Ceconomy Aktie endlich, seit Dienstag: Klare, effektivere Struktur, Vorzüge weg. Eine Aktie „MediaMarktSaturn“.

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Ceconomy Aktie steht vor Neubewertung.

Zehn Jahre Lähmung kosteten die Ceconomy Aktie, besser gesagt ihre Aktionäre viel Geld. Die CECONOMY AG (ISIN: DE0007257503) kann nach der im letzten Jahr erreichten Lösung zur Bereinigung der Eigentümerstruktur der wichtigsten Tochter MediaMarktSaturn seit der Hauptversammlung am Dienstag „loslegen“.

21,62 % Sperrminorität an der Mediamarkt Saturn durch ein umfangreiches Vertragswerk über Minderheitsrechte und ein offensiver Gründer und eigentlich „Partner“ der damaligen Metro führte zeitlebens einen gerichtlichen und aussergerichtlichen Kleinkrieg über Strategie und Ausrichtung der Mediamarkt-Saturn Gruppe. Erst nach seinem Tod gelang es mit den Erben eine Vereinbarung zu treffen. Davor fast 10 Jahre Blockadepolitik auf beiden Seiten. Und diese im Dezember 2020 (!) geschlossene Vereinbarung wurde jetzt unwiderruflich durch die Zustimmung der Hauptversammlung zur damals geschlossenen Vereinbarung:

Ceconomy und MediaMarkt Saturn werden verschmolzen – eine Struktur, ein Unternehmen – spätestens im September abgeschlossen – eine Ceconomy Aktie

„Following today’s resolutions, we are very confident that we will be able to complete the Convergenta transaction by the end of September 2022 at the latest,“ erläuterte am Dienstag Dr. Karsten Wildberger, CEO von CECONOMY und MediaMarktSaturn. „The associated simplification of the shareholder structure is nothing less than a structural liberation for us.“

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Gleichzeitig stimmten die Vorzugsaktionäre der Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien zu, sodass die gesamte Liquitität an der Börse sich auf eine Aktiengattung konzentriert. Generell wichtig und positiv für die Kursentwicklung einer Aktie ist eine möglichst hohe Liquidität, die erratische Kursausschläge reduziert oder ganz verhindern kann. Bevor wir nochmals die damalige Einigung von Ceconomy und den Erben der 25,1 % Beteiligung an Mediamarkt/Saturn darstellen, etwas zur aktuellen wirtschaftlichen Lage des Konzerns:

Q1 (endend 31.12.2021) schwächer als Vorjahr – aber immer noch besser als „vor der Pandemie“. Ceconomy Aktie unter Druck bei Bekanntgabe.

Ceconomy hat im Q1 des Geschäftsjahres 2021/22 einen Umsatz in Höhe von rund 6,9 Mrd EUR erzielt (Q1 2020/21: 7,5 Mrd EUR). Das bereinigte operative
Ergebnis lag per Ende Dezember 2021 bei 274 Mio EUR (Q1 2020/21: 346 Mio EUR). Warum man nicht das überaus starke Q1 2020/21 toppen konnte? In Kurzform: Lieferkettenprobleme, Pandemiemassnahmen, Inflationsängste, Sonderfaktoren im Vorjahresquartal. Ausführlicher: Das erste Quartal 2020/21 war von überproportional hohen Ausgaben in den privaten Konsum nach der Beendigung der pandemiebedingten Restriktionen geprägt. Eine ähnliche Sonderkonjunktur war in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres nicht zu verzeichnen. Im Gegenteil sah sich CECONOMY im Berichtszeitraum erneut mit COVID-19-Restriktionen in einzelnen Ländern und mit Engpässen bei den internationalen Lieferketten konfrontiert. Zudem hat die hohe Inflationsrate die Konsumneigung beeinträchtigt.

Einordnung der Zahlen – Prognose bestätigt –

Normalität: Eine bessere Einordnung derQ1 Ergebnisse bietet der Vergleich mit den Kennzahlen des ersten Quartals 2019/20. Gegenüber diesem Zeitraum, der von einem stabilen konjunkturellen Umfeld vor Beginn der Pandemie gekennzeichnet war, ist der aktuelle Quartalsumsatz währungs und portfoliobereinigt um 2,9 % höher ausgefallen (Q1 2019/20: 6,8 Mrd EUR). Beim operativen Ergebnis hatte CECONOMY damalseine ähnliche Grössenordnung erreicht:  289 Mio EUR.

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Wir haben erneut gezeigt, dass wir mit Herausforderungen umgehen können. Gemessen an den Umständen sind wir solide in das neue Geschäftsjahr gestartet“, sagte Dr. Karsten Wildberger, CEO von CECONOMY und MediaMarktSaturn. „Wir haben unsere europaweit gesteuerten Kampagnen in der BlackFriday und Weihnachtszeit erfolgreich umgesetzt, und seit Mitte Dezember geht der Trend nach oben.“ Mit Blick auf die externen Einflüsse ergänzte Wildberger: „Wir können uns die Rahmenbedingungen nicht aussuchen und müssen das Beste daraus machen. Und genau das tun wir. Wir setzen unseren Weg zu einem durchgängig kundenorientierten Unternehmen unbeirrt fort und werden gestärkt aus den derzeitigen Turbulenzen herauskommen.

Deutliche Verbesserung des Ergebnisses bei leicht stiegenden Umsätzen im laufenden Geschäftsjahr angestrebt

Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres bleibt CECONOMY auch unter Berücksichtigung bestehender Unsicherheiten unverändert zuversichtlich. „Wir alle sollten uns auf eine gewisse Volatilität einstellen, das ist einfach Teil der neuen Normalität“, sagte Florian Wieser, CFO von CECONOMY und MediaMarktSaturn. Trotz der nach wie vor widrigen Gemengelage rechnen wir aus heutiger Sicht für das Gesamtjahr 2021/22 weiterhin mit einem leichten Anstieg des währungs
und portfoliobereinigten Umsatzes und einer sehr deutlichen Verbesserung des bereinigten operativen Ergebnisses.“

Onlinegeschäft steigert Anteil – auf Dauer „der Turbo“? Auch für die Ceconomy Aktie?

Die Entwicklung im OnlineGeschäft hat sich im Berichtszeitraum mit einem Umsatz von knapp 1,9 Mrd EUR (Q1 2020/21: 2,3 Mrd EUR) weiter verfestigt, wenn man die Umstände mit Lockdown im Q1 2020/21 in betracht zieht. Der Anteil am Gesamtumsatz lag bei 27,5 % und damit deutlich höher als noch im vierten
Quartal des Vorjahres (20,5 %). Im Vergleich zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 ist der OnlineUmsatz sogar um gut 80 % gewachsen!

Russlandabschreibung wohl eher von geringer Bedeutung für Ceconomy Aktie…

Seit dem Verkauf der russischen Mediamarkt und Saturnmärkte an M.video in 2018, hält Ceconomy eine 15% Beteiligung an M.video. Zum 31.12.201wurde die 15% Beteiligung an  M.video mit 138 Mio EUR bilanziert. Rubelverfall und fehlende Handelbarkeit der Aktien  für „ausländische Aktionäre“ haben zu eienr Abschreibung des bestands auf nunmehr 43 Mio eUR geführt. Nicht liquiditätswirksam, aber natürlich Minderung des Gewinns, was aber keinen Einfluss auf das operative EBITDA haben wird, da ausserordentlciher Aufwand.

Von der Bedeutung gar nicht hoch genug zu bewerten: Einigung im Dezember 2020 mit den Kellerhals-Erben – jetzt endlich umgesetzt.

Natürlich die große Blockade und intensiv ausgetragenen Kämpfe, um die richtige Saturn/Mediamarkt Strategie fanden noch innerhalb des Metro-Konzerns statt. Noch unter dem erbitterten Widerstand des „Gründers“ Kellerhals, der sich umfangreiche Minderheitsrechte für seine 21,62% an „seinem“ Saturn/Mediamarkt-Unternehmen nach dem Mehrheitsverkauf sicherte. Obwohl nach Kellerhals Tod eine gewisse Entspannung eintrat im Verhältnis der Beteiligten – mittlerweile die fokussierte Ausgründung Ceconomy des Metro Konzerns und der Convergenta (Vehikel der Kellerhals-Erben) – hinderte die Struktur. Um die strauchelnde Ceconomy, die sich auf dem Weg der Besserung befindet, weiter zu stärken, war folgende Nachricht „entscheidend“:

Tausche 21,62 % in 25,9 % plus Cash

sonderbares Rechenexempel. Aber es rechnet sich für Ceconomy. Steigerung der Schlagkraft, schnellere Entscheidungswege, Strukturkosten um 4 Mio EUR per  Jahr reduziert und – wichtiger als die 4 Mio EUR – Nutzung eines Verlustvortrages von jeweils rund 1,2 Mrd. EUR Körperschaft- und Gewerbesteuer innerhalb der Gruppe vereinfacht. Dafür hat die Kellerhals-Familie jetzt einen höheren Anteil am Gesamtkonzern, als man vorher an der wichtigsten Tochter hatte. Und dazu kommt noch eine Wandelanleihe und Cash.

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Konkrete Gegenleistung
Im Zuge der Transaktion wird Convergenta ihre MediaMarktSaturn-Beteiligung in Höhe von 21,62% (inclusive der umfangreichen „Minderheitsrechte“) an CECONOMY übertragen, sodass CECONOMY ihren Anteil an MediaMarktSaturn auf insgesamt 100 Prozent aufstockt. Als Gegenleistung ist vorgesehen, dass CECONOMY an Convergenta
  • 125,8 Mio. Stück neue auf den Inhaber lautende Stammaktien der CECONOMY (gewinnberechtigt ab dem 1. Oktober 2020) ausgibt, die im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung des Grundkapitals um 321.602.593,27 € unter Ausschluss des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre geschaffen werden,
  • Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von 151 Mio. € (Marktwert: 160 Mio. €) mit einer Laufzeit von fünf Jahren, einer Wandlungsprämie von 30 Prozent, einer Verzinsung von 0,05 Prozent p.a. und einem anfänglichen Wandlungspreis von 5,42 €, anfänglich wandelbar in bis zu rund 27,9 Mio. Stück auf den Inhaber lautende Stammaktien der CECONOMY unter Ausschluss des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre begibt, die mit einem neu zu schaffenden bedingten Kapital unterlegt werden, und
  • eine Barkomponente in Höhe von insgesamt 130 Mio. €, zahlbar in zwei Tranchen, leistet.
Auf Basis des volumengewichteten Dreimonatsdurchschnittskurs (3M VWAP) der CECONOMY-Aktie von 4,17 EUR ergibt sich somit eine Gegenleistung in Höhe von etwa 815 Mio. EUR. Klar: Vor einiegn Jahren wäre diese Beteiligung in EUR wesentlcih mehr wert gewesen. Aber die jahrelange Lähmung des Konzerns, die dadurch verspäteten strategischen Anpassungen auf sich ändernde Markbedingungen, haben gekostet. Die Legion von gerichtlichen Auseinandersetzungen, die „verschlissenen“ Metro-Manager gehörten zwar größtenteils der vergangenheit an, aber jetzt ist auch für die Zukunft die Strategie klar.
Was hat man vor bei dem neuen Hauptaktionär der Ceconomy?

Schwer einzuschätzen: In der Presseerklärung aus 2020 wird von einer angestrebten Beteiligung in Höhe von 29,9% an der CCeconomy gesprochen, gleichzeitig aber hält man sich die Möglichkeit offen, bis zu 4 % der neuerworbenen Aktien zu veräußern innerhalb kurzer Frist. Im Wortlaut heisst es:

„Durch die Transaktion wird Convergenta vor Ausübung des Wandlungsrechts Aktionär mit einer Beteiligung in Höhe von rund 25,9 Prozent am Grundkapital der CECONOMY. Convergenta strebt eine Beteiligung von bis zu 29,9 Prozent der Stammaktien an. Convergenta hat sich verpflichtet, bis zum Ablauf von sechs Monaten nach Vollzug der Sachkapitalerhöhung, längstens bis zum 31. Dezember 2021, keine weiteren Aktien an CECONOMY zu erwerben oder sonstige Maßnahmen vorzunehmen, die zu einer Kontrollerlangung und einem Pflichtangebot führen würden. Zudem hat sich Convergenta verpflichtet, bis zum Ablauf von sechs Monaten nach Vollzug der Sachkapitalerhöhung, längstens bis zum 31. Dezember 2021, höchstens bis zu vier Prozent der durch CECONOMY ausgegebenen Stammaktien zu veräußern.

PRÄSENTATION DER CECONOMY ÜBER DIE VORTEILE DER „STRUKTURBEREINIGUNG“ aus Dezember 2020

Die Aktie wird wieder richtig interessant,

wenn bereits jetzt, ohne dass derTransformationsprozess seine Wirkung entfaltet,  die Gewinne wieder sprudeln, was wird dann erst… wenn…

Denn die Ceconomy befindet sich gerade im Umbau, um zu alter Profitabilität zurückzukehren – und diesmal ziehen wohl „die Eigentümer“ an einem Strang – der oftmals lähmende Streit der beiden Gesellschafter aus der Vergangenheit scheint Geschichte im Interesse gemeinsamer Ziele. Am 12.08.2020 teilte man der Öffentlichkeit den Ansatz für einen digitalen, flexibleren und kundenorientierteren Konzern mit:

Die CECONOMY AG  und die MediaMarktSaturn Retail Group  haben in den letzten Jahren einige operative Fortschritte unter anderem in der Digitalisierung, dem Ausbau des Services & Solutions-Geschäfts und in der Verbesserung der Kosteneffizienz erzielt. Um die Transformation zu beschleunigen, führen CECONOMY und MediaMarktSaturn nun konzernweit eine einheitliche Organisationsstruktur („Operating Model“) ein. Im Mittelpunkt des neuen Operating Model stehen über alle Länder hinweg einheitliche Führungsstrukturen und standardisierte, effiziente Prozesse und Abläufe. Dies gilt für die Verwaltungsfunktionen in den Landesgesellschaften ebenso wie für die Organisation der Märkte. Das neue Operating Model trägt dabei auch der fortschreitenden Zentralisierung der Prozesse Rechnung. Die neue, einheitliche Führungsstruktur für die Stores und die Entlastung von administrativen Aufgaben ermöglicht eine maximale Fokussierung der Mitarbeiter auf das Kundenerlebnis.

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Chartbild ceconomy Aktie.
Chart: CECONOMY AG | Powered by GOYAX.de
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