen.


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Strategische Kooperation mit Ennoconn

Im Zuge der avisierten Partnerschaft mit Ennoconn wird Kontron einen Anteil von 49% an seiner kanadischen Tochtergesellschaft Kontron Canada Inc. (KCI) verkaufen. Der mehrheitliche Anteil von 51% bleibt aber in Besitz des früheren TECDAX-Unternehmens. Kontron erhält für den Verkauf der Anteile von Ennoconn 57,3 Mio. USD (rund 52,5 Mio. EUR).

Der Deal mit der Foxconn-Tochter wird seitens Kontron als weiterer Meilenstein in der seit 2013 neu ausgegebenen Wachstumsstrategie gesehen. Kontron hat in den letzten beiden Jahren tiefgreifende Restrukturierungsmaßnahmen vorgenommen. Das Unternehmen hat sich dabei schrittweise vom reinen Hardware-Hersteller zu einem Anbieter von Hardware, Software und Dienstleistungen entwickelt. Im Rahmen der Umstrukturierung wurden auch einige Standorte geschlossen.

Ziel der ganzen Mission ist es, Kontron und seine zahlreichen Tochtergesellschaften auf eine gemeinsame Linie zu bringen und sich insbesondere auf die technologischen Zukunftsthemen wie das Internet of Things (IoT) und Industrie 4.0 zu fokussieren.  

Von der strategischen Kooperation mit Ennoconn erhofft sich Kontron neben dem Cash aus dem Anteilsverkauf von KCI vor allem positive Synergieeffekte für das Geschäftssegment Communication.

Zum einen will man bei Kontron durch die Kooperation zu einem führenden Anbieter von kombinierten Hardware/Software-Lösungen werden.  Zum anderen geht CEO Rolf Schwirz davon aus, dass Kontron sich durch das weitreichende Netzwerk von Ennoconn und Foxconn in den Märkten der Asien-Pazifik-Region (APAC) wieder eine starke und dauerhafte Präsenz aufbauen kann. Weiterhin wird erwartet, die Material- und Herstellungskosten senken zu können.

Die Übernahme der Anteile von KCI durch Ennoconn steht wie üblich noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung seitens der zuständigen Behörden sowie unternehmensseitiger Genehmigungen.

Aktie legt in der Spitze 20% zu    

Nachdem das Unternehmen im letzten Jahr sowohl bei den Q1-Zahlen als auch bei den Halbjahreszahlen und den 9 Monatszahlen enttäuschte, gab es unter Anlegern zu Beginn des neuen Jahres offensichtlich einigen Hunger nach guten Nachrichten.

Die Aktie eröffnete aufgrund der Meldung heute im Xetra-Handel mit 3,10 EUR und notierte somit bei Handelsbeginn bereits mit mehr als +12% über dem gestrigen Schlusskurs von 2,76 EUR. Im Laufe des Vormittags kletterte der Kurs in der Spitze sogar bis auf 3,32 EUR und lag somit zeitweise +20,29% im Plus.

Zum Mittag steht die Aktie wieder auf dem Niveau des Eröffnungskurses von heute Morgen. Das neuerliche Überwinden der 3 EUR-Marke ist als ein wichtiger Impuls für eine mögliche Trendwende zu bewerten. Nachhaltig kann diese aber nur fortgesetzt werden, wenn Kontron sie auch mit entsprechenden positiven Entwicklungen im operativen Geschäft untermauert. Nach der umfassenden Restrukturierung möchten Anleger an den Zahlen ablesen, dass die neue Wachstumsstrategie auch erfolgreich ist. Was passiert, wenn die Zahlen unter den Erwartungen ausfallen, konnte man im letzten Geschäftsjahr sehen.

Im Zuge der enttäuschenden Q1- und Q2-Zahlen fiel der Kurs von März bis September von 6,36 EUR auf 2,45 EUR. Kontron verlor somit innerhalb von wenigen Monaten 61% seines Börsenwerts. Trotz eines besseren dritten Quartals musste Kontron Ende Oktober mit den 9 Monatszahlen die bereits erwartete Gewinnwarnung ausgeben. Das ursprünglich ausgegebene Umsatzziel von 490 Mio. EUR bis 510 Mio. EUR wurde auf 460 Mio. EUR bis 470 Mio. EUR nach unten korrigiert. Auch die avisierte EBIT-Marge wurde von 6% auf 3-5% gesenkt.

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