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Es könnte der größte Börsengang seit dem Jahr 2000 werden. Der Dax-Konzern Bayer AG hat angekündigt, ihre Kunststoffsparte noch in diesem Jahr an die Börse zu bringen. Die neu gegründete Covestro AG soll dabei im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert werden.

Bayer richtet sich neu aus und das milliardenschwere Geschäft passt nicht mehr in die neue Unternehmensstrategie. Denn der DAX-Konzern aus Leverkusen will sich zukünftig nur noch auf das Life-Science-Geschäft (Health Care und CropScience) konzentrieren.

Erst Anfang September entstand in Vorbereitung auf die Abspaltung der Kunststoffsparte aus der Bayer MaterialScience die neue Gesellschaft Covestro AG. Der erste Schritt zur Unabhängigkeit ist somit getan und die weiteren werden folgen.  

 

 

Umsatz von Covestro DAX-verdächtig

Mit neuem Logo und einer neuen Vision, die da heißt „To make the world a brighter place“, will der Vorstand um den Vorsitzenden Patrick Thomas (siehe Artikel Foto) die Covestro AG mit seinen über 14.000 Mitarbeitern in eine strahlende Zukunft führen.

Covestro produziert Rohstoffe für hochwertige Polyurethan-Schaumstoffe, die z.B. in Matratzen und Autositzen verwendet werden, aber auch zur Dämmung von Gebäuden und Kühlgeräten genutzt werden. Weiterhin zählt der Hochleistungskunststoff Polycarbonat zu den Produkten, die das Unternehmen herstellt. Dieser wird vor allem in der Automobilindustrie, aber auch bei der Herstellung vieler anderer Produkte benötigt. Darüber hinaus hat das Unternehmen auch noch Spezialchemikalien wie Rohstoffe für Lacke, Folien und Klebstoffe im Portfolio.

Im letzten Jahr setzte man damit immerhin 11,7 Mrd. EUR um und erzielte ein von Sondereinflüssen bereinigtes EBITDA von 1,19 Mrd. EUR. Beim Umsatz befindet sich Covestro damit auf Augenhöhe mit Dax-Konzernen wie Merck oder auch Heidelberg Cement.

Auch im laufenden Jahr verzeichnete der neu firmierte Konzern weiterhin positive Ergebnisse. Laut Bayer stiegen die Erlöse von Covestro in den ersten sechs Monaten des Jahres um 9,5% auf 6,3 Mrd. EUR. Das von Sondereinflüssen bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte nahezu um 50% auf 914 Mio. EUR zu, wobei sich aber Wechselkurseffekte deutlich positiv auswirkten. Dennoch, die Marschroute ist klar: Man will in Zukunft weiter zulegen.

Und da sich Bayer auf die Life-Science-Sparte fokussieren will und dort investieren wird, musste nun eine gute Lösung für die Kunststoffsparte her. Bei Bayer und Covestro ist man überzeugt, dass ein Börsengang die Interessen aller am besten lösen kann.    


Mega-Börsengang soll Schulden begleichen

Das anstehende IPO von Covestro könnte tatsächlich für alle Beteiligten die beste Lösung sein. So kann Bayer sich auf diesem Wege von der Sparte trennen, ohne große Verluste hinnehmen zu müssen. Schließlich soll aus dem Erlös des Börsengangs vornehmlich bestehende Schulden von Covestro an Bayer zurückgezahlt werden. Wie hoch diese im Einzelnen sind, ist allerdings nicht bekannt.
Bayer wird dabei zunächst auch weiterhin eine Mehrheitsbeteiligung an Covestro behalten. Erst im Laufe der kommenden Jahre, spätestens wohl bis zum Jahr 2020, soll dann die endgültige Abspaltung von Bayer erfolgen.

Covestro selbst dürfte durch den Zugang zum Kapitalmarkt ebenfalls profitieren, da das Unternehmen so zukünftig die notwendigen Investitionen für das weitere Wachstum des eigenen Kerngeschäfts mobilisieren kann.

Die entscheidende Frage ist jedoch: Wird das Mega-IPO erfolgreich? Kann man in einem noch immer zerfahrenen Börsenumfeld genügend Interesse bei Investoren wecken? Bayer zieht jedenfalls alle Register, um das Covestro-IPO bei Anlegern gut ankommen zu lassen. So will man künftig zwischen 30-50% des Gewinns als Dividende an die Aktionäre ausschütten. Ganz uneigennützig ist das aber nicht, da Bayer als Hauptaktionärin dadurch natürlich auch noch einmal zusätzlich Geld in die Kasse gespült bekommt. Für das Jahr 2015 soll die Ausschüttungssumme für die Dividende zwischen 100-150 Mio. EUR betragen.

Eines ist aber jetzt schon gewiss: Der neue Konzern wäre bei Börsengeburt bereits ein echtes Schwergewicht. Reuters meldete letzte Woche unter Berufung aus Insiderkreisen, dass Covestro ein Emissionsvolumen von rund 2,5 Mrd. EUR anstrebt.

Die neuen Aktien, die im Zuge einer Kapitalerhöhung geschaffen werden, sollen privaten und institutionellen Investoren in Deutschland und Luxemburg öffentlich angeboten werden. In anderen Ländern sind Privatplatzierungen vorgesehen.

Insgesamt steht da zweifelsohne ein spannender und spektakulärer Börsengang an und es ist klar, dass Covestro nach seinem IPO recht bald ein Kandidat für den DAX sein wird.

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Das Nebenwerte Magazin richtet seinen Fokus auf die Welt der deutschen Nebenwerte und hat sich zum Ziel gesetzt, Mid-Caps und Small-Caps aus Deutschland mehr in den Blickpunkt zu rücken.

Noch immer stehen deutsche Nebenwerte weitestgehend im Schatten der sogenannten 30 Blue Chips aus dem DAX, dem deutschen Leitindex. Doch so mancher Wert aus dem DAX kam ja einst aus der zweiten und dritten Reihe und war somit selbst einmal ein Mid-cap oder Small-Cap. SDAX, TECDAX und MDAX sind daher sozusagen die Wiege des DAX.

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