Nakiki – Deutsche Strategy? Oder sogar besser? CEO Andreas Wegerich hat einiges vor. Interview.

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Die Nakiki SE ist ein Börsenmantel im geregelten Markt, welcher aus einem Börsengang im Jahr 2015 stammt. Wie kam es, dass Sie die Rolle des CEO übernahmen, und was hat sich verändert, seitdem Sie das Unternehmen leiten?

Nakiki SE – eine deutsche Strategy? Zumindest verfolgt man ein ähnliches Geschäftskonzept. Ob man aktuell vom Timing her „trifft“, mag von einigen bezweifelt werden. Andererseits: Sofern Bitcoin & Co. „nur“ wieder einmal einen kräftigen Rückschlag vor neuen Höchstständen erleiden, dann wäre ein Einstieg in den Bitcoin gerade jetzt eine clevere Variante. Über einen Börsenmantel (ehemalige Windeln.de AG) geht ein erfahrener Finanzmarktexperte, Andreas Wegerich, einen neuen Weg für den deutschen Kapitalmarkt. Mit Einblicken nun der zukünftige „deutsche Michael J. Sailor“. Mit einem Blick auf seine Pläne, Ideen und welche Chancen sich daraus für Anleger ergeben könnten. Wohlgemerkt „könnten“. Spannende Story, mutiger Zeitpunkt und der Rest wird stark von der Zukunft oder Nicht-Zukunft des Bitcoin beeinflusst werden. 

nwm: Die Nakiki SE ist ein Börsenmantel im geregelten Markt, welcher aus einem Börsengang im Jahr 2015 stammt. Wie kam es, dass Sie die Rolle des CEO übernahmen, und was hat sich verändert, seitdem Sie das Unternehmen leiten?

A. Wegerich: Im Jahr 2024 wurde ich Vorstand der Gesellschaft. In der Zwischenzeit habe ich ein Teil-Management-Buy-Out getätigt und 19,92 % des Unternehmens übernommen. Nakiki hat sich als Börsenmantel an der Börse gelistet (WKN WDL1) und wir uns nach neuen Geschäftsmodellen umgesehen, die ich zielführend mitgestalten wollte. Zunächst haben wir kurzzeitig Aktivitäten im Bereich Prozessfinanzierung verfolgt, die in der Tochtergesellschaft Legal Finance gebündelt sind – diese wurde Ende 2025 verkauft. Vorher wurden bereits die Grundsteine für eine Bitcoin-Treasury Gesellschaft gelegt, die im geregelten Markt handelt. Damit sind wir das erste reine Bitcoin-Treasury-Unternehmen in Deutschland.

nwm: Was kann der Kapitalmarkt denn nun von der Bitcoin-Treasury erwarten? Was haben Sie vor?

A. Wegerich: Unser Pure Bitcoin-Treasury-Geschäftsmodell besteht darin, Bitcoin zu kaufen und langfristig als strategische Reserveposition zu halten. Mit diesen Mitteln werden wir sehr offensiv unseren Bitcoin-Bestand ausbauen und unsere bilanzielle Wertbasis stetig erweitern. Auf unserer nächsten ordentlichen Hauptversammlung werden wir uns genehmigtes und bedingtes Kapital schaffen lassen, sodass wir 2026 Eigenkapitalmaßnahmen durchführen und auch Wandelanleihen begeben können. Wir schätzen das Marktumfeld als sehr dynamisch ein und positionieren uns dementsprechend.

nwm: Gibt es ein Team hinter der Nakiki oder sind Sie eher ein Solospieler?

A. Wegerich: Für die erfolgreiche Umstrukturierung habe ich ein hochkarätiges Team aus erfahrenen Kapitalmarkt- und Bitcoinprofis zusammengestellt, um uns in einem innovativen Markt erfolgreich zu positionieren. Dieses Team besteht unter anderem aus:
Marc Guilliard – dem bekanntesten deutschen Bitcoin-Strategen – und  Andreas Heine, einem erfahrenen US-Marktanalyst und Investmentbanker mit breitem Investorennetzwerk. Zudem ist Markus Geisbüsch als Head of Origination an meiner Seite, der über 20 Jahre im Equity Sales bei globalen Banken tätig war. Nach sieben Jahren bei der Credit Suisse wechselte er Ende 2023 zu einem in Deutschland gelisteten Bitcoin Miner, als Head of Capital Markets, mit dem er seit der Gründungsidee in engem Austausch und Kontakt steht. Ich selbst komme aus dem klassischen Investmentbanking und habe in meiner Laufbahn Kapitalmarktprodukte für deutsche Unternehmen mit einem Volumen von weit mehr als 1 Mrd. Euro strukturiert und erfolgreich im Markt platziert.

nwm: Nakiki hat nun Deutschlands ersten Bitcoin-Bond begeben – warum haben Sie eine Anleihe als ersten Schritt gewählt?

A. Wegerich: Als Emittent im geregelten Markt haben wir die Möglichkeit, Kapitalmarktinstrumente in gewissem Rahmen ohne Wertpapierprospekt zu begeben. Das erlaubte uns, noch vor der Hauptversammlung diesen Bitcoin-Bond aufzulegen. Die Anleihe (ISIN DE000A460N46) hat den Startschuss für Nakiki als Bitcoin-Treasury-Company gegeben und ist der erste Baustein unserer langfristigen Wachstumsstrategie. Das aktuelle Marktumfeld mit einem Bitcoin, der sich von seinen Höchstständen erst einmal verabschiedet hat, bietet gute Kaufgelegenheiten.

nwm: Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von rund 3 Mio. EUR stehen Sie am Anfang einer Entwicklung. Welche Größenordnung soll die Nakiki erreichen?

A. Wegerich: An den Erfahrungen und Erfolgen weltweiter Bitcoin-Treasuries gemessen  sehen wir uns in einer günstigen Position, eine hervorragende Investitionsstruktur zu erstellen, womit wir in der Lage wären, institutionelle Anlagen in Bitcoin voranzutreiben und damit auch zu profitieren. Das Listing im Geregelten Markt in Deutschland positioniert Nakiki als Problemlöser für Institutionelle Investoren, da diese oft nicht direkt in Bitcoin als neue Assetklasse investieren dürfen und sich nicht um die technische Verwahrung kümmern wollen. Damit verfügen wir über sehr gute Voraussetzungen, um für unsere Anleihegläubiger und Aktionäre überdurchschnittlich erfolgreich zu sein.

nwm: Ist die aktuelle Bitcoinschwäche eher eine Chance für Sie, günstig Bestände aufzubauen oder mehr ein Hindernis, weil die Bereitschaft, derzeit in Bitcoin-bezogene Assets zu investieren, eher geringer ist?

A. Wegerich: Für eine Kapitalmarkttransaktion würde ein steigender Bitcoin-Kurs wahrscheinlich mehr Rückenwind geben, für die Umsetzung unserer Strategie ist das ermäßigte Preisniveau hingegen ein großer Vorteil. Wir können nun Bitcoin deutlich günstiger kaufen als noch vor wenigen Wochen. Das Gute ist: Von temporären Schwächeperioden hat sich der Bitcoin immer wieder ziemlich schnell erholt und ist dann auf das nächste Allzeithoch gestiegen. Wenn ich die Wahl habe, kaufe ich lieber aktuell günstig und vergrößere mein ohnehin massives Upside-Potenzial beim Bitcoin damit noch mehr. Wir haben uns ja bewusst für eine langfristige Haltestrategie beim Bitcoin entschieden und lassen uns von kurzfristigen Rücksetzern nicht aus der Ruhe bringen.

nwm: Was sagen Sie Bitcoin-Skeptikern zum Thema „Risiko“ bei dem Bond?

A. Wegerich: (Wegerich lacht) Vor gar nicht allzu langer Zeit gehörte ich selbst zu den Bitcoin-Kritikern. So kann ich deren Argumente zwar verstehen, weiß aber, dass sie nicht richtig sind. Unsere Anleihe wird bilanziell mit Bitcoin unterlegt sein, einem hochliquiden Asset. Das unterscheidet uns von vielen anderen Emittenten im Markt, die die Erlöse aus Anleiheemissionen zur Ablösung von Schulden oder Marketingausgaben verwenden. Wir werden unser Bitcoin-Exposure transparent bilanzieren und dokumentieren. Natürlich verfügt unsere Anleihe aber auch über klassische Anleihe-Features wie eine Change of Control-Klausel oder eine Ausschüttungssperre i. H. v. 50 % des Gewinns.

nwm: Viele Treasurer werden zu einem Aufschlag zum aktuellen Krypto-Kurs gehandelt. Denken Sie, dass auch bei Nakiki so etwas denkbar wäre?

A. Wegerich: Es ist nicht nur denkbar, es ist unser erklärtes Ziel. Der sogenannte mNAV beschreibt die Marktkapitalisierung im Verhältnis zum Marktwert des gehaltenen Bitcoinbestandes. Liegt der mNAV über 1, soll dieser Börsenaufschlag zur gezielten Bitcoin-Akkumulation genutzt werden. Liegt er unter 1, wird es temporär schwieriger, Kapitalmarkttransaktionen durchzuführen. Wir gehen davon aus, dass der Bitcoin langfristig steigen und unsere Aktie mit einem Aufgeld zum Wert der gehaltenen Bitcoin gehandelt wird.

nwm: Und wie ist dieser Aufschlag, den viele Bitcoin Treasurer beim Börsenwert über dem Wert ihrer Bitcoinbestände aufweisen, langfristig zu rechtfertigen? Ist er überhaupt zu rechtfertigen?

A. Wegerich: Dass der Börsenwert teilweise über dem Wert der gehaltenen Bitcoin liegt, ist mit steuerlichen und regulatorischen Aspekten zu erklären. So dürfen unter anderem nicht alle Investoren direkt Bitcoin halten. Daher ist das Geschäftsmodell eines Bitcoin-Treasuríes das eines Problemlösers. Auch hohe Kapitalertragssteuern auf Bitcoin-Bestände können eine Rolle spielen. Die technische Verwahrung ist zudem zu nennen.

nwm: Gibt es Hauptaktionäre oder Ankeraktionäre der Nakiki – und inwieweit sind Sie selber investiert?

A. Wegerich: Die Aktionärsstruktur von Nakiki ist gut diversifiziert. Nakiki hat einige Ankeraktionäre, die unsere langfristige Wachstumsstrategie voll unterstützen. Ich selbst bin ebenfalls Großaktionär von Nakiki mit fast 20 % Beteiligung am Unternehmen, habe also viel „skin in the game“. Der echte Freefloat liegt bei rund 25 %.

nwm: Zum Schluss noch ein Blick in die Kristallkugel: Wo sehen Sie den Bitcoin Ende 2026? 

A. Wegerich: So eine Stichtagsbetrachtung in der Kristallkugel ist natürlich nicht seriös machbar, gerade bei Bitcoin. Ich denke aber – und da bin ich im Vergleich zu vielen Experten konstruktiv, vielleicht sogar im eigenen Unternehmen eher konservativ –, dass die Chancen gut sind, dass der Bitcoin ganz deutlich über 100.000 US-Dollar stehen wird. Charttechnisch haben wir aktuell die 88.000 USD-Marke im Auge und erwarten ähnlich wie bei 8.800 und 880 USD vor Jahren im Bitcoin, dass diese Marke bald Historie sein wird. Mir ist daher die längerfristige Perspektive beim Bitcoin viel wichtiger und die ist hervorragend, da erwarte ich eine Vervielfachung des aktuellen Kursniveaus. Bitcoin wird sich als global anerkanntes Reserve-Asset weiter etablieren.

nwm: Herr Wegerich , vielen Dank für das Interview!
Der Unternehmersohn Andreas Wegerich ist bewanderter Investmentbanker und Finanzierungs-Experte mit langjähriger Erfahrung in der Leitung von Unternehmen Andreas Wegerich , CEO der Nakiki SE

Andreas Wegerich ist CEO der Nakiki SE. Der Finanzierungsexperte verfügt über rund 30 Jahre Erfahrung am Kapitalmarkt und hat in vergangenen Jahren Kapitalmarktprodukte für deutsche Unternehmen mit einem Volumen von weit mehr als 1 Mrd. Euro strukturiert und erfolgreich im Markt platziert.

Kurzinfo zum Unternehmen

Nakiki SE ist seit 2025 mit einem klaren Ziel unterwegs: Als erstes deutsches Unternehmen eine 100 % Bitcoin-Treasury-Strategie umzusetzen. Bitcoin dient uns als alleiniges Reserve-Asset, das Herzstück unseres Geschäftsmodells.Wir investieren ausschließlich in Bitcoin, bauen nachhaltige Strukturen auf und entwickeln finanzielle Lösungen, die Bitcoin akkumulieren statt verwässernder Alternativen. Unser Anspruch ist es, das Verhältnis von Bitcoin-Reservestand pro Aktie langfristig zu maximieren.

Unsere Aktionäre profitieren von einem liquiden, regulierten Zugang zu dieser innovativen Vermögensklasse, begleitet von maximaler Transparenz und nachvollziehbarer Unternehmensführung.

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