Zalando überrascht mit Gewinnsprung: KI wird zum Wachstumsmotor – ABOUT YOU liefert erste Synergien

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Zalando hebt die Profitabilität auf ein neues Niveau. Europas führende Plattform für Mode und Lifestyle hat im zweiten Quartal 2026 den operativen Gewinn zweistellig gesteigert und profitiert dabei zunehmend von Künstlicher Intelligenz, dem margenstarken Plattformgeschäft und den ersten Synergien aus der Übernahme von ABOUT YOU.

Besonders dynamisch entwickelt sich das B2B-Geschäft, das inzwischen zu einem der wichtigsten Wachstumstreiber des Konzerns geworden ist. Gleichzeitig gewinnt das Plattformmodell weiter an Bedeutung und verbessert die Ertragsqualität. Für Anleger rückt damit immer stärker die Frage in den Fokus, ob Zalando den Wandel vom klassischen Onlinehändler zur Technologieplattform erfolgreich abschließt.

Gewinn wächst schneller als das operative Geschäft

Das bereinigte EBIT stieg im zweiten Quartal um 10 Prozent auf 205 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge des Konzerns lag bei 6,0 Prozent. Bereinigt um die Integration von ABOUT YOU erreichte das eigenständige Zalando-Geschäft sogar eine Marge von 6,6 Prozent.

Das Bruttowarenvolumen (GMV) erhöhte sich gleichzeitig um 20,7 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro.

Einen wichtigen Beitrag leisteten dabei bereits die ersten Synergien aus der Integration von ABOUT YOU. Nach Unternehmensangaben steuerten diese mehr als 10 Millionen Euro zum Ergebnis bei.

Damit zeigt sich, dass die Übernahme schneller als erwartet operative Vorteile liefert. Gleichzeitig entwickelt sich das Kerngeschäft weiterhin profitabel.

KI verändert das Geschäftsmodell

Während viele Unternehmen noch über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sprechen, setzt Zalando die Technologie bereits zunehmend kommerziell ein.

Im B2B-Bereich sorgt SCAYLE STUDIOS für Aufmerksamkeit. Das KI-gestützte Fotostudio erstellt aus Produktmustern innerhalb weniger Minuten vollständige Produktbilder inklusive Models, Styling und Hintergründen.

Mehr als 100 Marken nutzen den Dienst bereits wenige Wochen nach dem Marktstart. Nach Angaben von Zalando verkürzt sich die Produktionszeit für Produktbilder um mehr als 95 Prozent, während die Kosten um rund 90 Prozent sinken.

Auch auf Kundenseite entwickelt Zalando seine KI konsequent weiter. Der Zalando Assistant unterstützt Nutzer inzwischen nicht mehr nur bei Fragen, sondern entwickelt sich zunehmend zu einem digitalen Shopping-Begleiter.

Zwischen Januar und Juni stieg die Zahl hochwertiger Nutzerinteraktionen um 63 Prozent. Neue Funktionen wie Bildersuche, Trendrecherche und eine tiefere Integration in den Kundenservice sollen das Einkaufserlebnis weiter verbessern.

Für Anleger ist diese Entwicklung besonders interessant: KI dient bei Zalando nicht nur der Kostensenkung, sondern entwickelt sich zunehmend zu einem eigenständigen Umsatztreiber.

Partnergeschäft und Retail Media sorgen für höhere Margen

Auch das klassische B2C-Geschäft entwickelt sich robust. Die Zahl der aktiven Kunden erreichte mit 62,5 Millionen einen neuen Rekordwert und lag 18,3 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Besonders stark entwickelten sich die Bereiche Sport und Beauty. Gleichzeitig baut Zalando sein Lifestyle-Angebot weiter aus und startete unter anderem die neue Kategorie Home & Living.

Noch wichtiger für die Profitabilität ist allerdings der Wandel des Geschäftsmodells.

Der Anteil des margenstarken Partnergeschäfts am eigenständigen B2C-GMV stieg auf 36,9 Prozent. Einschließlich ABOUT YOU liegt der Anteil auf Gruppenebene bei 31,9 Prozent.

Damit verkauft Zalando zunehmend Produkte von Markenpartnern, ohne diese selbst auf Lager zu nehmen. Das reduziert den Kapitalbedarf und verbessert langfristig die Margen.

Auch das hochprofitable Retail-Media-Geschäft entwickelte sich dynamisch. Die Werbeerlöse legten gegenüber dem Vorjahr um 39,5 Prozent zu und werden für Zalando zu einer immer wichtigeren Ertragsquelle.

B2B wächst rasant – SCAYLE wird zum Profitabilitätsmotor

Besonders beeindruckend fällt die Entwicklung im B2B-Bereich aus.

Der Umsatz stieg um 27,6 Prozent auf 335 Millionen Euro. Noch stärker entwickelte sich das operative Ergebnis: Das bereinigte EBIT sprang von 11 auf 41 Millionen Euro.

Die EBIT-Marge verbesserte sich dadurch von 4,3 auf 12,2 Prozent.

Treiber sind vor allem Skaleneffekte im Logistikgeschäft ZEOS sowie die margenstarken Softwareerlöse der Commerce-Plattform SCAYLE.

Auch bei den Neukunden konnte Zalando weitere namhafte Unternehmen gewinnen. Unter anderem setzen künftig die Wortmann Schuh-Holding, roastmarket, Bike Components und HMV auf die E-Commerce-Plattform von SCAYLE.

Zusätzlich baut Zalando strategische Partnerschaften aus. Die Zusammenarbeit mit Marks & Spencer startet zunächst in ausgewählten Märkten und soll anschließend auf insgesamt 22 Länder ausgeweitet werden.

Damit entwickelt sich der B2B-Bereich immer stärker von einem ergänzenden Geschäftsfeld zu einer eigenständigen Ertragssäule.

Prognose präzisiert – Profitabilität gewinnt an Bedeutung

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Zalando weiterhin ein Wachstum von Bruttowarenvolumen und Umsatz zwischen 12 und 17 Prozent. Das Unternehmen rechnet nun allerdings mit einer Entwicklung in der unteren Hälfte dieser Bandbreite.

Dafür wurde die Prognose für das bereinigte EBIT eingegrenzt. Erwartet werden jetzt 680 bis 720 Millionen Euro nach zuvor 660 bis 740 Millionen Euro.

Die Anpassung spiegelt nach Unternehmensangaben ausschließlich die Entwicklung des ersten Halbjahres wider und keine veränderte Einschätzung für das zweite Halbjahr.

Das Management zeigt sich sogar noch zuversichtlicher, den Mittelpunkt der neuen Gewinnspanne zu erreichen. Weitere Synergien aus der ABOUT-YOU-Integration, Effizienzgewinne im Logistiknetzwerk sowie das starke Wachstum der margenstarken Plattformgeschäfte sollen dazu beitragen.

Einordnung für Anleger

Zalando liefert Quartalszahlen, die deutlich zeigen, wohin sich der Konzern entwickelt. Das Unternehmen wird zunehmend weniger vom klassischen Modehandel abhängig und verdient immer mehr Geld mit Plattformdiensten, Software, Logistik und Werbung.

Besonders der B2B-Bereich entwickelt sich zu einem echten Gewinnmotor. Gleichzeitig liefert die Integration von ABOUT YOU bereits früher als erwartet operative Synergien.

Hinzu kommt die konsequente Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Anders als viele Wettbewerber nutzt Zalando KI bereits heute, um Prozesse zu automatisieren, Kosten zu senken und gleichzeitig neue Umsatzquellen zu erschließen.

Kurzfristig dürfte die leicht vorsichtigere Umsatzprognose zwar für Diskussionen sorgen. Entscheidend ist jedoch, dass die Profitabilität weiter steigt und sich die Ertragsstruktur nachhaltig verbessert. Gelingt es Zalando, das margenstarke Plattformgeschäft weiter auszubauen, könnte sich der Konzern langfristig stärker als Technologieunternehmen denn als klassischer Onlinehändler positionieren.

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