GK Software – Scheitert Fujitsu? Übernahmeangebot zu 190,00 EUR je Aktie läuft noch bis zum 20. April. Fujitsu will nicht nachbessern…

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GK Software Übernahme

GK Software, führender Anbieter von Softwarelösungen für den Filialbetrieb grosser Einzelhandelsunternehmen, ist zum Übernahmeziel geworden. Warum? Vielleicht weil GK Software bereits Weltmarktführer ist. Oder weil „die Grossen“ der Gesellschaft vertrauen, wie Lidl, Aldi, Edeka, fressnapf, Kaufhof, Coop, Migros, Walmart India, Gabe’s, L’Oreal, flexi,… Nach dem überzeugenden Auftritt des Hauptaktionärs und Vorstands auf dem EKF 2022 in Frankfurt meinten wir „Entsprechend sieht die langfristige Kursentwicklung der GK Software Aktie aus – vielleicht einer der Aktienwerte, der noch in die Reihe der Kostolany-Empfehlungen passt: Aktie kaufen und liegen lassen.“ (nwm 1.12.2022, „Einhell GK Software niiio finance – Was für länger… EKF22 Eindrücke…“)

Und das denkt wohl auch Fujitsu. Mit einem Übernahmeangebot von 190,00 EUR je Aktie überzeugte man die Hauptaktionäre – „schöne Prämie auf den aktuellen Kurs für GK Software“ könnte aber nicht genug sein…

Ob es reichen wird für die angestrebte Mindestannahmeschwelle von „nur“ 55%? Da bereits die beiden Gründer von GK Software, die gemeinsam 40,65 Prozent der Anteile halten, unwiderrufliche Andienungsvereinbarungen mit Fujitsu abgeschlossen haben, hätte man auf den gedanken kommen können, dass die Sache gelaufen ist. Dazu kommt, dass Management und Aufsichtsrat die wirtschaftliche Logik in dem Angebot als überzeugend bezeichneten. Und so könnte einer der Hidden Champions – wohl auch im Rahmen eines Generationenwechsels bei dem japanischen Konzern „andocken“.

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Bisher keine Gegenangebote – und dennoch scheint Fujitsu nervös zu werden. Heute klare „Take it or leave it“-Botschaft.

Oder anders ausgedrückt: Gujitsu stellt klar, dass man nicht nachbessern werde, die Frist (20.04., 24:00 Uhr) nicht verlängern werde und bisher die Resonanz sehr gering sei – weit entfernt von den 55%-Mindestannahmeschwelle. Und  das trotz der Hauptaktionäre, die ihre 40,65% Aktienanteil bereits verbindlich angedient hätten. bisher erst insgesamt 44,2 % des Aktienkapitals angedient wären.

Fujitsu argumentiert ncohmals mit dem „Genuss der signifikanten Prämie, wenn bis zu diesem Zeitpunkt die Mindestannahmeschwelle von 55 % erreicht“ werde. Andernfalls werde das Angebot ohne weitere Annahmemöglichkeit erlöschen. Und an die Adresse der „Zocker“ oder aktivistischen Investoren, die sich eine Erhöhung des Angebots ausrechnen richtet Fujitsu klare Worte: „Fujitsu bestätigt hiermit, dass der Angebotspreis nicht erhöht oder das Angebot anderweitig geändert wird und Fujitsu auch kein neues Angebot unterbreiten wird, falls das aktuelle Angebot die Mindestannahmeschwelle nicht erreicht.

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Auch wenn in der Regel erst am letzten Tag einer solchen Übernahmeofferte der Grossteil der professionellen Anleger seine aktien andient, sofern er das Angebot als attraktiv empfindet, scheinen die Fujitsu Verantwortlichen – vielleicht aufgrund des grossen Anteils von Kleinanlegern unter den GK Software-Aktionären – sich bemüssigt zu sehen, die „Attraktivität“ ihres Angebots und den drohenden – zumindest kurzfristigen –  Kursrückschlag bei einem Scheitern der Offerte „in Erinnerung zu rufen“.

Geld käme schnell – Genehmigungen und Freigaben wären schon erteilt.

ND Solutions – die 100% Tochter von Fujitsu, habe bereits alle angezeigten fusionskontrollrechtlichen sowie außenwirtschaftsrechtlichen Freigaben erlangt, sodass eine zügige Abwicklung des Angebots und Auszahlung des Angebotspreises an die Aktionäre sichergestellt sei, wenn die Mindestannahmeschwelle erreicht werde und die dann folgende weitere Annahmefrist abgelaufen sei.

Und dann nochmals in Erinnerung gerufen: „Empfehlung an die Aktionäre

Vorstand und Aufsichtsrat der GK Software unterstützen in ihrer gemeinsamen begründeten Stellungnahme das Übernahmeangebot als im besten Interesse der GK Software, ihrer Aktionäre, Mitarbeiter und sonstigen Stakeholder. Sie erachten auch den Angebotspreis von 190,00 Euro je GK Software-Aktie als fair und angemessen und empfehlen den GK Software-Aktionären, das Angebot anzunehmen.

GK Software Aktie abgeben? Behalten?

Fujitsu findet in der GK Software ein „puppsgesudnes, wachstumsstarkes “ Unternehmen, dessen weltweiter Marktanteil „mehr als 10% aller neu ausgerollten Systeme für die grossen Handelskonzerne“ umfasst. Und die Kursentwicklung der Aktie hat über die letzten Jahre den Aktionären Freude gemacht. „Die GK Software SE (ISN: DE0007571424) ist nach vorläufigen Zahlen auch in einem schwieriger werdenden Marktumfeld weiter zügig gewachsen.“ So lässt sich die Story der GK Software zusammenfassen. Und Grenzen des Wachstums – Cloud, Omnichannel – scheinen erstmal in Ferne. Auf dem EKF22 machte der Vorstand und Gründer klar: Man sieht sich als weltweit technologisch führenden Software-Partner des Einzelhandels und biete umfassende Lösungen zur Abwicklung aller geschäftskritischen Prozesse in den Filialen und Unternehmenszentralen. Und die Kundenliste liest sich entsprechend wie das Who-is-who des Handels.

Und jetzt könnte man einen schönen Gewinn mitnehmen und die GK Software Aktie andienen –

oder auf die Zukunft spekulieren. Denken, dass Fujitsu einen Preis bietet,der den Japanern noch Gewinnspielraum in den nächsten Jahren bietet. Spatz in der Hand, Taube auf dem Dach? Hier muss jeder Aktionär mit sich selber und seiner Risikoneigung ins Gericht gehen. Oder erstmal abwarten, was in den nächsten Tagen noch passiert. Vielleicht kommt es ja doch zu einem – wenn auch wenig wahrscheinlich erscheinendes – Bietergefecht. Wer „dabeibleiben“ will, könnte natürlich in Zukunft auf einen möglichen Squeeze Out spekulieren, wobei der Weg von 55% bis zur notwendigen Schwelle weit ist. Wäre eine Variante, die vielleicht erst in Jahren oder nie greift.

Und jetzt noch die Drohung, dass die Aktie auf das Vorübernahmeangebot-Kursniveau erst mal zurückfallen könnte, falls nicht insgesamt 55% plus das Angebot annehmen sollten. Gefangenendilemma? Vielleicht ein wenig.
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Anhand des bereits in der Presse diskutierten wegweisenden Lidl-Auftrags im Bereich eines Omni-Channel-Retailing, einschließlich millionenfach genutzter Konsumenten-Apps wurde deutlich, was GK Software „aus-macht“. Und das weltweit in über 60 Ländern und in mehr als 62.700 Filialen auf über 548.000 Systemen werden täglich die geschäftskritischen Prozesse des Einzelhandels über GK Software abgebildet. Und GK Software kann auf eine lange Erfolgs- und Wachstumsgeschichte zurückblicken. Dazu kommt eine positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung auch im vielleicht etwas schwierigerem Jahr 2022 – bisher.

Entsprechend sah die langfristige Kursentwicklung der GK Software Aktie aus. Und jetzt der Sprung Richtung 190,00 EUR. Vielleicht sollte man die Party verlassen, wenn es am schönsten ist. Oder dabeibleiben und auf mehr hoffen… dann aber womöglich mit sehr langem Atem…
Sollten die 55% „geschafft werden“, wäre das für die verbleibenden Aktionäre wohl eine attraktive Situation. Beim Scheitern an der Mindestschwelle würden wohl alle Aktionäre erstmal tiefrote Kursvorzeichen sehen. Wie langfristig dieser Rückschlag wäre? Wer weiss. Vielleicht würde Fujitsu ja doch noch mal Nachkarten. Hat man auch schon gesehen trotz anderslautender Beteuerungen bei anderen Übernahmen.

Chart: GK Software AG | Powered by GOYAX.de

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