Bastei Lübbe wächst trotz schwierigem Markt – Margenerholung soll 2026/27 folgen

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Bastei Lübbe hat das Geschäftsjahr 2025/26 trotz eines herausfordernden Marktumfelds mit einem Umsatzplus abgeschlossen. Während Bestseller von Dan Brown, Ken Follett und Jeff Kinney für Wachstum sorgten, belasteten höhere Produktions- und Honorarkosten sowie ein schwächeres Community-Geschäft die Profitabilität. Für das neue Geschäftsjahr erwartet das Management jedoch eine deutliche Verbesserung der Ergebnisentwicklung.

Umsatz wächst trotz schwieriger Vergleichsbasis

Der Konzernumsatz stieg im Geschäftsjahr 2025/26 um 3,9 Prozent auf 118,4 Mio. Euro nach 114,0 Mio. Euro im Vorjahr und lag damit innerhalb der zuletzt angepassten Prognose. Das Wachstum wurde von einer breiten Basis getragen: Neben dem klassischen Buchgeschäft entwickelten sich auch Audio- und Digitalangebote positiv. Der Anteil digitaler Umsätze erhöhte sich von 31 auf 32 Prozent.

Allerdings fiel das Wachstum innerhalb der einzelnen Geschäftsbereiche unterschiedlich aus. Während etablierte Bestsellerautoren und starke Kinderbuchmarken überzeugten, konnte die Community-Marke LYX den außergewöhnlichen Erfolg des Vorjahres rund um die Amazon-Prime-Serie Maxton Hall erwartungsgemäß nicht wiederholen. Dadurch sank der Anteil der Community-getriebenen Geschäftsmodelle am Gesamtumsatz von 39 auf 30 Prozent.

Bestseller stützen das Buchgeschäft

Das Segment Buch entwickelte sich erneut positiv und steigerte seinen Umsatz von 107,0 Mio. Euro auf 111,4 Mio. Euro. Maßgeblich dazu beigetragen haben Neuerscheinungen der Bestsellerautoren Dan Brown und Ken Follett sowie die weiterhin hohe Nachfrage nach Jeff Kinneys Erfolgsreihe Gregs Tagebuch, deren Umsätze im Baumhaus-Verlag um rund 20 Prozent zulegten.

Auch der Audiobereich setzte seinen Wachstumskurs fort. Die Erlöse aus Downloads und Streaming stiegen um 6,4 Prozent, während klassische Hörbuch-CDs auf Vorjahresniveau verharrten. Zusätzliche Impulse lieferten die erstmalige Vollkonsolidierung der Siebter Himmel Bastei Lübbe GmbH sowie die Übernahme des Manga- und Manhwa-Verlags Papertoons.

Ergebnis deutlich unter Vorjahr

Trotz steigender Umsätze entwickelte sich die Ertragslage deutlich schwächer. Das EBIT verringerte sich von 17,1 Mio. Euro auf 9,3 Mio. Euro, womit auch die zuletzt angepasste Prognose leicht verfehlt wurde. Die EBIT-Marge halbierte sich nahezu von 15,0 auf 7,9 Prozent.

Belastet wurde das Ergebnis durch mehrere Faktoren. Zum einen erhöhte sich der Anteil hochwertig ausgestatteter Spitzentitel mit entsprechend höheren Produktionskosten. Gleichzeitig blieb die Umsatzentwicklung in besonders margenstarken Bereichen hinter den Erwartungen zurück. Hinzu kamen höhere Marketing-, IT- und Vertriebsausgaben sowie gezielte Zukunftsinvestitionen in neue Marken, digitale Produkte und internationale Expansion.

Auch der Materialaufwand stieg deutlich von 55,5 Mio. Euro auf 64,2 Mio. Euro, wodurch sich die Materialaufwandsquote von 48,7 auf 54,2 Prozent erhöhte.

Cashflow verbessert sich deutlich

Während die Profitabilität unter Druck stand, entwickelte sich die Liquidität erfreulich. Der operative Cashflow verbesserte sich von -0,6 Mio. Euro auf 10,8 Mio. Euro. Auch der Free Cashflow stieg deutlich auf 9,1 Mio. Euro und übertraf damit die Erwartungen des Managements.

Die Bilanz bleibt weiterhin solide. Trotz einer Wertberichtigung auf die Beteiligung an der Räder GmbH verfügt Bastei Lübbe über eine Eigenkapitalquote von 60,5 Prozent sowie ein Nettofinanzvermögen von 11,7 Mio. Euro. Diese finanzielle Stärke verschafft dem Unternehmen genügend Spielraum, um seine Wachstumsstrategie konsequent fortzusetzen.

Neue Marken und Innovationen sollen Wachstum beschleunigen

Im vergangenen Geschäftsjahr investierte Bastei Lübbe gezielt in neue Wachstumsfelder. Dazu gehören unter anderem das neue Hörbuchformat shelfie.audio, der literarische Verlag Pfaueninsel, die Übernahme von Papertoons sowie der Ausbau der Marke LYX in den US-Markt.

Mit diesen Investitionen erweitert der Verlag seine Reichweite sowohl im klassischen Buchgeschäft als auch im digitalen Bereich. Gleichzeitig sollen neue Zielgruppen erschlossen und zusätzliche Erlösquellen aufgebaut werden.

Ausblick: Ergebnis soll sich deutlich erholen

Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet der Vorstand einen Konzernumsatz zwischen 118 und 122 Mio. Euro. Deutlich stärker soll sich jedoch das Ergebnis entwickeln. Das EBIT wird in einer Bandbreite von 10 bis 12 Mio. Euro erwartet und würde damit um etwa 10 bis 30 Prozent gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr steigen. Die EBIT-Marge soll sich wieder schrittweise der Marke von 10 Prozent annähern.

Das Management setzt dabei auf mehrere Hebel. Neben einer niedrigeren Materialaufwandsquote sollen optimierte Produktionskosten, geringere Honorarquoten und eine konsequente Kostendisziplin die Profitabilität verbessern. Gleichzeitig startet das neue Programm bereits mit vielversprechenden Titeln von Florian Illies, Vera Buck, Rebecca F. Kuang, Hannah Grace, Lena Kiefer, Sarah Sprinz sowie zahlreichen Fortsetzungen erfolgreicher Reihen wie Gregs Tagebuch oder Petronella Apfelmus.

Dividende bleibt attraktiv

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 0,25 Euro je Aktie vor. Damit schöpft das Unternehmen mit einer Ausschüttungsquote von rund 50 Prozent erneut den oberen Bereich seiner Dividendenpolitik aus und unterstreicht trotz des Ergebnisrückgangs seine solide Finanzlage.

Für Anleger bleibt Bastei Lübbe damit ein Verlag mit einer robusten Bilanz, starken Marken und attraktiven Wachstumsperspektiven im digitalen Geschäft. Entscheidend wird im laufenden Geschäftsjahr sein, ob die angekündigte Margenerholung tatsächlich gelingt.

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