HENSOLDT AG startet mit voller Wucht ins Geschäftsjahr 2026. Ein explosionsartig steigender Auftragseingang, ein Rekord-Auftragsbestand und deutlich verbesserte Margen zeigen: Der Verteidigungsboom kommt zunehmend in den Zahlen an. Für Anleger stellt sich damit die Frage, ob die Aktie vor einer neuen Bewertungsphase steht.
Auftragseingang explodiert – Rekord-Backlog sorgt für Visibilität
Mit einem Auftragseingang von 1,48 Mrd. Euro übertrifft HENSOLDT den Vorjahreswert um mehr als das Doppelte. Treiber sind Großprojekte rund um militärische Plattformen wie Schakal und Puma sowie Erweiterungen im Eurofighter-Programm.
Noch wichtiger für Investoren: Der Auftragsbestand steigt um 41 % auf knapp 9,8 Mrd. Euro. Damit verfügt das Unternehmen über eine außergewöhnlich hohe Visibilität für die kommenden Jahre – ein entscheidender Faktor im projektgetriebenen Verteidigungsgeschäft.
Das Book-to-Bill-Verhältnis von 3,0x unterstreicht diese Dynamik und signalisiert, dass deutlich mehr Aufträge hereinkommen als aktuell abgearbeitet werden können.
Umsatz wächst zweistellig – Marge zieht spürbar an
Auch operativ liefert HENSOLDT ab. Der Umsatz steigt auf 496 Mio. Euro, was einem Plus von 15 % im Kerngeschäft entspricht. Parallel verbessert sich die Profitabilität deutlich: Das bereinigte EBITDA wächst um fast 47 % auf 44 Mio. Euro.
Die EBITDA-Marge steigt von 7,6 % auf 8,9 % – ein klarer Hinweis darauf, dass Skaleneffekte zunehmend greifen. CEO Oliver Dörre sieht darin eine direkte Folge der steigenden Nachfrage und der Fähigkeit, Technologie industriell zu skalieren.
Optronics überrascht mit Margensprung
Besonders stark entwickelt sich das Segment Optronics. Hier steigt das EBITDA von 1 Mio. Euro auf 12 Mio. Euro, während die Marge von 1,3 % auf 12,2 % nach oben schießt.
Dieser massive Sprung ist vor allem volumengetrieben und zeigt, wie stark das Ergebnis auf höhere Auslastung reagiert. Frühere Investitionen zahlen sich jetzt aus – ein klassisches Muster in wachstumsstarken Industrie- und Verteidigungsunternehmen.
Sensors stabil – Investitionen in Zukunftstechnologien laufen
Das Segment Sensors zeigt ebenfalls Wachstum, wenn auch weniger spektakulär. Hier treiben vor allem Radar- und elektronische Kampfführungssysteme die Entwicklung.
Gleichzeitig investiert HENSOLDT gezielt in Zukunftstechnologien, insbesondere im Bereich „Software Defined Defence“. Diese Investitionen belasten kurzfristig die Marge, sind jedoch entscheidend für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
Strategischer Zukauf stärkt Lieferketten
Mit der geplanten Übernahme des niederländischen Spezialisten Nedinsco setzt HENSOLDT ein klares Zeichen. Die Transaktion sichert kritische Lieferketten und stärkt gleichzeitig die technologische Position im Optronik-Bereich.
Gerade in der aktuellen geopolitischen Lage gewinnt die Kontrolle über Schlüsseltechnologien und Produktionskapazitäten zunehmend an Bedeutung.
Prognose bestätigt – Rückenwind bleibt stark
Für das Gesamtjahr 2026 zeigt sich HENSOLDT entsprechend zuversichtlich. Das Unternehmen erwartet einen Umsatz von rund 2,75 Mrd. Euro sowie eine EBITDA-Marge von bis zu 19 %.
Das Book-to-Bill-Verhältnis soll weiterhin deutlich über 1 liegen, was auf anhaltend starke Nachfrage hindeutet. CFO Christian Ladurner betont die hohe Visibilität und die solide Basis für weiteres Wachstum.
Fazit: Verteidigungsboom kommt in den Zahlen an
HENSOLDT zeigt eindrucksvoll, wie stark der europäische Verteidigungssektor aktuell wächst. Hohe Auftragseingänge, steigende Margen und ein rekordhoher Auftragsbestand sprechen eine klare Sprache.
Für Anleger bleibt die Aktie damit einer der spannendsten Profiteure der steigenden Verteidigungsausgaben. Entscheidend wird sein, wie schnell das Unternehmen die wachsende Nachfrage in nachhaltige Profitabilität umsetzen kann.
Die Richtung stimmt – und der Rückenwind dürfte vorerst anhalten.













