grenke zeigt 2025, dass die Rückkehr zur besseren Profitabilität nicht nur ein Versprechen bleibt. Zwar bleibt das Umfeld mit steigenden Insolvenzen und Ausfällen schwierig – die Schadenquote liegt weiter erhöht bei 1,7 %. Trotzdem steigert der Small-Ticket-Leasing-Spezialist das Konzernergebnis leicht auf 71,8 Mio. Euro (2024: 70,2 Mio. Euro) und erhöht die Dividende. Der Hebel dahinter: Erträge wachsen deutlich schneller als Kosten – und die Cost-Income-Ratio (CIR) verbessert sich spürbar.
Gewinntrend bestätigt – Dividende steigt auf 0,42 Euro
Unter dem Strich steht ein Konzernergebnis von 71,8 Mio. Euro (+2,3 %). Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung eine Dividendenerhöhung um 5 % auf 0,42 Euro je Aktie vorschlagen (Vorjahr: 0,40 Euro). Das entspricht der langfristigen Dividendenpolitik mit einer Ausschüttungsquote von rund 25 %.
CEO Dr. Sebastian Hirsch spricht von der „Trendwende“: Drei Quartale in Folge habe grenke den Gewinn gesteigert. Gleichzeitig sei der strategische Fokus geschärft worden – durch den Abschluss der Franchiser-Übernahmen und die Einleitung des Verkaufs des Factoring-Segments. Das Zielbild ist klar: volle Konzentration auf das globale Kerngeschäft Small-Ticket-Leasing – Wachstum ja, aber „rentabel und nicht um jeden Preis“.
Der eigentliche Star der Zahlen: Erträge +14,7%, Kosten nur +6,9%
2025 zeigt grenke, wie sich Skalierung in Zahlen übersetzen soll:
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Operative Erträge: 660,8 Mio. Euro (+14,7 %)
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Zinsergebnis: 405,1 Mio. Euro (+13,6 %)
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weitere operative Erträge (Service, Neugeschäft, Verwertung): +16,6 %
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Operative Kosten: 364,6 Mio. Euro (+6,9 %)
Ergebnis: Das operative Ergebnis vor Schadensabwicklung und Risikovorsorge steigt um 26,0 % auf 296,3 Mio. Euro (2024: 235,0 Mio. Euro). Genau diese Differenz zwischen Ertrags- und Kostenwachstum ist der Kern der Equity-Story: Prozesseffizienz und Kostendisziplin tragen sichtbar.
Cost-Income-Ratio deutlich besser: 55,2% statt 59,2%
Die CIR verbessert sich deutlich von 59,2 % auf 55,2 %. CFO Dr. Martin Paal betont, operativ seien die Erträge deutlich stärker gestiegen als die Kosten – ein Indiz dafür, dass die Digitalisierung und Effizienzprogramme greifen. Gleichzeitig habe man damit einen Teil der erhöhten Schäden kompensieren können.
Für Anleger ist das wichtig, weil die CIR bei einem Leasing-/Finanzdienstleister wie grenke häufig als Frühindikator für die Qualität des Wachstums gilt: Wenn die CIR fällt, kann die Ertragskraft bei stabilen Risiken schnell zulegen.
Risiko bleibt der Bremsklotz: Schadenquote 1,7% – Risikovorsorge deutlich höher
Der belastende Teil kommt erwartungsgemäß aus der Schadensabwicklung/Risikovorsorge:
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Ergebnis aus Schadensabwicklung & Risikovorsorge: -196,0 Mio. Euro (2024: -131,0 Mio. Euro)
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Schadenquote: 1,7 % (2024: 1,3 %)
grenke verweist auf die weiter herausfordernden makroökonomischen Rahmenbedingungen mit hoher Zahl an Ausfällen und Insolvenzen. Unterm Strich bleibt die Eigenkapitalrendite nach Steuern (RoE) mit 5,2 % unverändert – und genau hier liegt die nächste Messlatte.
Bilanz: Forderungen wachsen, Eigenkapitalquote im Zielkorridor
Auch bilanziell spiegelt sich das starke Neugeschäft der letzten Jahre wider:
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Bilanzsumme: 9,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 8,2 Mrd. Euro)
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Leasingforderungen: 7,3 Mrd. Euro (+12,7 %)
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Eigenkapitalquote: 15,6 % (Vorjahr: 16,2 %) – im Ziel um ~16 %
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Zahlungsmittel: 674,1 Mio. Euro (Vorjahr: 974,6 Mio. Euro)
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Finanzschulden: 7,3 Mrd. Euro (Vorjahr: 6,5 Mrd. Euro), weitgehend fristenkongruent zu den refinanzierten Forderungen
Das Bild: Grenke wächst im Kernportfolio weiter – bei einer Eigenkapitalquote, die laut Unternehmen regulatorische und Ratinganforderungen erfüllt.
Ausblick 2026: Mehr Gewinn – aber Schadenquote bleibt hoch
Für 2026 stellt grenke ein weiteres Plus beim Ergebnis in Aussicht:
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Konzernergebnis: 74 bis 86 Mio. Euro
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Leasingneugeschäftsvolumen: 3,4 bis 3,6 Mrd. Euro
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Annahmen: DB2-Marge ≥ 16,5 %, Schadenquote 1,6 bis 1,7 %, CIR ca. 55 %
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Ziel-Eigenkapitalquote: ca. 15 %
Strategisch bleibt der Fokus auf Rentabilität – mit dem klaren Ziel: RoE nach Steuern von 10 % bis 2030. Hirsch formuliert den Pfad gleich mit: im Schnitt rund einen Prozentpunkt RoE pro Jahr.














