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nebenwerte news nebenwerte magazin08.09.2020 - Die HanseYachts AG (ISIN: DE000A0KF6M8) konnte sich die Liquidität sichern, um die Folgen der Corona-Pandemie "entspannt" zu verarbeiten und nicht die Puste zu verlieren, wenn sich der Markt wieder erholen sollte. Die Zahlen des Q4 ( endend 30.06.2020) werden wohl die ganze Gewalt der Pandemieauswirkungen widerspiegeln. abe regal wie negativ sie sein sollten: Es geht weiter. Denn: Insgesamt 17,1 Mio. EUR gesichert. Ein Paket von verschiedenen Finanzierungen ergibt diesen Betrag. Neben dem Hauptaktionär Aurelius ist besonders wichtig die verbindliche Zusage aller an der Finanzierung beteiligten deutschen Hausbanken über die Gewährung von Krediten in Höhe von insgesamt 13,0 Mio. Euro zur Stabilisierung des operativen Geschäftsbetriebs der Gesellschaft und des Konzerns erhalten. Die Kredite werden zu marktüblichen Konditionen und über eine Laufzeit von bis zu 72 Monaten gewährt und von einer 90%igen Bürgschaftszusage des Landes Mecklenburg-Vorpommern begleitet. Die Auszahlungen der Kredite stehen unter dem Vorbehalt der Erfüllung aller Bankenauflagen, sowie der Auflagen des Landes Mecklenburg-Vorpommern für die Übernahme der Landesbürgschaft für die Banken. Zu den Bedingungen der Landesbürgschaft und der Kredite der deutschen Banken gehören die Nichtausschüttung von Gewinnen über die Laufzeit der Kreditvereinbarungen sowie die Aussetzung von Tilgungen von Gesellschafterdarlehen.

Zusätzlich beteiligt sich die Mehrheitsaktionärin der Gesellschaft, die Aurelius Equity Opportunities SE & Co. KGaA, über deren Tochtergesellschaften mit weiteren 1,5 Mio. Euro an der Finanzierung. Für die Finanzierung der operativen Gesellschaften in Frankreich und Polen wurden zudem weitere Kredite in Höhe von insgesamt ca. 2,6 Mio. Euro von den jeweiligen lokalen Banken zugesagt.

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Ergebnisse des zum 31.03.2020 endenden Q3 bereits Corona geprägt - Q4 wird wohl schlechter werden

Die ersten neun Monate (01.07.2019 -31.03.2020) des Geschäftsjahres der HanseYachts AG wurden durch zwei wesentliche Einflüsse geprägt: der geplanten Übernahme des größten Herstellers von hochseetauglichen Katamaranen in Frankreich und den einhergehenden Anfangsverlusten zum Aufbau der sechsten Marke im Konzern und den ungeplanten im Anfang März einsetzenden weltweiten Pandemie Maßnahmen.
Die HanseYachts AG erzielte in diesen ersten so geprägten neun Monaten (1. Juli 2019 - 31. März 2020) des laufenden Geschäftsjahres 2019/2020 einen Umsatz in Höhe von 82,2 Mio. Euro (Vorjahresperiode: 94,7 Mio. Euro). Der Auftragsbestand erhöhte sich per Ende März 2020 gegenüber dem März 2019, insbesondere durch die Übernahme des französischen Katamaran-Herstellers Privilège Marine SAS (kurz "Privilège") im Juni 2019, um 28 % bzw. um 17,8 Mio. Euro auf 81,7 Mio. Euro.

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Die Ertragslage im dritten Quartal (1. Januar bis 31. März 2020) des laufenden Geschäftsjahres 2019/2020 ist aufgrund der im Juni 2019 erfolgten Übernahme von Privilège sowie dem Anfang März 2020 erfolgten Lockdown nur eingeschränkt mit dem Vorjahreszeitraum (1. Januar bis 31. März 2019) vergleichbar.
Im dritten Quartal 2019/2020 erzielte die HanseYachts AG einen Umsatz von 33,0 Mio. Euro (Q3 2018/2019: 40,0 Mio. Euro), wobei sich bereits Anfang März 2020 erste Auswirkungen der Corona-Pandemie u.a. durch Fehlzeiten beim Personal, infolge der Einreisebeschränkungen von Grenzgängern und der Betreuung eigener Kinder, negativ auf die Produktion und damit auf den erzielten Umsatz auswirkten.

Kumulierte Ertragslage zum Ende des dritten Quartals

Wie der 3-Monatszeitraum des dritten Quartals ist auch ein neunmonatiger Vergleich der Ertragslage am Ende des dritten Quartals 2019/2020 durch die erstmalige Einbeziehung von Privilège und dem Beginn des Lockdown nur eingeschränkt mit dem Vorjahreszeitraum möglich.

In den ersten neun Monaten 2019/2020 reduzierte sich die Gesamtleistung (Umsatzerlöse, Bestandsveränderung, aktivierte Eigenleistungen) gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 8,0 % auf 100,7 Mio. Euro (9 Monate 2018/2019: 109,5 Mio. Euro). Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 1,6 Mio. Euro über dem Vorjahresvergleichszeitraum von 1,3 Mio. Euro. Bei einem Materialaufwand von 56,5 Mio. Euro war die Materialaufwandsquote von 56,1 % im Verhältnis zur Gesamtleistung um 1,0 %-Punkte besser als in der vergleichbaren Vorjahresperiode (62,5 Mio. Euro bzw. 57,1%). Die Personalaufwendungen in Höhe von 31,3 Mio. Euro sind gegenüber dem vergleichbaren Vorjahr absolut um 1,3 Mio. Euro und in Relation zur höheren Gesamtleistung um 3,6 % gestiegen. Darin enthalten sind 2,3 Mio. Euro Personalaufwand bei Privilège. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren mit 16,5 Mio. Euro gegenüber der Vorjahresperiode um 2,1 Mio. Euro deutlich höher. Diese Erhöhung wurde ebenfalls im Wesentlichen durch die Privilège verursacht.

Das EBITDA verschlechterte sich in den ersten neun Monaten 2019/2020 auf -2,0 Mio. Euro (9 Monate 2018/2019: +3,8 Mio. Euro). Die Abschreibungen betrugen per 31. März 2020 4,9 Mio. Euro. Das Finanzergebnis verbesserte sich um 0,4 Mio. Euro auf -1,0 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung der Ertragsteuern betrug das Konzernergebnis -7,5 Mio. Euro (9 Monate 2018/2019: -1,7 Mio. Euro). Die Ergebnisse der HanseYachts AG im gleichen Konsolidierungskreis wie im Vorjahr waren bis Ende März nahezu im Rahmen der intern geplanten Ergebnisse. Die Anlaufverluste der erstmalig konsolidierten Privilège betrugen im 9-Monatszeitraum 3,3 Mio. Euro (ohne innerkonzernliche Verrechnungen). Die Ergebnisverschlechterung in Höhe von -5,8 Mio. Euro ist somit insbesondere die Folge der geplanten Integration der französischen Tochtergesellschaft Privilège Marine SAS, spiegelt aber auch die ersten Auswirkungen der Corona-Pandemie wider.

Zum 31. März 2020 beträgt die Eigenkapitalquote 13,3 % (31. März 2019: 12,7 %).

Ausblick nicht möglich

Aufgrund der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie wurde die Produktion an allen vier Standorten verlangsamt. Grund dafür sind unter anderem die Krisenmaßnahmen der jeweiligen Staaten und das damit verbundene Fehlen von Mitarbeitern zum Abarbeiten vorhandener Aufträge sowie das teilweise Ausbleiben der Zulieferungen von für die Produktion erforderlichen Teilen. Für den Standort Frankreich existiert ein größerer Auftragsbestand, die anderen Werften werden zusätzlich kurzfristig unter den von März bis mindestens August 2020 abgesagten Messen leiden. Langfristig sollte das eigene Boot, als eine sichere Möglichkeit lokal Urlaub zu machen, an Attraktivität, zum Beispiel im Vergleich zu Kreuzfahrten, gewinnen.

Der Vorstand verweist auf seine Rücknahme der ursprünglichen Prognose für 2019/2020 im Rahmen der COVID-19-Pandemie, die ein Umsatzwachstum leicht über dem Vorjahr und ein gegenüber dem Vorjahr reduziertes, aber positives Konzernergebnis im einstelligen Millionen-Euro-Bereich vorsah. Aufgrund der derzeitigen Unsicherheiten über den weiteren Verlauf der COVID-19-Pandemie und deren Auswirkungen ist eine gesicherte Abschätzung über den Verlauf der weiteren Geschäftsentwicklung im verbleibenden Geschäftsjahr 2019/2020 derzeit nicht möglich; nach derzeitigem Kenntnisstand erwartet der Vorstand einen Jahresfehlbetrag im Konzern für das Geschäftsjahr 2019/2020.

Aktuell (08.09.2020 / 08:03 Uhr) notieren die Aktien der HanseYachts AG im Frankfurter-Handel mit einem Plus von +0,10 EUR (+2,17%) bei 4,70 EUR.


Chart: HanseYachts AG | Powered by GOYAX.de

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